Leif GW Persson Eine andere Zeit, ein anderes Leben

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Inhaltsangabe zu „Eine andere Zeit, ein anderes Leben“ von Leif GW Persson

Ein spannender Politkrimi über einen ungesühnten Mord und dunkle Machenschaften im heutigen Stockholm.

Stockholm 1989, an einem Novemberabend: Ein Mann wird erstochen in einem Apartment aufgefunden. Das Opfer war ein Eigenbrötler, nicht besonders beliebt, ein kleiner Beamter in einer staatlichen Behörde. Die Ermittlungen laufen zunächst ins Leere – bis Kriminaldirektor Lars M. Johansson Hinweise findet, die in eine andere Zeit und in ein anderes Leben führen …

Ausgezeichnet mit dem Schwedischen Krimipreis.

Ein großartiger Krimi mit interessantem, zeitgeschichtlichen Hintergrund. Leider fand ich die letzten Seiten etwas zu lang, da hätten 50 Seiten weniger auch gereicht.

— Anja_Lev

Ein fesselnder Plot mit Bezug zur deutschen Zeitgeschichte, verbunden mit süffisanter Kritik am Polizei-Personal in Film und Roman - und das in einem lässig-ironischen Stil, der exakt zur Tätigkeit des Autors als Professor für Kriminalistik passt. Man sieht Leif G. Persson förmlich vor sich.

— Buecherstapel

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  • Ganz ohne Blutrausch

    Eine andere Zeit, ein anderes Leben

    Pongokater

    04. September 2013 um 12:59

    Ganz ohne Blutrausch kommt GW Persson aus. Auf zunächst schwer nachzuvollziehende Weise verknüpft er den historisch verbürgten Anschlag auf die deutsche Botschaft in Stockholm durch die RAF im Jahre 1975 mit einem einige Jahre später begangenen Mord sowie der deutschen Wiedervereinigung. Wer Whodunnit-Spannung sowie politische Bezüge liebt, wird hier auf allerbeste Weise bedient, wer auf brutale Todesarten steht nicht.

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  • Rezension zu "Eine andere Zeit, ein anderes Leben" von Leif GW Persson

    Eine andere Zeit, ein anderes Leben

    WinfriedStanzick

    23. November 2011 um 12:33

    Leif GW Persson, geboren 1945 in Stockholm, ist seit vielen Jahren Professor der Kriminologie, Berater der obersten Polizeibehörde, Medienexperte – und einer der führenden Krimiautoren Schwedens, obwohl er noch gar nicht so viele Bücher veröffentlicht hat. Persson ist ein charismatischer, kantiger und schillernder Mann, der weiß, worüber er schreibt. Seine Romane um Lars M. Johansson, der im Laufe der Jahre eine erstaunliche Karriere macht ohne sich zu verbiegen, und die Stockholmer Polizeibehörden zählen zu den erfolgreichsten des Landes. Begonnen hat Leif GW Persson seine schriftstellerische Tätigkeit Mitte der siebziger Jahre mit dem leider immer noch nicht übersetzten Roman „Grisfesten“, in dem er die Geschichte seiner Entlassung aus dem Polizeidienst nacherzählt hat. Es folgten dann 1979 „Die Profiteure“ und danach „In guter Gesellschaft“, beide jüngst bei BTB aufgelegt. Alle diese Bücher hatten in Schweden großen Erfolg. Danach folgte eine fast 20-jährige Schreibpause, bis ihm mit „Zwischen der Sehnsucht des Sommers und der Kälte des Winters“ ein sensationelles Comeback gelang. In diesem Buch geht es um den bis heute nicht aufgeklärten Mord an dem schwedischen Ministerpräsidenten Olof Palme. Leif GW Perssons Stil ist eigen. Obwohl seine Bücher kaum weniger spannend sind als andere Krimis, sind sie dokumentarischer, wissenschaftlicher. Er schildert aufgrund seiner internen Kenntnisse des Polizeiapparates die Arbeit der ermittelnden Beamten nüchterner, sachlicher, ehrlicher, auf jeden Fall weniger spektakulär als andere Autoren seines Genres. An einer schönen Stelle seines neuen, hier zu besprechenden Buches „Eine andere Zeit, ein anderes Leben“ beschreibt er seine beiden Polizistenrollen Bo Jarnebring und Lars Martin Johansson mit kleinem ironischen Seitenhieb auf seine schwedischen Schriftstellerkollegen: „Ihr wichtigste gemeinsame Eigenschaft war, daß sie beide – in einer Umgebung, die fast nur aus Polizisten bestand - einstimmig als ‚echte Polizisten’ beschrieben wurden. Außerdem waren sie die Helden einer großen Anzahl sogenannter Polizeigeschichten von variierendem Wahrheitsgehalt, und anders als ihre Kollegen in der literarischen Fiktion, die sich mit weiblichen Intellektuellen umgaben Opern und modernen Jazz hörten und die neue französische Küche goutierten, bevorzugten Johansson und Jarnebring normale Frauenzimmer, am liebsten Kolleginnen, Schlagermusik und Hausmannskost. Aber natürlich gab es zwischen ihnen auch Unterschiede. Hätte jemand Jarnebring gefragt, ob er sich vorstellen könne, mit entblößter Brust die Kugel aufzuhalten, die für seinen besten Freund bestimmt war, dann hätte er ein Wolfsgrinsen gezeigt und gesagt, dieses Problem würde sich niemals stellen, da er als Erster schießen würde. Hätte man aber Johansson diese Frage gestellt, hätte er vermutlich ausweichend gelächelt, die Frage als gar zu sentimental abgetan und erklärt, er könne sich aber möglicherweise vorstellen, Jarnebring das Geld für ein neues Auto zu leihen.“ (173) Im neuen Buch geht es um den Terroranschlag der RAF ( Kommando Holger Meins) am 24. April 1975 auf die Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Stockholm. Schon damals war Bo Jarnebring bei der Ermittlung beteiligt, und etliche Sachverhalte waren ihm sehr suspekt. Da er aber nicht mit der Leitung der Ermittlungen befasst war, geraten seine Eindrücke zunächst in Vergessenheit. Auch im Dezember 1989 ist Jarnebring nicht der Leiter der Ermittlungen, als ein Kjell Eriksson ermordet aufgefunden wird, sondern ein gewisser, homophober Kommissar Bäckström. Doch schon bei diesem Fall arbeitet eine junge Anna Holt ( eine Reminiszenz an die norwegische Kollegin Anne Holt ?) mit, die sich dann im Jahr 2000 kurz vor der Verjährung der Botschaftsbesetzung im Team von Lars M. Johansson durch besondere Leistungen hervortut. Schon damals 1975 hatten alle vermutet, daß die deutschen Terroristen schwedische Helfer hatten. Aber aus bestimmten politischen Gründen wurden die entsprechenden Ermittlungen eingestellt. Als nun kurz vor ihrer Ernennung auf einen wichtigen Posten im Verteidigungsministerium die linke Staatssekretärin Helena Stein von Geheimdienst überprüft werden soll, taucht ihre Teilnahme an der Besetzung der Botschaft wieder auf, und auch der Mord an Kjell Eriksson erscheint in einem anderen Licht. Lars M. Johansson und sein Team lösen den Fall auf ihre Weise ... Ein wunderbares Buch eines Krimiautoren, der politischen Anspruch und Hintergrund, gute Recherche, kriminologische Wissenschaft und beißende Kritik am Polizeiapparat und der Gesellschaft zu einem aufklärerischen und gleichzeitig spannenden Text zusammenführt. Es ist schade, daß Leif GW Persson in Deutschland, jedenfalls was die Auflagenstärken betrifft, so wenig Rezeption erfährt. Das sollte sich ändern.

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  • Rezension zu "Eine andere Zeit, ein anderes Leben" von Leif GW Persson

    Eine andere Zeit, ein anderes Leben

    Golondrina

    03. March 2011 um 15:41

    Ich glaube, ich habe einen neuen Krimiautor für mich gefunden. Ein ungelöster Mordfall Ende der 80er in Stockholm mit Verbindungen zum Anschlag auf die bundesdeutsche Botschaft in den 70ern, RAF, Stasi, CIA und der Fall der Mauer, die geheimdienstliche Ernennung einer Staatssekretärin im Verteidigungsministerium und der Alltag in den Polizeibehörden vernküpft Persson zu einer ungewöhnlich spannenden Lektüre. Ungewöhnlich, weil die Schilderungen um die politischen Hintergründe teilweise schon im Stile einer Dokumentation erfolgen und Befindlichkeiten und Gedanken der Hauptpersonen in gedanklichen Klammern aufgezählt werden. Man merkt, dass der Autor vom Fach kommt (angestellt bei der Landespolizei und Dozent in der Polizeihochschule) und Seitenhiebe auf unfähige, schlampige Ermittler bleiben nicht aus. Ich habe das Buch in einem Rutsch durchgelesen und fühlte mich durchweg gut und intelligent unterhalten. Was will das Krimi-Herz mehr?

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  • Rezension zu "Eine andere Zeit, ein anderes Leben" von Leif GW Persson

    Eine andere Zeit, ein anderes Leben

    Jens65

    17. July 2008 um 21:11

    Ein wunderbares Buch eines Krimiautoren, der politischen Anspruch und Hintergrund, gute Recherche, kriminologische Wissenschaft und beißende Kritik am Polizeiapparat und der Gesellschaft zu einem aufklärerischen und gleichzeitig spannenden Text zusammenführt.

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