Leif Lasse Andersson Midleifcrisis: Als meine Frau mich hinauswarf und ich mit 117 anderen schlief

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Inhaltsangabe zu „Midleifcrisis: Als meine Frau mich hinauswarf und ich mit 117 anderen schlief“ von Leif Lasse Andersson

Gar nicht so einfach, eine Frau zum Lieben zu finden. Oder wenigstens ein paar Frauen zum Vögeln! Leif Lasse Andersson, nach zehn Jahren Ehe ein wenig aus der Übung gekommen, irrt als frisch getrennter Single durch die Flirtbörsen des Internets und stellt fest, dass der Weg in die Herzen und Betten der Frauen kein leichter ist. Dummerweise muss er auch noch damit klarkommen, dass in ihm zwei völlig gegensätzliche Persönlichkeiten wohnen: der sexhungrige Macho und ein kleiner Junge, der sich nach Liebe sehnt. Mit der Zeit begreift Leif die Gesetzmäßigkeiten des Internet-Datings. Er trifft auf Silikontitten, landet bei einer Sado-Maso-Braut und gerät sogar an eine Frau, die ihn für Sex bezahlt. Doch auch er muss erkennen, dass Vögeln allein nicht glücklich macht. Ein offenherziger Selbsterfahrungsbericht, der tief in die - gar nicht so einfach gestrickte - Seele eines Mannes blicken lässt.

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    Midleifcrisis: Als meine Frau mich hinauswarf und ich mit 117 anderen schlief
    Christin87

    Christin87

    14. February 2016 um 10:21

    Also ganz im Ernst, nach den ersten 20% des E-Books, in dem Leif von einem Bett ins andere springt und dabei sehr anschaulich erzählt, was er darin mit seinen Eroberungen anstellt, war ich drauf und dran das Buch abzubrechen, denn die stetig gleiche Abfolge von (online)flirten, f***en, abservieren fing an zu langweilen. Aber just in diesem Moment beginnt Leif Lasse Anderson dem Leser sein Leben zu erzählen. Seine Kindheit, seine Jugend, seine Ehe, die Begründung warum er geworden ist wie er ist: Im tiefsten innern ein kleines Kind das Geborgenheit sucht, aber eigentlich ein gemeines frauenherzenbrechendes Ar..... Der Autor, der auch Hauptfigur ist, ist ein Pseudonym, aber der Inhalt ist angeblich biographisch. Ich möchte einen solchen Mann nicht treffen bzw. es nie wissen, sollte es je so sein. Und ein ernsthaftes Profil in einer Online-Singlebörse wird der Leser nach diesem Buch (sollte er es vorher getan haben) wohl nie wieder erstellen. Es sei denn, man hat das gleiche Ziel. Seelenlosen Sex. Nichtsdestotrotz ist das Buch sehr kurzweilig. Die Sprache ist derb. Es ist provokant und, im wahrsten Sinne des Wortes, spritzig geschrieben, so wie dem Autor der Schnabel (und sonsitge Körperteile) gewachsen sind. Von all den 117 Frauen werden geschätzt 20 näher beleuchtet. Man verliert schon da den Überblick über Namen und Details. Der Mann dahinter kann einem also leid tun. Ob er in der letzten Eroberung nun aber doch die Liebe wieder gefunden hat hätte mich als Frau nun doch noch interessiert ;). Insgesamt war es mal etwas ganz anderes und hat sich im Verlauf 4 von 5 Sternen verdient.

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  • Viel zu schnell vorbei! Mehr davon!

    Midleifcrisis: Als meine Frau mich hinauswarf und ich mit 117 anderen schlief
    JunaFischer

    JunaFischer

    29. January 2015 um 21:31

    Nach dem Lesen des Buchs habe ich eine Taschentuchliste angefertigt – Momente, in denen ich trotz des sehr amüsanten Schreibstils ein paar Tränchen vergießen musste. Es waren neun Taschentücher, die ich opfern musste und die Diagnose war sehr eindeutig: Ich habe mich in Leif verliebt. So richtig, Knall auf Fall. Aber fangen wir am Anfang an. Der Roman besticht mit einem flüssigen, abwechslungsreichen und ziemlich direkten Schreibstil. Leif bringt Sachen auf den Punkt und schildert alles so, wie es ist, ganz schnörkellos eben – das mag ich, weil das manchmal ziemlich sarkastisch rüberkommt. Die Frauen, die er aufreißt, sind so unterschiedlich wie vielfältig. Zugegeben, die Rein- und Rausspielchen sind manchmal ziemlich deutlich geschildert, aber ich bin ja schon jenseits der Volljährigkeit, also alles kein Problem. Vielleicht habe ich ja auch das ein oder andere über männliche Geschlechtsgenossen lernen können. Ein paar Situationen sind natürlich auch schiefgegangen oder einfach nur mit einem „alternativen Ende“ vom Autor durchdacht worden. Bei den vielen Möglichkeiten, die Leif da durch den Kopf gegangen sind, musste ich manchmal herzhaft lachen – die Vorstellung einer Latte Macchiato war einfach super! Ein bisschen schade ist, dass man am Ende das beklemmende Gefühl bekommt, dass Leif ziemlich desillusioniert zurückbleibt und trotz allem keinen Schritt weiter ist als am Anfang. Es ist zwar schön, dass er eingesehen hat, dass Sex nicht alles ist, aber jetzt, naja, hat er noch nicht mal mehr Sex. Ich hätte gern gewusst, wie er danach, wenn er so richtig wirklich auf der Suche nach der echten Liebe ist, mit seinem leicht großmäuligen Charme bei den Frauen landet!

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  • ganz gut gemacht......

    Midleifcrisis: Als meine Frau mich hinauswarf und ich mit 117 anderen schlief
    steffis-und-heikes-Lesezauber

    steffis-und-heikes-Lesezauber

    02. April 2013 um 08:48

    Inhalt Leif Lasse Andersson, Single, geht auf die 40 zu und hat eine 10 jährige Ehe hinter sich. Seine neue Freundin macht auch Schluß mit ihm, und so beschließt er, sich einmal die Flirtbörsen ihm Internet anzuschauen. Dabei stellt er fest, das es ganz leicht ist, durch Täuschung in die Herzen und Betten der Frauen zu kommen. Er selbst muß mit sich klarkommen, gerade weil er angeblich zwei Persönlichkeiten in sich hat. Den hungrigen Macho und den kleinen Jungen, der sich nach Liebe sehnt. Mit der Zeit wird seine Sexsucht ziemlich stressig und er begreift, das Vögeln allein nicht glücklich macht..... Meinung Für mich ist dieses Buch etwas schwierig zu bewerten. Einerseits hat es mich oft zum Schmunzeln gebracht, aber auf der anderen Seite war ich einfach nur geschockt. Mich störte die teilweise richtig obszöne Schreibweise, was meines Erachtens sogar manchmal rüberkam, als wäre es frauenfeindlich, das diese wirklich nicht gut rüberkamen und einfach nur billig dargestellt wurden. Es zog sich von Anfang an nur so dahin, durch die vielen kurzen Absätze kam mein Lesefluß manchmal richtig ins stocken. Seite um Seite ging es nur um das „Eine“ und wie schlecht es dem Autor dabei ging. Der Protagonist lässt und ganz ehrlich bei seinem Singleleben teilhaben, welches er aufs Äußerste auskostet. Für meinen Geschmack zu lapidar. Richtige Gefühle kamen bei mir überhaupt nicht rüber, zum Glück hatte es nur ca. 260 Seiten. Gut fand ich, das man so ca. ab S. 70 mehr über Leifs Kindheit und früheres Leben erfahren hat. Dieser Abschnitt war gut beschrieben, und man bekam einen kleinen Einblick, warum er so ist, wie er ist. Dies hätte ruhig noch ein wenig mehr sein können. Auch die Liebe und Beziehung zu seinen Kindern wird immer wieder in den Vordergrund gestellt, was mir gut gefallen hat. Es steckt also doch mehr als nur ein „Arschloch“ in ihm. Das Ende war vorausschaubar und trotz, das es nicht so sehr meinen Geschmack getroffen hat, ziehe ich den Hut vor soviel Ehrlichkeit und den Mut ein solches Buch zu schreiben. Das Klischee „Macho“ kommt absolut zur Geltung und kann leider nicht weggeredet werden. Männer halt. Cover Das Cover ist ganz ok und passt absolut zum Inhalt des Buches. Fazit „Midleifcrisis“ ist ein sehr offenherziger Erfahrungsbericht des Autors, der tief in die Seele eines Mannes blicken lässt. Teilweise sehr humorvoll, aber meistens nur obszön geschrieben. Es erhält von mir 3 von 5 Sternen.

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  • Auf der Suche nach Sex – oder doch eher nach DER großen Liebe? - Ob blond, ob braun,...

    Midleifcrisis: Als meine Frau mich hinauswarf und ich mit 117 anderen schlief
    Cappuccino-Mama

    Cappuccino-Mama

    21. March 2013 um 15:41

    Bedenken? Ja, die hatte ich, dieses Buch zu lesen. Doch wer nicht wagt... . Gehofft hatte ich, auf keine männliche Charlotte Roche zu treffen bitte keine FEUCHTGEBIETE und auch keine SCHOSSGEBETE. Doch ob sich meine Hoffnungen erfüllt haben...? Das Cover / Gestaltung: Das matte Buchcover wirkt wie eine Schwarz-Weiß-Fotografie – eine schlanke, blonde junge Frau liegt auf dem Rücken auf einem glänzenden Satin-Bettlaken. Die überkreuzten Beine, die in halterlosen Netzstrümpfen stecken, hat sie gegen eine fleckige, raue Wand gelegt, an den Füßen trägt sie schwarze Pumps mit Riemchen ums Fußgelenk. Ansonsten sieht man von der Dame die offenen langen Haare, den Oberkörper mit dem Busen, verpackt in einem schwarzen BH. Die beiden Hände liegen auf dem Oberschenkel. Auffallend ist hierbei, dass der Nagellack farblich hervorgehoben ist. Die violette Farbe des Lackes findet sich auch im Titel MIDLEIFCRISES wieder – der Wortteil LEIF ist ebenfalls violett hervorgehoben – wodurch das Wortspiel verdeutlicht wird. Sehr gut gefällt mir übrigens das Format des Buches. Es ist etwas höher als die üblichen Taschenbücher und durch die Ausführung mit den Klappen wirkt das Buch besonders hochwertig und stabil. Die Handlung: Wer denkt, bei LeiLa handelt es sich um eine rassige, schwarzhaarige, südländische Schönheit, der hat sich gewaltig geirrt. LeiLa, das ist Leif Lasse Andersson, ein blonder fast vierzigjähriger Mann, der in Hamburg lebt und der Sohn eines Schweden (daher der Name)ist. Mit dem Gardemaß von 1,98 Meter ist er kaum zu übersehen und der Besitzer einer „Wikingernase“ (wie er es nennt), ist seit zehn Jahren mit Elke verheiratet und Vater von zwei süßen Kindern. Doch der einst so durchtrainierte Körper von LeiLa hat bereits an Form verloren. Verloren hat LeiLa aber auch seine Frau Elke, nachdem er sie für seine neue Freundin Laura verlassen hatte. Doch zurückgekehrt zu seiner Ehefrau dreht diese den Spieß um, nimmt sich einen jüngeren Lover, und wirft den treulosen Mann aus dem Haus. - Und das auch noch zur Weihnachtszeit, also denkbar ungünstig, um bei irgendwelchen Bekannten und Verwandten unterzukriechen. Und so sucht Leif, der einst so erfolgreiche und überaus gut verdienende kreative Jungdynamiker in der Werbebranche, in den Tiefen des Internets nach Hilfe, in Form eines Kurzurlaubs für Singles und stößt dabei auf einige Datingplattformen. Dabei trifft er die unterschiedlichsten Frauen – angefangen von der ewig 29jährigen, die ein Ex-Model ist, bis hin zu exotischen Frauen oder Damen mit Hang zu Sado-Maso-Praktiken. Und dann lernt Leif Inez kennen, die ihn die Grundlagen der Singlebörsen und des Internet-Datings beibringt. Und die beiden kommen sich näher. Gibt es eine Chancen für eine gemeinsame Zukunft? Oder finden er und seine große Liebe Laura oder gar seine Noch-Ehefrau Elke erneut zusammen? Meine Meinung: Der Schreibstil ist frech und respektlos – passend zur Thematik, die Sprache ist – naja, sagen wir mal – nicht gerade fein – das Lieblingswort des Autors scheint das Wort „vögeln“ zu sein – mich hat es ja schon gewundert, dass dieses Wort im Titel durch ein anderes ersetzt war, aber vermutlich wollte man die Leser nicht (sofort) erschrecken. Aber auch Fäkalsprache ist reichlich vertreten, da wird kein Blatt vor den Mund genommen und so geredet, wie einem der Schnabel gewachsen ist – wie man so schön sagt. Das alles passt aber auch hervorragend zur Thematik des Buches, und schließlich soll ja die Handlung auch authentisch wirken. Ich habe den Kopf geschüttelt über so manches Verhalten, ich war schadenfroh, aber ich habe auch geschmunzelt und mich über so manche Situation auch köstlich amüsiert! Kennt ihr das Engelchen und das Teufelchen, das in Zeichentrickfilmen in heiklen Situationen auf den Schultern des Protagonisten sitzt? Hier sind die (ständigen) Begleiter von Leif ein machohafter Cowboy und ein kleiner Junge. Ich fand die Idee, recht witzig, steckt doch in jedem Macho noch immer der kleine Junge, der immer noch Mamas Schürzenzipfel benötigt, um sich darin auszuheulen. Ach, und wie ist man doch als Leserin schadenfroh, wenn LeiLa wieder mal, wie er es vermutlich formulieren würde, so richtig schön auf die Fresse fliegt. Denn eines dürfte klar sein: Im Internet wird gelogen, oder sollte man besser sagen „kaschiert“, was das Zeug hält. Da wird aus einer Mittvierzigerin eine wesentlich jüngere Frau, aus dem Ex-Model eine Frau, die dem Autor an ein Brauereipferd denken lässt – ganz klar, dass es dann beim Kennenlernen im „Reallife“ (ein Lieblingswort meines Mannes!) ein böses Erwachen gibt. Wie wird man diese „Mogelpackung“ in Frauengestalt nur wieder los? Vor allem dann, wenn diese von Leif angetan ist? Und dann hat Leif auch das Problem, dass er gerne mal Liebeleien parallel zueinander hat. Da ist es ja schon vorhersehbar, dass dies über kurz oder lang zu erheblichen Problemen führen wird, denn welche Frau teilt schon gerne einen Kerl!? Aber auch sonst bleibt LeiLa nichts erspart – weder nymphomanisch veranlagte Bettpartnerinnen, noch Brustwarzenpiercings, Silikonbrüste oder Sexpraktiken, die LeiLa dann doch eher nicht zusagen. Herzhaft lachen musste ich über seine ersten Erfahrungen in Sachen Sado-Maso – wirklich unterhaltsam und amüsant geschildert – eine meiner absoluten Lieblingsstellen im Buch. Was habe ich geschmunzelt beim Lesen! So auch über das demütigende Angebot eines Bekannten, der LeiLa nach zwanzig Jahren wieder „zulief“ (ja, so wurde das im Buch tatsächlich genannt!). Tipps von einem Öko-Typen, der einst mit Nickelbrille und Zottelhaaren bei der Damenwelt keinen Erfolg hatte, jetzt Jahrzehnte später aber keinerlei Mangel an „Zulauf“ hatte. Wer ist LeiLa? Beruflich hatte er einst Erfolg und damit auch Neider. Nun steht er beruflich gesehen am Abgrund und – wie es im Buch so schön heißt – privat ist er schon einen Schritt weiter. Woran er aber selbst nicht ganz unschuldig war. Er verlässt für eine jüngere Frau seine langjährige Ehefrau, setzt seine Ehe dadurch aufs Spiel und wundert sich dann über die Konsequenzen!? Mitunter fragte man sich beim Lesen, ob LeiLa eigentlich Tomaten auf den Augen hat, wenn ihm die Liebe begegnet, er sie aber nicht erkennt. Also ich jedenfalls fand Inez wirklich liebenswert – eine Frau mit Herz, mit ihr hätte Leif Pferde stehlen können – zumindest in meinen Augen. Und so hoffte ich, dass beide sich finden würden. Die wirklich große Liebe in LeiLas Leben sah ich allerdings dann doch eher in Laura, auch wenn diese Beziehung nicht von Dauer war. Glücklicherweise erfuhr man nicht nur Dinge über LeiLa, die sich auf seine Sexualpartnerinnen bezogen. So lernte man den kleinen Leif kennen, der in seinem älteren Bruder Holger ein Vorbild, ein Idol sah, und unter dessen tragischen Tod vor 33 Jahren er unermesslich litt. Einen guten Start hatte Leif nicht, wuchs er doch bei seiner alkohol- und medikamentenabhängigen Mutter auf, nachdem der Vater die Familie verlassen hatte und nach Schweden zurückkehrte. Vielleicht ein Grund, weshalb LeiLa, in meinen Augen, mehr oder weniger beziehungsunfähig ist – die heile Welt bekam er ja nicht (oder nur kurz) vorgelebt. Die einzige intensive und äußerst liebevolle Beziehung hat LeiLa lediglich zu seinen Kindern Lars und Lisa – in ihnen sehe ich auch den einzigen Grund für sein Festhalten an einer längst gescheiterten Ehe. Meine Einstellung zu LeiLa ist zwiegespalten. Einerseits tut er mir leid, andererseits wieder halte ich ihn für äußerst oberflächlich, überheblich und auch arrogant – obwohl sein eigener Körper nicht mehr perfekt ist, so lästert er doch über die „Makel“ am Körper seiner jeweiligen Sexualpartnerin. Er erwartet eine gute Figur und will Frauen, die die Vierzig noch nicht erreicht haben. Gleichzeitig sucht er aber im Internet nach seinen Bettgefährtinnen, statt sie sich in der „realen Welt“ zu suchen. Da darf man sich nicht wundern, wenn Tatsachen mehr oder weniger beschönigt werden – wobei LeiLa es mit der Wahrheit ja auch nicht so genau nimmt. Leider konnte mich letztendlich auch LeiLas weiche Seite nicht besänftigen – zu sehr überwogen die negativen Eigenschaften. Aber man muss (fiktive) Protagonisten aus Büchern auch nicht unbedingt mögen, um ein Buch unterhaltsam zu finden. Nichtsdestotrotz hoffte ich natürlich stets, dass Leif Lasse zur Vernunft kommt, erkennt, was wirklich im Leben zählt, welche wahren Werte das Leben lebenswert machen. Ob meine Hoffnungen erfüllt wurden? Das verrate ich natürlich hier nicht... Ehefrau Elke und die Geliebte Laura Anders – gegensätzlicher könnten die beiden Frauen kaum sein. Während Elke auf „den Cowboy“ steht, liebt Laura „den Kleinen“. Elke sehe ich als berechnende Person, die stets die eigenen Vorteile im Kopf hat, die Kinder gerne als Druckmittel missbraucht, die Dollarzeichen (bzw. Eurozeichen) in den Augen hat und kühl wirkt. Laura sehe ich als größtenteils eher unbekümmerte Person, die dennoch auf das Wohl der anderen bedacht ist, selbst wenn sie sich selbst dafür aufgibt. Sie ist einerseits Frau, andererseits Mädchen (weshalb sie wohl auch „den Kleinen“ und nicht „den Cowboy“ mag). Meiner Meinung nach hätten Elke und LeiLa nie heiraten dürfen – nach einer recht kurz andauernden anfänglichen Verliebtheit blieb nicht viel von der Liebe übrig, vielmehr bildeten beide Partner eher eine Zweckgemeinschaft, waren Eltern, aber kein „richtiges“ Paar, betrogen sich schamlos gegenseitig, jegliche Harmonie zwischen ihnen blieb auf der Strecke. Der Bruch zwischen beiden ließ sich offensichtlich nicht mehr kitten und ohne die Kinder wäre die Trennung längst vollzogen gewesen. Wobei – eigentlich haben sich die beiden verdient... Der Berliner Autor, der seit zwanzig Jahren als Redakteur bei deutschen Tageszeitungen arbeitet, erzählt in diesem Buch aus dem Nähkästchen. Er lebte fünf Jahre als Single in Hamburg und nutzte in dieser Zeit diverse Dating-Portale – inwiefern die geschilderten Ereignisse der Realität entsprechen, das bleibt natürlich der Phantasie der geneigten Leserschaft überlassen (hoffen wir mal zu seinen Gunsten, dass der Großteil der Handlung Fiktion ist). Übrigens handelt es sich bei Leif Lasse Andersson um ein Pseudonym. Der Schreibstil des Autors ist sehr locker, oft obszön und sehr direkt (– mitunter musste ich schon etwas schwer schlucken)! Eben machohaft! Die Gliederung des Textes fand ich sehr gut – durch die vielen Abschnitte leicht lesbar, ebenso wie durch die relativ kurzen Kapitel mit den prägnanten Überschriften. Wie das Buch beim Leser ankommt? Naja – wie es so schön heißt: Ein Mann, der viele Frauen abschleppt ist ein toller Hecht, eine Frau, die viele Männer hat, ist dagegen eine Schlampe. LeiLa ist in meinen Augen eine männliche Schlampe – was man ja auch so sagen darf, denn es handelt sich ja schließlich um eine fiktive Person. Und schließlich bezeichnet sich LeiLa ja selbst immer wieder selbst als Arschloch... Fazit: Ein Buch, das die Erlebnisse eines Mannes schildert, der sich auf der Suche nach Frauenbekanntschaften befindet. Und gar nicht so schlimm, wie der Titel vermuten lässt! Nicht ganz jugendfrei – daher ein Erwachsenenbuch, aber auch nicht unbedingt schockierend, wobei die Schilderungen mancher Dinge sehr ordinär formuliert sind, wodurch das Buch allerdings auch authentisch wirkt. Sicher nichts für eher zartbesaitete Leser (aber damit muss man ja schon rechnen, angesichts des Buchtitels). Doch mitunter ist der Roman auch durchaus amüsant zu lesen. Und was lernen wir? Sex ist nicht alles. Von mir erhält dieses Buch 5 Sterne.

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  • ein Mann zwischen Cowboy und kleinem Jungen

    Midleifcrisis: Als meine Frau mich hinauswarf und ich mit 117 anderen schlief
    irismaria

    irismaria

    18. March 2013 um 18:26

    In „Midleifcrisis“ von Leif Lasse Andersson beschreibt der Autor (der allerdings das Buch unter einem Pseudonym veröffentlicht hat) wie es der Untertitel treffend zusammenfasst „als meine Frau mich hinauswarf und ich mit 117 anderen schlief“. Es geht um Leifs Leben, um sein geteiltes Ich, das zwischen dem frauenfangenden Cowboy und dem kleinen Jungen pendelt, vor allem aber geht es um seine Beziehungen. Seine Frau und seine Geliebte scheint er wirklich geliebt zu haben, mit den vielen anderen verbinden ihn oft enttäuschte Hoffnungen und vor allem kurzfristige Bettgeschichten, die am Anfang noch unterhaltsam waren, aber nach einer Weile habe ich keine Entwicklung mehr gesehen. Der Autor schreibt flüssig, die Ausdrucksweise passt zum Cowboy bzw. dem Kleinen. Vor allem die Erlebnisse des Protagonisten mit dem Internetdating fand ich spannend, denn es zeigt, wie sich die Partnersuche der Generation 2.0 darstellt.

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