Leif Randt

 3.9 Sterne bei 77 Bewertungen
Autor von Schimmernder Dunst über CobyCounty, Planet Magnon und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Leif Randt

Leif Randt wurde im Jahre 1983 in Frankfurt am Main geboren. Seinen großen Durchbruch feierte er mit seinem Roman "Schimmernder Dunst über CobyCounty", das 2011 beim Berlin Verlag erschienen ist. Für sein literarisches Schaffen wurde Randt mit verschiedenen Auszeichnungen geehrt, darunter der Ernst-Willner-Preis und der Düsseldorfer Literaturpreis. Der Autor lebt heute unter anderem in Berlin.

Alle Bücher von Leif Randt

Schimmernder Dunst über CobyCounty

Schimmernder Dunst über CobyCounty

 (39)
Erschienen am 06.08.2011
Planet Magnon

Planet Magnon

 (22)
Erschienen am 12.01.2017
Leuchtspielhaus

Leuchtspielhaus

 (16)
Erschienen am 31.10.2009

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Eiseisbabys avatar

Rezension zu "Planet Magnon" von Leif Randt

Ein Porträt des Künstlers als junger Lieutenant Spock
Eiseisbabyvor einem Jahr
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Rezension zu "Planet Magnon" von Leif Randt

Schöne neue Welt ohne Aufbegehren
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Schöne neue Welt ohne Aufbegehren

Wie mag das sein, wenn ein hochintelligentes und selbstlernendes Computersystem, entfernt vom möglichen Zugriff durch „die Massen“, irgendwo im Sonnensystem schwebend, die wesentlichen Entscheidungen für die Gesellschaften in diesem Sonnensystem trifft?

Entscheidungen aber, und darauf legt Rand (und die Bewohner das Systems) Wert, nicht „aus sich heraus“ geschehen, sondern in hoch komplexen Algorithmen die „Strömungen“ und „Wünsche“ der Menschen im System erfassen und darauf die Entscheidungen begründet?

In einer Gesellschaft, die letztlich doch am Meisten nur mehr mit sich selbst beschäftigt ist, die sich in Kollektiven organisiert (wobei die Ausrichtungen und Prägungen dieser Kollektive von Rand so geschickt gesetzt werden, dass letztlich individuelle „Persönlichkeitstypen“ hochstilisiert als umfassende Gruppe erscheinen).

Seien es die „Dolfin“, die auf Sachlichkeit, Neutralität und innere Erfahrungen, gerne auch durch Meditation („Celius“) und Drogenexperimente („Magnon“) setzten, sich vor allem aber nur selbst beobachten. Oder die „Fuel“, die sich die Zeit mit Safaris oder Kartenspielen vertrieben, sich mit wertvollen Handtaschen und gut genährten Körpern zeigen, darin aber meinen, die „Welt für die Jungen“ zu bauen. Oder doch das „Ideal-Kollektiv“, das das Individuum eher auflösen wollte und die „gemeinsame Idee“ über alles setzte?

Wie antike Philosophen Schulen, wie vielfach die Menschen in der Gegenwart, mit sich beschäftigt, sich beobachtend, sich und das eigene Kollektiv, natürlich, an die Spitze der Nahrungskette setzend. Was alles wie ein harmloses Spiel wirkt, mitsamt der allgegenwärtigen „E-Zigaretten“. Harmlos, ungefährlich, in sich verwoben, nur mit sich beschäftigt, ohne großes Interesse am „großen Ganzen“, denn dafür gibt es ja „AS“ (ActualSanity), jenes Computersystem, das für alle im Sonnensystem die Rahmenbedingen des Lebens definiert.

Alles schön friedlich, alles mit vielem, aber nichts wirklich Wichtigem beschäftigt, alles an Vielem, aber nicht wirklich an irgendetwas mit ganzer Kraft und ganzer Person interessiert und beteiligt.

Nicht aber, so scheint es, gilt dies für den „Müll-Planeten“ des Systems und dessen Kollektiv „Hank“.

Hier wird selbständig gedacht, einfach nicht gehört, rebelliert. Oder gehört dies auch zum „großen Plan“ der AS, ein Gegengewicht zuzulassen, das als Warnung gelten könnte?

Bravurös, kühl, sachlich, mit wunderbarer Sprache setzt Randt diese, vielleicht schon nahe, Utopie der „technischen Gesellschaft“, die ihren überbordenden und mit wenig zu kontrollierenden Leidenschaften gefüllten Individualismus zugunsten eines „behüteten“ Lebens aufgegeben hat und, an der Seite des Lesers mit zunehmend mulmigen Gefühlen, sich kaum mehr fragt (aber fragen und anfragen lassen muss, eigentlich), wofür überhaupt noch gelebt wird. Wenn alles gleichmütig hingenommen wird, kaum etwas wirklich verbindlich erscheint (selbst die Revolution nicht), wofür lohnt das Leben dann noch, wenn nur noch eine überaus unfruchtbar erscheinende „innerliche Selbstverwirklichung“ mehr schlecht als recht die Zeit füllt.
Bis die alten, und doch hier neuen Ideen, die alte, tiefsitzende Sehnsucht nach Freiheit, nach Irrationalität, auch nach dem Recht auf „Dummheiten“ wieder im Raum steht.

Eine überraschende, oft passend unkonkrete, teils erschreckende, teils anregende Lektüre, die das Lesen überaus lohnt angesichts einer „Spaßgesellschaft“ in der das nächste Handy deutlich wichtiger erscheint als die mögliche Entwicklung der gesamten Gesellschaft.

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simone_richters avatar

Rezension zu "Schimmernder Dunst über CobyCounty" von Leif Randt

CobyCounty unaufgeregt und wohlgeordnet im schimmernden Dunst
simone_richtervor 3 Jahren

Es geht um den 26-Jährigen Ich-Erzähler Wim Endersson. Seine Mutter, Hotelmanagerin, lebt mit einem Architekten zusammen. Sein Vater hat CobyCounty verlassen, als sein Film beim Publikum durchgefallen war. Wim ist Literaturagent und ist mit Carla zusammen. Wims Freund, Wesley, verlässt den Ort, um später zurück zu kommen und sich seiner Liebe zu Frank sicher zu sein. Per Shortmessage verlässt Carla Wim. Er lernt die Keyboardverkäuferin CarlaZwei kennen. Zwischendurch gibt es ein Frühlingsfest, die neue Bürgermeisterwahl und eine Unwetterwarnung.

CobyCounty ist eine Touristenstadt am Meer im nirgendwo. Alles ist cool und wohlhabend und freiberuflich. Alles ist irgendwie unaufgeregt und im Stillstand. Selbst ein verheerender Sturm zum Schluss verläuft im Sande. Es wird mit der Erwartung gespielt, dass es Konflikte gibt, die aber letztendlich ausbleiben – alles ist irgendwie emotionslos und doch scheint es interessant zu bleiben. Nichts erstickt im Kitsch und alles bleibt oberflächlich, was aber auch irgendwie nicht stört – sondern alles bleibt angenehm und wohlgeordnet. Leif Randt verdient es gelesen zu werden!

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