Leif Randt Schimmernder Dunst über CobyCounty

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Inhaltsangabe zu „Schimmernder Dunst über CobyCounty“ von Leif Randt

Bald wird es Frühling. Wim Endersson, Literaturagent und Melancholiker, fiebert der neuen Jahreszeit genauso entgegen wie alle anderen Bewohner von Coby-County. Sie warten auf die schönsten Touristen der Welt. Jedes Jahr strömen begabte Menschen aus allen Nationen in den berühmten Ort am Meer, um sich im milden Sonnenschein selbst zu feiern. Wim und sein bester Freund Wesley haben noch nie woanders gelebt, sie studierten an der School of Arts and Economics und erinnern sich gern an die sinnlichen Knutschszenen, tragischen Trennungen und ausschweifenden Tanzpartys ihrer Vergangenheit. Doch als plötzlich, kurz vor Anbruch des Frühlings, Wesley die Stadt in panischer Furcht verlässt, droht sich CobyCounty für immer zu verändern. Wims Freundin, die intelligente Pianistin Carla, geht auf Distanz, der Agenturchef scheint krank vor Sorge, Wim lässt sich verführen. Er muss nachdenken: Ist seine Heimat nur zu retten, indem er ein neues Leben beginnt? Noch wird Wims Apartment vom Licht durchflutet, doch am Horizont kündigt sich bereits ein großes Unglück an ... Leif Randt gehört zu den unverwechselbaren Stimmen der jungen deutschen Literatur, und sein zweiter Roman wagt wie kein anderer die Auseinandersetzung mit unserer gesellschaftlichen Gegenwart.

B.E.E. lässt grüßen, großartiges Buch

— ichundelaine
ichundelaine

Einer der vielversprechendsten jungen Autoren in Deutschland!

— DianaL
DianaL

Eine fantastische Utopie, die zeitgleich bewusst macht, wie fremd wir den Menschen werden, wenn wir immer tiefer in die Cyberwelt abtauchen.

— allthesespecialwords
allthesespecialwords

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  • CobyCounty unaufgeregt und wohlgeordnet im schimmernden Dunst

    Schimmernder Dunst über CobyCounty
    simone_richter

    simone_richter

    28. January 2016 um 13:21

    Es geht um den 26-Jährigen Ich-Erzähler Wim Endersson. Seine Mutter, Hotelmanagerin, lebt mit einem Architekten zusammen. Sein Vater hat CobyCounty verlassen, als sein Film beim Publikum durchgefallen war. Wim ist Literaturagent und ist mit Carla zusammen. Wims Freund, Wesley, verlässt den Ort, um später zurück zu kommen und sich seiner Liebe zu Frank sicher zu sein. Per Shortmessage verlässt Carla Wim. Er lernt die Keyboardverkäuferin CarlaZwei kennen. Zwischendurch gibt es ein Frühlingsfest, die neue Bürgermeisterwahl und eine Unwetterwarnung. CobyCounty ist eine Touristenstadt am Meer im nirgendwo. Alles ist cool und wohlhabend und freiberuflich. Alles ist irgendwie unaufgeregt und im Stillstand. Selbst ein verheerender Sturm zum Schluss verläuft im Sande. Es wird mit der Erwartung gespielt, dass es Konflikte gibt, die aber letztendlich ausbleiben – alles ist irgendwie emotionslos und doch scheint es interessant zu bleiben. Nichts erstickt im Kitsch und alles bleibt oberflächlich, was aber auch irgendwie nicht stört – sondern alles bleibt angenehm und wohlgeordnet. Leif Randt verdient es gelesen zu werden!

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  • Eine schrecklich perfekte Gesellschaft

    Schimmernder Dunst über CobyCounty
    Xirxe

    Xirxe

    23. September 2015 um 17:47

    Ich glaube, ich habe noch nie ein Buch gelesen, bei dem ich so unentschieden war, ob es mir nun gefallen hat oder nicht. So etwas geht doch überhaupt nicht? Oh doch, bei diesem Buch sehr wohl. Die Geschichte ist ziemlich belanglos: Ein kurzer Ausschnitt aus dem Leben eines fast 27jährigen Literaturagenten, der sich an diverse vergangene Episoden seines Lebens erinnert, alles ohne allzu große Aufregungen oder Spannung. Auch die erscheinenden Personen incl. des Protagonisten sind, nun ja, recht nichtssagend. Selten waren mir die Figuren eines Romanes so gleichgültig wie hier, selbst die für mich eher unsympathische Hauptfigur war nicht so richtig unsympathisch - sie war mir einfach egal. Kaum eine Spur von Empathie, Zu- oder Abneigung, ganz zu schweigen von stärkeren Emotionen meiner Seite ;-) Was mich dennoch bis zum Ende ohne Mühe weiterlesen ließ, war das ständige Gefühl, dass mir die Gesellschaft, in der sich das Beschriebene ereignete, ziemlich bekannt vorkam. Dieses CobyCounty, hat das nicht große Ähnlichkeit mit uns? Eigentlich ist es fast schon eine Utopie, diese fiktive Gesellschaft. Die Menschen dort scheinen durchweg erfolgreich zu sein, und zwar nicht im Schweiße ihres Angesichts, sondern meist durch die Nutzung ihrer kreativen Fähigkeiten. FilmemacherInnen, AutorInnen, ArchitektInnen undundund. Die Ergebnisse der Arbeiten dieser KünstlerInnen werden begeistert von der Außenwelt aufgenommen, die sich auch nur eines wünscht: Leben wie in CobyCounty. Alt und Jung ist kein Gegensatz mehr, sondern eine Ergänzung. Geschlechtergrenzen sind fließend, Partnerschaften sind mit jedem Geschlecht möglich. Alles ist gut - nein, besser! Und trotzdem überkam mich beim Lesen nicht ein einziges Mal das Gefühl, dass es dort tatsächlich besser ist. Denn dieses ganze Leben ist nur auf Eines ausgerichtet: Wie lebe ICH ein perfektes Leben? Alles was getan wird, geschieht nur im Hinblick auf dieses Ziel, nichts wird um des Tuns willen getan. Anschließend sonnt man sich im Bewusstsein ein guter Mensch zu sein, da man ja die richtigen Dinge getan hat. Doch das wird so beiläufig dargestellt, dass man es während des Lesens nicht richtig zu fassen bekommt. Unterschwellig wurde mein ablehndendes Gefühl immer stärker, zumindest manchmal deutlicher begründet durch einen Satz wie '...ich hatte von ihr (seiner Mutter) erfahren wollen, ob meine Geburt ihr Leben und das Leben meines Dads eigentlich sehr zum Negativen beeinflusst hat...'. Als ob das Negative eine Selbstverständlichkeit wäre bei der Geburt eines Kindes. Kommt einem da Vieles nicht bekannt vor? Diese stete Selbstbeobachtung ('War ich freundlich, höflich, tolerant.... genug?') oder der ständige Selbstoptimierungswahn, besser schlafen, essen, trinken, gehen.... Das Ich muss es zur Perfektion bringen, sonst ist das Leben nicht gelungen. Schlussendlich: Zwar hinterlässt dieses Buch kein gutes Gefühl, sondern eher das Gegenteil. Aber so etwas ist ja nicht immer schlecht (wie in diesem Fall), denn hier regt es zum Nachdenken an. Und wie es dem Autor derart subtil gelingt, diese nur schwer zu beschreibende Abneigung gegen diese Gutmenschengesellschaft hervorzurufen: Große Klasse!

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  • Welcome to the Hotel CobyCounty

    Schimmernder Dunst über CobyCounty
    Eiseisbaby

    Eiseisbaby

    26. October 2013 um 15:42

    So. Da ist es also, das Buch auf das ich sehr, sehr lange gewartet habe. DAS BUCH in der jungen Gegenwartsliteratur, das mir sehr GROßE Hoffnung und richtig gute Laune macht. Dabei habe ich mich lange gar nicht getraut SCHIMMERNDER DUNST ÜBER COBYCOUNTY von Leif Randt zu lesen. Das liegt absurderweise daran, dass ich bereits ein großer Fan von seinem Erstling (LEUCHTSPIELHAUS) war und ihm deswegen eine (wie sein Held Wim Endersson wohl sagen würde) irgendwie doch unangemessene und relativ peinliche Jubelrezension auf Amazon verpasst habe. Ist mir aber Wurst. Denn ich komme nicht aus CobyCounty und würde mich dort auf einer der alljährlich stattfindenden Untergrundpartys mit scharfen Mixgetränken eh so derbe abschießen, dass ich am nächsten Morgen nicht mal mehr als Vorlage für die perfekte Sandfigur taugen würde: zu alt, zu zerzaust und unter Umständen genauso schrecklich jovial und dynamisch wie Tom O’Brian oder Wims (per Skype immer wieder verzweifelt nach vorne schauender) Vater. Ich zitiere mich also lieber einfach mal selbst: „In jeder Szene, in jedem Satz spürt man den unbedingten Willen zu Form und Haltung. Das setzt Anstrengung voraus, Disziplin und den Glauben an die Existenz einer Ästhetik des Gegenwärtigen. Im Leben wie in der Literatur“. Daran hat sich NICHTS, aber auch GAR NICHTS geändert. Im Gegenteil: Leif Randts Prosa hat sich zum BESTEN weiterentwickelt. Seine Sprache ist noch einfacher und klarer geworden. Seine Klugheit noch leiser und differenzierter.  SDÜCC steht für mich absolut auf Augenhöhe mit 1979 von KRACHT oder Die Schönen und die Verdammten von FITZGERALD. Dieses Buch ist eine handwarm eingelassene, genau ausbalancierte Utopie, mit Tendenz zur ofenfrisch gebackenen Dystopie. Wären die Eagles eine Berlin-Mitte-Hipster-Elektroband – sie hätten schon längst den passenden Soundtrack zum Buch eingespielt: Mirrors on the ceiling/The pink champagne on ice/And she said We are all just prisoners here, of our own device/And in the master's chamber/They gathered for the feast/They stab it with their steely knives/But they just can't kill the beast. Bitte, bitte, CobyCounty Air: Ein Ticket ohne Rückflug. Frühjahr 2014.UNBEDINGT.

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  • Kolumne: Belletristik ist tot, es lebe die Belletristik

    muchobooklove

    muchobooklove

    Roman-Kolumne August 2013 von Mareike: Genreliteratur, das sind die Hamburger unter den Büchern Liebe Leser, Was ist eigentlich Belletristik Le belle et le triste – das Schöne und das Traurige – hierin liegt der französische Ursprung des Wortes Belletristik, das heute nicht viel mehr als ein Mysterium zu sein scheint. Dabei umfasst es so viele Aspekte, ohne die Literatur gar nicht zu denken wäre. Werte, Emotionen und die Ästhetik der Sprache sind für mich die wichtigsten Parameter dessen. Natürlich kann man auch etwas unprätentiöser an die Sache herangehen und einfach von „Romanen“ im Allgemeinen sprechen, wie auch der Titel der Kategorie hier auf Lovelybooks lautet. Doch dann geraten wir gleich ein bisschen in die Bredouille, denn Krimis sind ja auch Romane sowie Fantasy-Bücher und Chick-Lit ebenfalls. Von Kriminalromanen, Thrillern, Fantasy, Young Adult Fiction, Chick-Lit und Romantasy Naja, das sind ja eigentlich alles eher Genres, werdet ihr jetzt im Stillen und ganz zu Recht denken. Aber was sind denn überhaupt Genres? Der Versuch, Bücher in Kategorien zu pressen einerseits, eine Strategie des Buchmarktes andererseits, so scheint es mir. Denn was ist das Schreiben für ein bestimmtes Genre eigentlich anderes als der Versuch, seine Zielgruppe besonders im Blick zu haben. Mit bösen Zungen gesprochen ist das die Garantie dafür, beim Veröffentlichungsprozess bereits einschätzen zu können, wer das Buch am Ende kaufen wird. Darum wird auch immer schnell ein neues Genre entworfen, wenn gerade eine innovative Art des Schreibens mit Erfolg belohnt wurde. Eine kleine Geschichte: Ich sitze mit zwei Freunden von mir, nennen wir sie Justus und Gabi, an einem sonnigen Tag wie diesem in einer Eisdiele. Justus ist gerade dabei, sich eine Karriere im Verlagswesen aufzubauen, Gabi hat Journalismus studiert und steht kurz vor dem Mutterschutz. Justus erzählt uns von einem neuen Projekt, von dem er gehört hat und das sich im Bereich „Romantasy“ bewegt. Darauf Gabi: „Romantasy, nie gehört“ Justus: „Das ist ein neues Genre, das sich irgendwo zwischen Romantic Fiction und Fantasy bewegt, so Vampire und so“ wir nicken einstimmig, denn nun ist uns allen klar, dass hier die Nachfolgen von Stephenie Meyers „Twilight“-Saga spürbar werden. Wieder einmal wird ein Markt bedient. Man möchte so schnell wie möglich dabei sein, bevor er übersättigt ist und ein neues Genre gefunden werden muss. Ich seh' den Wald vor lauter Bäumen nicht Damit wird nicht nur die gesamte Belletristik oder alle Romane in logische Kategorien unterteilt, sondern diese werden wieder unterteilt, bis die gesamte Kriminalliteratur in Detektivromane à la Sherlock Holmes, Polizeiromane wie Mankels Wallander, Thriller der Dan Browns dieser Erde und Splatter im Stile von Karin Slaughter zerfällt, und die Fantasy-Literatur in High Fantasy à la Tolkien, Romantasy wie "Twilight", Dark Fantasy der Stephen Kings und Konsorten, Dark Romance im Stile von Edgar Allen Poe und historisch anmutende Fantasy, z.B. von George R.R. Martin. Und bei all diesen spezifischen Genres frag' ich mich wieder, wo denn nun die Belletristik abgeblieben ist? Denn wenn ich ehrlich bin, dann möchte ich gar nicht immer Genreliteratur lesen. Manchmal erscheint sie mir zu sehr auf ihr Publikum zugeschrieben. Manchmal sehe ich die Zutatenliste, die Autoren und Verlagen im Kopf herumgeschwirrt haben mag, zu deutlich vor mir. Aha, denke ich, hier ist ein bisschen Detektivroman mit den Zutaten verschrobener Ermittler aus zerrütteten Familienverhältnissen, hochintelligenter Täter, der eigentlich nur mit dem Ermittler spielen will, Frau oder wahlweise Kinder oder beides des Detektivs, die plötzlich in den Fall hineingezogen werden, gemischt worden, das Ganze wurde mit einem Hauch arktischer Kälte und einem leichten Hang zur Alkoholabhängigkeit garniert und schon war der skandinavische Kriminalroman in Anlehnung an Henning Mankell, Jo Nesbø oder Arnaldur Indridason fertig. Ich weiß ja, dass die meisten Schriftsteller mit viel Herzblut an ihr Werk herangehen, aber ich frage mich dennoch, woher dieser Hang zum an Fast-Food erinnerndem Literatur-Rezept kommen mag. Möchte denn niemand heute mehr eigene Gourmet-Kreationen entwerfen? Ist die Angst vor dem Scheitern so groß? Mehr Belletristik braucht das Land Ich sag es ganz offen – Ich mag Fastfood. Ein schöner Burger ab und zu ist ein herrliches Vergnügen, ebenso wie ein Krimi mit den oben von mir erwähnten Zutaten wunderbar sein kann. Aber irgendwie wünsche ich mir trotzdem öfter, mit Gourmet-Kreationen verwöhnt zu werden. Ich möchte Schriftsteller haben, die schreiben, weil sie damit das Schöne und das Traurige ausdrücken wollen, weil sie das Gute und das Böse im Menschen zeigen wollen und zwar ohne sich vorher zu überlegen, ob es dafür ein Publikum geben mag. Autoren, die der Wahrheit auf den Grund gehen mögen und mich damit überraschen, wie zum Beispiel Column McCann dies vor einigen Jahren mit „Der Tänzer“ getan hat oder Romane, die einen mit ernsten Themen zum Lachen bringen können wie Matt Ruff mit „Ich und die anderen“, Bücher, die unvergessen bleiben, weil sie anders sind, so wie auch Aravind Adigas „weißer Tiger“ oder Hermann Kochs „angerichtet“, um mal zwei jüngere Beispiele der Literatur zu nennen. Und wenn ihr es euch doch lieber überlegen und kein Risiko eingehen wollt, so rufe ich euch hiermit zu, liebe Autoren, liebe Verleger: Es gibt uns noch, uns Leser, die gerne einmal bis zum Äußersten getrieben werden möchten, die lachen und weinen wollen, die beim Lesen nicht mit Genrestrategien überrascht werden wollen, sondern mit richtig guten Geschichten, mit richtigen 5 Sterne Menüs, wie sie eben nur die immer weniger zu findende Belletristik für uns bereithält! Ja, das rufe ich laut und hinter vorgehaltener Hand wende ich mich fast gleichzeitig zu euch Lesern da draußen und frage euch leiser: Es gibt uns doch noch, die Belletristik-Leser, oder?

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  • Review: Schimmernder Dunst über CobyCounty

    Schimmernder Dunst über CobyCounty
    Medienjournal

    Medienjournal

    25. April 2013 um 20:21

    Mit Schimmernder Dunst über CobyCounty baut Leif Randt seine Vormachtstellung als einer der vielversprechendsten deutschen Autoren gekonnt aus und präsentiert in einer unvergleichlich unaufgeregten Art die unterschwelligen Schrecken der Idealvorstellung einer perfekten Welt. Die Figuren drohen nicht etwa aus ihrem vermeintlichen Paradies vertrieben zu werden, sie haben es nie gefunden. Ihre Unwissenheit ist die eigentliche Tragödie dieser literarischen Gegenwartsbetrachtung.Mehr gibt es unter: Review: Schimmernder Dunst über CobyCounty

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  • Rezension zu "Schimmernder Dunst über CobyCounty" von Leif Randt

    Schimmernder Dunst über CobyCounty
    GOOMPI

    GOOMPI

    19. July 2012 um 12:59

    Eine fiktive Stadt irgendwo im nirgendwo, in der alles formvollendet und schön ist und die Bewohner Spaß haben am treiben in CobyCounty teilzunehmen. Wim ist einer dieser Bewohner, und dennoch recht melancholisch gestimmt, der mit seinem besten Freund Wesley das pulsierende Leben in der Schönwetterstadt genießt und auf den Frühling wartet. Doch Wim weiß nicht so recht ob er diese Art zu leben auch wirklich will, ob ihn dieser möglicherweise hedonistische Lebensstil behagt. Fortan versucht Wim herauszufinden, welche Möglichkeiten die Existenz in einer solchen Welt noch für ihn offenbart. Man findet sehr schnell in das Buch hinnein. Manchmal tauchen aber Sätze auf bei denen man nicht genau weiß, ob man sie richtig verstanden hat. Das vorwiegend wohl auch daran liegt, dass der Autor gerne mal ein paar Oxymorone einbaut und man erstmal etwas stutzt. Doch genau solche Mittel tragen zum fulminanten Schreibstil bei. Leif Randt schafft es eine ganz eigene Stimmung aufzubauen, der den Leser in die Gefühlswelt von CobyCounty einlullt, und auf die Story kommt es dabei gar nicht an. Zum Beispiel hat so gut wie jeder Satz am Ende eines jeden Kapitels, einen gewissen Charakter, eine gewisse Kraft in der Schriftsprache, die ich gar nicht zu beschreiben vermag. Allerdings musste ich bei dem Buch oft an Musik denken. Viele Stücke bei denen die Stille nach dem letzten Ton einsätzt, hat man dieses Gefühl der Vollkommenheit, dass die Musik erst so richtig interessant macht. Solch ein Gefühl stellt sich auch im Text ein. Manchmal musste ich auch an Synkopen denken, doch das wäre jetzt zu weit hergeholt. Ausserdem sind viele Sätze kurz gehalten, das für mich auf irgend eine Weise an der Form eines Tagebuchs erinnert. Die Stadt CobyCounty ist Fiktion und man erfährt auch nicht in welcher Region sie liegen könnte und in welcher Beziehung der Ort zu anderen Gebieten steht. Aber den Bewohnern geht es gut und alle sind bester Laune. Dabei erinnert mich CobyCounty etwas an Ogygia, dort wurde Odysseus von bestimmten Pflanzen betört und hat die Umgebung als unglaublich bezaubernd wahrgenommen (wenn ich das richtig in Erinnerung habe). Nicht nur der Inhalt ist eine Wonne, auch das Design und die gestalterische und drucktechnische Umsetzung ist makellos und überzeugend. Gänzlich in weiß und silber gehalten, wobei das Silber in die Vertiefung der Prägung gedruckt wurde. Allein wegen dieses haptischen Genusses ist der Kauf des Buches, gerade für Sammler, wünschenswert. Eine weitere Finesse bietet das Papier an sich, denn das hat eine attraktive Eigenschaft, die irgendwie das Gefühl von Feuchtigkeit in den Fingern weckt. Auch wenn die kraftvolle Konstruktion der Sprache, zum Ende des Adolenszenzromans, etwas nachlässt, bleibt die Lektüre angenehm glänzend. Leif Randt versteht es zu schreiben, auch wenn manch einer behaupten könnte, dass der Lesestoff etwas oberflächlich ist. Wenn ich dem Buch ein Musiktitel zuordnen sollte, würde ich spontan “The Gaudy Side Of Town” von den Gayngs wählen, denn das schwirrte mir ständig im Kopf herum. Für mich bleibt das Buch ein MUST HAVE bzw. MUST READ! Daumen hoch. (Hier noch ein tolles kleines Interview mit Leif Randt: http://de-bug.de/mag/8744.html)

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  • Rezension zu "Schimmernder Dunst über CobyCounty" von Leif Randt

    Schimmernder Dunst über CobyCounty
    Linda-Odd

    Linda-Odd

    17. February 2012 um 14:24

    Ich kannte ihn durch den Ingebor-Bachmann-Preis und hab danach sehnsüchtig darauf gewartet, dass er einen Verlag findet.
    Ich fand den ganzen Aufbau intelligent. Das Cover, die Ausrichtung des Textes, nur gesprochene Sätze werden kursiv gesetzt.
    Alles in allem ein Roman der sehr gut zu unserer heutigen Zeit passt und sie sehr gut beschreibt. Der Typ schreibt einfach wie es ist.
    Lesenwert.
    Punkt.