Leila Emami

 5 Sterne bei 1 Bewertungen
Autor von Nur über unsere Leichen, Scheunentexte und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Leila Emami

Nur über unsere Leichen

Nur über unsere Leichen

 (2)
Erschienen am 12.04.2017
Scheunentexte

Scheunentexte

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Erschienen am 17.11.2015
Gottes böse Kinder

Gottes böse Kinder

 (0)
Erschienen am 30.07.2012

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RitaLeseviels avatar

Rezension zu "Nur über unsere Leichen" von Leila Emami

Wenn Graue Panther eine Spur verfolgen ...
RitaLesevielvor einem Jahr

Die Idylle des Weinland Mittelrhein ist gestört. Klara Schönlein ist tot. Dass Klara bereits achtzig Lenze überschritten hat, hält ihre besten Freundinnen Elisabeth und Rosemarie nicht davon ab Zweifel an der Unfalltheorie der Polizei zu hegen. Die Staatsmacht stellt leider wenige bis gar keine Nachforschungen an, so dass die Freundinnen sich selbst an die Ermittlungen machen. Unterstützung erhalten sie, mehr oder weniger freiwillig, aus dem Familien- und Freundeskreis. Somit bildet sich schnell eine neue Organisation: Die W. A. R..

Rosemarie zieht mich von der Tür weg. „Lass mal“, sagt sie. „Wir gehen einfach hintenrum, durch den Garten. Klara hat bestimmt wieder nicht ihr Hörgerät angestellt. “Klara liegt genau unter ihrem Balkon. Ihre Beine stehen im weiten Winkel vom Körper ab, ihr Kopf ist völlig verdreht und sie starrt uns aus leeren Augen an. Für Klara muss sich kein Krankenwagen mehr beeilen. Es könnte ein Unfall gewesen sein. Könnte, läge dort nicht auch Klaras Lieblingskissen mit dem Hirsch. „Da hat jemand nachgeholfen.“

Graue Panther auf der Spur! Elisabeth van Ameln, verwitwete Winzerin, welche am liebsten die alte Kleidung ihres verstorbenen Gatten aufträgt und Rosemarie, ein mehrfach verheiratetes Alt-Blumenkind, wollten es sich eigentlich in ihrem neuen Zuhause, der Seniorenresidenz „Himmelsleiter“ in Klosterley, gemütlich machen. Doch durch den jähen Tod ihrer Freundin Klara tritt das zunächst in den Hintergrund. Für die beiden rüstigen und sehr agilen Damen ist klar – es war Mord. Aber wer hat ein Motiv? Klaras Enkel Peter, der sein Geld in eine Bügeleisensammlung investiert und bisher sein Leben mittels monetärer Zuwendungen seiner Großmutter bestreitet? Die Ladys erkennen schnell, dass sie alleine die Ermittlungen nicht führen können. Glücklicherweise kommen ihnen Elisabeths Neffe Leo unverhofft oder eher ungewollt zur Hilfe. Eigentlich wollte Leo auf dem Weingut seiner Tante seinen „Burnout“ auskurieren. Zugunsten der eindringlichen Fürsprache von Elisabeth und auch dem Erscheinen von Fatima, einer kopftuchtragenden Privatdetektivin, stellt er kurzfristig sein „Leiden“ hinten an. Somit entsteht die W. A. R. – die Wacht Am Rhein!

Sie wissen sich zu helfen, die Damen aus dem Weinland. Dank der Hilfe des Autorenteams Leila Emami, Fenna Williams und Zazie Chabrol. Sie schaffen es in dem 368 Seiten Krimi für kurzweilige Unterhaltung und Spannung zu sorgen. Der Krimi, der in der Gegenwartsform verfasst ist, und dessen Kapitel jeweils aus der Sicht von Elisabeth, Leo oder Monika berichtet, lässt nicht nur die Protagonisten oftmals die falsche Schlüsse ziehen, sondern auch den Leser. Somit entsteht ein stetiger Spannungsbogen, bei dem das Thema Humor nicht zu kurz kommt. Das Autorenteam versetzt nahezu jede Figur diverse Male in völlig absurde Situationen, welche dem Leser mehr als nur ein Schmunzeln entlockt. Im allerbester Screwball-Stil schliddern allen voran natürlich die bodenständigen Elisabeth und deren Hippie-Freundin Rosie, aber auch Leo durch diese Krimikomödie und werfen sich hierbei verbal die Bälle zu.

„Ich lotse dich zur Praxis“, biete ich Rosie an und fische meine Wanderkarte … aus dem Handschuhfach. „Nicht nötig“, winkt Rosie ab. „Ich war schon mal dort, um mir an der Rezeption eine Preisliste geben zu lassen.“ „Du?“ Ich höre wohl nicht richtig. „Ich verstehe ja, dass du versuchst deinen Körper durch den Inhalt deiner Töpfe und Tiegel und Fläschchen vor dem Altwerden zu bewahren – aber der Wunsch nach einer Optimierung durch einen Schönheitschirurgen wie Graf von Flaschenburg hätte ich dir nun doch nicht zugetraut.“ … „Nein, die Preisliste war nicht für mich“, wiederholt Rosie mit offensichtlichem Vergnügen … „Die war für dich. Ich hatte erwogen, dir zum siebzigsten Geburtstag ein Komplett-Lifting zu schenken, aber als ich ausgerechnet habe, wie viele Sitzungen du für ein sehenswertes Ergebnis brauchen würdest, habe ich mich doch für den Callboy aus Frankfurt entschieden.“

Fazit: Nur über unsere Leichen ist eine kurzweilige und lesenswerte, mit Humor vollgepackte Krimikomödie, die einen hoffen lässt, im Alter nicht in hornhautgelben Klamotten auf der Terrasse eines Kuchen-Cafés zu sitzen und auf dem Tod zu warten. Die Figuren machen Laune auf mehr von der W. A. R..

Leseempfehlung? Wenn man mehr zu den genannten Figuren und zu Klaus-dem-Gewissen, Schorsch, Miguel und Monika erfahren möchte – unbedingt.


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Tanzmauss avatar

Rezension zu "Nur über unsere Leichen" von Leila Emami

Wenn ein Kissen einen Mord anzeigt.
Tanzmausvor einem Jahr

Monika hat eine Mission. Eine Aufgabe. Eine Passion. Sie möchte ihren Chef Harald für sich gewinnen, sein Herz erobern und die Frau an seiner Seite werden. Nicht als Sekretärin. Das hat sie nun schon lange genug gemacht. Nein, sie möchte seine Herzensdame werden. Der Weg dorthin ist steinig, denn Harald hat bereits eine Frau. Aber gewiss wird er sich scheiden lassen und sie heiraten, wenn er ihr etwas schuldig ist – oder nicht?

In diese Gedanken vertieft, begibt sich Monika zu Klara. Ihr Ziel – Mord. Ihre Tatwaffe .. so genau weiß sie das noch nicht. Doch Klara ist nicht etwa Haralds aktuelle Frau, sie ist auch gar nicht ihr Ziel, denn Monika hat sich in der Tür geirrt. Egal was kommt, Klara ist am Ende tot und Monika ist weiterhin auf der Jagd nach Haralds Herz.

Und während die Polizei den Fall als Unfall einer alten Dame abtun möchte, merken Klaras Freundinnen, dass etwas nicht stimmen kann. Klara wurde ganz eindeutig ermordet. Aber von wem? Und warum? Geht es um das Erbe? Stand sie jemandem im Weg? Elisabeth und Rosemarie begeben sich auf Spurensuche und auf eine abenteuerliche Reise rund um den schönen Vater Rhein.

 

Dieser Krimi ist etwas anders, als die, die ich vorwiegend in der letzten Zeit gelesen habe. Hier erfährt man gleich zu Beginn, wer der Mörder ist. Nun liegt der Fokus eindeutig auf der Ermittlung des Tathergangs. Hierbei kommen verschiedene Protagonisten zum Einsatz. Zum einen die beiden Freundinnen von Klara, Elisabeths Neffe und die türkische Detektivin Fatima. Gemeinsam begeben sie sich auf Spurensuche, tun Abgründe auf und die Liste der möglichen Täter wächst von Tag zu Tag.

 

Aber damit nicht genug. Die beiden Freundinnen Elisabeth und Rosemarie haben auch eigene Sorgen. Elisabeth möchte sich als erfolgreiche Winzerin aus dem Familienunternehmen zurückziehen, doch das ist gar nicht so einfach. Ihr Plan, sich in der neueröffneten Seniorenresidenz zusammen mit Rosemarie eine letzte Bleibe – wenn auch in getrennten Appartements – zu suchen, stößt auf einige Hürden und Hindernisse.

 

Die Protagonisten sind fein herausgearbeitet, was man sehr gut an den verschiedenen Eigenschaften der Figuren erkennen kann. Der Text ist flüssig geschrieben, obwohl hier gleich drei Autorinnen am Werk waren. In die Spannung fließen Elemente von Lokalkolorit ein. Die Ermittler tappen in viele Fettnäpfchen, Situationskomik wird großgeschrieben und lässt die Protagonisten authentisch und sympathisch wirken.

 

Mir hat der Krimi sehr gut gefallen. Man weiß zwar sofort, wer der Täter bzw. die Täterin ist. Aber der Weg zur Aufdeckung des Verbrechens ruft die Spannung hervor. Durch den ständigen Perspektivenwechsel ist der Leser gefragt. Man muss immer umdenken, sich neu einfinden, um so der Geschichte folgen zu können.

 

Fazit:

Ein toller Cosy-Krimi, der rund um den schönen Vater Rhein angesiedelt ist, zum Mitdenken anregt, aber auch zum Entspannen, Lachen und Träumen genug Raum lässt.

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