Leila Guerriero Strange Fruit

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Inhaltsangabe zu „Strange Fruit“ von Leila Guerriero

Leila Guerriero ist die vielleicht angesehenste Journalistin Lateinamerikas. Ihre bestechenden Reportagen nehmen uns mit ans südliche Ende des Kontinents, und doch sind sie exemplarisch und von einer verblüffenden Allgemeingültigkeit in der heutigen globalisierten Welt. Sie erzählt von einer Gruppe junger Studenten, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, die Toten in den Massengräbern der Diktatur zu identifi zieren – und mit ihren Methoden mittlerweile im Kongo wie im Kosovo gefragt ist. Von der absurden Welt der Direktvertriebs-Unternehmen, für deren zumeist weibliche Vertreterinnen ihr Label so etwas wie eine Ersatzfamilie ist und die den Verkauf mit missionarischem Eifer betreiben. Leila Guerriero erzählt wahre Geschichten mit dem Rhythmus und der Sinnlichkeit eines guten Romans. Ähnlich wie Joan Didion ist sie eher Schriftstellerin als Journalistin.

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  • Literarische Reportagen

    Strange Fruit

    michael_lehmann-pape

    06. June 2014 um 09:37

    Literarische Reportagen So eng die Welt auch zusammengerückt sein mag, immer noch sind „ferne Länder“ in ihrer Mentalität und dem, was sie an Wichtigkeiten bewegt eine „innere Reise“ wert. Vor allem, wenn der Kern dessen, um das es jeweils geht, in solch glänzender Form dargeboten wird, wie von Leila Guerriero. „Innere Reisen“ verfasst die Journalistin Leila Guerriero aus Argentinien. Und dies in ganz besonderer Weise. Tatsachen, Fakten, Themen mit einem Maximum an fundierter Recherche und Realität, die „verpackt“ werden in eine glänzende, literarische Form. Die Art und Weise der Mitteilung, der sprachliche Ausdruck, die literarische Ebene sind dabei der Journalistin gleichwertig bedeutsam wie die mitzuteilenden Fakten und Inhalte. „Die wichtigste Erkenntnis darüber, wie man Geschichten erzählt, verdanke ich einem Film: Lawrence von Arabien“. „Es ist jeder Geschichte beschieden, berühmt zu werden oder dem Vergessen anheimzufallen. Und der Schlüssel zum einen oder anderen liegt nicht in dem, was die Geschichte erzählt……. Wichtig ist nicht das „Was“, sondern das „Wie“ (einer Geschichte)“. So verwischt Guerriero bewusst jede (falls überhaupt vorhandene) Grenze zwischen Journalismus und Literatur und schafft ein intensives, wunderbares literarisches Leseerlebnis (sprachlich einfach glänzend), mitsamt dem Wissen um die Realität dessen, was hier wie eine literarische Erzählung jeweils daherkommt. Ein umfassendes Geschehen der biographischen Details, Zeitgeschichte, der politischen und kulturellen Hintergründe in einer intensiven Geschichte zu erzählen, wie im genannten Film, so geht Guerriero vor. Wobei, auch das muss betont werden, die Geschichten an sich oft bereits, die Realität hinter der Reportage, durchaus besondere Personen und Ereignisse bereits zu Grunde legen. So wie in ihrer Betrachtung über die Arbeit forensischer Anthropologen, die im Beginn sich liest wie ein literarisch-klassischer Auftakt zu einem Thriller über einen brutalen Serienmörder, dann aber, fast noch schwerer zu ertragen, die Realität des argentinischen Militärregimes anhand der „Stimme der Knochen“ vor Augen führt. Dem im Thema hart die „schöne neue Welt“ kontrastierend im Buch mit zur Seite gestellt wird, wenn Guerriero etwas beschreibt, dass „wie ein Gottesdienst eines evangelistischen Predigers“ wirkt, aber in Wahrheit ein Meeting von Schönheitsberaterinnen der Kosmetikfirma „Mary Kay“ darstellt. Wie hier die Grenzen zwischen religiösem Pathos und reinem Geschäft vermischen, wie man sich fragt, wer da von wem gelernt hat, wie dann ein Bogen zur „Erziehung der Nation“ geschlagen wird und so die „Welt des Direktvertriebes“ und die Haltung mancher „Beraterinnen“ auch positiv sehr differenziert und dicht zu lesen vor Augen geführt wird, das ist wunderbar zu lesen und mit deutlichem Erkenntnisgewinn dann zu verarbeiten. Um dann nach Simbabwe überzuwechseln und anhand konkreter Identifikationsfiguren mit teils hartem Schicksal die Geschichte, die Gegenwart und das „Sein“ in Simbabwe, auch und vor allem angesichts von Aids, plastisch, prägnant und mitreißend zu schildern. „In allen Häusern, in allen Geschichten gibt es nur Frauen. Alle Männer, die es einmal gab, sind gestorben“. Zumindest an diesem konkreten Ort, auf den sich das Zitat bezieht. Zehn Reportagen zu unterschiedlichsten Themen, in denen die Atmosphäre des Geschehens, die Mentalität an den Orten und die Geschichte von Menschen in all dem sprachlich hervorragend erzählt werden. Eine sehr empfehlenswerte Lektüre journalistischer Literatur oder des literarischen Journalismus.

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