Lemmy Kilmister

 4.2 Sterne bei 60 Bewertungen
Autor von Lemmy - White Line Fever, White Line Fever und weiteren Büchern.

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Lemmy - White Line Fever

Lemmy - White Line Fever

 (54)
Erschienen am 06.11.2006
Lemmy - White Line Fever

Lemmy - White Line Fever

 (1)
Erschienen am 11.06.2018
White Line Fever

White Line Fever

 (4)
Erschienen am 02.06.2003

Neue Rezensionen zu Lemmy Kilmister

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Rezension zu "Lemmy - White Line Fever" von Lemmy Kilmister

Es kann nur einen geben
Thomas_Lawallvor 10 Tagen

Also gut Herrschaften. Wie gewöhnlich, habe ich mir während der Lektüre einige Notizen gemacht. Einige? Nü ja, eigentlich sind es sehr viele geworden. Ziemlich viele sogar. Mehr, als diese Rezension verkraften würde. Eingeteilt in Rubriken wie "Zitate", "Psychologie", "Lebensberatung", "Humor", "Sex" oder "Kurioses"...

Diese Zettelwirtschaft habe ich jetzt vor mir liegen und suche verzweifelt nach einem Anfang. Das Ende übrigens auch, da, ebenfalls wie gewöhnlich, Notizen und Entwürfe für das Fazit existieren. Hat aber wenig Zweck, denn eigentlich müsste man das komplette Buch zitieren (obwohl es an nicht wenigen Stellen alles andere als zitierfähig ist!). Besser noch: in ohrenbetäubendem Lärm vorlesen!

Warum? Na damit diese verdammte Autobiographie niemand verpasst oder überhört oder wie auch immer! Man muss nicht mal ein Motörhead-Fan sein, um seinen Spaß mit diesem Machwerk zu haben. Das ist alles original, kommt von Herzen, ist ungekünstelt und bodenständig ... na gut ... auf eine sehr spezielle Art selbstverständlich. 

Zum Inhalt: Klar, dass Hotelzimmer mitunter recht gut beheizt sind. Besonders wenn die Matratze brennt. Songtexte müssen nicht unbedingt Sinn machen und ein Leben "fern von Gemüse" geht auch. Ein wenig seltsam wird es lediglich, wenn man ein Buch liest, "auf Seite 42" umblättert, jedoch plötzlich bemerkt, dass da gar kein Buch ist. 

Okay, im Ernst jetzt, selbst Menschen, die dringend eine Partnerberatung brauchen, werden in dieser ganzheitlich orientierten Lektüre auf ihre Kosten kommen. Ach was, sie werden in einer Sekunde geheilt. Wozu elend lange Sitzungen in der Familientherapie oder beim Psychiater? Die Lösung ist einfach: Erst gar nichts gemeinsam anfangen, denn "eine Beziehung zu haben ist tödlich für die Beziehung".

Nun gut, das hat alles keinen Sinn mehr, eine ordentliche Rezension wird das hier eh nicht mehr, deshalb mal ganz was anderes. Ein Aufruf: Schmeißt eure Fernseher weg. Ihr habt Kinokarten? In den Müll damit. Den Besuch der Oper ebenfalls absagen. Den Urlaub stornieren. Bücher auf die Warteliste. Besorgt euch die ultimative Lebensgeschichte vom Meister der gepflegten Intonation. Man sollte Gott auf Knien "mit Tränen in den Augen" für dieses Buch danken (ursprünglich 2002 erschienen, aber um die traurige Wahrheit aktualisiert) - so wie Lemmy damals, als jenes junge Mädchen sich ihrer Klamotten entledigte.

Gut, man könnte auch etwas zum Schreibstil bemerken. Wie das die Blogtanten machen. So nach dem Motto "Gut zu lesen", "flüssig geschrieben" oder ähnliche Flachkonstrukte. Kann im Prinzip aber ganz schnell abgehandelt werden, denn "White Line Fever" hat weder einen Schreibstil noch einen Stil überhaupt. Es hat "Lemmy". Fertig.

Eine Autobiographie, die weit über das hinausgeht, was das Genre üblicherweise hergibt. Gesellschaftliche und politische Seitenhiebe sind ebenso voll integriert wie Lebens- und Partnerberatung, eine Generalabrechnung mit einer Plattenfirma, sowie ein Leitfaden für gesunde Ernährung. Und überhaupt:

Geschichten, die das Leben schrieb, sind immer gut. Geschichten die Lemmy schrieb - besser!

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Rezension zu "Lemmy - White Line Fever" von Lemmy Kilmister

Ian Fraser Kilmister - Ein verdammter Speedfreak, in drei Teufels Namen!
Janko-Unchainedvor 2 Jahren

Ian Fasier Kilmister – Lemmy-White Line Fever
(Heyne Hardcore)
 
Kurz bevor sich der Todestag des MOTÖRHEAD Frontmanns und absoluten Rock Idols Ian Fraser "Lemmy" Kilmister zum ersten Mal jährt, ist es endlich an der Zeit, mir seine hierzulande im Jahre 2006 erschienene Autobiographie vorzunehmen. Bereits im September 2002 hatte er diese fertiggestellt und konnte die Massen von dort an noch ganze 13 Jahre, bis zu seinem Tode am 28.12.2015, auf zahlreichen Bühnen rund um den Globus begeistern. Auf den Tag genau 1945 Jahre nach dem Jesuskind erblickte er, im englischen Ort Stoke-on-Trent, das Licht der Welt. Ein zweiter Heiland war geboren. Der Heiland des Rock'n'Roll. Ian Frasier Kilmister, genannt Lemmy! Er blieb ganze 70 Jahre lang. Meistens war er cool, schiss auf so ziemlich alles und nahm das Leben nicht so ernst, konnte aber schon mal recht aufbrausend werden, wenn ihm was nicht passte. Wenn jemand etwas von ihm wollte, was er nicht wollte, zeigte er ihm kurzerhand den Mittelfinger. Zumindest geistig mit einem Fuck You Grinsen, durchaus auch mal verbal oder wenn es die Situation verlangte, mitten ins Gesicht. Meistens traf man ihn mit einem Glas Jack Daniels, in seiner Stammkneipe, dem „Rainbow Bar And Grill“ in Los Angeles, an einem seiner geliebten Spielautomaten. Lemmy hatte sich über all die Jahre seine ganz eigene, ziemlich lockere Sicht der Dinge und den trockenen, britischen Humor bewahrt. Dementsprechend lustig und unterhaltsam hat er auch seine Autobiographie verfasst. Der MOTÖRHEAD Begründer hatte stets recht damit behalten, das zu tun, was ihm beliebte und nicht den zu spielen, den andere gern in ihm gesehen hätten. Er war schon eine coole Socke, hat sich nicht in sein Leben und seine Musik reinreden lassen und eigentlich immer straight sein eigenes Ding durchgezogen. Lemmy hatte wohl so ziemlich die mächtigsten Eier im Rock Business. Schon allein dafür Zolle ich ihm meinen höchsten Respekt. Zum Glück hatte ich die Möglichkeit, ihn mit MOTÖRHEAD drei Mal live zu erleben.
 
Der Sänger und Bassist Ian Fraser Kilmister sinniert von seiner Geburt über seine Kindheit, seinen leiblichen Vater, den er nur mal kurz traf und bei diesem Treffen wohl ziemlich schockierte, von seinem Heranwachsen, seiner Pubertät, über Mädels, den ersten Sex, ungewollten Schwangerschaften, seiner Leidenschaft für den Rock’n’Roll, der Musikerszene, den ersten Drogen und den Tod, den so manch einer vor ihm ereilte. Er spricht über BUDDY HOLLY, ELVIS, die BIRDS, die BEATLES, die ROLLING STONES, die ROCKIN VICARS, bei denen Lemmy Gitarre spielte und ihren sagenumwobenen, ganz speziellen, teilweise total abgedrehten Auftritten. Seiner Vorliebe für Drogen aller Art, welche eine geraume Zeit lang sein abgefucktes Leben voller Aufputschmittel, LSD, Meskalin und diversen Downers bestimmten. Mit Fotos aus Lemmys privatem Fundus wird die Story zwischenzeitlich auch visuell ein klein wenig untermalt. Lemmy sorgt mit seiner unbekümmerten Art zu erzählen immer wieder für erstauntes Kopfschütteln und verdammt viele Lacher. Er erzählt von seiner langjährigen Band HAWKWIND, seinem ersten Trip nach Amerika, den Tourneen, seiner Festnahme in Kanada und seinem späteren Leben in den USA. Lemmy beleuchtet die Anfangstage von MOTÖRHEAD, spricht über Anfangsschwierigkeiten mit Labels, Auftritten und Schlafplätzen. Ein wirres Leben voller durchgeknallter Begebenheiten und vielen Liebeleien.
 
Natürlich kommen auch Stories und Anekdoten über diverse ehemalige und bis zum Schluss gebliebene Mitglieder wie Fast Eddie Clarke, Philthy Animal Taylor, Phil Campbell und Mikkey Dee zur Sprache. Er beschreibt Begebenheiten aus ihrem Band- und Tourleben oder erörtert Ereignisse mit Motorcycle Irene, Ozzy Osbourne, diversen Mädels, Sex und geht immer mal wieder darauf ein, dass es das Allergrößte für ihn war, sich nach einem Konzert flachlegen zu lassen oder sich einen abkauen zu lassen. Es kommt auch schockierendes, wie der Mord an einem seiner Mitbewohner zu Sprache oder die Bühnenaufbauten, die zum Teil nie funktionierten oder eine permanente Gefahr für Leib und Leben der Musiker darstellten. Mit Zitaten, wie: "Ich wollte auf keinen Fall stricken. Stricken war was für Memmen. Damals gab es noch richtige Memmen. Heute sitzen diese Memmen in den Parlamenten und regieren die Welt.", spricht er wohl letzen Endes nicht nur mir aus der Seele. Lemmy plaudert so richtig schön aus dem Nähkästchen und erzählt so einige lustige Anekdoten aus seinem bewegten Leben. Über Probleme mit Managern, Veranstaltern, sowie den ständigen und jahrelangen Querelen mit den verschiedensten Labels. Lemmy lässt sich des Weiteren über nicht genehmigte Veröffentlichungen ihrer Werke durch ehemalige Manager aus und geht auf ALICE COOPER, JUDAS PRIEST, METAL CHURCH,  Ozzy Osbourne, Slash, Lars Ulrich, ALICE IN CHAINS, ICE T, die RAMONES und die nervenaufreibenden Zerwürfnisse mit Sony Music ein.
 
Am Ende der 293 Seiten umfassenden Memoiren des Rock’n’Roll Giganten Ian Fraser Kilmister ist noch eine Diskographie, mit allen Alben an denen er mitgewirkt hat, angefügt. Diese, einen kleinen Einblick in Lemmys Leben und Wirken verschaffende Autobiographie ist nicht nur was für Lemmy, bzw. MOTÖRHEAD Fans, aber definitiv kein Buch für unerbittliche, spaßbefreite und eingefleischte Emanzen, denn denen könnte bei der Lektüre an so mancher Stelle der Kragen platzen. Klingt nach ner Menge Spaß und das ist es sicherlich auch...wenn man sich selbst und das Leben nicht allzu ernst nimmt. Lemmy, du warst schon ne Marke...wir vermissen dich!!! Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister wurde 70 Jahre alt und verstarb am 28.12.2015, nur zwei Tage nach der Diagnose an einer Krebserkrankung. Seine Autobiographie ist im Heyne Hardcore Verlag erschienen und somit definitiv nix für Piensliesen!

Meine Wertung: 88/100

Zur Buchseite des Verlags: Klick!

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Rezension zu "Lemmy - White Line Fever" von Lemmy Kilmister

Lemmy Kilmister, Janiss Garza: White Line Fever
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Nachdem ich also den Sex für mich entdeckt hatte, war es Zeit für Rock’n’Roll.

Ich bin nicht wirklich ein Fan von Metal oder harter Rockmusik, aber es gibt Ausnahmen. Zu ihnen gehört die Band Motörhead. Als ich sie zum ersten Mal hörte, drückte ich noch die Schulbank. Das war vor über 30 Jahren. Ich erinnere mich noch dunkel an einen wilden Fernsehauftritt der Band im Rahmen der Internationalen Funkausstellung in Berlin, Anfang der 80er Jahre, als Lemmy Kilmister, Gründer und Kopf von Motörhead, am Ende seine Gitarre zertrümmerte und auch Schlagzeuger Phil »Philthy Animal« Taylor sein Instrument mit Händen und Füßen zerlegte.

Seither haben es Motörhead immer wieder geschafft, sich in meinen Blickwinkel zu schieben. Zuletzt faszinierte mich die Aufnahme eines Konzerts 2006 in Santiago de Chile. Lemmy stand wie eine Eiche vor seinem Mikrofon: »Das Lied, das wir jetzt spielen, habe ich geschrieben, da ward Ihr alle noch nicht geboren«, brummte er dem jungen Publikum entgegen.

Tatsächlich ist Lemmy schon eine Ewigkeit im Musikbusiness unterwegs. Die Entstehung des Rock’n’Roll hat er von Anfang an und zum Teil sehr direkt miterlebt. Schon mit 16 Jahren hatte er das Elternhaus verlassen, um in verschiedenen Bands sein Glück zu suchen. Er arbeitete als Roadie für Jimi Hendrix und war mehrere Jahre lang Bassist der Spacerock-Band Hawkwind.

1975 wurde Lemmy an der kanadischen Grenze wegen illegalen Drogenbesitzes festgenommen. Es bedeutete das Ende bei Hawkwind. Die Band warf ihn raus. Den Titel des letzten Songs, den er für Hawkwind schrieb, nahm er mit: Motörhead. So nannte er nun seine eigene Band. Es gibt sie bis heute, in unterschiedlicher Besetzung zwar, doch der Mann hinter dem zu hoch eingestellten Mikrofon war immer derselbe.

Die ganze Geschichte vor und mit Motörhead lässt sich ausführlich nachlesen in Lemmys 2006 veröffentlichter Autobiographie »White Line Fever«. Das Buch bietet, wie nicht anders zu erwarten, jede Menge Sex, Drugs & Rock’n’Roll, aber eben auch 40 Jahre Musikgeschichte.

Lemmy hat einiges zu erzählen, und es sind viele hochkarätige Namen, die durch seine Anekdoten huschen: John Lennon, Ozzy Osbourne, Alice Cooper, Eric Clapton, Bill Laswell, Nina Hagen usw. usf., aber auch Namen, mit denen man in einer Autobiographie von Herrn Kilmister nicht unbedingt rechnet, wie z. B. Michael Palin von den Monty Pythons, Stevie Wonder oder Samantha Fox.

Es hätte dem Buch sicher gut getan, wären der Autor und seine Co-Autorin Janiss Garza auf die eine oder andere Begegnung etwas ausführlicher eingegangen. Aber Lemmy ist nun mal ein Speedfreak, ein Motorhead, und hakt in seinem ereignisreichen Leben alles zügig ab. Konzerte, Bettgeschichten, Todesfälle und die ständigen Streitereien mit den Plattenfirmen. Selbstverständlich in dem rauen Ton, den man von ihm gewohnt ist.

Er ist ein harter Hund, hat rustikale Ansichten und frönt mit dem Sammeln von Weltkriegsdevotionalien einem Hobby, mit dem sich jeder andere ins Aus schießen würde. Aber bei Lemmy ist das okay, weil man sowohl bei Interviews mit ihm als auch beim Lesen seiner Autobiographie immer das Gefühl hat, dass er sein Herz an der richtigen Stelle trägt. Bela B. von den Ärzten hat es in seinem kurzen Vorwort zu »White Line Fever« folgendermaßen formuliert:

Lemmy darf mit Drogen und Frauengeschichten kokettieren, und trotzdem gilt er als jemand, dessen Weisheiten uns etwas bedeuten. Das hat er gemein mit Johnny Cash, Elvis, auch Frank Sinatra und noch einer Handvoll der ganz, ganz Großen.

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