Mit „Love Can’t Be Scripted“ erwartet uns eine intensive Boys-Love-Geschichte, die deutlich dunklere Wege einschlägt. Statt einer klassischen romantischen Liebesgeschichte geht es um verborgene Gefühle, emotionale Abhängigkeit und die Frage, wo Liebe aufhört und Besessenheit beginnt.
Im Mittelpunkt steht Manga-Redakteur Honami, der gemeinsam mit seinem Kindheitsfreund Mishima aufgewachsen ist. Mishima ist inzwischen ein erfolgreicher Mangaka – allerdings mit einer ungewöhnlichen Voraussetzung: Nur wenn Honami dreimal in der Woche bei ihm vorbeischaut, bringt er seine Manuskripte zustande. Was für Honami zunächst wie eine etwas anstrengende Angewohnheit seines Freundes wirkt, bekommt schnell eine ganz andere Bedeutung.
Denn Mishima empfindet schon lange mehr für Honami. Während Honami nichts von der Intensität seiner Gefühle ahnt, wird immer deutlicher, wie stark Mishimas Zuneigung tatsächlich ausgeprägt ist. Er sucht ständig Honamis Nähe, bindet ihn in seinen Alltag ein und findet immer wieder Gründe, Zeit mit ihm zu verbringen. Honami wiederum scheint die vielen kleinen Hinweise überhaupt nicht wahrzunehmen.
Genau dieses Spiel zwischen dem, was Honami glaubt, und dem, was Mishima tatsächlich empfindet, macht die Geschichte so spannend. Als Leser bekommt man einen Einblick in Mishimas Gedanken und Gefühle, während Honami weiterhin im Dunkeln tappt. Dadurch entsteht eine ganz eigene Spannung, denn man weiß als Leser mehr als die Hauptfigur und wartet förmlich darauf, wann Honami endlich erkennt, was hinter Mishimas Verhalten steckt.
Besonders interessant ist dabei die psychologische Seite. Mishimas Gefühle sind nicht einfach nur romantische Schwärmerei. Seine Abhängigkeit von Honami und sein Bedürfnis nach dessen Nähe bewegen sich zunehmend in eine obsessive Richtung. Dadurch stellt der Manga unangenehme, aber spannende Fragen: Wie viel Nähe ist noch Liebe? Wann wird aus Sehnsucht Kontrolle? Und kann eine Beziehung funktionieren, wenn die Gefühle so unterschiedlich gelebt werden?




