Lena Gorelik

 4 Sterne bei 290 Bewertungen
Autorin von Die Listensammlerin, Lieber Mischa und weiteren Büchern.
Autorenbild von Lena Gorelik (© Gerald von Foris / Graf Verlag)

Lebenslauf von Lena Gorelik

Lena Gorelik wurde am 1. Februar 1981 in Leningrad geboren. Sie emigrierte im Aler von 11 Jahren zusammen mit ihrer russisch-jüdischen Familie als sog. Kontingentflüchtling nach Deutschland. Sie Journalistenausbildung erhielt sie an der Deutschen Journalistenschule in München, anschließend studierte sie Osteuropastudien an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie veröffentlicht sowohl wissenschaftliche als auch belletristische Werke sowie Reiseliteratur. Gorelik wurde bereits mehrfach für ihre Arbeit ausgezeichnet, darunter auch mit dem Bayerischen Kunstförderpreis und dem Ernst-Hoferichter-Preis. Lena Gorelik lebt in München.

Alle Bücher von Lena Gorelik

Cover des Buches Die Listensammlerin (ISBN: 9783499238444)

Die Listensammlerin

 (78)
Erschienen am 27.02.2015
Cover des Buches Mehr Schwarz als Lila (ISBN: 9783499218347)

Mehr Schwarz als Lila

 (32)
Erschienen am 19.09.2018
Cover des Buches #herzleer (ISBN: 9783789104954)

#herzleer

 (21)
Erschienen am 20.03.2017
Cover des Buches Lenas Tagebuch (ISBN: 9783548612171)

Lenas Tagebuch

 (21)
Erschienen am 08.08.2014
Cover des Buches Hochzeit in Jerusalem (ISBN: 9783453352537)

Hochzeit in Jerusalem

 (20)
Erschienen am 04.09.2008
Cover des Buches Null bis unendlich (ISBN: 9783499270598)

Null bis unendlich

 (18)
Erschienen am 17.02.2017
Cover des Buches Meine weißen Nächte (ISBN: 9783453351066)

Meine weißen Nächte

 (17)
Erschienen am 07.08.2006
Cover des Buches Wer wir sind (ISBN: 9783499005282)

Wer wir sind

 (14)
Erschienen am 16.08.2022

Neue Rezensionen zu Lena Gorelik

Cover des Buches Wer wir sind (ISBN: 9783499005282)
Co_Wintersteins avatar

Rezension zu "Wer wir sind" von Lena Gorelik

Wer wir sind
Co_Wintersteinvor 5 Monaten

Einfühlsam berichtet Lena Gorelik davon, wie sie als Mädchen mit ihrer Familie ihre Heimatstadt Sankt Petersburg 1992, kurz nach dem Ende der Sowjetunion, verlässt.

Sie erzählt, wie es dazukam: 

Vom Vater, der in der Bahn aufgrund seiner jüdischen Religion herabgewürdigt wird, von der Angst vor Verfolgung, von ihrer Mutter, die als junge Frau keine Sprachen studieren durfte, weil sie jüdisch war.

Vom geliebten Onkel, der ihr zur Geburt Glückwünsche schrieb und ihr prophezeite, eine Dichterin zu werden. Dem sie so ähnlich  schien und der sich, weil er nicht ins System passte, umbrachte, als sie 9 Jahre alt war.

Und vom Opa, bei dem sie sich das Schreiben "abschaute" und der sie das Märchentelefon anrufen ließ.

Gorelik erzählt vom Entschluß der Familie zu emigrieren, als jüdische Kontingentflüchtlinge nach Deutschland aufzubrechen. Vom Mut, den es braucht und vom Schmerz, den es verursacht.

In einer einfühlsamen, fast möchte ich sagen, zärtlichen Sprache beschreibt sie die Wunden, die das Verlassen der Heimat verursacht hat. Die Tiefe der Wunden gilt es ein Leben lang auszuloten.

Goreliks Sprache trifft dabei ins Herz, ganz nah läßt die Autorin uns an ihre Figuren/ihre Familie heran und behandelt sie trotz Differenzen und gelegentlichem Streit mit Respekt und Liebe.

Die Klugheit in ihren Zeilen lässt mich staunen. Goreliks Roman von "Null bis unendlich" hatte mich vor einigen Jahren schon vollends überzeugt, aber dieses Buch ist für mich ein Highlight!

Leseempfehlung:

Diesen Text sollten alle Menschen lesen, die nie ihr Heimatland verlassen und nicht aus politischen und/oder wirtschaftlichen Gründen flüchten mussten, denn er gibt einen tiefen Einblick in die Situation und weckt Mitgefühl und Verständnis.

Man bekommt eine Ahnung davon, was es bedeutet, an zwei Orten zuhause zu sein oder an keinem richtig. 


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Cover des Buches Wer wir sind (ISBN: 9783499005282)
roomwithabooks avatar

Rezension zu "Wer wir sind" von Lena Gorelik

Die Macht der Sprache
roomwithabookvor 6 Monaten

Scham ist das vorherrschende Gefühl, das Lena lange begleitet und dem sie sich nur schwer entziehen kann. Sie schämt sich für das Leben in der Flüchtlingsunterkunft, für das schlechte Deutsch ihrer Eltern, will nur weg, sich befreien, auch durch Sprache. Sie lernt schnell, spricht akzentfrei und darf sogar eine Klasse überspringen. Doch dadurch entfernt sie sich auch immer weiter von ihrer Familie. Lena Gorelik, selbst 1992 mit elf Jahren aus St. Petersburg nach Deutschland gekommen, als sogenannter jüdischer Kontingentflüchtling, schreibt in ihrem autobiografischen Roman vom schmerzhaften Prozess des Ankommens und Zurücklassens, vom Leben zwischen den Sprachen, die jeweils anderes transportieren, und vom langsamen Wiederannähern und Verstehen der eigenen Eltern. Das Thema an sich mag nicht neu sein, doch wie sie darüber schreibt, ist einzigartig. Ihr Text hat mich begeistert und berührt, er ist ehrlich und poetisch, spielt mit der Möglichkeit des Erinnerns, denn wer weiß am Ende schon, was wahr ist und was nicht. Ein großartiges Buch, dem ich alle Leser*innen der Welt wünsche!

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Cover des Buches Die Listensammlerin (ISBN: 9783499238444)
BeateKnieschecks avatar

Rezension zu "Die Listensammlerin" von Lena Gorelik

Berührender Familienroman
BeateKniescheckvor einem Jahr

Sofia, die Protagonistin dieses Romans, schreibt leidenschaftlich gerne Listen. Sie tut das zur eigenen Beruhigung, wenn das Leben rundherum schwer wird, denn Sofias Schicksal ist alles andere als einfach: Einerseits ist da die Mutter der Protagonistin, die mit Demenz in einem Pflegeheim lebt, außerdem eine totgeschwiegene Vergangenheit, die mit der Fluchtgeschichte der Familie aus der Sowjetunion zu tun hat, und die der Aufklärung harrt.

Was mich aber am meisten bewegt hat, war die Mutter-Tochter-Geschichte in der „Listensammlerin“: Sofias Kind kommt mit einer schweren Herzkrankheit zur Welt, eine lebensgefährliche Operation ist nötig. Auch meine Oma hatte eine Tochter, die an einem "Herzfehler" starb (mit dieser Thematik beschäftige ich mich in meinem Debütroman, der im Herbst erscheint).

An Lena Goreliks Familienroman finde ich besonders schön, dass die Autorin die nicht unbedingt heitere Thematik dennoch „komisch und ernst“ erzählt, wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung nach Erscheinen des Buchs geschrieben hat. Ein Balanceakt, der ganz wunderbar gelungen ist, absolute Leseempfehlung!

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Gespräche aus der Community

Parallel zu Coffee & Books der JVM München wollen wir hier über "Mehr schwarz als lila" von Lea Gorelik diskutieren. Eine prima Gelegenheit auch für alle, die nicht am Termin teilnehmen können. 

Am 29.09. diskutieren wir dann bei Kaffe und Kuchen gemeinsam über das Buch.

Herzlich willkommen in der 1. JVM-Leserunde - unserer digitalen Version von Coffee & Books 

0 Beiträge
Lieber Mischa ... der Du fast Schlomo Adolf Grinblum geheißen hättest, es tut mir so leid, dass ich Dir das nicht ersparen konnte: Du bist ein Jude.

Mit diesen Worten empfängt einem das Cover von Lena Goreliks Roman „Lieber Mischa“ aus dem Graf Verlag. Ungewohnt frisch, komisch und frech liest sich das Buch über ein sonst so heikles Thema in Deutschland. Lasst uns gemeinsam mit Lena Gorelik mit den üblichen Klischees aufräumen.

Mehr zum Inhalt:
Klar sind Juden gerissen, meint Lena Gorelik, sonst hätten sie nicht überlebt. In ihrem neuen Buch zeigt sie, wie man entspannt mit den üblichen Klischees umgeht. Denn für sie ist jüdische Identität längst nicht mehr nur an den Holocaust gekoppelt.

Lena Gorelik gehört der neuen Generation junger Juden in Deutschland an, die sich über ihre Zukunft, nicht über ihre Vergangenheit definieren wollen. Dazu passt perfekt, dass sie gerade Mutter geworden ist: In ihrem neuen Buch erklärt Lena Gorelik ihrem Sohn nicht nur präventiv, wie er sich später einmal ihrer mütterlichen Fürsorge entziehen kann. Sondern auch, warum bei Festen immer viel geweint wird, obwohl seine Eltern nicht gläubig sind. Warum sein Großvater lieber Sudokus macht als in der Thora liest. Warum er auf seine Nase und seine Ohren stolz sein kann. Wie er die Weltherrschaft erlangt, auch wenn er kein Rothschild ist. Wie er es auf die Liste der 10 coolsten Juden der Welt schafft und wie er sich Leute charmant vom Leib hält, die mit Leuchten in den Augen sagen: Waas, du bist wirklich Jude?!

Neugierig geworden? Wir suchen 25 Testleser, die sich gemeinsam mit der Autorin Lena Gorelik  über das Buch austauschen.

Bewerbung als Testleser:
Ab sofort und bis einschließlich Dienstag den 09. Oktober 2012 könnt ihr euch hier als Testleser bewerben und eins der 25 Exemplare gewinnen.
Gerne darf auch jeder mitlesen, der sich das Buch schon selbst zugelegt hat und noch nicht zum Lesen kam oder es gerne nochmal lesen möchte
358 Beiträge
Federtiers avatar
Letzter Beitrag von  Federtiervor 9 Jahren
Hallo, meine Rezension ist mir leider total durchgegangen. Das Buch hatte ich damals zur Leserunde eifrig mitgelesen, aber überhaupt nicht an die Rezi gedacht. Danke, Kiritani fürs Anstubsen! Hier nun meine Rezi: http://www.lovelybooks.de/autor/Lena-Gorelik/Lieber-Mischa-568186134-w/rezension/1087038543/ Vielen Dank noch mal für eine tolle Leserunde!

Der neue mitreißende Familienroman von Lena Gorelik!

In Sofias Leben haben nur ihre Listen, die sie leidenschaftlich gerne schreibt, Struktur und Ordnung. Um sich von ihren Problemen abzulenken, vergrößert sie ihre Listensammlung ständig um Themen wie "Momente, die sich bedeutungsvoller anfühlen sollten, als sie es tun", "Typische Großmutter-Sätze" oder "Filmreife Szenen aus meinem Leben".

Sofia hat es tatsächlich nicht leicht: sie selbst ist oft in der Rolle als Mutter überfordert, ihre kleine Tochter muss erneut am Herzen operiert werden, ihre Großmutter leidet an Demenz und ihre Mutter verschweigt ihr bis heute den Grund für die Flucht aus der Sowjetunion nach Deutschland in Sofias früher Kindheit.

In der Wohnung ihrer Großmutter findet Sofia eines Tages eine andere Listensammlung, in kyrillisch geschrieben und verfasst von einem Onkel Grischa. Von diesem hat Sofia noch nie gehört, in der Familie wird nicht über ihn gesprochen. Sofia beginnt, Grischas Geschichte nachzuspüren und merkt bald, wie die Vergangenheit die Gegenwart verändern kann.


Wer hat ebenfalls Lust, das Geheimnis von Grischa und Sofias Familie zu erfahren und bei dieser Leserunde mitzumachen?


Wir verlosen 10 Exemplare unter allen Bewerbern. Bewerben könnt ihr euch bis einschließlich 11. September, in dem ihr folgende Frage beantwortet: schreibt ihr auch manchmal Listen, wie Sofia es tut? Wenn ja, zu welchen Themen?


Ich wünsche euch viel Erfolg und Spaß bei dieser Runde. Auch diejenigen, die nicht unter den glücklichen Gewinnern sind, sind natürlich herzlich zum Mitlesen eingeladen!


Liebe Grüße

Leonie

247 BeiträgeVerlosung beendet
AddictedToBookss avatar
Letzter Beitrag von  AddictedToBooksvor 9 Jahren

Zusätzliche Informationen

Lena Gorelik wurde am 31. Januar 1981 in Leningrad (Russland) geboren.

Lena Gorelik im Netz:

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von 4 Leser*innen aktuell gelesen

von 4 Leser*innen gefolgt

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