Lena Gorelik Die Listensammlerin

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Inhaltsangabe zu „Die Listensammlerin“ von Lena Gorelik

Sofia liebt Listen - Listen über Schokoladensorten oder peinliche Hundenamen. Die Sammlungen bringen Ordnung in ihr bewegtes Leben: An das Dasein als Mutter hat sie sich noch nicht gewöhnt, und ihre Großmutter dämmert dement vor sich hin. Eines Tages macht sie in der großmütterlichen Wohnung eine Entdeckung: eine andere Listensammlung in kyrillischer Schrift - die Familie hat in den Siebzigern die Sowjetunion verlassen. Über diesen Fund stößt Sofia auf einen geheimnisvollen Onkel: ein Querkopf, der sich im Untergrund betätigt hat. Anhand der Listen spürt sie Onkel Grischas dunkler Geschichte nach und entdeckt, was die Vergangenheit für sie bedeuten kann.

Interessanter Schreibstil. Für Listen-Fans ein tolles Buch... werde ich wieder lesen.

— Mona31
Mona31

Ganz anders als erwartet, aber schön, wirklich schön - und berührend und grausam und ich konnte mich so oft wiederfinden.

— once-upon-a-time
once-upon-a-time

Eine schöne, aber auch anspruchsvolle Familiengeschichte und völlig frei von Kitsch. Liest sich flott und ist sehr zu empfehlen!

— hannipalanni
hannipalanni

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    Die Listensammlerin
    abuelita

    abuelita

    13. September 2017 um 19:03

    Sofia liebt Listen – Listen von Schokoladensorten oder peinlichen Hundenamen. Diese Sammlungen bringen Ordnung in ihr Leben: An das Dasein als Mutter hat Sofia sich noch nicht gewöhnt, ihre Großmutter dämmert dement vor sich hin, und auch sonst läuft wenig rund. Eines Tages macht Sofia in der großmütterlichen Wohnung eine Entdeckung: eine andere Listensammlung, in kyrillischer Schrift – die Familie hat in den Siebzigern die Sowjetunion verlassen. Über diesen Fund stößt Sofia auf einen geheimnisvollen Onkel: ein lustiger, schräger Querkopf, der sich aber auch im Untergrund betätigt hat. Sofie spürt Onkel Grischas dunkler Geschichte nach und entdeckt, was die Vergangenheit für sie bedeutet.(amazon)Eine sehr schöne, aber auch traurige Familiengeschichte, die mich in ihren Bann gezogen hat. Der Schreibstil war anfangs für mich eigentümlich, aber je mehr ich gelesen habe, desto besser gefiel es mir.Allerdings wird das nicht jeder mögen; so was ist auch immer Geschmackssache. Mir hat es so gut gefallen, dass ich immerhin drei Sterne vergeben kann. 

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  • Leben mit Listen

    Die Listensammlerin
    leselea

    leselea

    Seit sie klein ist, schreibt Sofia Listen. Keine schnöden To-Do-Listen, sondern Listen mit so tollkühnen Namen wie „Das sowjetische Erbe meiner Mutter“, „Gute erste Sätze für einen Roman“, „Filmreife Szenen aus meinen Leben“. Die Listen helfen Sofia den Überblick zu halten: wenn das Dasein als Mutter sie mal wieder überfordert, wenn die Demenz ihrer geliebten Großmutter nicht mehr auszuhalten ist, wenn die Angst vor dem Tod ihrer kleinen Tochter Anna, die an einem Herzfehler leidet, überhandnimmt. Listen bringen Struktur und Ordnung in Sofias Leben, auch wenn das keiner aus ihrer Familie nachzuvollziehen scheint. Doch dann stößt Sofia eines Tages auf Listen eines anderen Familienmitgliedes: Auch ihr Onkel Grischa hat eins Listen über sein Leben geführt. Doch was ist mit Grischa geschehen? Warum hat nie einer Sofia von ihm erzählt? Mit dem Finden der Listen stößt Sofia auch auf ein lang bewahrtes Familiengeheimnis… Die Listensammlerin von Lena Gorelik stand schon lange auf meiner Wunschliste, da ich selber auch unheimlich gerne Listen schreibe. Zwar musste ich im Laufe der Lektüre von Sofia lernen, dass die von mir gefertigten To-Do-Listen, Einkaufslisten, Inventarlisten etc. etwas für Amateure sind; trotzdem kann ich diesen charmanten Spleen gut nachvollziehen und fand die leicht neurotische Protagonistin des Romans auf Anhieb sympathisch. Überhaupt habe ich mich im Roman direkt wohlgefühlt: Ich mochte die Figuren, fand sie gut umrissen, aber auf eine Weise, die meiner eigenen Fantasie genügend Spielraum ließ. Zudem lese ich gerne Bücher über Russland resp. die Sowjetunion: Ich unternehme gerne literarische Reisen in diese Region, in diese Zeit und versuche nachzuvollziehen, wie es gewesen sein muss, in so einem System zu leben, das ich selber nur aus Geschichtsbüchern kenne. Hinzu kommt, dass Lena Gorelik einfach eine sehr gute Schreibe hat: In durchaus anspruchsvoller Syntax und mittels diverser Zeit- und Perspektivwechseln erzählt sie von Sofia, Grischa und der gemeinsamen Familie. Der Erzählton ist dabei auf treffende Weise nüchtern und ehrlich, oftmals sehr direkt und fordernd. Gleichzeitig liegt in der Geschichte etwas Melancholisches, nahezu etwas Nebulöses, was dem Roman Ruhe, zugleich aber auch eine gewisse Spannung verleiht. Insgesamt kann ich Die Listensammlerin absolut positiv bewerten; an meine hohen Erwartungen kam der Roman aus verschiedenen Gründen jedoch nicht ran, sodass ich letztlich nicht die volle Punktezahl vergeben kann. Das beginnt bei der Struktur des Romans: Lena Gorelik erzählt abwechselnd von Sofia und Grischa, mit nahezu jedem Kapitel geht ein Zeiten- und Perspektivwechsel einher. Ich mag diese Art zu erzählen, bringt sie doch Dynamik in eine Geschichte, auf knapp 350 Seiten waren mit die Wechsel aber manchmal zu viel: Immer wenn ich das Gefühl hatte, in einem Erzählstrang angekommen zu sein, wurde ich aus diesem wieder rausgerissen. Des Weiteren verliert der Roman leider über die Zeit seine Spannung: Das Familiengeheimnis ist ab der Hälfte doch ziemlich vorhersehbar, der große Knall, der einen überrascht, schockiert, aufrüttelt, bleibt aus. Das Ende ist zwar absolut stimmig und auch realistisch, mir blieben aber doch zu viele Fragen offen. Gerade der letzte Punkt ist meiner Meinung darauf zurückzuführen, dass Die Listensammlerin zu viele Themen behandelt und gleichzeitig in den Mittelpunkt stellen will: Demenz, Mutterschaft, Krankheit, Schreibblockade, Sowjetzeit, politischer Aktivismus, Homosexualität etc. Dabei wird vieles nur angerissen, interessante Gedanken bzw. Handlungen bleiben fragmentarisch, sodass man bei diesem Roman definitiv sagen muss, dass weniger mehr gewesen wäre. Nichtsdestotrotz habe ich das Buch sehr gerne gelesen und kann es trotz der genannten Schwächen (die ja wie immer auch im Auge des Betrachters liegen) weiterempfehlen.

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    • 2
  • Buchverlosung zu "Die 33. Hochzeit der Donia Nour" von Hazem Ilmi

    Die 33. Hochzeit der Donia Nour
    aufbauverlag

    aufbauverlag

    Jede Veränderung braucht einen, der sie beginntÄgypten im Jahr 2048. Etwas völlig Neues ist entstanden: eine islamistische Diktatur 2.0. Das Gesetz ist die Neo-Sharia, der Markt das Shariatainment. Die junge Muslima Donia Nour will so schnell wie möglich das Land verlassen. Doch die Grenzen sind dicht. Ihr bleibt kein anderer Weg, als sich für 24-Stunden-Hochzeiten herzugeben, um so die Schlepper zu finanzieren. Am Abend ihrer 33. Hochzeit gerät alles außer Kontrolle, und kurz darauf befindet sie sich inmitten einer Hetzjagd durchs ganze Land. Die 33. Hochzeit der Donia Nour ist eine aufwühlende, mitreißende Zukunftsvision, die zu keinem Zeitpunkt aktueller war als jetzt. Zur LeseprobeMehr Informationen zum Buch unter http://www.aufbau-verlag.de/die-33-hochzeit-der-donia-nour.htmlÜber Hazem IlmiHazem Ilmi ist ein Pseudonym. Der Autor ist ägyptischer Neurowissenschaftler, geboren in Kairo, wo er bis 2014 gelebt hat. Seither lebt und forscht er in Neuseeland. »Die 33. Hochzeit der Donia Nour« ist sein Debüt. Ilmi hat es auf Englisch geschrieben und mit großem Echo selbst publiziert.Jetzt bewerben!Bewerbt euch im Unterthema "Bewerbung/Ich möchte mitlesen", indem ihr folgende Frage beantwortet: Welches Buch habt ihr zuletzt gelesen?Viele Grüßeeuer Team vom Aufbau Verlag* Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zum Schreiben einer Rezension, nachdem ihr das Buch gelesen habt. Bestenfalls solltet ihr vor eurer Bewerbung für eine Buchverlosung schon mindestens eine Rezension auf LovelyBooks veröffentlicht haben.** Bitte beachtet, dass es sich hier um eine Buchverlosung handelt und nicht um eine Leserunde. Ihr könnt natürlich trotzdem gerne hier über das Buch diskutieren, aber eine Moderation wird es nicht geben.

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    • 170
  • Onkel Grischa

    Die Listensammlerin
    walli007

    walli007

    Listen geben ihr Halt, die Familie findet das eigenartig, aber irgendwie sind doch alle daran gewöhnt. Sofia schreibt schon immer Listen, besonders jetzt, da ihre liebe Großmutter alt geworden und an Alzheimer leidet und Sofias kleine Tochter Anna schon zum dritten Mal am Herzen operiert werden muss. Kann Sofia dem allen gerecht werden und kommt nicht ihr Mann zu kurz oder der Rest der Familie. Vor Wochen musste sich Sofia damit beginnen, die Wohnung ihrer Großmutter aufzulösen. Dabei findet sie eine alte Schatulle gefüllt mit Listen. Listen? Sie ist nicht die Einzige. Zwei Geschichten werden parallel erzählt, zwei Listenschreiber, Sofia und Grischa, der Onkel, über den niemand spricht. Sofia zwischen den beiden Polen Großmutter und Tochter. Die Großmutter, um die sie sich kümmern möchte, die aber so fremd geworden ist und ihre Enkelin nicht mehr erkennt, dass es schwer fällt, sich dem auszusetzen. Die Tochter Anna, mit einem schweren Herzfehler geboren und nun vor der dritten Operation stehend. Die Todesgefahr, in der Anna schwebt, verlässt nie das Bewusstsein Sofias. Jeder Schnaufer löst beinahe Alarm aus. Wird die nächste Operation gelingen und eine gewisse Normalität bringen. Für Sofia ist es eine Erleichterung, die Listen zu finden, etwas, was nicht nur ihr Kraft gibt. Doch wer ist Onkel Grischa? Warum redet niemand von ihm? Grischa, der schon als Kind anders war und allen kaum etwas anderes als Sorgen bereitet hat und der deshalb vergessen wurde. Eine Konstellation, die zu berühren verspricht, die allerdings nicht jeden Leser erreicht. Mitfühlen wollte man, doch liest man die Geschichte eher unbeteiligt wie man einen Bericht lesen würde. Wo bleibt die Verbindung zu den Charakteren, die irgendwie nicht für sich einnehmen. Da ist beim Lesen fast das gleiche schlechte Gewissen, das Sofia empfindet, weil sie sich ihrer Großmutter nicht zuwenden kann, diese nicht mehr erreichen kann und sie am Liebsten nicht mehr besuchen würde. Und so bleibt das schlechte Gewissen, das Buch in Teilen nur überflogen zu haben, weil sich nicht so viel Verständnis und Mitempfinden einstellen wollte, wie anhand der Beschreibung und der Kenntnis des eigenen Interesses zu erwarten gewesen wäre. Eine Familiengeschichte, die anrühren soll, aber leider nicht jeden Leser erreicht, aber sicher zu Überlegungen anregt, über das eigene ich und warum Empfindungen so sind. Empfindungen zu einer erfundenen Romanhandlung sind in jedem Fall immer subjektiv und somit letztlich kein Urteil über die Qualität des Geschriebenen, die durchaus herausragend sein kann.

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    • 3
    Sabine17

    Sabine17

    01. November 2014 um 23:59
  • Ausgesammelt

    Die Listensammlerin
    NiWa

    NiWa

    Sofia - eine junge Mutter mit schriftstellerischen Ambitionen - hat eine Neurose. Sie schreibt Listen. Nein, nicht bloß schnöde Einkaufs- und To-do-Listen sondern zum Beispiel Listen mit Sätzen, die sie niemals sagen wollte. Daneben muss sich Sofia mit einem harten Schicksal abfinden. Ihre Großmutter leidet unter Demenz und ihre kleine Tochter kam nur mit einem halben Herzen zur Welt, was lebensgefährliche Operationen nach sich zieht. Und je beängstigender ihr Leben wird, umso mehr flüchtet sie sich in das Verfassen ihrer Listen.  Ein zweiter Erzählstrang berichtet aus der Vergangenheit von ihrem Onkel Grischa in der UdSSR. Könnte die Listenschreibwut ein Familienerbe sein?  Die Protagonistin Sofia hat mir sehr gut gefallen. Sie ist gut ausgearbeitet, man ängstigt und ärgert sich mit ihr und versucht gemeinsam mit ihr, ihre Beweggründe zu verstehen.  Aber die Geschichte an sich kommt mir unfertig vor. Es ist fast so, als handelt es sich um ein erstes Skript aus dem erst eine richtige Geschichte entstehen wird. Die Handlungen reihen sich aneinander, manche sind banal, andere einschneidend, und trotzdem entsteht keine Dynamik.  Im Endeffekt bleibt ein mittelmäßiger Roman, mit ernsten Themen, der wohl zum Nachdenken anregen sollte. 

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    • 3
    Arun

    Arun

    20. March 2014 um 15:28
  • Die Listensammlerin

    Die Listensammlerin
    Sakari

    Sakari

    Sofia schreibt seit ihrer Kindheit Listen. Sie sammelt in diesen Listen alle Begebenheiten ihres Lebens. Gerade in schwierigen Situationen versucht sie durch ihre Listen Ordnung und System in ihren Alltag zu bringen. Als sie beim Aufräumen in der Wohnung der demenzkranken Großmutter auf eine Kiste mit Listen in kyrillischer Handschrift stößt, entdeckt sie auch ein Familiengeheimnis. Erzählt wird der Roman in zwei Parallelgeschichten – die Geschichte Sofias einer jungen Autorin und Mutter, die sich einerseits um die kranke Großmutter im Pflegeheim kümmert und andererseits um die schwer herzkranke Tochter, die vor einer weiteren Operation mit ungewissem Ausgang steht. Mit der Entdeckung der Listen im Schrank der Großmutter erfahren wir auch die Geschichte ihres Onkels Grischa, von dessen Existenz sie bislang nichts wusste und der in ihrer und der Geschichte ihrer Familie eine wichtige Rolle spielte. Schrittweise erfahren wir die Hintergründe der Familie, die in den 70-er Jahren, als Sofia noch ein kleines Kind war, aus der Sowjetunion nach Deutschland übersiedelt ist. Sofia, die zerrissen ist zwischen der Sorge um Kind und Großmutter, in einer Schreibkrise steckt und um ihre Identifikation mit der neuen Rolle als Mutter kämpft, findet mit Aufdeckung ihrer Familiengeschichte zu sich selbst. Grischa und Sofia verbindet nicht nur das Listenschreiben miteinander. Beide leben in ihrer eigenen Gedankenwelt und stoßen damit in ihrer Umgebung auf Unverständnis. Grischa wird mit seinem unabhängigen Geist, seinen Ideen und seiner unerfüllten Liebe in einem totalitären Regime scheitern. Sofia erlöst ihn aber aus dem Vergessen und Verschweigen und damit auch ihre Familie aus der Sprachlosigkeit. Letztendlich findet sie auch selber wieder Worte um mit einem neuen Roman zu beginnen. Was sich jetzt ziemlich problembeladen anhört, liest sich aber als eine sehr spannende Geschichte. Lena Gorelik hat einen sehr gut komponierten Roman geschrieben, der zwischen der Gegenwartsgeschichte Sofias und der Geschichte des Onkels Grischa gekonnt wechselt. Ohne aufdringliche Dramatik beschreibt der Roman auch die Lebensumstände in der ehemaligen Sowjetunion. 

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    • 2
    Arun

    Arun

    19. March 2014 um 13:48
  • Worte sind ihr Metier

    Die Listensammlerin
    sofie

    sofie

    „Die Listensammlerin“ von Lena Gorelik ist für mich eines der Bücher des Jahres. Eine wunderbare und wunderbar traurige Familiengeschichte, die einen nicht kalt lässt. Es geht zum einen um Sofia, eine junge Mutter, deren Tochter kurz vor einer wichtigen Herzoperation steht. Aus der Ich-Perspektive berichtet Sofia von ihrem Alltag mit ihrem Mann, ihrer Tochter und vor allem mit ihrer russischen Mutter und der Großmutter, die an Alzheimer leidet und im Pflegeheim ist. Sie berichtet von ihren Ängsten und Problemen und wie sie diese teilweise bewältigt, in dem sie Listen schreibt. Zum Beispiel über die Fehler ihrer Mutter im Deutschen, Szenen ihres Lebens, die auch in einem Film hätten stattfinden können, Sätze, die sie nie sagen wollte. Zum anderen geht es um Grischa, Sofias Onkel, den sie aber nie kennengelernt hat und von dem sie auch nichts weiß. Die Geschichte von Grischa beginnt in seiner Jugend und man lernt ihn als Leser sehr gut kennen. Grischa kommt mit dem System in der Sowjetunion nicht zurecht, er wehrt sich dagegen und wird so zum Sorgenkind der Familie. Auch Grischa schreibt Listen, zum Beispiel darüber, was er seiner Mutter wünscht. Durch diese beiden Perspektiven lernt man als Leser die Familie ganz besonders kennen und vor allem verstehen. Man kennt die Großmutter zum einen als alte Frau mit Alzheimer, aber auch als Mutter von Grischa, wie sie mitten im Leben steht. Manchmal muss man sich wieder ins Gedächtnis rufen, dass es sich hier tatsächlich um dieselbe Person handelt. Sofias Mutter lernt man auch als Schwester von Grischa kennen, als junges Mädchen und junge Mutter. Und man lernt das Leben in den verschiedenen Systemen, also in der Sowjetunion und in der BRD, kennen und sieht, wie es auch die Menschen verändert und prägt. Sofia beschreibt immer wieder das "sowjetische Erbe" ihrer Mutter, was mir auch sehr gut gefallen hat. Die Protagonistin Sofia ist Schriftstellerin und verzweifelt öfter, wenn ihr in ihrem Leben die Worte fehlen, denn Worte sind schließlich ihr Metier, wie sie immer wieder sagt. Dasselbe kann auf jeden Fall von der Autorin gesagt werden. Lena Gorelik kann wunderbar mit Worten umgehen, sie schafft tolle Bilder und transportiert die Gefühle ihrer Figuren meisterhaft. Mich hat das Buch auf jeden Fall gefangen genommen, ich habe mit Sofia und Grischa gelitten und darf „Die Listensammlerin“ auf meine Liste der Bücher, die mich zum Weinen gebracht haben, setzen. Von mir also eine klare Leseempfehlung und 5 von 5 Sternen!

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    • 2
  • Rezension zu "Die Listensammlerin" von Lena Gorelik

    Die Listensammlerin
    aba

    aba

    10. March 2014 um 10:29

    Listen als Lebensinhalt Es gibt viele Arten von Macken, Fimmeln, Marotten, Zwängen. Ich denke, jeder Mensch hat bestimmte Eigenarten, die er am liebsten verheimlicht, aus Angst, von anderen als verrückt abgestempelt zu werden. In Lena Goreliks neuestem Roman schreibt Sofia, die geplagte Protagonistin, Listen. Listen über alle möglichen und unmöglichen Themen. Das ist für sie nicht nur Gewohnheit und Leidenschaft, das gibt ihr Halt in allen Lebenslagen und Sicherheit in kritischen Phasen. Manche Menschen kauen an ihren Nägeln, andere essen den Kühlschrank leer, Sofia schreibt neue Listen und bearbeitet und aktualisiert alte Listen. Sofia und ihre Listen waren für mich ein Leseerlebnis in diesem noch jungen Jahr 2014. Lena Gorelik erzählt in "Die Listensammlerin" die wunderbare Geschichte einer russischen Familie zwischen Vergangenheit und Gegenwart, als Verbindung Listen, die Familiengeheimnisse verbergen und sonderbare Geschichten erzählen, und die Sofia nach und nach entziffert. Und dabei macht sie eine große Entdeckung: ihre eigene Herkunft. Lena Gorelik berichtet über Sofias Familie in der alten Sowjetunion und parallel, aus Sofias Sicht, in der heutigen Zeit. Sofia, in Deutschland aufgewachsen, eine Frau ohne Selbstwertgefühl, nachdenklicher Natur, Antagonist ihrer resoluten russischen Mutter und Großmutter, ist mir ans Herz gewachsen. Diese Sympathie ist noch größer geworden, nachdem sie in so kurzer Zeit so viel durchmachen musste und plötzlich mit schwierigen Aufgabenstellungen konfrontiert wurde. Sie zeigte sich nicht als Heldin, als starke Frau, nein, sie hat nur fleißig ihre Listen bearbeitet, das einzig Beständige in ihrem Leben. Lena Gorelik hat mich mit "Die Listensammlerin" tief berührt. Sofias Geschichte zeigt, wie wichtig es ist, die Vergangenheit zu kennen, um die Gegenwart zu verstehen, um sich selbst zu verstehen, und letztendlich auch, um sich selbst zu akzeptieren mit all den eigenen Eigenarten.

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  • Meisterwerk der leisen Töne

    Die Listensammlerin
    OelemannC

    OelemannC

    17. February 2014 um 11:15

    Ordnung sei das halbe Leben, behauptet ein altes Sprichwort. Sofia, die Protagonistin in Lena Goreliks wunderbarem, neuem Roman, hat es sich zu Herzen genommen, denn ihr halbes Leben besteht aus Listen, die sie anfertigt, um sich auf Spur zu halten. Sie sammelt Listen wie andere Bierdeckel oder Briefmarken, aber wohlgemerkt: selbst angefertigt müssen sie sein. Die peinlichsten Kosenamen, die filmreifsten Situationen, die witzigsten Neurosen oder aber Dinge, die sie niemals sagen will, sammelt Sofia in Listen, an denen sie sich festhält, weil es sie sonst womöglich zerreißen würde. Ja, ihre Nerven liegen blank, weil sie heillos überfordert ist. Ihre demente Großmutter, die früher jeden Tag einen Kuchen backte, ist soeben aus dem Pflegeheim ausgebüxt und Anna, Sofias kleine Tochter, muss sich einer dritten, vermutlich alles entscheidenden Herzoperation unterziehen. Beim Ausmisten der großmütterlichen Wohnung macht Sofia eine umwerfende Endeckung: Listen nämlich, die den ihren verblüffend ähneln, was ihren Inhalt betrifft. Allerdings sind sie in Russisch verfasst. Sofia erfährt bei ihren Nachforschungen von ihrer Familiengeschichte in der ehemaligen Sowjetunion und von einem bislang nie erwähnten Onkel Grischa, der längst gestorben ist. Wohl wusste Sofia, dass ihre Mutter vor vielen Jahren aus der Sowjetunion geflohen war; darüber hatte aber nicht geredet zu werden. Vehement weigert sie sich, über ihren Bruder Grischa, Sofias Onkel, zu sprechen. Dank ihrer Beharrlichkeit findet Sofia dennoch etwas heraus und notiert es in einer ihrer Listen: "Was ich über Onkel Grischa weiß“: Von Verrat und Verhaftung ist die Rede, von Arbeitslager und Verfolgung der ganzen Familie. Aus diesem Grund also war Sofias Mutter mit ihr damals aus der Sowjetunion geflohen. Lena Gorelik kann wunderbar humorvoll sogar von ernsten Begebenheiten erzählen, beispielsweise wie der Onkel in der Sowjetunion zum Dissidenten wurde, weil er als Künstler und Homosexueller ein selbstbestimmtes Leben führen wollte. Die Listensammlerin ist kein autobiographischer Roman, auch wenn Lena Gorelik bis zu ihrem zwölften Lebensjahr Sowjetrussin gewesen war. Viel mehr geht es ihr darum, über die alltägliche Unterdrückung in Diktaturen (in diesem Fall die sowjetische) nachzudenken. Sie erzählt so gekonnt gegen das Vergessen an, dass Nachgeborene, die sie Sowjetunion nicht mehr erlebt haben, ein Gefühl für die Geschichte entwickeln können. Das ganze geschieht bei Lena Gorelik allerdings nicht mit der düsteren Schwermut eines Uwe Tellkamp (Der Turm), sondern hat den Charme eines glänzend unterhaltenden Schelmenromans. Ich muss gestehen, dass ich nach der Lektüre von Die Listensammlerin wochenlang für andere Bücher blockiert war, denn Goreliks Diktion macht süchtig. Vielmehr vertrieb ich mir die Zeit mit dem Erstellen von Listen. Eine davon heißt „Schriftsteller, die mir viel gegeben haben“. Welchen Namen man darauf unter einigen anderen findet, dürfte nicht allzu schwierig zu erraten sein.

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  • Leserunde zu "Die Listensammlerin" von Lena Gorelik

    Die Listensammlerin
    ROZUBI

    ROZUBI

    Der neue mitreißende Familienroman von Lena Gorelik! In Sofias Leben haben nur ihre Listen, die sie leidenschaftlich gerne schreibt, Struktur und Ordnung. Um sich von ihren Problemen abzulenken, vergrößert sie ihre Listensammlung ständig um Themen wie "Momente, die sich bedeutungsvoller anfühlen sollten, als sie es tun", "Typische Großmutter-Sätze" oder "Filmreife Szenen aus meinem Leben". Sofia hat es tatsächlich nicht leicht: sie selbst ist oft in der Rolle als Mutter überfordert, ihre kleine Tochter muss erneut am Herzen operiert werden, ihre Großmutter leidet an Demenz und ihre Mutter verschweigt ihr bis heute den Grund für die Flucht aus der Sowjetunion nach Deutschland in Sofias früher Kindheit. In der Wohnung ihrer Großmutter findet Sofia eines Tages eine andere Listensammlung, in kyrillisch geschrieben und verfasst von einem Onkel Grischa. Von diesem hat Sofia noch nie gehört, in der Familie wird nicht über ihn gesprochen. Sofia beginnt, Grischas Geschichte nachzuspüren und merkt bald, wie die Vergangenheit die Gegenwart verändern kann. Wer hat ebenfalls Lust, das Geheimnis von Grischa und Sofias Familie zu erfahren und bei dieser Leserunde mitzumachen? Wir verlosen 10 Exemplare unter allen Bewerbern. Bewerben könnt ihr euch bis einschließlich 11. September, in dem ihr folgende Frage beantwortet: schreibt ihr auch manchmal Listen, wie Sofia es tut? Wenn ja, zu welchen Themen? Ich wünsche euch viel Erfolg und Spaß bei dieser Runde. Auch diejenigen, die nicht unter den glücklichen Gewinnern sind, sind natürlich herzlich zum Mitlesen eingeladen! Liebe Grüße Leonie

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    • 248
  • Ein schöner Familienroman

    Die Listensammlerin
    AddictedToBooks

    AddictedToBooks

    05. December 2013 um 13:35

    In "Die Listensammlerin" erzählt Lena Gorelik von Sofia, einer jungen Frau mit einem ungewöhnlichen Hobby: Sie schreibt und sammelt Listen. Eines Tages findet sich im Schrank ihrer Großmutter eine Kiste mit vielen Listen, die alle mit kyrillischen Buchstaben geschrieben sind. Wem gehören diese Listen? Und während sich Sofia auf die Suche nach der Familienvergangenheit macht, was passiert in ihrem Leben? Der Roman ist sehr, sehr schön geschrieben. Es war das erste Buch von Lena Gorelik, das ich gelesen habe und ich war sehr positiv überrascht. Das Buch war von den ersten Seiten an richtig toll und ich hatte wundervolle Lesestunden damit verbracht. Nur das Ende fand ich etwas unvollständig. Die Geschichte selbst ist etwas anderes und sicherlich interessant. Die Hauptprotagonistin Sofia ist eine sehr ungewöhnliche Persönlichkeit, die ich manchmal geliebt und manchmal gehasst habe. Sie ist etwas ganz Besonderes und ich glaube ich kenne keine Protagonistin, die ihr auch nur ähnelt. Alles in allem fand ich das Buch sehr schön. Nur wegen des nicht ganz so tollen Endes musste ich leider einen Stern abziehen. Deshalb bekommt die Listensammlerin von mir 4 Sterne.

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  • Die Listensammlerin

    Die Listensammlerin
    schlumeline

    schlumeline

    20. November 2013 um 15:04

    Sofia ist eine junge Frau, die uns hier ihre Geschichte erzählt. Die junge Frau ist Mutter, wirkt aber selbst oft noch sehr unreif. Man gewinnt als Leser schnell das Gefühl, dass sie selbst mit dem Leben nicht zurechtkommt. Umso schwieriger gestaltet sich für Sofia der Alltag mit einer kleinen Tochter, die an einem Herzfehler leidet und bald operiert werden soll und mit einer Großmutter, die seit einiger Zeit im Heim lebt und von der Sofia hofft, dass sie bald stirbt. Sofia hat einen „Tick“, sie schreibt Listen. Diese Listen führt sie, so lange sie sich erinnern kann. Sie schreibt alles auf und ordnet es in ihren Listen ein. So gibt es Listen über schöne Menschen, über Bücher, über Hundenamen, über Lehrer, über Kosenamen und eigentlich über alles, was man sich so denken kann. Für Sofia sind ihre Listen ein Halt, sie ist stolz auf sie. Für ihre Mitmenschen sind diese Listen ein Problem, vermutlich sogar eine Art Krankheit, die man bekämpfen muss. Als Sofia beginnt das Haus ihrer Großmutter auszuräumen, entdeckt sie dort in einer Schatulle im Schrank Listen, geschrieben in kyrillischer Schrift. Sofias Neugier ist erwacht. Woher stammen diese Listen? Leider hat ihre Großmutter nur noch selten lichte Momente und dann verschwindet sie auch noch aus dem Heim. Sofias Mutter behauptet nicht zu wissen wessen Schrift das auf den Listen ist, aber Sofia will es herausfinden. Neben dem Erzählstrang rund um Sofia und ihre Familie erfährt der Leser in einem anderen Erzählstrang etwas über Grischa, einen Jungen, der in der Sowjetunion aufwächst und dort von Anfang an nicht so ist, wie man es sich wünscht, nicht angepasst, nicht gehorsam, sondern jemand der Fragen stellt, der hinter die Kulissen blickt. Er ist ein Querdenker. Grischas Geschichte spielt in der Vergangenheit und es gibt eine Verbindung von ihm zu Sofia und deren Familie. „Die Listensammlerin“ ist ein sehr berührender Roman, der Probleme des Lebens aufgreift und auch die Verarbeitung vergangener Erlebnisse thematisiert. Damit gehen Menschen unterschiedlich um, aber sie beeinflussen durch ihr Verhalten wiederum andere Personen. Das wird auch in dieser Geschichte deutlich. Ich persönlich konnte mich in diesem Roman viel mehr mit „Dem Listensammler“ als mit „Der Listensammlerin“ identifizieren. Sofia wirkte auf mich viel zu unselbstständig, viel zu abwesend und gedankenlos. Grischa dagegen erschien mir selbstbewusst und geradlinig. Dennoch passen sie beide irgendwie nicht in ihre jeweilige Zeit.

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  • Außergewöhnlich, interessant und empfehlenswert!

    Die Listensammlerin
    Jasmin88

    Jasmin88

    01. November 2013 um 08:50

    Covergestaltung: Das Cover mag ich definitiv. Die Farbwahl gefällt mir sehr und ich mag die nostalgischen Elemente!   Meine Meinung: Hinter dem Roman „Die Listensammlerin“ verbirgt sich eine interessante Familiengeschichte, die den Leser bewegt. Das Buch ist spannend zu lesen, wenn man erst einmal einen Zugang zur Geschichte gefunden hat. Anfangs habe ich mich persönlich leider ein wenig schwer damit getan, in die Geschichte rein zu finden, doch schließlich konnte ich mich auf den Roman einlassen. Literarisch betrachtet ist „Die Listensammlerin“ auf jeden Fall als anspruchsvoller einzustufen. Der Schreibstil der Autorin ist sehr außergewöhnlich und klar, auf jeden Fall hochwertig. Es handelt sich definitiv um einen Roman, der zum Nachdenken anregt und den Leser noch lange beschäftigt. Die Listen-Idee mochte ich von Anfang an. Die Atmosphäre habe ich als eher düster empfunden, weswegen ich mich z.T. auch nicht so leicht getan habe mit dem Buch. Die Protagonistin war mir leider nicht sonderlich sympathisch. Alles in allem ist es für mich ein 4-Sterne-Buch! Fazit: Ein außergewöhnlicher, interessanter und empfehlenswerter Roman – vor allem für Leser, die gerne zu Romanen mit historischem Hintergrund greifen!

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  • Eine wundervolle Leidenschaft und ein kleines Geheimnis ...

    Die Listensammlerin
    Mikki

    Mikki

    06. October 2013 um 21:42

    Die Protagonistin Sofia hat eine eher seltene Leidenschaft, die schreibt, pflegt und sammelt Listen! Über die verschiedensten Dinge schreibt sie Listen, vervollständigt sie und wird deswegen von ihrer Familie für etwas eigenartig gehalten, doch dann findet Sofia eine Kiste mit Listen im Schrank ihrer kranken Großmutter ... doch von wem sind diese Listen?? Das Buch ist eigentlich mehr oder weniger eine leicht geheimnisvolle Familiengeschichte, Sofia weiß kaum etwas über ihren verschollenen Vater, ihre Großmutter lebt im Altersheim und bekommt nicht mehr all zu viel mit, ihre Tochter ist schwer krank ... doch als die Listen eines ihr unbekannten Onkels auftauchen schwenkt das Buch immer mal wieder in die Vergangenheit und der Leser wandert in den Kapiteln immer mal wieder hin und her ...  Mal erleben wir mit Sofia einen Tiefschlag nach dem anderen, und im nächsten Kapitel geht man mit Grischa zu einer Beerdigung eines Dichters oder plant geheimnisvolle Aktionen ... man kann bei den Sprüngen aber immer gut mitkommen, da sie auch in verschiedenen Schriften geschrieben sind! Generell haben mir die Teile von Grischa besser gefallen, bei ihm war mehr los, was mich interessierte und ich fand ihn sympathischer, Sofia hingegen ist mir etwas zu anstrengend, obwohl sie mich am Ende dann doch noch von sich überzeugen konnte, weil sie ihr Leben doch noch etwas in den Griff bekommt ...  Das Buch lässt sich, trotz der vielen, teils komplizierten Situationen gut lesen, die Autorin hat einen tollen Stil, der nichts beschönigt (z.B. die Situation der Oma im Altenheim) und doch schön erzählend ist und kreativ!  Manchmal kommen dann auch wirklich Listen vor, die die Protagonisten geschrieben haben, das finde ich eine schöne Idee! Auch wenn das Ende doch sehr offen ist, finde ich es genau passend, vor allem weil durch kleine Gesten im Buch, dann doch eine mögliche Antwort auf die offenen Fragen gegeben wird ...

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  • Ein Buch zum Lachen und Weinen... unbedingt lesen!

    Die Listensammlerin
    freiegedanken

    freiegedanken

    05. October 2013 um 10:10

    Sofia schreibt Listen. Über alles und Jeden. Sie tut dies mit großer Leidenschaft, auch um Stress abzubauen. Listen scheinen ihr Halt und Sicherheit zu geben, denn ihr eigenes Leben ist seitdem ihre zweijährige Tochter mit einem Herzfehler auf die Welt kam, alles andere als harmonisch. Diesen Listensammeltick hat sie vermutlich von ihrem Onkel Grischa geerbt, dessen Listensammlung Sofia zufällig beim Ausräumen der Wohnung ihrer an Demenz erkrankten Großmutter findet. Sofia will mehr von diesem sagenumwobenen Onkel wissen, scheint er ihr doch so ähnlich. Lena Gorelik vereint in diesem Buch zwei Erzählstränge. Auf der einen Seite berichtet Sofia aus ihrem Leben, erzählt vom Alltag mit einem todkranken Kind, vom plötzlichen Verschwinden der Großmutter und dem komplizierten Verhältnis zur eigenen Mutter, dazwischen immer Auszüge aus ihren einfallsreichen Listen. Auf der anderen Seite wird uns Onkel Grischa, der sich zum Dissidenten im Sowjetsystem entwickelt, vorgestellt. Lena Gorelik hat ein tolles Buch geschrieben.. eins zum Lachen, eins zum Weinen, eins mit unvergesslichen Charakteren. Die Hauptfigur Sofia wurde mir beim Lesen immer sympathischer. Sie ist ein eher spleeniger Typ, nicht nur auf Grund ihrer unzähliger Listen. Sie wirkt die meiste Zeit angespannt und unglücklich. Dennoch sind ihre Ansichten und Reaktionen in den Auseinandersetzungen mit ihrem Mann Flox oder ihrer Mutter sehr nachvollziehbar. Goreliks Stil ist frech und hat mich von Anfang an gepackt. Die Story hat mich als Mutter auch sehr berührt und nachhaltig beschäftigt. Ich gebe gerne vier Punkte.

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