Lena Gorelik Mehr Schwarz als Lila

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Inhaltsangabe zu „Mehr Schwarz als Lila“ von Lena Gorelik

Mit siebzehn ist das Leben kompliziert. Alex trägt lieber Schwarz als Lila, ihr Vater schweigt die meiste Zeit, und ein Papagei soll ihr die Mutter ersetzen. Die besondere Freundschaft mit Paul und Ratte ist das, was Alex an ihrem Leben liebt. Die gefühlte Eintönigkeit lassen die drei in Mutspielen hinter sich, bei denen es keine Grenzen gibt. Und dann taucht Johnny Spitzing auf, der junge Referendar, den sogar Alex gut findet. Auf der Klassenfahrt nach Polen jedoch macht Johnny ihr klar, dass sie nur seine Schülerin ist; Ratte, die sich verliebt hat, entfernt sich; und ihr bleibt nur noch Paul, den Alex, von tausend Gefühlen überrannt, küsst – am unpassendsten Ort der Welt, in Auschwitz. Jemand fotografiert, das Bild geistert durchs Netz, und plötzlich reden alle über Alex und die Jugend von heute, der Papagei entfliegt, Paul verschwindet, und Alex erkennt: «Das ist jetzt mein Film, und das Leben muss ich ganz alleine steuern.» Lena Gorelik erzählt von einer überforderten Siebzehnjährigen, die der Welt mit Witz und einer Spur notwendigem Stolz gegenübertritt. Wie nebenher wirft sie Fragen auf – wie kann man Erinnerung vermitteln, wie frei kann man sein? Vor allem aber geht es ums Erwachsenwerden und um die Bilder, die wir von uns selbst und anderen haben. Ein packender, jugendlich glühender Roman für jüngere wie für erwachsene Leser.

Wortgewaltig und emotional! Dieses Buch versprüht einen schrägen Charme, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte.

— miro76
miro76

Großartige Erzählkunst gepaart mit einer mitfühlenden Geschichte; Lena Gorelik hat es mal wieder geschafft mich zu begeistern!

— Tigerkatzi
Tigerkatzi

Eine an sich banale Pubertätsgeschichte, wie sie das Leben schreibt. Sprachlich jedoch herausragend und mit emotionaler Wucht erzählt.

— leselea
leselea

schönes buch, aber an "null bis unendlich" kommt es leider nicht heran.

— ju_theTrue
ju_theTrue

Eine Geschichte über Freundschaft, die Liebe und Oxymora. Herausragende Sprache!

— PaulaAbigail
PaulaAbigail

Eine Geschichte mit Wucht, über die ich nachdenke, die mich forderte, die mir teils unerträglich war und in seiner Intensität überwältigte.

— buchstabentraeumerin
buchstabentraeumerin

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Tolles & spannendes Buch, das ich weiterempfehlen kann. Leider etwas abruptes Ende.

Jinscha

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  • Im Spiel verraten wir, wes Geistes Kind wir sind. (Ovid)

    Mehr Schwarz als Lila
    miro76

    miro76

    14. September 2017 um 21:42

    „Es gibt Fehler im Leben, dir man nicht wiedergutmachen kann. Obwohl man alles dafür tun würde.“Alex, Paul und Ratte. Drei revoltierende Teenager, die sich unverstanden fühlen und mit ihren siebzehn Jahren versuchen, die Welt, das Leben und die Liebe zu verstehen.Sie fühlen sich unverstanden, ungehört und immer wieder auch einsam. Sie sind einander Familie, beste Freunde und Zeitvertrieb. Sie spielen Spiele wie „Stell dir mal vor“ oder „Du wirst die doch trauen“ oder „Ist mir doch egal“, in denen sie in ihre eigene Welt eintauchen. Eine Welt, die noch nicht ist. Sie treiben sich gegenseitig an die Grenzen und darüber hinaus. Es geht um Macht.„Um der Langeweile zu entkommen, spielten wir manchmal Spiele. Ratte, Paul und ich. Wir spielten Spiele, um zu spüren und zu fliehen, aber wir sagten fliegen dazu. Wir spielen, um zu fliegen.“               (S. 33)Und dann kommt Herr Spitzing als Referendar in die Klasse. Dieser Lehrer ist ganz anders. Er setzt sich mitten unter die Schüler, er lässt sie fünf Minuten alles was ihnen durch den Kopf geht schreiben, er fordert sie heraus. Er beginnt sich auch privat mit dem Trio zu treffen. Die Freunde sind ungewöhnlich und er gefällt sich in seiner Rolle. Bis auch er mit ihnen ein Spiel spielt, das alle Grenzen überschreitet.Lena Gorelik hat hier einen ungewöhnlichen Roman geschrieben. Der Stil ist etwas gewöhnungsbedürftig. Einerseits wird erzählt, andererseits wird jemand angesprochen. Das hat mich anfangs sehr verwirrt, aber schon bald hat mich der schräge Charme dieses Buches in seinen Bann gezogen. Das Buch lebt von Wortspielen und Wortklaubereien. Ich liebe das!Von der Geschichte darf eigentlich nicht zu viel verraten werden. Ich hatte zum Glück nicht mal den Klappentext gelesen und daher war das Buch auch richtig spannend für mich. Dieses Buch ist Vieles! Es ist ein Coming-of-Age Roman, der sich sehr einfühlsam mit den Widrigkeiten des Erwachsenwerdens beschäftigt. Es ist ein Jugendbuch, mit Teenagerproblemen, es ist aber auch eine Sammlung für Wortspielereien, Oximora, Alliterationen…Aber vor allem versprüht dieses Buch einen ganz eigenen Charme, dem ich mich nach wenigen Seiten nicht mehr entziehen konnte. Eine absolute Leseempfehlung!„Stell dir mal vor, diese Geschichte kannst du niemandem erzählen, niemandem auf der Welt, weil davon Freundschaften abhängen, und von diesem Freundschaften hängt dein Leben ab. Stell dir vor, die Zusammenhänge sind so einfach, obwohl es pathetisch klingt.“ (S. 145)

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  • LovelyBooks Romane-Challenge 2017: Die Challenge mit Niveau

    aba

    aba

    LovelyBooks lädt im neuen Jahr wieder zu spannenden Challenges ein.Und auf euch warten tolle Gewinne.Die anspruchsvolle Gegenwartsliteratur ist 2017 wieder dabei!Liest du gerne Bücher mit Niveau?Dann ist diese Challenge genau das Richtige für dich.15 anspruchsvolle Romane möchten wir vom 01.01.2017 bis 31.12.2017 lesen.Es gelten Bücher - Gegenwartsliteratur -, die in diesem Zeitraum erscheinen (Ersterscheinungen) und an diesem Beitrag angehängt sind.Auch Neuauflagen – 2017 erschienen - von Klassikern.Die Regeln: Melde dich mit einem kurzen Beitrag hier im Thread an. Einstig ist jederzeit möglich. Und du kannst dich jederzeit wieder abmelden. Du verpflichtest dich zu nichts. Schreibe bitte zu jedem Buch, das du für die Challenge gelesen hast, eine Rezension bei LovelyBooks, und verlinke diese in einem einzigen Beitrag in diesem Thread. Dieser Beitrag, wird von mir unter dem entsprechenden User-Namen in der Teilnehmerliste verlinkt. Das wird dein Sammelbeitrag für deine Rezensionen sein. Es gelten nur Bücher, die an diesem Beitrag angehängt sind! Bitte beachten: Die Liste der Bücher erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Nimmst du die Herausforderung an? Unter allen Teilnehmern, die es schaffen, 15 Romane mit Niveau bis zum 31.12.2017 zu lesen und zu rezensieren, wird ein tolles Buchpaket verlost.Natürlich mit den passenden Büchern zum Thema. Ich freue mich auf viele Anmeldungen! Teilnehmer: AgnesM aljufa Ancareenanneschuessler anushka Arietta ArizonaAspasia ban-aislingeachbanditsandra Barbara62 blaues-herzblatt BookfantasyXY bookgirl Buchina Buchraettinc_awards_ya_sin CaroasCaro_LesemausCornelia_Ruoff Corsicana Curin cyrana czytelniczka73 dia78 DieBerta Dionemma_vandertheque erinrosewell Federfee Flocke86 Fornika Frau_J_von_T Gela_HK Ginevra Gruenentegst Gwendolina hannelore259 imitas Insider2199 Isaopera jenvo82 JoBerlin kalestraKatharina99 katrin297Katze21 krimielse lesebiene27 leselea LibriHolly maria1 Maritzel marpije Mercado Miamou Mira20 miro76  miss_mesmerized moni_lovesMotte_muqqel Nane_M naninka Nilonce-upon-a-time parden Petris Pocci Sandra_Halbesar89 schokoloko29 serendipity3012 SikalSimi159 sofie solveig SorR StefanieFreigericht Sumsi1990 suppenfee Susibelle TanyBee Tinchen07 TochterAliceulrikerabe vielleser18 Weltensucher Xirxe xlxn Yolande

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    • 1702
  • "Freiheit, Freunde, wir." (S. 16)

    Mehr Schwarz als Lila
    leselea

    leselea

    27. April 2017 um 18:02

    Diese Geschichte ist lang, und sie ist kurz, sie ist verwirrend und vertrackt, verworren ist sie auch, und manch einer würde vielleicht sagen, sie ist verrückt, aber ich nicht. (S. 18) Alex, Paul und Ratte sind siebzehn Jahre alt und so besonders und gleichzeitig stinknormal, wie man in diesem Alter nur sein kann: Alex trägt nur Schwarz und hat einen Papagei statt einer Mutter, Paul liebt es zu schweigen und sammelt komplizierte Wörter und Ratte mit ihren wilden Rastern schmiert für alle Pausenbrote und strickt den Freuden warmen Schals. In ihrer Freizeit spielen die drei am liebsten Spiele wie „Du wirst dich doch trauen…“, „Ist mir doch egal…“ und „Stell dir mal vor…“, in denen sie ihre Macht testen und bis an die Grenzen gehen. Doch als der neue Referendar Herr Spitzinger irgendwie Teil der eingeschworenen Gemeinschaft wird, läuft die Sache aus dem Ruder: Bei einer Klassenfahrt in Polen geht Alex zu weit, Herzen brechen, Freundschaften gehen kaputt und es kommt zu einem Kuss am unpassendsten Ort der Welt – Ausschwitz-Birkenau… Die Geschichte, die hier passiert, wer liebt hier wen, ist zu simpel, als dass sie eine Rolle für die Geschichte spielen könnte. (S. 214) Lena Goreliks Roman Mehr Schwarz als Lila ist ein Roman über ein Thema, das wir alle gut kennen: die Pubertät. In keiner Zeit fühlen wir uns so sehr wie die Bezwinger dieser Welt und gleichzeitig wie ihre größten Verlierer, jede Verliebtheit wird zur größten Liebe seit Menschengedenken erklärt und Freundschaften halten bis in den Tod und darüber hinaus. Diese Überzeugungen teilen auch Alex und ihre Freunde: Gemeinsam warten sie auf die Zukunft, schleppen sich durch die Schule – die lästigste Nebensache der Welt – und sehnen sich nach dem Sommer, der nach Freiheit und Selbstverwirklichung schmeckt. Lena Gorelik entwirft authentische Bilder, in die sich jugendliche wie erwachsene Leser schnell einfühlen können, die Erinnerungen wachrufen und nostalgische Melancholie erzeugen. Denn so wie Alex, Paul und Ratte haben wir alle mal gefühlt und jeder – das wird bei der Lektüre noch einmal deutlich – musst einmal durch diese Irrungen und Wirrungen der Adoleszenz. Die Geschichte ist ein Ich, sie ist ein Du, und sie ist Er nicht, und sie ist ein bisschen ein Vielleicht. (S. 19) Es ist im Grunde eine banale Geschichte, die in Mehr Schwarz als Lila erzählt wird. Und wenn man sich lediglich den Klappentext durchliest und Lena Gorelik nicht kennt, kommt man schnell auf den Gedanken, es handele sich bei dem Roman um ein typisches Jugendbuch und nicht um anspruchsvolle Belletristik. Doch schon mit der Lektüre der ersten Seiten wird man eines Besseren belehrt: Gorelik arbeitet sich in ihrem jüngsten Roman auf virtuose Weise an der deutschen Sprache ab. Auf knapp 250 Seiten spielt sie mit Worten, ihren Bedeutungen und ihrem Klang. Immer wieder fügt sie rhetorische Figuren in ihren Text ein und lässt die Protagonisten darüber sinnieren. Ihr Stil simuliert Mündlichkeit, kommt dabei aber pointiert und zielgenau daher. „Poetry-Slam in Romanform“ drängte sich mir als Gedanke immer wieder auf und verdeutlicht meiner Meinung nach gut, wie man sich die Leseerfahrung bei Mehr Schwarz als Lila vorstellen kann. Goreliks Stil kontrastiert mit dem Inhalt der Geschichte und passt doch haargenau: Sicherlich ist er manchmal zu artifiziell und wirkt nicht immer realistisch. Allerdings gelingt es ihm auf wunderbare Wise das Suchende und Haltlose der Pubertät einzufangen und den objektiv nichtigen Ereignissen die Bedeutung zukommen zu lassen, die sie in der Welt der Protagonisten einnimmt. Hier und da weist das Buch trotz seiner Kürze einige Längen auf. Auch verschwindet der Inhalt manchmal zu sehr hinter der Sprache. Insgesamt jedoch ein Buch, das ich sehr gerne gelesen habe und bei dem ich besonders die Sprache genossen habe. 4 Sterne!

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    • 3
  • Geh nicht zu weit!

    Mehr Schwarz als Lila
    Federchen

    Federchen

    14. April 2017 um 18:34

    Alex ist 17. Alex ist Halbwaise. Sie hat zwei beste Freunde. Paul und Nina, die Ratte genannt werden will. Alex trägt am liebsten schwarze Klamotten und hat das Gefühl, ihr Leben ist viel komplizierter als das der Anderen. Ihr Vater tut dies mit der Nüchternheit eines Erwachsenen ab. Um sich lebendig zu fühlen, spielen die drei ein paar Mutspiele. Immer soweit, bis sie kurz vor einer Grenze stehen. Dann lernen sie Johnny kennen, der eigentlich ganz anders heißt, aber einen "Decknamen" erhält, weil er Referendar an der Schule des Trios ist. Alex ist begeistert von ihm und auf einer Klassenfahrt spielen die vier ein gemeinsames Spiel. Doch es endet anders, als erwartet, denn Alex bleibt nicht stehen, sondern überschreitet dabei eine Grenze..."Mehr Schwarz als Lila" aus der Feder der Autorin und Journalistin Lena Gorelik ist ein Roman über Freundschaft, erste Liebe und Vertrauen. Es ist aber auch ein Roman, dessen Protagonistin eine Grenze überschreitet, derer sie sich zu spät bewusst wird. Der Roman zeigt auf, wie schwer es ist, sich in der Pubertät zurecht zu finden, wie sehr man daran arbeitet, das Richtige zu tun und wie schnell man daran scheitern kann. Lena Goreliks Schreibstil passt perfekt zu der jugendlichen Zerrissenheit ihrer Hauptfigur. In zackiger Art und Weise schießt man quasi durch einen Teil des Lebens von Alex und kann ihr so bis in ihre Gedanken folgen. In kurzen, schnörkellosen, ungeschönten aber treffenden Sätzen öffnet sich dem Leser die Welt einer 17jährigen. Lena Gorelik schreibt in der Ich- Perspektive, was zur Folge hat, dass man sich der Protagonistin besonders mitfühlend nähern kann. Doch auch die Nebencharaktere sind sehr gut ausgearbeitet und ergeben so ein stimmiges Gesamtbild.Verrät der Titel bereits etwas über die Protagonistin, so ist man beim Cover zunächst verwirrt. Farblich scheint dies nichts mit den Worten gemein zu haben. Doch wer aufmerksam den Plot verfolgt, der wird auch hier erkennen, wie perfekt sich die Federn des Papageis einfügen. "Mehr Schwarz als Lila" ist ein Roman, den ich nicht unbedingt als leichte Urlaubslektüre benennen würde, aber es ist ein Roman, der den Leser fordert, zum Nachdenken anregt und vor allem mitfühlend ist. Es ist eine Geschichte, die sich flüssig liest und bei der man sich möglicherweise sehr gut an die Zerrissenheit in der eigenen Pubertät erinnern kann, wie sehr man sich selbst und andere hinterfragt hat, wie sehr man versucht hat, das Leben zu verstehen. All die oben genannten Punkte machen es mir leicht, eine klare Leseempfehlung zu geben und zu hoffen, dass der Roman den Weg in viele Bücherregale finden wird.(c) buchgefieder.blogspot.com

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  • Drei Freunde, ein Referendar und Spiele, die an ihre Grenzen stoßen

    Mehr Schwarz als Lila
    Nabura

    Nabura

    24. February 2017 um 19:51

    Alex ist siebzehn und hat seit sechs Tagen das Haus nicht mehr verlassen, denn Paul ist verschwunden und Ratte redet nicht mehr mit ihr. Dabei gab es eine Zeit, in der die drei unzertrennlich waren. Doch plötzlich ist nichts mehr vor vorher. Ein neuer Referendar kommt an die Schule, zu dem sich Alex hingezogen fühlt. Und auch Ratte verliebt sich und hat plötzlich weniger Zeit für sie. Alex handelt zunehmend intuitiv und ohne nachzudenken und hält an den Spielen fest, die sie, Ratte und Paul doch schon immer gespielt haben. Doch irgendwann stößt jedes Spiel an seine Grenzen… Cover und Titel des Buches scheinen farblich auf den ersten Blick nicht zusammenzupassen, ihre Bedeutung wird beim Lesen aber schnell klar. Das Cover des Buches zeigt ein rot-grünes Gefieder und spielt auf Alex‘ Papagei an, den ihr Vater ihr vor neun Jahren kurz nach dem Tod ihrer Mutter geschenkt hat. Der Titel bezieht sich auf ihre Vorliebe, ausschließlich schwarz zu tragen und damit verbundene Diskussionen mit ihrer besten Freundin Ratte, ob ihre Hose nun eher dunkellila oder schwarz ist. Doch bevor man das und noch viel mehr über die Protagonistin erfährt, lernt man sie zu Beginn des Buches in einem Moment kennen, in denen sie sich emotional im freien Fall befindet. Um zu erklären, wie es so weit kommen konnte, springt die Ich-Erzählerin einige Monate in die Vergangenheit. Hier lernt der Leser Alex, Ratte und Lena als verschworenes Dreiergespann kennen. Sie verbringen ihre Zeit meistens gemeinsam. Wenn ihnen langweilig ist, dann spielen sie Spiele wie „Stell dir vor“, in denen sie sich gegenseitig zu übertreffen versuchen. Doch dann wird alles anders, denn ein neuer Referendar unterrichtet die Klasse und lädt die drei bald ein, mit ihm eine Ausstellung zu besuchen. Er, den Alex im Buch nur als „Du“ anspricht, trifft sich fortan häufiger mit den dreien. Alex fühlt sich immer stärker zu ihm hingezogen, handelt ohne nachzudenken und muss sich mit den unerwarteten Konsequenzen auseinandersetzen. Ich erlebte Alex als authentische Protagonistin, die sich mitten im Erwachsenwerden befindet und sich von ihren Gefühlen leiten lässt. In literarischer Sprache beschreibt sie, was in ihr vorgeht. Dabei macht sie großzügig Gebraucht von Stilmitteln, denn schließlich sind sie die Verbindung zu ihm, der sie in Deutsch unterrichtet. Oft verfällt sie auch ins Stakkato oder erinnert sich an Songtexte, die ihre Gedanken wiederspiegeln. Nach einer Eingewöhnungsphase konnte ich mich gut auf diese ungewöhnliche Sprache einlassen und sie wurde für mich zunehmend zur Stimme von Alex. Mit Alex‘ Worten vor Augen konnte ich gut nachvollziehen, wie es so weit kommen konnte, dass sie sich privat mit einem Referendar trifft und Gefühle für ihn entwickelt. Dieses brisante Thema verarbeitet die Autorin behutsam und unaufgeregt, sodass der Fokus darauf lag, welchen Einfluss Alex‘ Gefühle und auch die von Ratte und Paul auf ihre Freundschaft haben. Ich muss aber sagen, dass die drei auf mich eher wie Schüler von vor zehn, zwanzig Jahren als wie von heute wirkten. Ihr Verhalten empfand ich oft eher als typisch für die Jugend der 90er / 2000er als der heutigen Zeit. Durch wenige Verweise wie die Jagd auf Pokemon wurde die Handlung aber im Hier und Jetzt fixiert, wodurch für mich ein etwas unstimmiger Eindruck entstand.  Die Handlung spitzt sich schließlich zu. Das Chaos in Alex‘ Innerem treibt sie zu immer impulsiveren Handlungen, die Grenzen testen und schließlich überschreiben. Ein mittels Foto festgehaltener Moment ist es schließlich, der Alex emotionales Kartenhaus in sich zusammenstürzen lässt. Hier findet man sich schließlich in der zu Beginn des Buches geschilderten Situation wieder und die Geschichte wird zu einem Abschluss geführt, der mich berühren konnte und dessen Botschaft ich als sehr stimmig und passend erlebte. „Mehr schwarz als lila“ erzählt die Geschichte von Alex, ihren beiden besten Freunden und einer Menge Gefühlen, die alles durcheinander bringen. Die ungewöhnliche, mit Stilmitteln beladene Sprache wurde für mich bald zu Alex Stimme, die von Freundschaft, Liebe und dem Erwachsenwerden erzählt. Eine ruhige und zugleich starke, authentische Geschichte, die ich sehr gern weiterempfehle.

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  • Coming-of-Age, kantig, intensiv und fordernd

    Mehr Schwarz als Lila
    buchstabentraeumerin

    buchstabentraeumerin

    22. February 2017 um 18:39

    „Diese Geschichte ist lang, und sie ist kurz, sie ist verwirrend und vertrackt, verworren ist sie auch, und manch einer würde sagen, sie ist verrückt, aber ich nicht.“ (Seite 18) Wenn ich über „Mehr Schwarz als Lila“ schreibe, muss ich mit dem Schreibstil beginnen. Denn er ist es, der die Story meiner Ansicht nach ausmacht. Der Schreibstil steht für die Gedankenwelt von Alex, jugendlich, manchmal widersprüchlich, unfertig und kantig, aber auch für die „vertrackte“ Geschichte, wie Alex es formuliert. Alex hat einen besten Freund, Paul, und eine beste Freundin, Ratte. Die drei sind unzertrennlich. Sie möchten sich von der Masse abheben, eigenständig sein, sie sind getrieben von dem Wunsch, individuell zu sein. Sie leben diesen Drang in verrückten, gewagten Spielen aus, die sie an ihre persönlichen Grenzen und die Grenzen ihrer Freundschaft treibt. In einem dieser Spiele geht Alex schlussendlich zu weit, und davon berichtet sie in abgehackten, teils unfertigen Sätzen, sie spricht frei heraus und unreflektiert. Ihr Bericht ist roh, voller Gedankensprünge und liest sich enorm holprig. Vor allem, wenn Lena Gorelik teilweise komplett gegensätzliche Aussagen mit einem „und“ verknüpft, wird es kompliziert. Die Autorin entwirft in ihrem Buch ein fragiles Bild von Freundschaft und geht der Frage nach, was passiert, wenn Liebe Platz in einer engen Freundschaft einfordert. Welche Dynamiken werden dann losgetreten? Grundsätzlich passiert in „Mehr Schwarz als Lila“ nicht viel, zumindest nicht, was die Handlung betrifft. Sie entsprach daher auch nicht meinen Erwartungen. Zwischenzeitlich wurde mir durch den Schreibstil sogar zu viel Bedeutung in Nichts gelegt.  Doch in Alex drin passiert dafür umso mehr. Was in ihrem Inneren, in ihrer Gedankenwelt, geschieht, war intensiv und aufwühlend. Ich war geradezu fieberhaft damit beschäftigt, ihr Verhalten zu interpretieren, und ehe ich es mich versah, begann ich ihre Handlungen und Worte zu analysieren, ganz so wie früher im Deutschunterricht. Wie gerne hätte ich tatsächlich eine Arbeit über dieses Buch geschrieben, kein Buch hat mich seit langem so sehr dazu angeregt. Charaktere „Dazwischen sind diese Blicke, von denen ich mir nicht sicher bin, ob ich nicht zu viel aus ihnen ziehe, und ob das Ziehen nicht nur ein hilfloser Versuch ist, ein Gefühl zu finden.“ (Seite 156) Alex ist kein sympathischer Charakter. Tatsächlich wurde sie mir im Laufe des Buches immer unsympathischer. Sie ist egoistisch und unsensibel, und ihr Verhalten hat mich teilweise richtig wütend gemacht. Gleichzeitig ist sie aber auch Träumerin, die Halt braucht und sich nach Liebe sehnt, und beides auf verschiedenen Wegen sucht. Da sind einerseits ihre Empfindungen für den Referendar, aber auch ihre Freundschaft zu Ratte und Paul. Was den Charakter von Alex ausmacht, ist aber sicherlich ein großer Interpretationsfreiraum. Lena Gorelik hat Alex nicht in Stein gemeißelt, vielmehr wird sich jeder Leser ein eigenes Bild von ihr machen können, zwischen den Zeilen lesen und seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen können. Das finde ich einen enorm spannenden Ansatz. Ratte und Paul hingegen wirken im Vergleich sehr fertig. Sie tragen sich weniger mit Zweifeln herum als Alex. Natürlich haben auch sie ihre Probleme, die Familien sind nicht perfekt, aber welche sind das schon? Von allen war mir Paul der sympathischste Charakter im Buch. Er ist ruhig, nachdenklich und feinfühlig. Fazit „Mehr Schwarz als Lila“ ist keine Geschichte, von der ich sagen kann: die habe ich gerne gelesen, sie gefiel mir gut. Doch es ist eine Geschichte mit Wucht, über die ich nachdenke, die mich forderte, die mir teils unerträglich war und in seiner Intensität überwältigte.

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