Lena Gorelik Null bis unendlich

(15)

Lovelybooks Bewertung

  • 24 Bibliotheken
  • 3 Follower
  • 0 Leser
  • 5 Rezensionen
(7)
(5)
(3)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Null bis unendlich“ von Lena Gorelik

Fünfzehn Jahre lang hat Nils nichts von Sanela gehört. Dem wilden Mädchen, das aus Jugoslawien kam und im Krieg die Eltern verloren hatte. Beim ersten Wiedersehen weiß Nils sofort, wie sehr sie ihm all die Jahre gefehlt hat. Zusammen mit Sanelas Sohn, der wie Nils die Zahlen liebt, bilden sie bald eine Art Familie. Aber Sanela macht es Nils immer noch nicht leicht. Sie hat ihn auch nicht zufällig kontaktiert, denn sie ist sehr krank.

Stöbern in Romane

Die Melodie meines Lebens

Die ersten 190 Jahren - naja - die letzten 50 Seiten haben dann aber zur Rettung der Geschichte beigetragen

Kelo24

Wer hier schlief

Eine schmerzhafte, fesselnde Odyssee

Gwenliest

Caroline hat einen Plan

ganz unterhaltsam zu lesen, aber trotzdem habe ich mir mehr erwartet

vronika22

Winterengel

In meinen Augen das bisher beste Buch von Corina Bomann. Märchenhaft weihnachtlich

spozal89

Menschenwerk

Insgesamt ist dieser Roman ein Werk von ungeheurer atmosphärischer Dichte, das einen gnadenlosen Blick auf das Wesen 'Mensch' gewährt.

parden

Wie der Wind und das Meer

ein wunderbares Buch über die Liebe in einer schweren Zeit

hoonili

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Was hält Liebe aus?

    Null bis unendlich

    bibliotaph

    15. February 2016 um 20:52

    Die jugoslawische Kriegswaise Sanela und der hochintelligente Nils Liebe lernen sich 1992 als Teenager kennen, als ihre Lehrerin sie im Unterricht nebeneinander setzt und Nils bittet, sich um Sanela zu kümmern, die kaum Deutsch spricht. Es entwickelt sich eine ungewöhnliche Freundschaft zwischen Nils Liebe, der sich den Menschen aufgrund seiner Intelligenz überlegen und sich von seinen Eltern unverstanden fühlt und Sanela, die bei ihrer ungeliebten Tante lebt und ihre ständige Wut an sich selbst auslässt. "Sanela kannte Wut nur als Gefühl der Maßlosigkeit, wenn sie wütend wurde, waren es sogar ihre Haare, die abstehenden Ohren liefen rot an, ihre Stimme musste die Welt übertönen, ihr Herz hämmerte, ihr Blut pulsierte, dass die Finger zitterten. Meistens war diese Wut nach innen gerichtet, Sanela hasste sich selbst. Auch für alles, was andere taten. Das wird mit der Zeit vergehen. Gefühle lassen sich auch umkehren. Man kann zum Beispiel auch andere hassen, für das, was man tut." Sanela beschließt, mit Nils Liebe nach Jugoslawien zu fahren, um das Grab ihres verstorbenen Vaters zu suchen (ihre Mutter war schon sehr viel früher an Krebs gestorben). Da Sanela Sanela ist und Nils das tut, was sie ihm sagt, fahren die beiden Jugendlichen ins Kriegsgebiet, ihre Suche nach dem Grab verläuft aber erfolglos. Zurück in Deutschland, nach einem missglückten Selbstmordversuchs Sanelas und dem darauf folgendem Umzug, trennen sich erst mal ihre Wege. 15 Jahre später schreibt Sanela, inzwischen Mutter eines Sohnes namens Niels Tito und an einem Hirntumor erkrankt, Nils Liebe einen Brief. Die beiden treffen sich und beginnen so etwas wie eine Beziehung. Ich habe mir das Buch aufgrund der positiven Besprechung von Christine Westermann bei WDR2 Bücher gekauft und wurde nicht enttäuscht. Obwohl ich nur in einigen Passagen Sympathie oder Verständnis für die Protagonisten empfand, habe ich es mit Begeisterung gelesen. Zu Beginn, als Sanela kaum Deutsch spricht, vertiefen sie ihre Beziehung, indem sie sich in dem Bücherladen des kleinen Ortes die Romane zeigen, die sie gelesen haben- um sich zu verständigen, brauchen sie nicht viele Worte. Meistens bestimmt Sanela, was sie tun, wie zum Beispiel die Reise in ihre Heimat. Auch als sie sich als Erwachsene wieder treffen, hat sich daran nicht viel geändert- Sanela bestimmt den Ablauf ihrer Beziehung und Nils Liebe richtet sich danach. Sanela und Nils brauchen auch jetzt nicht viele Worte aneinander zu richten, "Bei allem, was war, bei allem, was ist, bei allem, was sein wird, wissen sie, wer sie sind, und brauchen dafür keine Worte." Leider ist dieses Glück nur von kurzer Dauer, da Sanela in den 15 Jahren, die seit ihrem ersten Treffen vergangen sind, ihre Wut nicht mehr nur gegen sich selbst richtet, sondern ihre Umgebung verletzt. Sie verletzt meist mit Worten und Taten, auch wenn Nils Liebe eine physischer Gewaltausbruch lieber gewesen wäre als ihre verletzenden Worte. Aber Nils bleibt bei ihr, obwohl er selber nicht so genau weiß, warum. Dem ein oder anderen Leser mag dies zu konstruiert wirken, aber meiner Meinung nach ist Nils Verhalten schlüssig- erst als er mit Sanela zusammen ist, beginnt er überhaupt etwas zu fühlen und er fühlt sich ihr nicht überlegen wie den meisten anderen Menschen. Nils Liebe war, bis Sanela kam, ein Einzelgänger, der zwar beruflich erfolgreich, aber nicht in der Lage war, sich in die Gefühlswelten anderer hineinzuversetzen und sich oft unverstanden gefühlt hat.  Sanela jedoch scheint unfähig zu sein, Liebe zu spüren (nach ihrer Aussage liebt sie nur ihren Sohn und ihren Vater), sie schlägt verbal wild um sich, wenn zu viel Nähe entsteht, selbst ihr zehnjähriger Sohn Niels Tito wird nicht von ihr verschont. Sie ist, wahrscheinlich bedingt durch ihre traumatischen Kindheitserlebnisse, ein schwieriger Charakter, mit dem ich mich nicht anfreunden konnte. Nichtsdestotrotz hat mir der Roman sehr gut gefallen - Goreliks klare, unaufdringliche Sprache, der ständige Wechsel der Perspektiven und die kurzen Zeitsprünge in die nahe Zukunft machten dieses Buch für mich zu einem Leseerlebnis, das mich nicht nur zum Nachdenken angeregt, sondern mich auch mit Sätzen wie "Ich liebe dich nicht, weil, und nicht, obwohl, sagte ich, ich liebe dich nur."  berührt hat.

    Mehr
  • Null bis unendlich

    Null bis unendlich

    sofie

    24. October 2015 um 17:05

    „Und dann der andere: Der Gefühle dachte und sie selbst im Kopf nur mit einer gehörigen Portion Zynismus ertrug. Der Einsamkeit nicht kannte, obwohl er die meiste Zeit seines Lebens alleine gewesen war. Der Hoffnung empfand, wenn Menschen ihn nach einer Stunde noch nicht langweilten.“ (S. 169) Nachdem mich schon „Die Listensammlerin“ von Lena Gorelik restlos begeistert hatte, hab ich mich sehr auf „Null bis unendlich“ gefreut und ich wurde nicht enttäuscht. Mit ihrer klaren Sprache schafft es die Autorin wieder, einen völlig in die Geschichte einzusaugen und einem die beiden Protagonisten, Sanela und Nils Liebe, sehr nah zu bringen. Immer wieder hab ich mir besonders schöne Sätze herausgeschrieben oder einen Absatz mit Genuss noch einmal gelesen. Das hatte den Vorteil, dass ich so das Ende des Buchs noch ein wenig hinauszögern konnte, denn ich wollte nicht, dass es vorbei ist. Worum geht es? Es ist die Geschichte zweier Außenseiter bzw. im zweiten Teil sind es schon drei Außenseiter. Sanela und Nils lernen sich mit 14 kennen, als sie als Flüchtlingskind aus dem zerfallenden Jugoslawien in seine Klasse kommt. Nils ist intelligenter als seine Klassenkameraden und die meisten langweilen ihn vor allem. Doch Sanela stellt für ihn eine Herausforderung dar. Als Erwachsene treffen sich die beiden wieder und aus der ungewöhnlichen Freundschaft wird so etwas wie Liebe, aber eigentlich nicht wirklich. Der Roman ist auch alles andere als ein Liebesroman, denn Kitsch verachten sie alle beide. Sanela hat mittlerweile einen Sohn, Niels-Tito, und auch er ist kein gewöhnliches Kind. Wie schon „Die Listensammlerin“ ist auch der neue Roman von Lena Gorelik kein Buch, das man zuklappt und denkt „das Leben ist schön“. Aber gerade das hat mir auch hier wieder sehr gefallen. Ein brillantes Buch, das von mir eine uneingeschränkte Leseempfehlung bekommt!

    Mehr
  • Eine ungewöhnliche Frau

    Null bis unendlich

    Loukia

    24. October 2015 um 16:28

    In der Schule waren sie unzertrennlich – der hochbegabte Nils Liebe und die aus Jugoslawien geflohene Sanela. Bis Sanela plötzlich verschwand. Fünfzehn Jahre später tritt sie erneut in Nils Liebes Leben und die beiden werden ein Paar. Doch es gibt einen Grund, warum Sanela gerade jetzt den Kontakt aufgenommen hat: Sie hat einen kleinen Sohn und sie ist todkrank. Dieser Roman fasziniert durch seine ungewöhnlichen Hauptpersonen und ihre fragile Beziehung und besonders durch die klare, pointierte, prägnante Sprache der Autorin. Ein Buch, das man so schnell nicht wieder vergisst!

    Mehr
  • Drei, die sich gefunden haben

    Null bis unendlich

    Ginevra

    18. October 2015 um 20:08

    Nils Liebe (er heißt wirklich so) ist 14, hochbegabt und sehr einsam - bis eines Tages das "Kriegskind" Sanela in seine Schulklasse kommt. Ihre Mutter starb an einer Lungenerkrankung, der Vater ist im Serbien-Krieg gefallen. Nils bringt Sanela Deutsch bei - sie saugt die Sprache auf, freut sich über schöne Wörter - und bekommt Wutausbrüche, wenn ihr etwas unlogisch erscheint. Nils liebt Literatur, Mathematik - und Sanela. Doch Sanela verschwindet ohne ein Wort. Nach einem Suizidversuch wird sie in einem Schweizer Sanatorium behandelt und kehrt nicht mehr zurück. Erst 25 Jahre später bekommt Nils ein Lebenszeichen: einen Brief, in dem Sanela ihn um ein Treffen bittet. Eine außergewöhnliche Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen nimmt ihren Lauf, bei der das Wort "Liebe" nicht ausgesprochen werden darf. Und dann ist da noch Niels-Tito, Sanelas 9-jähriger Sohn aus einer früheren Beziehung... zu dritt leben sie ein Familienleben, das unterschwellig von Sanelas Ängsten, ihren extremen Gefühlsschwankungen und verletzenden Worten torpediert wird. Oft liegt Nils am Boden - doch für Sanela und Niels-Tito steht er immer wieder auf. Bald kommt er hinter Sanelas Geheimnis... Lena Gorelik, bekannt von ihrem preisgekrönten Roman "Die Liestensammlerin", wurde 1981 in Leningrad/ Russland geboren. 1992 kam sie nach Deutschland - und lernte Deutsch, wie Sanela im vorliegenden Roman. Mir hat "Null bis unendlich" vor allem wegen der wundervollen, dichten, poetischen Sprache total in seinen Bann gezogen. Ich MUSSTE weiterlesen, wie hypnotisiert. Besonders gefielen mir die Passagen über Nils, der über außergewöhnliche Begabungen verfügt, sich mit allen Menschen langweilt - außer mit der hochemotionalen Sanela. "Das waren die zwei, und ihr Aufeinandertreffen hätte zu einer innigen, erfüllenden Verbindung führen können. Tat es aber nicht." "Stiessen sie in ihren Achterbahnfahrten mit voller Wucht zusammen, so gab es eine Explosion, von der sie zu lange zu zehren versuchten." An einigen Stellen weckten mich etwas deplaziert wirkende Kraftausdrücke aus der Trance. Lena Gorelik hat eben keine abstrakten Idealtypen geschaffen, sondern Persönlichkeiten, die ihren Weg suchen, mit allen Höhen und Tiefen. Fazit: ein dichtes, emotionales und intensives Leseerlebnis - von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine Leseempfehlung für alle, die sich nicht mit Platitüden abspeisen lassen.

    Mehr
  • Welche Grenzen gibt es? - Darf man sie überschreiten?

    Null bis unendlich

    isybooks

    22. September 2015 um 21:16

    Nils Liebe und Sanela lernen einander als Kinder in der Schule kennen. Er ist ein kluger Junger, der mit dem Unterrichtsstoff immer unterfordert ist und sie kann so gut wie kein Wort Deutsch. Sanela ist Jugoslawien und flüchtete während des Krieges nach Deutschland. Nils nimmt sich ihrer an und lehrt ihr die deutsche Sprache so gut es geht. Irgendwann beschließen sie mit dem Zug nach Zagreb zu fahren - es herrscht nach wie vor Krieg - um das Grab von Sanelas Vater zu finden. Die Beiden kehren jedoch ohne Erfolg nach Deutschland zurück und halten nun gezwungener Maßen Abstand zueinander. Dass sich Sanela versucht umzubringen bekommt Nils nicht mit.  Jahre später - Sanela hat bereits einen Sohn - schreibt sie einen Brief an Nils. Sie treffen sich wieder, er zieht bei ihr ein. Irgendwie führen sie eine Beziehung. Doch Nils weiß nicht, dass Sanela krank ist und sterben wird. Als er es aber herausfindet und die Krankheit immer schlimmer wird, ist es für die Beziehung der Beiden längst zu spät. Nils Liebe und Sanela sind Außenseiter - sie sind es gerne, denn sie haben ja einander. Sie sprechen nicht viel, denn sie können sich auch so verständigen. Ohne Worte. Sanela aber ist unglücklich und sehnt sich nach ihrem Vater. Er ist der Einzige und wird auch immer der Einzige bleiben, bei dem sie sich wohl und geborgen fühlte. Sie versucht sich zu töten, weil sie nicht mehr Sein will. Man kann sie jedoch retten und schickt sie in die Schweiz in eine Klinik. Sanela hatte einige Männer. Clemens, mit dem sie ein Kind hat - Niels-Tito - und den sie heiraten wollte, ist tot. Alle, die ihr wichtig sind oder zur Familie gehören sind tot. Außer Nils Liebe. Eben diesen trifft sie nach Jahren wieder und sie sind so wie immer. Sie sind Eins. Sie verstehen sich blind und auch Niels-Tito - der Junge, der die Elf liebt - kommt gut mit Nils aus. Aber Sanela überschreitet Grenzen - zerstört dabei alles auf ihrem Weg.  Hier möchte ich mit meiner Rezension enden, da ich nicht zu viel verraten möchte. Das Buch ist absolut lesenswert, sehr poetisch.  Ein Familiendrama über eine Familie, die keine ist.  Am Ende wirft sich mir jedoch eine Frage auf, die sich auch jeder Andere stellen wird: Hat Sanela Nils Liebe nur ausgenutzt, weil sie wusste, dass er ihren Sohn lieben würde oder hat sie Nils Liebe wirklich geliebt?

    Mehr
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks