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Chrisi

vor 3 Jahren

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Auf das neue Jugendbuch von Lena Hach hatte ich mich vor Erscheinen schon sehr gefreut, nachdem ich "Wanted. Ja. Nein. Vielleicht" schon mehrere Male gelesen habe und mittlerweile schon zu meinen Lieblingsbüchern zähle. Ich erwartete etwas ähnliches wie "Wanted": Ein lockerer Schreibstil, originelle Charaktere und eine Geschichte, die Spaß macht zu lesen. Doch leider wurde ich in meinen Erwartungen etwas enttäuscht.

Der Roman besteht hauptsächlich aus der Liebesgeschichte zwischen Till und Paula. Zwar spielen auch die Frage nach Tills Vater, der Schülerzeitungswettbewerb und auch Freundschaft eine Rolle, rücken jedoch eher in den Hintergrund.
Mir gefällt, dass Lena Hach die Geschichte wieder unmittelbar aus dem Leben gegriffen hat und dadurch sehr authentisch erzählt, somit fiel es mir als Leser leicht, in die Geschichte einzusteigen.
Bei der Liebesgeschichte zwischen Till und Paula bin ich schon etwas zweigespalten. Einerseits fand ich sie süß und es hat Spaß gemacht, sie zu lesen, andererseits war sie aber auch sehr vorhersehbar und einiges ging mir, vor allem zu Anfang, ein wenig zu schnell.
Der Konflikt mit Tills verschwundenem Vater spielt, wie schon gesagt, nur eine untergeordnete Rolle, allerdings passt hier der Verlauf der Handlung sehr gut und trägt dazu bei, dass die Geschichte realistisch bleibt.
Die Geschichte war mir oft eine Spur zu oberflächlich, hat mich aber manches Mal zum Schmunzeln oder laut Lachen gebracht, was ihr nochmal einen großen Pluspunkt einbringt.

In diesem Roman hat sich Lena Hach an einer außergewöhnlichen Perspektive versucht, nämlich aus der Sicht eines Mitschülers von Till und Paula. Am Anfang konnte ich mich sehr für die Idee begeistern und dachte, dass man dadurch mal eine neue Sicht auf die Protagonisten bekommen hätte, weil man als Leser auch nur das sehen könnte, was dieser Beobachter sieht, schnell legte sich die Begeisterung allerdings, denn im Wesentlichen war es einfach nur ein allwissender Erzähler, der auch in die Köpfe von Paula und Till "hineinschauen" konnte. Ich hätte es schöner gefunden, wenn die Autorin entweder rein beim allwissenden Erzähler geblieben wäre oder sonst wirklich nur aus der Sicht eines Beobachters geschrieben hätte, etwas dazwischen finde ich nicht so gelungen.

Zu den Charakteren habe ich auch wieder eine gespaltene Meinung.
Einerseits gefällt es mir wieder, wie originell Lena Hach die Charaktere gestaltet hat, sodass jeder seine ganz eigenen Charaktereigenschaften und Vorlieben hatte, die dem Leser im Kopf bleiben.
Leider wurde ich allerdings erst gegen Ende hin so wirklich warm mit Till und Paula. Anfangs war mir vor allem Paula manchmal ziemlich unsympathisch und hatte auch als einzige keine wirklich feste Persönlichkeit in meinen Augen, gegen Ende hin wurde das aber besser.
Ein großes Lob muss ich der Autorin aber vor allem für ihre Nebencharaktere aussprechen, denn diese sind wieder einmal grandios gelungen!

Der Schreistil Lena Hachs ist auch in diesem Jugendroman einfach und stellenweise in Jugendsprache gehalten. Teilweise hat sie mir mit dem jugendlichen Slang jedoch übertrieben und einige Stellen wirkten dadurch sehr gezwungen.
Insgesamt war das Buch leicht und flüssig zu lesen.

Fazit: Lena Hachs neues Jugendbuch hat mich leider etwas enttäuscht. Es war teilweise zu oberflächlich gehalten und die Autorin hat mit der Jugendsprache übertrieben, allerdings haben mir tolle Nebencharaktere und eine ordentliche Portion Humor auch eine Menge Lesespaß eingebracht!

Autor: Lena Hach
Buch: Zoom
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