Lena Klassen

 4.3 Sterne bei 778 Bewertungen
Autorin von Magyria - Das Herz des Schattens, Wild und weiteren Büchern.
Autorenbild von Lena Klassen (© Random House / Emanuela )

Lebenslauf von Lena Klassen

Mit ihren magischen Büchern begeistert sie ihre Leser: Lena Klassen wurde 1971 als Lena Schmidt in Moskau geboren. Sie studierte Literaturwissenschaft, Anglistik und Philosophie und promovierte 1999 an der Universität Bielefeld. Ihre Dissertation wurde ein Jahr später unter dem Titel »Arthur Machens phantastischer Raum« veröffentlicht. Sie selbst verfasste mehrere Fantasy-Romane, Romane und Kinderbücher. Ihr Debüt, den Fantasy-Roman "Der Todesadler", veröffentlichte sie 2001. 2008/09 erschien die beliebte Trilogie »Sehnsucht nach Rinland«, auch »Magyria - Das Herz des Schattens« wurde zu einem der Favoriten ihrer Leser. Klassen lebt mit ihrer Familie im ländlichen Westfalen.

Alle Bücher von Lena Klassen

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Buchformat:
Cover des Buches Magyria - Das Herz des Schattens (ISBN: 9783442268108)

Magyria - Das Herz des Schattens

 (206)
Erschienen am 18.04.2011
Cover des Buches Wild (ISBN: 9783931989798)

Wild

 (124)
Erschienen am 11.03.2013
Cover des Buches Eisblau ist die Liebe (ISBN: 9783440144961)

Eisblau ist die Liebe

 (59)
Erschienen am 06.08.2014
Cover des Buches Magyria  - Die Seele des Schattens (ISBN: 9783442268948)

Magyria - Die Seele des Schattens

 (57)
Erschienen am 21.01.2013
Cover des Buches Der Kuss des Wandlers (ISBN: 9783961730568)

Der Kuss des Wandlers

 (40)
Erschienen am 20.11.2017
Cover des Buches Mondlicht in deinen Augen (ISBN: 9783959914710)

Mondlicht in deinen Augen

 (38)
Erschienen am 26.02.2018
Cover des Buches Magyria - Der Traum des Schattens (ISBN: 9783442269303)

Magyria - Der Traum des Schattens

 (27)
Erschienen am 15.04.2013
Cover des Buches Das Geheimnis von Cliff Manor (ISBN: B00DQVXAJ8)

Das Geheimnis von Cliff Manor

 (25)
Erschienen am 01.01.2013

Interview mit Lena Klassen

Interview mit Lena Klassen von LovelyBooks, Mai 2011

1) Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ich habe schon immer geschrieben. Sobald ich als Kind die Schreibschrift beherrschte, habe ich losgelegt, zunächst mit kleinen Geschichten, die im Laufe der Jahre immer länger wurden, bis ich mich im Alter von zwölf an meinen ersten Roman herangewagt habe. Zwischendurch habe ich auch immer wieder Gedichte geschrieben, kleine Theaterstücke, Kurzprosa, Geschichten für Kinder. Irgendwann kamen dann die ersten kleinen Veröffentlichungen - Gedichte in Anthologien, ab und zu mal eine Kurzgeschichte. Dass ich einen Kulturpreis gewonnen habe, hat meinen ersten Verlag auf mich aufmerksam gemacht.

2) Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Ich lese sehr viel, oft Autoren, die in eine ganz andere Richtung schreiben als ich, die mit ungewöhnlichen Ideen begeistern, oder Dichter, die mit ein paar Zeilen ein ganzes Universum schaffen können. Inspirieren kann mich da ein einziger Satz, eine Szene, ein Gefühl. Fantasy-Autoren, die ich seit langem schätze, sind zum Beispiel Robin Hobb, Tad Williams, Mervyn Peake oder Walter Moers. In letzter Zeit hat mich Susanna Clarke begeistert, und auch Scott Lynch finde ich toll. Aber es ist nicht so, dass ich einem einzelnen Autor bewusst nacheifere, und für jeden, den ich hier erwähne, entschuldige ich mich innerlich bei einem anderen, den ich genauso gut nennen könnte.

3) Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Meistens habe ich das Gefühl, sie kommen von selbst, wie Pollen in der Luft, die ich einatme. Plötzlich sind sie da. Aber natürlich gehört ein gutes Stück Vorarbeit dazu, vor allem Offenheit für alles, was zu einer Idee werden könnte. Gesprächsfetzen, Beobachtungen von Menschen und Tieren, aber auch Lieder, Filme, Bücher, Träume. Vielleicht sind Ideen tatsächlich ein wenig wie Löwenzahnsamen, die der Wind herweht, aber den Boden bereiten muss man schon selbst, damit eine Blume draus werden kann.

4) Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Ich habe eine Homepage, auf der ich meine Bücher vorstelle. Mails und Briefe von Lesern beantworte ich so schnell wie möglich. Und ich mache hin und wieder Lesungen, auf denen man mit den Lesern ins Gespräch kommen kann.

5) Wann und was liest Du selbst?

Ich bin ein absoluter Bücherjunkie, irgendwie finde ich immer Zeit zum Lesen, wobei es natürlich hilfreich ist, dass ich sehr schnell lese. In intensiven Schreibphasen kann ich mich nicht auf andere Geschichten einlassen, aber dazwischen brauche ich Futter. Wobei ich meistens ein anderes Genre oder Sub-Genre lese als das, was ich gerade schreibe. Am liebsten alle Arten von Phantastik und Fantasy, gerne auch Thriller und SF. Bücher, mit denen ich gerade fertig bin, sind z.B. "Gone" von Michael Grant (super spannend!), "Silbertod" von F.E. Higgins (ein wenig skurril) oder "Königsmacher/Königsmörder" von Karen Miller (ich liebe Asher!).

6) Wie hat es sich angefühlt, als du dein erstes eigenes Buch in deinen Händen hieltest?

Das erste Buch ist schon etwas Besonderes. Es fühlt sich ganz anders an als ein Manuskript in einem Ordner, riecht anders, ist so schön handlich. Die pure Freude. Andererseits ist es aber auch ein bisschen ernüchternd. Das erste Buch verändert das Leben lange nicht so, wie ich vorher dachte. Es ist da und dann ... ist es eben da. An die Freude, die ich beim Schreiben hatte, reicht dieser kurze Glücksmoment, wenn man das Paket mit den Belegexemplaren öffnet, einfach nicht heran.

7) Was war eines der überraschendsten Dinge die Du beim Schreiben gelernt hast?

Vielleicht, dass es unmöglich ist, exakt die Bilder, die man im Kopf hat, aufs Papier zu bringen - es kommt immer etwas anderes dabei heraus. Die Figuren entwickeln ein Eigenleben und machen die Pläne, die man für sie hat, zunichte. Das Überraschendste ist also wohl, dass das Schreiben selbst immer wieder eine Überraschung bereithält. Es bleibt immer etwas, das irgendwie lebendig ist und sich nie ganz einfangen und zähmen lässt. Und das liebe ich daran!

Neue Rezensionen zu Lena Klassen

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Rezension zu "Die Sehnsucht der Tulipane" von Lena Klassen

Eine bewegende Geschichte
mabuerelevor einem Monat

„...Seit jenem Tag vor vier Jahren sehnte sie sich nicht mehr nach der Sonne, die irgendwo hinter den leise zischenden automatischen Glastüren strahlte. Es war ihr gleichgültig, ob es regnete, ob Frühling in der Luft lag oder die Wolken Schneeflocken ausspien...“


Janna verkauft in einem Einkaufscenter Blumen. Jeden Samstag kommt Großvater Gerd, so nennt sie den alten Mann heimlich, um eine Blume für seine Flora zu kaufen. Er zaubert ihr ein Lächeln auf die Lippen. Und das ist selten. Vor vier Jahren hat Janna das Lächeln verlernt.

Am Abend steht sie am Grab ihres Sohnes Nick. Da spricht sie ein Mann an. Sie weiß nicht, was sie von ihm halten soll. Sie macht sich Sorgen, als er sie begleiten will. Dann erklärt er ihr:


„...Du musst dich nicht fürchten, Janna. Gott hat mich zu dir geschickt. Er will durch mich mit dir reden...“


Natürlich glaubt sie ihm nicht. Sie hält ihn für einen Spinner.

Die Autorin hat einerseits ein berührendes, andererseits ein humorvolles Buch geschrieben. Das ist kein Widerspruch. Es gibt Szenen, die bewegen grundlegende Fragen des Glaubens. Andererseits erweist sich der Engel Manuel als humorvoll.

Im Gespräch an der Haustür fordert Janna Manuel ganz schön heraus. Dann lässt sie ihn vor der Tür stehen.


„...Ein Verrückter in einem Kleid, auch das noch. Ein Engel? Die einzigen Engel, an die sie glaubte, waren klein, pausbäckig und aus Kunststein...“


Zu den stilistischen und Inhaltlichen Höhepunkten gehören die Gespräche zwischen Janna und Manuel. Er erlaubt ihr eine neue Sicht auf ihre Trauer und lehrt sie, wieder auf Menschen zuzugehen. Das alles geschieht nicht von Heute auf Morgen. Es braucht Zeit und es gibt Rückschläge. Eines der wichtigsten Zitate ist für mich das Folgende:


„...Denn Gott hat sich dafür entschieden zu lieben. Und man kann nicht lieben und zugleich jede Regung und jeden Wimpernschlag des anderen beherrschen. Er hat die Liebe gewählt und die Kontrolle aufgegeben, denn beides gleichzeitig ist nicht möglich. Er hat euch die Macht gegeben, Nein zu sagen...“


An vielen Stellen arbeitet Manuel mit einer sehr bildhaften Sprache. Doch ich möchte das Buch hier nicht zerreden. Um seine Feinheiten zu entdecken, muss man es selbst lesen und auf sich wirken lassen.

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Rezension zu "Mondlicht in deinen Augen" von Lena Klassen

Mondlicht in deinen Augen
jessi_herevor 2 Monaten

Mehr auf: https://xobooksheaven.wordpress.com/

Inhalt:

Die schöne Kaufmannstochter Meriande langweilt sich in der dekadenten Hauptstadt des kriegerischen Großreichs Nordun zu Tode. Deshalb ist sie von dem attraktiven Soldaten Ruovan, der eines Abends auf ihren Balkon klettert, fasziniert – zumal er zum Dschungelregiment gehört und ihre Sehnsucht nach dem Abenteuer weckt. Schließlich fasst sie einen ungeheuren Plan: Statt ihre Pflicht zu tun und einen vornehmen Kaufmann zu heiraten, will Meriande ihm als Soldatin in den Dschungel folgen und Seite an Seite mit ihm kämpfen.
Doch die Realität ist viel grausamer, als Meriande jemals erwartet hätte. Und nicht die Feinde oder die giftigen Tiere sind die größte Gefahr, sondern die Unaschkin, die legendären Bestienkrieger des Dschungels.
Quelle: drachenmond.de

Meinung:

In jenen Tagen, als das Schicksal der Unaschkin auf Messers Schneide stand, fand eines der Kinder des Kaj-Baor seine Berufung.

Das Cover zu dem Buch finde ich wunderschön, es strahlt etwas Geheimnissvolles aus und doch merkt man, dass man hier nicht das normale Setting haben wird, das man aus anderen Büchern gewohnt ist. Es greift sehr viele Elemente aus dem Buch wieder auf, was ich persönlich toll finde.

Der Schreibstil der Autorin war ganz ok, ich konnte mir die Namen nicht merken, da diese einfach zu kompliziert sind, aber ansonsten kam ich gut voran. Die Umgebung war auch gut beschrieben, sodass ich mir das Camp, aber auch den Dschungel und seine Bewohner vorstellen konnte.

Man lernt Meriande kennen, die durch einen Anschlag auf ihr Leben zu den Soldaten geht. Sie wird in ein Camp der Unaschkin geschickt, in welchem sie einem Alpha zugeteilt wird.

Je länger ich über das Buch nachdenke, desto mehr denk ich mir: Was habe ich da eigentlich gelesen? Es gibt so viel, das mich an diesem Buch gestört hat und so viel, was einfach zu wenig für mich war. Nun, nach fast zwei Wochen hat sich meine Ansicht nicht geändert. Der Einstieg war für mich ok, man bekommt nicht so viele Infos über die Welt, aber mit der Zeit lebt man sich ein. Nicht immer war mir alles klar, aber es ging dann schon.

Beginnen wir aber gleich mit Meriande. Ich wusste bis zum Ende ihren Namen nicht. Er wird so wenig verwendet und sie als Charakter war mir ziemlich egal, sodass ich mir den Namen einfach nicht merken konnte. Meriande ist die Tochter von einem Händler, der den Monopol von einer Sparte (ich weiß nicht welche) hat. Sie soll verheiratet werden, doch ihr Ehemann interessiert sich mehr für ihre Schwester. Die beiden versuchen Meriande zu töten und da wird sie eine Soldatin. Während des Lesens, als sie fast starb, fühlte ich nichts. Es war mir egal, denn sie hat einfach keinen Charakter, der sich mir ins Gedächtnis gebrannt hätte. Im Laufe des Buches ändert sich das auch nicht, ich konnte zwar manche Handlungen nachvollziehen, aber sie hat sich für das Leben eines Soldaten entschieden und sollte auch die Befehle befolgen. Doch ihr ist das egal und sie denkt an ihr eigenes Wohl. Ihr Schicksal war mir egal, sie interessiert mich schlichtweg nicht.

Auch alle anderen Charaktere blieben für mich blass und ich konnte für keinen Gefühle entwickeln. Der Unaschkin, dem Meriande zugeteilt wird, soll der superstarke Alpha sein, verliert aber gegen einen anderen Unaschkin, der bis jetzt ein einfacher Soldat war. Er entpuppt sich aber als Bastard von einem noch stärkeren Unaschkin, irgendwann habe ich den Überblick verloren und war mir auch irgendwie egal, weil ich den Kerl ziemlich unsympathisch fand. Wie sich Meriande in ihn verlieben konnte, bleibt mir ein Rätsel. Ja, er hat sie gerettet und sagt ihr, wie schön sie ist, aber ich spürte keine tiefere Verbindung, nichts, das diese Liebe gerechtfertig hätte.

Damit komme ich zum größten Punkt, der mir das Lesen verdorben hat. Es geht um Sex. Die Unaschkin bekommen eine Frau, damit sie beschäftigt sind, sozusagen als Sexsklaven. Es wird gesagt, dass die Frauen das freiwillig machen, aber eigentlich bekommen sie es nur als Befehl und wenn sie sich weigern, werden sie als Verräter hingestellt. Die meisten weinen und wollen nicht zu den Unaschkin, doch es wird ignoriert. Klingt nicht gerade, als würden sie sich freiwillig zu ihnen begeben. Meriande und ihr Geliebter haben natürlich auch sehr viel Spaß zusammen, wobei der Speichel von Unaschkin die Frauen willig machen und ihnen die Schmerzen nehmen soll. Dadurch kommt es in den unpassendsten Situationen zu intimen Szenen und für mich passte das einfach nicht. Der Unaschkin wirkt auf mich, als würde er nur von seinem kleinen Freund gesteuert werden und hat kein richtiges Interesse an Meriande, daher konnte ich auch die Liebe zwischen den beiden nicht verstehen.

Die Geschichte selbst ist nicht aufgregend. Es gibt ein paar gute Szenen und die Tiere und anderen Menschen, die im Dschungel leben haben mir wirklich gut gefallen, auch wenn sie nur ganz kurz vorgekommen sind, aber ansonsten dreht sich alles um Meriande und die Unaschkin, die um sie kämpfen. Ich konnte mich nie in der Geschichte verlieren, da sie mich nicht berührt, nicht gepackt hat. Man hätte so viel mehr aus dern Geschichte holen können, aber sie ist einfach zu kurz und zu sehr auf unwichtige Dinge fokussiert, dadurch stellte sich für mich kein Lesespaß ein. Das Ende scheint vollendet zu sein, man muss also die nächsten Teile nicht lesen.

Fazit:

Ich habe mich so auf dieses Buch gefreut, aber bis auf ein paar Sachen, hat mir nicht viel daran gefallen. Die Charaktere hatten keine Tiefe und ich interessierte mich darum nicht für sie, es war zu viel Fokus auf Sex und die spannenden Szenen kamen für mich leider zu kurz. Einige gute Ideen wurden angeschnitten, aber nicht weiter verfolgt. Ich gebe dem Buch 2 Sterne.

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Rezension zu "Wild" von Lena Klassen

Interessanter und fesselnder Einstieg
paevalillvor 3 Monaten

Eigentlich handelt es sich bei dieser dystopischen Jugendbuch-Reihe um eine Trilogie. "Wild" ist dabei der ersten Teil, die Fortsetzung "Wach" sammelt die beiden Nachfolger "Wach" und "Frei". Das finde ich deshalb wichtig, um zu entscheiden, ob man mal wieder eine neue Reihe starten möchte oder lieber wartet. Denn aus dem Titel alleine geht das nicht hervor.

Völlig zu unrecht aber, denn "Wild" endet mit vielen offenen Handlungssträngen, die genügend Potential für die Fortsetzungen aufzeigen.

Doch erst zur Welt rund um "Wild", denn in dystopischen Romanen halte ich das für besonders wichtig.

Das Buch spielt in der Zukunft, ohne übrigens allzu viel Bezug zum heutigen Leben zu verlieren. Trotzdem ist alles anders, denn die Menschheit scheint einen Übeltäter für die Kriege und das menschliche Leid gefunden zu haben: Die menschlichen Emotionen. Um an der Gesellschaft teilnehmen zu können, muss augenscheinlich jeder regelmäßig eine Injektion mit dem sogenannten "Glücksstrom" bekommen. Emotionen werden damit gedämpft, die Menschen sind zufrieden. Es gibt weder Liebe noch Hass, jeder funktioniert in seiner dumpfen Glückseligkeit. Doch das ist nicht die einzige Änderung. Krankheiten wurden weitgehend ausgelöscht, indem Menschen je nach Budget ihre Kinder designen können. Nicht-designte Kinder sind eher eine Seltenheit, leiden aber nicht zwingend an Nachteilen. Alle sollen auf dem Glücksstrom schwimmen.

Wie für Dystopien üblich klingen die Grundideen der neuen Gesellschaftsordnung auf den ersten Blick gar nicht mal so übel. Doch man darf erahnen, was mit Menschen passiert, die aus dem Glücksstrom fallen oder unter einer ansteckenden Krankheit leiden. Sie werden in die sogenannte "Wildnis" geschickt, zu den anderen Verbrechern und Querulanten, in eine Welt mit Krankheiten und den so üblen Emotionen.

Protagonistin Peas, genannt Pi (wer nennt sich schon gerne selbst Erbse?), gehört zu den natürlich geschaffenen Kindern. Ihr Vater arbeitet in einem Labor, die Mutter ist Künstlerin. Pi weiß, dass sie weder so schön wie ihre Freundin Moon ist noch so sportlich wie Orion oder Zeus. Selbst ihr Name ist nicht perfekt, denn sicherlich wollten sie ihre Eltern eher "Peace", Frieden, nennen. So richtig glücklich wie all die anderen fühlt sie sich auch nicht, sie ist viel gedämpfter. Das fällt ihr jedoch erst so richtig auf, nachdem die wöchentliche Injektion aus noch unbekannten Gründen versagt und sie ihr Leben plötzlich klar und voller Gefühle wahrnimmt. Zu ihrem Erschrecken ist sie nicht die einzige auf ihrer Schule. Es beginnt ein Abenteuer, in dem sie sich für ein weiteres Leben in der neuen Ordnung oder aber für die noch unbekannte Wildnis entscheiden muss.

Das Buch ist in zwei Teile geteilt. Etwa die erste Hälfte des Bands spielt in der Stadt Neustadt, die zweite Hälfte in der Wildnis. Beide "Orte" sind sehr detailliert beschrieben, der Kontrast könnte kaum größer sein. Doch auch die Wildnis besteht nicht nur aus Einzelkämpfern, sondern aus Individuen, die sich selbst schützen wollen und deshalb eine Gemeinschaft eingegangen sind. Die Frage nach der Freiheit wird immer wieder angeschnitten, sei es in der Stadt oder eben auch außerhalb. Aufgelöst wird sie in diesem Band noch nicht, aber es sind bereits viele interessante Gedankenanstöße dabei.

So komplex das klingt, so leicht lässt sich die Geschichte im Gegensatz dazu jedoch lesen. Der Autorin gelingt es, von der ersten bis zur letzten Seite zu fesseln und hält dazu genügend mögliche Handlungsstränge offen, um auch auf die Fortsetzungen gespannt zu machen. So sehr packen mich nicht alle Reihen - und das obwohl das Buch sicherlich nicht perfekt ist.

Besonders mitreißen konnten mich die zahlreichen Charaktere, die wenigsten davon sind schwarz-weiß zu bewerten. Eigentlich ist es unglaublich wie klar skizziert die vielen Charaktere sind, denn zumeist konzentrieren sich ähnliche Dystopien oder Jugendbücher auf eine deutlich geringere Anzahl an Leuten.

Wie für ein Jugendbuch typisch gibt es auch hier eine Liebesbeziehung. Doch diese offenbart sich als deutlich weniger einfältig als selbst in vielen Erwachsenenromanen. Um nicht zu viel zu verraten, gehe ich auf keine weiteren Details ein.

"Wild" bietet viele Gedankenanstöße, wenn sich der Leser auch dazu bereit erklärt, sich darauf einzulassen. Wer weniger gerne nachdenkt, kann die Geschichte sicherlich trotzdem genießen, da genügend Spannung und Action vorhanden ist. Für mich rundum gelungen.

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Gespräche aus der Community

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Cover des Buches Eisblau ist die Liebe

Fesselnd und intensiv! Ein Thriller um Eifersucht, Liebe und Verrat.

Lena Klassen, die sich selbst als tee- und schokoladensüchtige Büchergenießerin und Geschichtenerfinderin bezeichnet, hat mit "Eisblau ist die Liebe" einen packenden Psycho-Thriller geschrieben. Die Mischung aus Spannung und Liebe machen das Buch zu einem beklemmenden und mitreißenden Jugendthriller und passt somit perfekt zu dem KOSMOS-Label "HerzBlut", das Thriller und Romantik verbindet.

Mehr zum Inhalt:

Als bei der Einbruchstelle im zugefrorenen See der Schal des schönen David gefunden wird, gehen zunächst alle von einem tragischen Unfall aus – bis ein Abschiedsbrief gefunden wird. Doch Luna kann nicht glauben, dass David Selbstmord begangen hat. Auch wenn der Kuss zwischen ihnen nur eine Wette war, hat sich doch alles so richtig angefühlt. Gemeinsam mit Davids bestem Freund und seiner Ex-Freundin macht sie sich auf die Suche nach der Wahrheit. Aber wie gut kennt sie ihre Mitschüler wirklich?

Zur Leseprobe

Gemeinsam mit dem KOSMOS-Verlag verlosen wir für die Leserunde 25 Exemplare des spannenden Jugendthrillers "Eisblau ist die Liebe" von Lena Klassen.* Wenn ihr eines der Bücher für die Leserunde gewinnen wollt, beantwortet einfach folgende Frage:

Bei KOSMOS ist die Farbe der Liebe eisblau, welche Farbe hat die Liebe für euch?

Ich wünsche euch viel Glück für eure Bewerbung und viel Spaß bei der Leserunde!



*Im Gewinnfall verpflichtet ihr euch zur zeitnahen Teilnahme am Austausch in allen Leseabschnitten und dem Schreiben einer abschließenden Rezension.


510 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Wild
Hallo ihr Lieben,
mein 2. Adventsgewinnspiel ist gestartet. Ihr habt die Möglichkeit 1 Exemplar von Lena Klassens "WILD" zu gewinnen.

Zur Teilnahme geht es hier lang ;)
0 BeiträgeVerlosung beendet
Cover des Buches Die Insel
Und schon ist auch der letzte Tag der Verlosungswoche angebrochen. Bis heute abend habt Ihr noch Zeit, Euch auf einen oder mehrere Titel der gesamten Woche auf meinem Blog (http://books-are-fantastic.blogspot.de) zu bewerben.
Zum Abschluss gibt es heute ein ganz besonderes Schmankerl: "Die Insel" von Manuela Martini ist von der Autorin signiert. Ein seltenes Stück, um das ich den oder die Gewinner/in schon jetzt beneide.
Also dann: Wer will noch mal, wer hat noch nicht?

http://books-are-fantastic.blogspot.de/2014/06/bloggeburtstag-verlosung-tag-7.html
7 BeiträgeVerlosung beendet

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