Lena Klassen

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Interview mit Lena Klassen

Interview mit Lena Klassen von LovelyBooks, Mai 2011

1) Wie lange schreibst Du schon und wie und wann kam es zur Veröffentlichung Deines ersten Buches?

Ich habe schon immer geschrieben. Sobald ich als Kind die Schreibschrift beherrschte, habe ich losgelegt, zunächst mit kleinen Geschichten, die im Laufe der Jahre immer länger wurden, bis ich mich im Alter von zwölf an meinen ersten Roman herangewagt habe. Zwischendurch habe ich auch immer wieder Gedichte geschrieben, kleine Theaterstücke, Kurzprosa, Geschichten für Kinder. Irgendwann kamen dann die ersten kleinen Veröffentlichungen - Gedichte in Anthologien, ab und zu mal eine Kurzgeschichte. Dass ich einen Kulturpreis gewonnen habe, hat meinen ersten Verlag auf mich aufmerksam gemacht.

2) Welcher Autor inspiriert und beeindruckt Dich selbst?

Ich lese sehr viel, oft Autoren, die in eine ganz andere Richtung schreiben als ich, die mit ungewöhnlichen Ideen begeistern, oder Dichter, die mit ein paar Zeilen ein ganzes Universum schaffen können. Inspirieren kann mich da ein einziger Satz, eine Szene, ein Gefühl. Fantasy-Autoren, die ich seit langem schätze, sind zum Beispiel Robin Hobb, Tad Williams, Mervyn Peake oder Walter Moers. In letzter Zeit hat mich Susanna Clarke begeistert, und auch Scott Lynch finde ich toll. Aber es ist nicht so, dass ich einem einzelnen Autor bewusst nacheifere, und für jeden, den ich hier erwähne, entschuldige ich mich innerlich bei einem anderen, den ich genauso gut nennen könnte.

3) Woher bekommst Du die Ideen für Deine Bücher?

Meistens habe ich das Gefühl, sie kommen von selbst, wie Pollen in der Luft, die ich einatme. Plötzlich sind sie da. Aber natürlich gehört ein gutes Stück Vorarbeit dazu, vor allem Offenheit für alles, was zu einer Idee werden könnte. Gesprächsfetzen, Beobachtungen von Menschen und Tieren, aber auch Lieder, Filme, Bücher, Träume. Vielleicht sind Ideen tatsächlich ein wenig wie Löwenzahnsamen, die der Wind herweht, aber den Boden bereiten muss man schon selbst, damit eine Blume draus werden kann.

4) Wie hältst Du Kontakt zu Deinen Lesern?

Ich habe eine Homepage, auf der ich meine Bücher vorstelle. Mails und Briefe von Lesern beantworte ich so schnell wie möglich. Und ich mache hin und wieder Lesungen, auf denen man mit den Lesern ins Gespräch kommen kann.

5) Wann und was liest Du selbst?

Ich bin ein absoluter Bücherjunkie, irgendwie finde ich immer Zeit zum Lesen, wobei es natürlich hilfreich ist, dass ich sehr schnell lese. In intensiven Schreibphasen kann ich mich nicht auf andere Geschichten einlassen, aber dazwischen brauche ich Futter. Wobei ich meistens ein anderes Genre oder Sub-Genre lese als das, was ich gerade schreibe. Am liebsten alle Arten von Phantastik und Fantasy, gerne auch Thriller und SF. Bücher, mit denen ich gerade fertig bin, sind z.B. "Gone" von Michael Grant (super spannend!), "Silbertod" von F.E. Higgins (ein wenig skurril) oder "Königsmacher/Königsmörder" von Karen Miller (ich liebe Asher!).

6) Wie hat es sich angefühlt, als du dein erstes eigenes Buch in deinen Händen hieltest?

Das erste Buch ist schon etwas Besonderes. Es fühlt sich ganz anders an als ein Manuskript in einem Ordner, riecht anders, ist so schön handlich. Die pure Freude. Andererseits ist es aber auch ein bisschen ernüchternd. Das erste Buch verändert das Leben lange nicht so, wie ich vorher dachte. Es ist da und dann ... ist es eben da. An die Freude, die ich beim Schreiben hatte, reicht dieser kurze Glücksmoment, wenn man das Paket mit den Belegexemplaren öffnet, einfach nicht heran.

7) Was war eines der überraschendsten Dinge die Du beim Schreiben gelernt hast?

Vielleicht, dass es unmöglich ist, exakt die Bilder, die man im Kopf hat, aufs Papier zu bringen - es kommt immer etwas anderes dabei heraus. Die Figuren entwickeln ein Eigenleben und machen die Pläne, die man für sie hat, zunichte. Das Überraschendste ist also wohl, dass das Schreiben selbst immer wieder eine Überraschung bereithält. Es bleibt immer etwas, das irgendwie lebendig ist und sich nie ganz einfangen und zähmen lässt. Und das liebe ich daran!