Lene Levi Tödlicher Nordwestwind / Kriminalroman: Ein Fall für Kommissar Rieken

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Inhaltsangabe zu „Tödlicher Nordwestwind / Kriminalroman: Ein Fall für Kommissar Rieken“ von Lene Levi

Spannend und einfach lesenwert

— Glineur
Glineur

Ein Kauf der sich, von den durchweg positiven Bewertungen verleitet, echt gelohnt hat. Die Autorin werde ich mir auf jeden Fall vormerken...

— LeneLevi
LeneLevi
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  • Super Atmosphäre, prima Protagonisten, Hochspannung

    Tödlicher Nordwestwind / Kriminalroman: Ein Fall für Kommissar Rieken
    Glineur

    Glineur

    11. October 2016 um 22:37

    Viele Jahre war lesen meine Leidenschaft, ihr folgte der Zugang zum Thema Hörspiel und Hörbuch, und seit geraumer Zeit begeistere ich mich für das Medium eBook. Der Grund ist simpel: die altersbedingte Veränderung der Sehstärke und ein Hang zur Migräne machen ein Tablet als Reader, oder auch den Kindle meiner Ehefrau, zum idealen Lesewerkzeug: Schrift skalieren, und das Lesen macht wieder richtig Freude.Bei der Suche nach interessanten Krimis – mein bevorzugtes Genre ist nunmal „Crime“ – stieß ich auf „Tödlicher Nordwestwind“ von Lene Levi. Bereits der Klappentext sprach mich an, speziell die Idee, dass sich ein Kriminalbeamter vom großen Berlin sich ins kleine und beschauliche Oldenburg versetzen lässt, besser gesagt, er kehrt zurück in die Heimat. Der Krimi, das ist logisch, würde nicht funktionieren, wenn es auch beschaulich bliebe. Weit gefehlt! Jener Kriminalbeamte namens Robert Rieken erhält sogleich „das volle Programm“: Mord nebst potentiell verdächtiger Russenmafia! Und D-A-S in Oldenburg! Es sind zwei Krabbenfischer, die mit ihren Schleppnetzen neben allerlei Fisch einen nicht mehr ganz kompletten Leichnam aus dem Meer holten. Ein Schuh und eine beschädigte, aber edle Uhr lassen zumindest einen Schluss zu, dass die Leiche finanziell nicht klamm war. Robert Rieken und sein Assistent Jan, bei dem er bald von „Sie“ zum „du“ übergeht, verfolgen unterschiedliche Spuren, die einerseits vielversprechend sind, anderseits sich die Frage stellt, ob es nicht selbstmörderisch ist, sich unter Umständen mit der Russenmafia anzulegen. Die edle Uhr jedenfalls lässt Rückschlüsse auf ihren „Lebenslauf“ zu - das edle Teil hat im Grunde eine Seriennummer wie ein PKW eine Fahrgestellnummer, und vor der endeckten Leiche gab es einen russischen Vorbesitzer, der übrigens auch tot ist. Die Umstände sind jedoch rätselhaft.Ein nächster Baustein, der sich auftut, ist das Auffinden einer ermordeten Prostituierten. Sie und die Wasserleiche besitzen eine identische Tätowierung. Das erste Opfer besaß eine Werkstatt, in der er alte Wohnwagen oder auch Wohnmobile aufmöbelte, die später als „Liebeslaube“ für Prostituierte eingesetzt wurden.Damit ist aber die Spurensuche nach dem Mörder immer noch in vollem Gange… Den Leser kann mit Sicherheit ansprechen, wie der Autor seinen Protagonisten Robert Rieken entwickelt hat. Er ist nicht nur Kriminalbeamter, sondern er ist auch Mensch. Eine sympathische asiatische Kollegin, die aber mehr Oldenburger Mentalität besitzt, entzückt ihn fachlich und ebenso Mensch, und er hat auch noch seine alte Mutter, die ihm absolut nicht gleichgültig ist. Er sorgt für die alte Dame, die zudem nicht auf den Mund gefallen ist. Da ist Rieken dann doch „nur“ Sohn und nicht Kriminaler. Aber auch als Ermittler hat er Charisma – er wirkt weitgehend ruhig und souverän, ist eher der Ruhige und nicht der spontane Poltergeist. In dieser Art und Weise entwickelt sich das Miteinander von Robert Rieken und seinem Assistenten sehr realistisch: aus der ersten gesunden Distanz entsteht bald das „du“ und auch die Wertschätzung für die Arbeit von Jan führt zur Entwicklung eines sympathischen Teams.Sehr gefallen hat mir auch das Beschreiben von wesentlichen Dingen, die beispielsweise solch einen Kutter ausmachen, indem Fachbegriffe Interesse wecken. Backbord und Steuerbord kann ich noch zu meiner Allgemeinbildung zählen, aber wie Schleppnetze und vieles mehr funktioniert, finde ich eine Bereicherung für den Leser. Und dass es anschaulich ist, ist es auch ungeheuer interessant. Gleiches gilt auch für das clevere Zurückverfolgen der teuren Uhr. Viele Details machen spannend, wie beim Öffnen der Uhr kleine Hinweise die nächste Spur erbringen.Krimis mit einem bewusst spürbaren Lokalkolorit haben einen großen Reiz, wenn sie gut geschrieben sind. Sehr gern wird auf Eifel-Krimis von Jacques Berndorf hingewiesen, die fast alle lesenswert sind, wenn’s um Regionalliteratur geht. Allerdings hat er’s auch nicht erfunden, aber wieder sehr populär gemacht. Ebenso gelungen sind die Schwabenkrimis von Klaus Wanninger. Wie bei Letzterem hatte ich aktuell bei dem tödlichen Nordwestwind rund um Oldenburg auch den sympathischen „Aha-Effekt“. Dieser erste Fall von Robert Rieken begeistert nicht nur durch seine Spannung, sondern vor allem auch durch seine lebensechten Dialoge. Sie sind flüssig, wie man eben spricht, und darüber hinaus ist auch der beschreibende Stil von Lene Levi sehr gefällig und kurzweilig. Rieken selbst ist zudem eine Identifikationsfigur.Ich habe ohnehin ein Faible für Krimis deutschsprachiger Autoren, und meines Erachtens laufen sie vielen US-Autoren absolut den Rang ab. Somit wird es auch niemanden wundern, dass ich mir bereits den zweiten Fall von Robert Rieken besorgt habe, denn „Tödlicher Nordwestwind“ hat mich rundum begeistert. Wäre ich geneigt, aus Prinzip ein Haar in der Suppe zu suchen, dann hätte ich hier jedenfalls ein Problem, denn der Roman ist nicht nur sympathisch, sondern einfach rundum gelungen. 

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  • Ein Kauf der sich, von den durchweg positiven Bewertungen verleitet, echt gelohnt hat.

    Tödlicher Nordwestwind / Kriminalroman: Ein Fall für Kommissar Rieken
    LeneLevi

    LeneLevi

    03. June 2015 um 19:08

    Ein Kauf der sich, von den durchweg positiven Bewertungen verleitet, echt gelohnt hat. Die Autorin werde ich mir auf jeden Fall vormerken...