Leo Agren

 4.7 Sterne bei 6 Bewertungen

Lebenslauf von Leo Agren

Leo Ågren, geboren 1928 in der vorwiegend schwedischsprachigen finnischen Provinz Österbotten, erlernte den Beruf eines Schriftsetzers und debütierte 1954 mit dem Roman Hunger i skördetid. Für sein Werk wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Anfang der 1960er übersiedelte er nach Stockholm. 1971 erschien sein letzter Roman Krigshistoria, der nunmehr unter dem Titel Leo Nilheims Geschichte in deutscher Sprache vorgelegt wird. Leo Ågren starb 1984 in Stockholm.

Alle Bücher von Leo Agren

Cover des Buches Leo Nilheims Geschichte (ISBN: 9783955100384)

Leo Nilheims Geschichte

 (4)
Erschienen am 11.02.2014
Cover des Buches Unter einem schwarzen Himmel (ISBN: 9783955100537)

Unter einem schwarzen Himmel

 (2)
Erschienen am 09.09.2014

Neue Rezensionen zu Leo Agren

Neu

Rezension zu "Leo Nilheims Geschichte" von Leo Agren

Ein tragischkomischer Roman über Krieg und Humanismus
helena33vor einem Jahr

Das ist Weltliteratur! Ein tragischkomischer Antikriegsroman, der sehr berührt und voller humanistischem Gedankengut steckt.

Beigefügt ist ein gelungenes Nachwort des Übersetzers, der Einblicke in das Leben des Autors gewährt. Dieser fühlte sich den Russen verbunden, von seiner Frau wurde er auch als "Dostojewskimensch" bezeichnet - und das spürt man auch deutlich bei der Lektüre des Romans.

Leningrad 1958. Der finnische Ich- Erzähler trifft den Russen Leo Nilheim. Dieser beginnt ihm seine Kriegserlebnisse während des 2. Weltkrieges zu erzählen, die ihn auch in den Heimatort des Ich- Erzählers führten. Er berichtet vom müden und hungrigen Soldatenleben, von der tödlichen Front, von der entbehrungsreichen Lagerhaft sowie der Zwangsarbeit bei einer finnischen Bauernfamilie. 

Seine Erzählung ist zu Tränen rührend und dann wieder urkomisch. Sie steckt zudem voller philosophischer humanistischer Gedanken, die auch heute relevant bzw. einfach allgemeingültig sind.  "Im Prinzip spricht auch nichts dafür, dass unsere Soldaten ein größeres Überlebensrecht haben als die des Feindes. Wir sind alle junge Männer, die herausgerissen wurden aus einem zivilen Leben, das wir vielleicht hassten, dass aber auf alle Fälle viel besser war als das an der Front, wo wir nur Tiere sind. Noch schlimmer: Wir sind Tiere mit dem Bewusstsein, dass wir am nächsten Tag vielleicht tot sind."

Ich hab geweint, ich hab gelacht, ich wurde sehr bewegt.  Zudem erfreute ich mich an der wunderbaren literarischen Romangestaltung, der Sprache und der Komposition. Es liest sich poetisch, spannend, pointiert – jeder Satz sitzt hier perfekt!

Das ist Weltliteratur!

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Unter einem schwarzen Himmel" von Leo Agren

Spannender Thriller mit hoher Aussagekraft
herminevor 6 Jahren

Inhalt (Klappentext):

Eine Zeit der Gesetzlosigkeit ist angebrochen. Bewaffnete Männer durchkämmen das Dorf. Ein Schriftsteller, dessen Frau Elisabet und der Dieb Eriksohn verstecken sich in der Kirche. Ihre Situation scheint hoffnungslos. Da verrät Eriksohn, dass sie nicht wehrlos sind. Sie könnten ihre Verfolger überrumpeln, müssten dafür aber ihre moralischen Grundsätze verraten - und selbst töten. In großer Anspannung beraten die drei Verfolgten, wie sie vorgehen sollen. Es entwickelt sich der geradezu teuflische Plan eines `Gottesgerichts´. Der Roman `Unter einem schwarzen Himmel´ ist spannend, unheimlich und gleichzeitig ein Hohelied der Liebe und Menschlichkeit. Leo Ågren hat seinen Thriller bewusst zeitlos angelegt. Diese Geschichte könnte im Wilden Westen spielen, im Deutschland des Jahres 1933 oder in einer Militärdiktatur in den 1950er Jahren. Vielleicht passiert sie gerade jetzt irgendwo auf der Welt, und wir erfahren morgen aus den Nachrichten davon.

Meine Meinung:

Anfangs ist es etwas schwierig, sich "einzulesen", da der Roman verschiedene Zeitebenen enthält, die ineinander verschoben sind. Die Sprache (Übersetzung des Originals des finnisch-schwedischen Schriftstellers) ist sehr präzise und klar, die Geschehnisse werden dadurch lebendig dargestellt und in die Gegenwart versetzt. Durch das Weglassen von Zeit und Ort kann der Roman überall spielen und zeigt das Funktionieren gruppendynamischer Prozesse auf. Mehreren Menschen zusammen fällt das Töten leichter.

Diesen Roman habe ich auf der Frankfurter Buchmesse entdeckt und finde ihn sehr empfehlenswert für alle, die sich für gesellschaftliche Prozesse und moralische Diskurse interessieren.

Kommentieren0
7
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu
Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 10 Bibliotheken

auf 3 Wunschzettel

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks