Leo Hoffmann

 4,2 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Leo Hoffmann

Die Münchner Autorin Leo Hoffmann schreibt seit vielen Jahren Kurzgeschichten, manchmal Kurzkrimis, Theaterstücke – für Kinder und für Erwachsene, Beiträge für den Bayerischen Rundfunk, sogar eine Oper gibt es von ihr. „Die Welt hat viele Farben“ ist ihr erstes Kinderbilderbuch.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Leo Hoffmann

Cover des Buches Das kleine gelbe Haus (ISBN: 9783772531255)

Das kleine gelbe Haus

 (5)
Erschienen am 16.02.2022
Cover des Buches Die Welt hat viele Farben! (ISBN: 9783945677117)

Die Welt hat viele Farben!

 (0)
Erschienen am 01.12.2019

Neue Rezensionen zu Leo Hoffmann

Cover des Buches Das kleine gelbe Haus (ISBN: 9783772531255)Gwhynwhyfars avatar

Rezension zu "Das kleine gelbe Haus" von Leo Hoffmann

Anpassen und Grenzen ziehen – Andere Orte, andere Sitten ...
Gwhynwhyfarvor 5 Monaten

Das kleine gelbe Haus ärgert sich. Seine menschlichen Bewohner lassen plötzlich den Garten verwildern, weil die Arbeit so anstrengend ist, wollen lieber in der Stadt wohnen. Schimmel bildet sich auf der Rückseite, die Bauern schütten vor der Tür stinkende Gülle auf den Acker, und die Sonne geht immer an der gleichen Stelle unter. Das kleine Haus ist genervt. Und als niemand zu Hause ist, macht das Haus sich auf zu neuen Ufern. Es hat die Nase von diesem Ort voll. Irgendwohin, wo es schön denkt sich das Haus. Im Wald kommt es zur Ruhe – wie herrlich ist es hier. Und gleich beginnen die ersten Tiere einzuziehen. Nette Bewohner! Endlich erfährt das Haus Respekt! 


Natürlich kann das nicht gutgehen. Alle Tiere gehen ein und aus, das Haus beginnt zu stinken. Überall liegen Köttelchen, die Schwalben hinterlassen ihre Spuren auf dem Dach, die Mäuse knabbern an der Treppe; verfaultes Obst und Laub, Dreck und Gestank, wohin man schaut. Nicht mal die Tür können sie zumachen! Das kleine Haus friert. So geht das nicht weiter! Das Haus beschließt umzuziehen. Im Wasser ist es herrlich! Blitzblank sauber stellt es fest, dass die Meeresbewohner das Haus zu schätzen wissen ...


Natürlich kann das wieder nicht gutgehen. Das Haus wird noch ein paar Mal umziehen, bis es seinen Platz findet. Woanders ist es eben anders. Besser als da, wo man herkommt, scheint es nirgends zu sein. Irgendwann stellt man nämlich fest, es gibt auch hier wieder Nachteile. Das Häuschen ist neugierig und es findet viele Freunde, lernt verschiedene Lebensräume kennen und die dort lebenden Tiere und Wetterbedingungen. Mutig sucht es weiter, stets offen für Neues. Klar, man kann nicht alles haben, sagt sich das Haus und ist bereit, Kompromisse einzugehen – zieht aber auch Grenzen; was zu weit geht, geht zu weit. Die Konsequenz, es zieht um, wenn es ihm nicht mehr gefällt. 


Ein Buch, das man allen Auswanderern in die Hand geben sollte. Informiere dich erst mal ganz genau über das Leben an deinem auserwählten Ort, bevor du dort hinziehst! Ich finde es gut, über die Verschiedenartigkeit der Welt zu sprechen. Hier geht es ja auch um Wohngemeinschaften. Kann jeder mit jedem zusammenwohnen? Wo sind deine Grenzen im Zusammenleben? Was erwartest du von einem Ort, an dem du wohnst? Angepriesen wird das Buch, als Anregung zur Konfliktlösung, zu lernen, Grenzen zu ziehen. Dafür gibt es wirklich bessere Bücher. Das ist für mich zu abstrakt. Der Verlag Freies Geistesleben gibt eine Altersempfehlung ab 6 Jahren. Das passt für mich nicht. Ab 10 Jahren, so meine Empfehlung. Mir gefällt das Buch. Hier steckt eine Menge Sprengkraft drin. Denn was das Haus stört, sind innere Konflikte wie Unordnung, Gestank, Faulheit, etwas kaputt machen ... und äußere Einflüsse. Findest du das Dorf langweilig, was stört dich an der Stadt? Stört dich Unordnung von anderen? Welche Kompromisse gehst du ein im Zusammenleben mit anderen? Hier am Urlaubsort ist es herrlich! Sicher? Wenn du ihn genau kennenlernst, hier wohnen würdest, fallen dir garantiert schreckliche Dinge auf! Ist wegzulaufen eine Lösung? Ein philosophischer Kern, den man für mich frühstens ab 10 Jahren angehen kann. Denn das Buch birgt eine Menge Potential! 


Grafisch ist das Bilderbuch mit ausdrucksstarken Aquarellen von Claudia Burmeister unterstützt, die mir sehr gut gefallen haben. Sie benutzt Naturfarben, angepasst an die jeweilige Situation vom kleinen Haus. Was etwas abstrakt ist: Anfänglich wohnt eine Familie in dem Haus, zum Ende hin ist es nur noch so groß wie eine Hundehütte – zum Schluss wohnt wieder die Familie darin. Das fand ich grafisch etwas unglücklich gelöst, fragte mich, wie die ganzen Waldtiere, einschließlich mehrer Hirsche, in das Hüttchen, das irgendwann hinter der Mülltonne steht, hineingepasst haben sollen ...


Leo Hoffmann hatten die bunten Erstlesehefte ihrer Grundschule schnell gelangweilt, und so schrieb sie ihre erste eigene Geschichte. Seitdem hat die 1964 in Oberfranken geborene Autorin viele Kurzgeschichten, einige Theaterstücke (u.a. ›Oh, what a Lovely Afternoon!‹, Uraufführung am Akademietheater München, 2004), Guides für verschiedene Museen, Beiträge für den Bayerischen Rundfunk und ein Libretto (›Die Marquise von O.‹, Uraufführung an der Opéra de Monte-Carlo, 2011) verfasst.


Claudia Burmeister geboren 1976, studierte Grafik und Design in Anklam sowie Germanistik und Erziehungswissenschaften an der TU Berlin. Bis 2011 arbeitete sie in einer Wohnstätte für geistig behinderte Menschen und nebenberuflich als Grafikerin und Künstlerin.

Sie wohnt mit ihrer Familie in der Mecklenburgischen Schweiz und arbeitet inzwischen hauptberuflich als Grafik- Designerin, Kunstschullehrerin und Illustratorin. Für den Verlag Freies Geistesleben illustrierte sie bereits mehrere Bilder- und Kinderbücher von Brigitte Werner.

https://literaturblog-sabine-ibing.blogspot.com/p/das-kleine-gelbe-haus-von-leo-hoffmann.html


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Cover des Buches Das kleine gelbe Haus (ISBN: 9783772531255)a_different_look_at_the_books avatar

Rezension zu "Das kleine gelbe Haus" von Leo Hoffmann

✎ Leo Hoffmann - Das kleine gelbe Haus
a_different_look_at_the_bookvor 5 Monaten

Als ich das Buch das erste Mal in den Händen hielt, war ich schon sehr erstaunt. Mich und meine 4-Jährige erwarteten über 100 Seiten Geschichte. Und zwar 1 Geschichte, nicht viele kleine. Das wird also eine Herausforderung für uns werden. So dachte ich zumindest ...

Wir begannen, gemeinsam zu lesen.

Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Kind dem Geschriebenen nicht hätte folgen können, wenn wir nicht so ausführlich darüber gesprochen hätten. Die Geschichte ist sehr komplex und mit Emotionen und Konsequenzen gespickt, die ihr gewiss bereits begegnet sind, die sie jedoch noch nicht richtig einordnen kann / konnte.

Durch die ausdrucksstarken Illustrationen jedoch ist uns etwas an die Hand gegeben wurden, mit dem man wunderbar interagieren kann. Sie machten meinem Mädchen so manches Mal eine Situation sichtbar, die sie sich sonst nicht hätte vorstellen können. 

Worauf ich aber keine rechte Antwort gefunden habe, ist die Frage meiner Tochter nach den Proportionen des kleinen gelben Hauses. Immer wieder verändert es seine Größe. Es wird ganz klein, dann wieder groß. 

Auf dem ersten Bild zum Beispiel sieht es aus, als wäre es ein Haus für Käfer. Doch direkt danach sieht man es neben Menschen stehen - so groß, dass diese darin leben können. Genau, wie es in der Geschichte beschrieben wird.

Ich habe dann eben versucht zu erklären, dass sich das Haus gerade ganz klein fühlt zum Beispiel. Es fühlt sich nicht wohl. Es möchte am liebsten verschwinden.

Das sind jedoch Momente, die für meine 4-Jährige noch nicht greifbar sind. Sie kennt zwar Emotionen und Gefühle, die sich nicht angenehm anfühlen. Doch sie verbindet es - Gott sei Dank! - noch nicht mit "sich klein fühlen".

Nichtsdestoweniger erlebte mein Kind anhand der Abenteuer des kleines gelben Hauses Situationen, die ebenso in unserer Familie vorkommen.

Sie hat gemerkt, dass auch andere sich abgewiesen fühlen und dass das auch für andere ganz schön doof manchmal ist.

Sie hat gehört, dass man ab und zu Kompromisse finden kann, die alle Parteien zufriedenstellen.

Sie hat gesehen, dass nicht alles immer nur schön ist, sondern dass vieles auch seine negativen Seiten hat.

Und sie hat gespürt, dass, wenn man redet, fast alles wieder gut werden kann - ein Satz, den ich ihr immer wieder mit auf den Weg gebe, weil ich persönlich reden, Grenzen setzen und achtsam sein für sehr, sehr wichtig halte. (Werte, die in diesem Bilderbuch ohne erhobenen Zeigefinger vermittelt werden)

Ganz nebenbei lernen Kinder verschiedene Lebensräume und Tiere kennen. Das Haus geht in eine Wüste, ins Meer, in die Stadt, in den Wald, ... und erlebt dort so einiges.

Der Verlag vergibt auf seiner Seite eine Altersempfehlung ab 6 Jahren. Für uns hat es durchaus bereits mit 4 Jahren gepasst. Aber eben mit viel Reden und einigen Erklärungen. Durch die einzelnen Kapitel lässt es sich auch wunderbar aufteilen, sodass man von den 100 Seiten nicht erschlagen wird. Es ist eben keine Geschichte, die man einfach so herunterliest ...

©2022 a_different_look_at_the_book

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Cover des Buches Das kleine gelbe Haus (ISBN: 9783772531255)L

Rezension zu "Das kleine gelbe Haus" von Leo Hoffmann

Schönes Buch für größere Kinder
Lesensundspielenddurchslebenvor 7 Monaten

Das kleine gelbe Haus von Leo Hofmann

Mit Bildern von Claudia Burmeister


Zum Inhalt

Hauptdarsteller ist ein kleines gelbes Haus. Dem wird das Leben mit seiner Familie zu bunt. Es nimmt seine Leistungen, zieht sie vorsichtig aus der Erde und macht sich auf. Eine aufregende Reise beginnt. Oft gefällt es dem Haus zuerst, doch dann merkt es doch, dass deine Umgebung es nicht wirklich nur gut mit ihm meint. Er nimmt das Positive mit und geht weiter....


Das Buch ist zwar ein Bilderbuch, aber ab 7 Jahren empfohlen. Ich finde es durchaus sinnvoll, das Bilderbuch auch wirklich erst ab dann zu lesen. Unser Fünfjährige hätte eher wenig mit der Geschichte anfangen können. Denn das Buch verlangt schon etwas Kopfleistung, um mit dem Buch auch etwas anfangen zu können. Sonst bleibt es eine etwas eigene Geschichte über ein Haus. Dass die Kinder die Botschaft, dass das Haus das Positive mitnimmt, und die Infos über die Orte Aufnehmen können, geht auch erst ab ca. 7. 

Mir gefallen die Illustrationen gut. Beim ersten Lesen hat es mich nicht ganz überzeugt, aber bei mehrmaligen Lesen hat es mit sehr gefallen. 


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