Leo Montada

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Autor von Mediation.

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Mediation

Mediation

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Erschienen am 15.07.2013

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Rezension zu "Mediation" von Leo Montada

Gründliche Darlegung des Verfahrens, seiner Geschichte und seiner Ausblicke
michael_lehmann-papevor 5 Jahren


 

Unter Mediation definieren die Autoren die „einvernehmlich Beilegung von Konflikten“. Ein Verfahren, dass in den letzten Jahrzehnten nicht nur bei Ehescheidungen oder privaten Konflikten breite Verbreitung gefunden hat, sondern gerade im Bereich des öffentlichen Rechtswesens seine Stärken vielfach bereit bewiesen hat. Als „außergerichtliche Beilegung von Konflikten“ werden Methoden und Techniken der Mediation ebenso erfolgreich umgesetzt, wie bei privaten Konflikten.

 

Mit dieser dritten Auflage nun führen die Autoren die von Ihnen im Jahre 2001 begonnene Darstellung der Entwicklung der Mediation, vor allem aber der psychologischen Grundlagen Methoden und Perspektiven in aktualisierter Form weiter fort.

 

Gerade weil „soziale Konflikte im Kern normative Konflikte“ darstellen und weil es schwierig ist, wenn nicht nur konkrete Bedürfnisse disharmonieren (und das ist oft schon konfliktträchtig genug), sondern ganze Wertvorstellungen aufeinander prallen, ergibt sich aus der Aufgabenstellung selbst heraus weitestgehend bereits die Notwendigkeit einer sorgfältigen und fundierten psychologischen Arbeit im Rahmen der Beilegung von Konflikten. Dies betonen die Autoren in den ersten Kapiteln des Buches fundiert und argumentativ überzeugend, bevor dann die wichtigen, einzelnen Sachthemen übersichtlicht vorgelegt werden.

 

Von der Darstellung der „Handlungsalternativen in sozialen Konflikten“ über eine fundierte Darstellung der „Gerechtigkeitspsychologie“ und dem „produktiven Umgang mit Emotionen“ bis hin zu geforderten „Kreativität“ im Prozess und der konkreten Darstellung von Aufgaben, Problemen, Risiken, Chancen und Regeln der einzelnen Phasen des Mediationsprozesses reichen dann im weiteren die umfassenden Darstellungen im Buch.

 

Wobei die Autoren zwar deutlich die Chancen der Mediation benennen, die Grenzen aber nicht verschweigen. Ebenso, wie im Lauf der Lektüre deutlich wird, dass ein Prozess der Mediation vielfache Formen annehmen kann und dem begleitenden Mediator eine Grundkompetenz der Offenheit für den Verlauf und Methoden fast das wichtigste Instrument ist. Im Kapitel „Erfolgreiche Mediation: Chancen und Grenzen“ werden die Autoren in der Benennung grundlegender Kompetenzen für einen möglichst erfolgreichen Mediationsprozess sehr konkret und betonen von der wissenschaftlichen Fundierung über die Kompetenz, Vertrauen aufzubauen, von der Fähigkeit, lösungsorientiert zu denken bis hin zum Blick auf die Nachhaltigkeit in komprimierter Form noch einmal jene Notwendigkeiten fachlicher Kompetenzen, die auch in den vorhergehenden Kapiteln immer wieder im Augenmerk mit lagen. Erst dann kann eine „produktive Nutzung“ von Konflikten mit vielfachen Gewinnen an Selbsterkenntnis, Wissen, sozialen und kommunikativen Kompetenzen bestmöglich eröffnet werden.

 

Grenzen des Konzeptes finden sich vor allem dort, wo die Sachlage nach gesetzlichen Gesichtspunkten her eindeutig ist und ein „illegitimes dreistes Begehren zurückgewiesen werden muss“. Wichtig, dass diese Grenzen im Buch auch benannt werden, noch lange nicht jeder Konflikt eskaliert nur an kommunikativem und sozialen Unvermögen der Beteiligten, klares Unrecht kann nicht grundlegender Gegenstand einer Mediation sein. Gleiches gilt bei „nichtvereinbaren Positionen“, eine Chance (und ein zumindest latent vorliegender Wille) einer Annäherung sind Grundvoraussetzungen für eine mediatorische Arbeit.

 

Ebenso, wie diese klaren Grenzen, benennen die Autoren zum Ende des Buches hin Handlungsmöglichkeiten beim Scheitern einer Mediation.

 

Insgesamt legen die Autoren eine fundierte und breite Darstellung der psychologischen Grundlagen der Mediation vor, in denen sie durchweg vor Augen führen, dass kreative Interpretationen und, vor allem, eine  kreative  Kombination von Methoden, Konzepten und Theorien wichtige Voraussetzungen für einen gelingenden Prozess gerade in diesem Arbeitsfeld darstellen. Einfache Rezepturen sind nicht hilfreich und werden im Buch auch nicht angeboten. Gerade diese differenzierte Betrachtung macht dieses Buch zue inem Standard Werk der Mediation.

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