Leo Navratil

 4.3 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Gespräche mit Schizophrenen, manisch-depressiv und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Leo Navratil

Leo Navratil (1921–2006) studierte in Wien Medizin, Psychologie und Anthropologie und trat 1946 als Sekundararzt in die Niederösterreichische Landes-Heil- und Pflegeanstalt Gugging (später Landesnervenklinik Maria Gugging) ein. Nach zusätzlicher Ausbildung und einem Studienaufenthalt in London wurde er 1959 Leiter einer psychiatrischen Abteilung in Gugging. Auf seine Anregung hin wurde dort 1981 das »Haus der Künstler« gegründet. Leo Navratil war 40 Jahre in Gugging tätig. Er hat zahlreiche Bücher zu Fragen des Zusammenhangs zwischen psychischen Störungen und kreativer Tätigkeit veröffentlicht.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Leo Navratil

Cover des Buches Gespräche mit Schizophrenen (ISBN: 9783926200426)

Gespräche mit Schizophrenen

 (3)
Erschienen am 01.02.2000
Cover des Buches Schizophrene Dichter (ISBN: 9783596308200)

Schizophrene Dichter

 (1)
Erschienen am 15.12.2015
Cover des Buches Schizophrenie und Kunst (ISBN: 9783596308859)

Schizophrenie und Kunst

 (1)
Erschienen am 15.12.2015
Cover des Buches Schizophrenie und Religion (ISBN: 9783922660545)

Schizophrenie und Religion

 (0)
Erschienen am 01.01.1992
Cover des Buches Die Künstler aus Gugging (ISBN: 9783854460800)

Die Künstler aus Gugging

 (1)
Erschienen am 01.03.1988

Neue Rezensionen zu Leo Navratil

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Rezension zu "Gespräche mit Schizophrenen" von Leo Navratil

Rezension zu "Gespräche mit Schizophrenen" von Leo Navratil
Kaivaivor 14 Jahren

" Beim Gesunden aber äußert sich schizophrenes Leben im Traum und anderen veränderten Zuständen des Bewußtseins, in Mythen und Märchen,in der Kunst und in den Religionen. Beim Ausbruch einer Psychose erfolgt also nur eine Verschiebung der Grenzen unseres Bewußtseins, was normalerweise hintergründig ist, bricht hervor, an die Stelle unserer ruhigen und geordneten Alltagswelt tritt die von Widersprüchen erfüllte Welt des Schizophrenen."
Wenn die Widersprüche dominieren nennt sich das Ambivalenz. Wir alle kennen ambivalente Zustände. Wir kommen dann doch wieder auf den Punkt und retten uns in feste Größen. In der Schizophrenie sind diese festen Größen verlorengegangen. Die Ambivalenz ist total. Das Denken ist haltlos geworden. Dem Schizophrenen ist es zusammen mit dem Fühlen aus dem Ruder gelaufen und nun tanzt sein Boot führerlos auf einem unergründlichen Meer.
Ein wilder Tanz ist es in jedem Fall und immer nah am Abgrund. Doch es kann gut gehen. Denn: Ambivalenz ist ja die Natur der Welt (im Grunde wissen wir, daß wir nichts wissen und wir uns nur über Wasser halten, indem wir Begriffe und Konstrukte schaffen) und die Natur ist führend für den, der sich nicht in ihren Schleiern verfängt.
Wenn der Schizophrene aus der Natur der Welt etwas schöpfen und mitteilen kann und auf diesem Weg sich als natürlich erfährt, kann er sich trotz allem gut und lebendig fühlen und im besten Fall findet er Begriffe und Konstrukte für sich die viel beglückender als jene sind die er vor der Schizophrenie hatte. "Die Destrukturierung des normalen Bewußtseins führt nicht immer zu einer Neuorganisation auf >niedrigerer< Stufe : in der schizophrenen Psychose kommt es wie in vielen anderen Zuständen veränderten Bewußtseins auch zu Neustrukturierungen, die über das Niveau der normalen Bewußtseins hinausgehen."
Leo Navratil war von 1946-86 in der Niederöstereichischen Landesklinik Guggingen tätig, zuletzt als Abteilungsleiter. Auf seine Initiative hin wurde dort 1981 das >Haus der Künstler< gegründet. Dort leben Insassen der Klinik nicht mehr als Patienten sondern als Künstler. Mit einigen dieser Künstler führte Navratil Gespräche. Die Aufzeichnungen dieser Gespräche sind der Hauptteil des Buchs. Für mich aber ist der eigentliche Hauptteil Leo Navratils Einführung: "Über Schizophrenie" heißt dieses Kapitel und umfaßt 18 Seiten. Die es in sich haben. Die weit mehr sagen als die meisten Fachbücher auf 180 oder 1800 Seiten. Für jeden, der sich für dies Thema interessiert, ist es ein Lesemuß.
Die Gespräche, die folgen, sind aufschlußreich, aber nur mit viel Hingabe lesbar. Jeder, der schonmal ein Interview mit Jonathan Meese gehört oder gelesen hat, weiß was ich meine.

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