Leo Navratil Gespräche mit Schizophrenen

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Inhaltsangabe zu „Gespräche mit Schizophrenen“ von Leo Navratil

Dieser Titel erscheint im Paranus Verlag der Brücke Neumünster. Leo Navratil: Herr Herbeck, was ist der Sinn des Lebens? Ernst Herbeck: Der Sinn des Lebens? Weiterzuleben! Nach dem Tode auch noch weiterzuleben. N.: Ist das möglich? H.: Freilich. N.: In welcher Gestalt? H.: In der Gestalt eines Königs... einer anderen Welt... im Altertum zum Beispiel oder in der Steinzeit. N. Wie geht das vor sich? H.: Das hängt vom Willen ab, den er gehabt hat, im Leben. N.: Wie könnte uns das gehen? Wir sind zwei Männer, beide schon im vorgerückten Alter, die also früher oder später einmal sterben müssen. H.: Sterben? N.: Sterben müssen. H.: Müssen? N.: Nun, früher oder später doch! H.: Ach so! N.: Wie könnte unser Leben nach dem Tode aussehen? H.: Herr Primarius, die Frage kann ich nicht beantworten. Viele Fragen werden – durchaus originell – beantwortet in den hier dokumentierten Gesprächen mit den inzwischen berühmt gewordenen Gugginger Künstlern. Was Ende der 70er Jahre ein Novum war – sich für Leben und Sinnsuche von psychisch erkrankten Menschen zu öffnen – ist auch heute leider noch keine Selbstverständlichkeit. Dieser neu aufgelegte „Klassiker“ beweist, dass sich das Einlassen auf die anderen Wirklichkeiten im schizophrenen Erleben lohnt. Denn auch für Bücher gilt: Ihr Sinn liegt im Weiterleben.

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  • Rezension zu "Gespräche mit Schizophrenen" von Leo Navratil

    Gespräche mit Schizophrenen
    Kaivai

    Kaivai

    23. March 2007 um 21:52

    " Beim Gesunden aber äußert sich schizophrenes Leben im Traum und anderen veränderten Zuständen des Bewußtseins, in Mythen und Märchen,in der Kunst und in den Religionen. Beim Ausbruch einer Psychose erfolgt also nur eine Verschiebung der Grenzen unseres Bewußtseins, was normalerweise hintergründig ist, bricht hervor, an die Stelle unserer ruhigen und geordneten Alltagswelt tritt die von Widersprüchen erfüllte Welt des Schizophrenen." Wenn die Widersprüche dominieren nennt sich das Ambivalenz. Wir alle kennen ambivalente Zustände. Wir kommen dann doch wieder auf den Punkt und retten uns in feste Größen. In der Schizophrenie sind diese festen Größen verlorengegangen. Die Ambivalenz ist total. Das Denken ist haltlos geworden. Dem Schizophrenen ist es zusammen mit dem Fühlen aus dem Ruder gelaufen und nun tanzt sein Boot führerlos auf einem unergründlichen Meer. Ein wilder Tanz ist es in jedem Fall und immer nah am Abgrund. Doch es kann gut gehen. Denn: Ambivalenz ist ja die Natur der Welt (im Grunde wissen wir, daß wir nichts wissen und wir uns nur über Wasser halten, indem wir Begriffe und Konstrukte schaffen) und die Natur ist führend für den, der sich nicht in ihren Schleiern verfängt. Wenn der Schizophrene aus der Natur der Welt etwas schöpfen und mitteilen kann und auf diesem Weg sich als natürlich erfährt, kann er sich trotz allem gut und lebendig fühlen und im besten Fall findet er Begriffe und Konstrukte für sich die viel beglückender als jene sind die er vor der Schizophrenie hatte. "Die Destrukturierung des normalen Bewußtseins führt nicht immer zu einer Neuorganisation auf >niedrigerer< Stufe : in der schizophrenen Psychose kommt es wie in vielen anderen Zuständen veränderten Bewußtseins auch zu Neustrukturierungen, die über das Niveau der normalen Bewußtseins hinausgehen." Leo Navratil war von 1946-86 in der Niederöstereichischen Landesklinik Guggingen tätig, zuletzt als Abteilungsleiter. Auf seine Initiative hin wurde dort 1981 das >Haus der Künstler< gegründet. Dort leben Insassen der Klinik nicht mehr als Patienten sondern als Künstler. Mit einigen dieser Künstler führte Navratil Gespräche. Die Aufzeichnungen dieser Gespräche sind der Hauptteil des Buchs. Für mich aber ist der eigentliche Hauptteil Leo Navratils Einführung: "Über Schizophrenie" heißt dieses Kapitel und umfaßt 18 Seiten. Die es in sich haben. Die weit mehr sagen als die meisten Fachbücher auf 180 oder 1800 Seiten. Für jeden, der sich für dies Thema interessiert, ist es ein Lesemuß. Die Gespräche, die folgen, sind aufschlußreich, aber nur mit viel Hingabe lesbar. Jeder, der schonmal ein Interview mit Jonathan Meese gehört oder gelesen hat, weiß was ich meine.

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