Leo Perutz

 4.1 Sterne bei 216 Bewertungen

Lebenslauf von Leo Perutz

Leo Perutz wurde am 2. November 1882 in Prag geboren und siedelte 1899 mit seiner Familie nach Wien über. In der Zeit zwischen dem Ersten und Zweiten Weltkrieg zählte er zu den meistgelesenen Erzählern deutscher Sprache. 1938 emigrierte Perutz nach Tel Aviv. Er starb 1957 während eines Österreichbesuchs in Bad Ischl. Sein Werk umfasst zahlreiche Romane und Erzählungen und wurde in viele Sprachen übersetzt. In seinen Romanen begegnen sich Historisches und Phantastisches, Traum und Wirklichkeit verschmelzen.Sein gesamtes Romanwerk sowie ein Nachlassband sind als Taschenbuch bei dtv in der Leo-Perutz-Edition lieferbar. Allesamt herausgegeben und mit einem neuen Nachwort von Hans-Harald Müller. Im Februar 2008 erscheint der Roman ›Der Meister des Jüngsten Tages‹ außerdem in der Edition der AutorenBibliothek.»Leo Perutz ist der größte magische Realist unserer Sprache, ein Virtuose des Rätsels.« Daniel Kehlmann»Er ist ein Dichter mit der Fähigkeit, ungewöhnlich fesselnde Romane zu schreiben. Ich betone: ein Dichter.« Carl von Ossietzky

Quelle: Verlag / vlb

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Cover des Buches Der Meister des Jüngsten Tages (ISBN: 9783423191197)

Der Meister des Jüngsten Tages

 (45)
Erschienen am 24.01.2008
Cover des Buches Nachts unter der steinernen Brücke (ISBN: 9783423140751)

Nachts unter der steinernen Brücke

 (41)
Erschienen am 01.01.2012
Cover des Buches Der schwedische Reiter (ISBN: 9783552042261)

Der schwedische Reiter

 (32)
Erschienen am 22.10.1936
Cover des Buches Zwischen neun und neun (ISBN: 9783552058194)

Zwischen neun und neun

 (27)
Erschienen am 13.03.2017
Cover des Buches St. Petri-Schnee (ISBN: 9783552054202)

St. Petri-Schnee

 (16)
Erschienen am 04.08.2007
Cover des Buches Wohin rollst du, Äpfelchen ... (ISBN: 9783423133494)

Wohin rollst du, Äpfelchen ...

 (14)
Erschienen am 01.07.2005
Cover des Buches Der Judas des Leonardo (ISBN: 9783423133043)

Der Judas des Leonardo

 (12)
Erschienen am 01.03.2005
Cover des Buches Die dritte Kugel (ISBN: 9783423135795)

Die dritte Kugel

 (8)
Erschienen am 01.07.2007

Neue Rezensionen zu Leo Perutz

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Rezension zu "Der schwedische Reiter" von Leo Perutz

Ein Meisterwerk des Realismus
Stephanusvor 6 Monaten

Um 1700 im baltischen Ostseeraum treffen ein Dieb und ein
schwedischer Edelmann aufeinander und dem Dieb gelingt durch List die Identität
des Edelmannes anzunehmen und letzteren in ein Straflager zu schicken. Um zu
Geld zu kommen wird er Anführer einer Kirchenräuberbande und kann anschließend,
reich geworden, seine Liebste heiraten und bekommt mit dieser eine Tochter. Das
Glück scheint groß und unendlich als die Schatten der Vergangenheit den Dieb
einholen und er von seinem Hof verjagt wird und letztlich scheitert.

Der Autor schafft eine fiktive historische Handlung, die weniger durch die Handlung selbst als vielmehr durch den Stil
und die Sprache besticht und gewinnt. Hierdurch transportiert der Autor seine Intention hinter der Handlung. Das Buch, 1936 veröffentlicht, enthält
viele Mysterien und Übernatürliches und lebt auch davon. Stil und Sprache
sind toll und Perutz, der leider heute kaum noch gelesen wird, gelingt der
eindrückliche Beweis, dass er ein großer Schriftsteller ist und der magische
Realismus auch in Deutschland bestand. Wer sich nicht vor dem historischen
Thema scheut und die Mysterien in der Handlung abschrecken lässt, wird ein anspruchsvolles Buch erhalten, das zu Begeistern weiß und
wieder öfter gelesen werden sollte.. 

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Rezension zu "Der schwedische Reiter" von Leo Perutz

Leo Perutz | DER SCHWEDISCHE REITER
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

INHALT: Perutz‘ DER SCHWEDISCHE REITER spielt im frühen 18. Jahrhundert in Schlesien. Es beginnt mit einem kurzen Abriss der Memoiren Maria Christines von Blohme. Der Leser erfährt in dieser knappen Vorgeschichte, dass ihr Vater (ebenjener schwedische Reiter,) als sie noch ein Kind war, in den schwedisch-russischen Krieg ziehen musste, sie aber trotz der enormen Entfernung fast jede Nacht für eine Viertelstunde besuchte, um zu sehen wie es ihr ging. Irgendwann kommt die Meldung, dass der Vater vor Wochen schon im Kampf an der Front gefallen war. Maria Christine kann das nicht glauben, hatte er doch letzte Nacht noch an ihr Fenster geklopft. Zauberei? Ein Irrtum? Oder war es nur der Geist ihres geliebten Vaters gewesen? Wie das möglich sein konnte, davon handelt der dann folgende Roman.

Leo Perutz entfaltet gekonnt die Geschichte zweier Männer, die mehrmals ihre Identitäten tauschen. Eigentlich ist in der Vorgeschichte schon alles erzählt. Der Bogen spannt sich jedoch über mehrere Jahre und endet wieder bei der Todesnachricht. Nun ist der Leser aber schlauer und es wird alles klar.

FAZIT: Geschrieben in einem märchenhaften Ton im Stil der Gebrüder Grimm, liest sich DER SCHWEDISCHE REITER zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Man kommt aber schnell rein und wird mit einer schöne, zauberhaften Geschichte belohnt. Man kann den Roman dem Magischen Realismus zuschreiben. Damit ist er ein Vorreiter dieser Gattung, die erst in den 1950ern und 60ern ihre Blütezeit hatte. Hat mir sehr gefallen – fünf Sterne.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch***

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Rezension zu "Nachts unter der steinernen Brücke" von Leo Perutz

Rosenstrauch und Rosmarinbusch - hat diese Liebe eine Zukunft?
Emotionenvor 4 Jahren

"Nachts unter der steinernen Brücke" ist mein erster Roman von Leo Perutz. Gelesen wurde er in der Schule als Klassenlektüre. Das Buch gehört dem Genre "Klassiker" an, schon alleine deshalb hatte ich einen Heidenrespekt vor dem Buch. Mit Klassikern tue ich mich normalerweise eher schwer, ich lese lieber locker leicht fantastisches und Dystopien, Jules Verne ist einer der wenigen, den ich überarbeiteter Version sehr gerne mochte. Ich gebe es zu, wäre es meine persönliche Entscheidung gewesen, hätte ich das Buch vermutlich nie in Hand genommen, aber ich finde es gar nicht schlimm im Deutschunterricht mal ein bisschen über den Tellerrand hinauszuschauen.

Die Handlung des Buches muss der Leser sich ein bisschen selber zusammensuchen. Was zunächst wirkt wie einzelne kleine Geschichten fügt sich langsam, langsam zu einem Gesamtbild zusammen. Trotzdem können meiner Meinung nach fast alle Geschichte auch unabhängig gelesen werden, meistens ist die Pointe ja schon in der Geschichte selber verpackt. Aber der große Sinn erschließt sich einem erst langsam, langsam und man merkt, dass es sich um mehr handelt als nur 10 oder 15 Erzählung, die wahllos aneinander gereiht wurden. Die Geschichte sind nicht in chronologischer Reihenfolgen. Die letzte Geschichte ist etwa die erste, auch zwischen den einzelnen Kapitel wird gerne mal ein paar Jahrzehnte in der Zeit vor oder zurückgesprungen. Aber wenn man aufmerksam liest, dann hat man eigentlich keine größeren Probleme sich zu Recht zu finden. Die meisten der Geschichten waren spannend, ein oder zwei haben mich leider ein bisschen gelangweilt und waren auch für die Haupthandlung nicht wirklich von Bedeutung. Man findet allerdings auch sehr viel Mystisches und Zauberhaftes, Kurzweiliges und vor allem kommt man auch mit der Kabbala (dem jüdischen Sagenkreis, wenn man es so benennen kann) und der jüdischen Kultur und Tradition in Berührung. Woher rührt der Judenhass? Was sind typische Bräuche? Wie sieht es in einem Judenviertel des 16. Jahrhunderts in Prag aus? Zu dieser Zeit und an diesem Ort spielt nämlich die Geschichte. Man sollte sich also vielleicht schon etwas für Geschichte und die Kaiser der Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation interessieren.

Es gibt keine wirklichen Hauptcharaktere, jede kleine Geschichte hat ihre Helden und ihre Nebendarsteller. Am öftesten treten der reiche Jude Meisl und seine Frau, die schöne Esther sowie Kaiser Rudolf II. auf den Plan. Zunächst scheinen die drei nicht sonderlich viel miteinander zu tun zu haben, aber allmählich wird dem Leser die Verbindung der drei klar, auf emotionaler Ebene wie auch auf finanzieller. Aber mehr sei dazu nicht gesagt. Meiner Meinung nach wurden die Charakter sehr gut ausgearbeitet, ich könnte jedem ein paar Eigenschaften zuschreiben, die ich mit ihm verbinde. Mit dem Aussehen wird es schon schwerer, denn wir treffen die Charaktere in allen möglichen Lebensaltern an, einmal ist der Kaiser ein junger Knabe, im nächsten Kapitel vielleicht schon ein alter Greis oder gar gestorben. Trotzdem gewinnt man beim Lesen ein gewisses Bild von Charakteren, man lernt sie mit ihren Stärken und Schwächen kennen, sieht, dass auch Reichtum nicht immer Glück heißt und dass selbst der Kaiser vor Geldmangel nicht gefeit ist und sich manchmal mit Banalitäten herumschlagen muss. 

Fazit
Klassiker werden vielleicht nie meine Lieblingsbücher werden, da sie diesen leicht angestaubten Touch haben, aber genau deshalb sind sie immer wieder mal treue Begleiter. Ich würde sie nicht ständig lesen, aber immer wieder tut es einem gut, sich anspruchsvollerer Literatur zu stellen als Chick Lit Romanen =)
Im Großen und Ganzen bin ich mit "Nachts unter der steinernen Brücke" sehr zufrieden, sowohl Handlung als auch Charaktere haben mich überzeugt, ein zwei Schnitzer gab es in puncto Spannung, wo ich mich dann doch zum Lesen aufraffen musste, aber ich vergebe Pluspunkte weil mir der Aufbau des Buches gut gefällt und man erst langsam das Buch "versteht". Der Leser wird selber auf Entdeckungsreise geschickt, muss geschickt kombinieren und raten, sich manchmal auf sein Glück verlassen ober er mit seinen Vermutungen bezüglich der Haupthandlung richtig liegt. Das soll ein Detektivroman mal nachmachen! Ich kann das Buch Klassik Liebhabern weiterempfehlen, Perutz ist vielleicht kein Goethe oder Kafka oder Schiller, aber er ist ein nicht zu unterschätzender Vertreter der Literatur des 20. Jahrhunderts. 

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Zusätzliche Informationen

Leo Perutz wurde am 02. November 1882 in Prag (Österreich) geboren.

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