Leo Perutz Nachts unter der steinernen Brücke

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Inhaltsangabe zu „Nachts unter der steinernen Brücke“ von Leo Perutz

Ein »faszinierend farbsatter Teppich«. Friedrich TorbergIm Zentrum dieses magischen historischen Romans steht die legendenumwobene Gestalt des hohen Rabbi Loew. Nur er kann das Rätsel um die Strafe Gottes lösen, die 1589 als großes Kindersterben über die Prager Judenstadt hereinbricht. Ratsuchend beschwört er übernatürliche Mächte, und diese führen ihn zu einem Vergehen, das er selbst begangen hat - eines Nachts unter der steinernen Brücke. Im Bannkreis dieses Vergehens bewegt sich nun ein ganzer Mikrokosmos - bunte Gestalten, von den Narren und Bettlern, die die Gassen und Spelunken der »Goldenen Stadt« bevölkern, bis hin zum Kaiser Rudolf selbst und seiner Geliebten, der schönen Jüdin Esther. Doch keine der handelnden Figuren durchschaut das komplexe Geflecht von Liebe, Schuld und Sühne: Nur der Leser überblickt - souverän und quasi gottgleich an der Seite des meisterhaften Erzählers Perutz - das ganze kunstvolle Muster, das lebendige historische Tableau, die zaubervolle versunkene Welt. Mit einem Nachwort von Hans-Harald Müller.

Großartig!

— MalaikaSanddoller

Verschiedene Geschichten, in nicht chronologischer Reihenfolge fügen sich langsam zu einer Handlung zusammen. Anstrengend, aber charmant!

— Emotionen

Mein schlechtester Perutz bisher....

— LillianMcCarthy

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    Nachts unter der steinernen Brücke

    Emotionen

    02. May 2016 um 16:54

    "Nachts unter der steinernen Brücke" ist mein erster Roman von Leo Perutz. Gelesen wurde er in der Schule als Klassenlektüre. Das Buch gehört dem Genre "Klassiker" an, schon alleine deshalb hatte ich einen Heidenrespekt vor dem Buch. Mit Klassikern tue ich mich normalerweise eher schwer, ich lese lieber locker leicht fantastisches und Dystopien, Jules Verne ist einer der wenigen, den ich überarbeiteter Version sehr gerne mochte. Ich gebe es zu, wäre es meine persönliche Entscheidung gewesen, hätte ich das Buch vermutlich nie in Hand genommen, aber ich finde es gar nicht schlimm im Deutschunterricht mal ein bisschen über den Tellerrand hinauszuschauen.Die Handlung des Buches muss der Leser sich ein bisschen selber zusammensuchen. Was zunächst wirkt wie einzelne kleine Geschichten fügt sich langsam, langsam zu einem Gesamtbild zusammen. Trotzdem können meiner Meinung nach fast alle Geschichte auch unabhängig gelesen werden, meistens ist die Pointe ja schon in der Geschichte selber verpackt. Aber der große Sinn erschließt sich einem erst langsam, langsam und man merkt, dass es sich um mehr handelt als nur 10 oder 15 Erzählung, die wahllos aneinander gereiht wurden. Die Geschichte sind nicht in chronologischer Reihenfolgen. Die letzte Geschichte ist etwa die erste, auch zwischen den einzelnen Kapitel wird gerne mal ein paar Jahrzehnte in der Zeit vor oder zurückgesprungen. Aber wenn man aufmerksam liest, dann hat man eigentlich keine größeren Probleme sich zu Recht zu finden. Die meisten der Geschichten waren spannend, ein oder zwei haben mich leider ein bisschen gelangweilt und waren auch für die Haupthandlung nicht wirklich von Bedeutung. Man findet allerdings auch sehr viel Mystisches und Zauberhaftes, Kurzweiliges und vor allem kommt man auch mit der Kabbala (dem jüdischen Sagenkreis, wenn man es so benennen kann) und der jüdischen Kultur und Tradition in Berührung. Woher rührt der Judenhass? Was sind typische Bräuche? Wie sieht es in einem Judenviertel des 16. Jahrhunderts in Prag aus? Zu dieser Zeit und an diesem Ort spielt nämlich die Geschichte. Man sollte sich also vielleicht schon etwas für Geschichte und die Kaiser der Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation interessieren.Es gibt keine wirklichen Hauptcharaktere, jede kleine Geschichte hat ihre Helden und ihre Nebendarsteller. Am öftesten treten der reiche Jude Meisl und seine Frau, die schöne Esther sowie Kaiser Rudolf II. auf den Plan. Zunächst scheinen die drei nicht sonderlich viel miteinander zu tun zu haben, aber allmählich wird dem Leser die Verbindung der drei klar, auf emotionaler Ebene wie auch auf finanzieller. Aber mehr sei dazu nicht gesagt. Meiner Meinung nach wurden die Charakter sehr gut ausgearbeitet, ich könnte jedem ein paar Eigenschaften zuschreiben, die ich mit ihm verbinde. Mit dem Aussehen wird es schon schwerer, denn wir treffen die Charaktere in allen möglichen Lebensaltern an, einmal ist der Kaiser ein junger Knabe, im nächsten Kapitel vielleicht schon ein alter Greis oder gar gestorben. Trotzdem gewinnt man beim Lesen ein gewisses Bild von Charakteren, man lernt sie mit ihren Stärken und Schwächen kennen, sieht, dass auch Reichtum nicht immer Glück heißt und dass selbst der Kaiser vor Geldmangel nicht gefeit ist und sich manchmal mit Banalitäten herumschlagen muss. FazitKlassiker werden vielleicht nie meine Lieblingsbücher werden, da sie diesen leicht angestaubten Touch haben, aber genau deshalb sind sie immer wieder mal treue Begleiter. Ich würde sie nicht ständig lesen, aber immer wieder tut es einem gut, sich anspruchsvollerer Literatur zu stellen als Chick Lit Romanen =)Im Großen und Ganzen bin ich mit "Nachts unter der steinernen Brücke" sehr zufrieden, sowohl Handlung als auch Charaktere haben mich überzeugt, ein zwei Schnitzer gab es in puncto Spannung, wo ich mich dann doch zum Lesen aufraffen musste, aber ich vergebe Pluspunkte weil mir der Aufbau des Buches gut gefällt und man erst langsam das Buch "versteht". Der Leser wird selber auf Entdeckungsreise geschickt, muss geschickt kombinieren und raten, sich manchmal auf sein Glück verlassen ober er mit seinen Vermutungen bezüglich der Haupthandlung richtig liegt. Das soll ein Detektivroman mal nachmachen! Ich kann das Buch Klassik Liebhabern weiterempfehlen, Perutz ist vielleicht kein Goethe oder Kafka oder Schiller, aber er ist ein nicht zu unterschätzender Vertreter der Literatur des 20. Jahrhunderts. 

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  • Mein schlechtester Perutz bisher....

    Nachts unter der steinernen Brücke

    LillianMcCarthy

    29. December 2015 um 20:10

    Inhalt: Ein 'faszinierend farbsatter Teppich'. Friedrich Torberg Im Zentrum dieses magischen historischen Romans steht die legendenumwobene Gestalt des hohen Rabbi Loew. Nur er kann das Rätsel um die Strafe Gottes lösen, die 1589 als großes Kindersterben über die Prager Judenstadt hereinbricht. Ratsuchend beschwört er übernatürliche Mächte, und diese führen ihn zu einem Vergehen, das er selbst begangen hat - eines Nachts unter der steinernen Brücke. Im Bannkreis dieses Vergehens bewegt sich nun ein ganzer Mikrokosmos - bunte Gestalten, von den Narren und Bettlern, die die Gassen und Spelunken der 'Goldenen Stadt' bevölkern, bis hin zum Kaiser Rudolf selbst und seiner Geliebten, der schönen Jüdin Esther. Doch keine der handelnden Figuren durchschaut das komplexe Geflecht von Liebe, Schuld und Sühne: Nur der Leser überblickt - souverän und quasi gottgleich an der Seite des meisterhaften Erzählers Perutz - das ganze kunstvolle Muster, das lebendige historische Tableau, die zaubervolle versunkene Welt. (Quelle: lovelybooks) Vor der Rezension: In Klassik Edition stelle ich euch Rezensionen zu etwas anderen Büchern vor. Bücher, die ich vielleicht im Zuge der Uni gelesen habe, vielleicht auch ein bisschen out-of-comfort privat und die eine Rezension wert sind. Ich spreche von Büchern, die viele unter euch als nervige Schullektüre bezeichnen würden. Mit der Ausnahme, dass die Bücher, die ich hier bespreche teilweise auch weg gehen von dem Lektürekanon. Ich möchte euch mit diesen Rezensionen zeigen, dass Klassiker auch toll sein können und da besondere Bücher auch besondere Rezensionen erfordern, werde ich die Rezensionen der Klassik Edition anders aufbauen als alle anderen. Schreibstil und Co sind bei diesen Büchern nicht wichtig. Der ist eh anders und meistens gewöhnungsbedürftig. Nein, ich möchte Literatur solcher Art kontextualisieren und weg gehen von „Was will der Autor uns damit sagen?“. Und wer weiß, vielleicht kann ich euch ja sogar dazu animieren den einen oder anderen Klassiker zu lesen und zu lieben. Meine Meinung: Nachts unter der steinernen Brücke ist nach Wohin rollst du, Äpfelchen… der zweite Roman, den ich von Perutz lese. Dieses hat mir ja schon sehr gut gefallen und so war ich gespannt, auf diesen Roman, der schon gleich so anders ist. Anstatt mit einer Verfolgungsjagd und Heimkehrer-Thematik haben wir es hier mit einem historischen Roman zu tun, der noch dazu fantastische Elemente enthält. So bin ich wirklich ohne irgendwelche Erwartungen an das Buch gegangen und wollte die Geschichte auf mich wirken lassen. Schon gleich musste ich feststellen, dass wir es hier nur bedingt mit einer zusammenhängenden Geschichte zu tun haben, sondern jedes Kapitel eine eigene Geschichte erzählt. Diese spielen zu verschiedenen Zeiten und sind nicht einmal chronologisch geordnet. Die Hauptcharaktere wechseln sich ab und oft kann man auf den ersten Blick gar nicht den Sinn der einzelnen Geschichten erkennen. Das hat mich erst einmal aus dem Lesefluss geworfen denn ich bin kein und war auch noch nie ein Fan von Werken, die so aufgebaut sind. Was dahinter steckt ist natürlich sehr großen Können. Gerade Perutz als Mathematiker hat es einfach perfekt drauf, viele Verknüpfungen entstehen zu lassen, alles mit einem ganz bestimmten Sinn, zu einem ganz bestimmten Ziel hin zu schreiben, ohne das es der Leser erst einmal merkt und sich erst nach und nach alles verbindet. Mein Ding ist es aber besonders in diesem Fall nicht. Das Thema an sich ist sehr schön. Es zeigt wichtige Aspekte des Judenhasses und allgemein der Situation der Juden seit jeher. Mit Sitz in der Stadt Prag hat Perutz da meiner Meinung nach einen guten Handlungsort gewählt denn Rabbi Loew gibt gerade für dieses Buch eine Menge her. Hier kommt auch der Fantasy-Aspekt zum Tragen denn genau der ist auch auf eine Weise enthalten, die ich euch leider nicht näher bestimmen kann, da das zu viel vorausgreifen würde. Er hat wohl mit dem Titel Nachts unter der steinernen Brücke zu tun. Aber auch hier hätte ich den Arbeitstitel des Werkes, Meisls Gut, schöner gefunden. Was genau damit gemeint ist, kann man auch erst am Ende erfassen aber dann sticht seine Botschaft mehr hervor. Bei den Figuren des Buches war ich sehr enttäuscht. Es gibt keine wirklichen Protagonisten aber die, die es ansatzweise sind, sind für mich auf der einen Seite viel zu blass, auf der anderen Seite einfach nur super nervig. Identifikationsfiguren sind kein Muss für mich aber zumindest mit einem Charakter möchte ich ansatzweise mitfühlen. Das war hier leider unmöglich. Genauso habe ich viele einzelne Kapitel auch letztendlich, als mir der gesamte Zusammenhang klar war, nicht verstanden. Elementar sind das erste und das letzte Kapitel sowie Kapitel 7 genau in der Mitte. Aus diesen dreien hätte man mit ein bisschen mehr drum herum lieber eine Novelle oder etwas ähnlich Kurzes machen sollen. Bewertung: Nachdem ich Wohin rollst du, Äpfelchen… einfach grandios fand, hat mich Nachts unter der steinernen Brücke leider sehr enttäuscht. Ich erkenne zwar Leo Perutz unglaubliches Talent an aber dieses Buch ist einfach nicht meins. Obwohl die Thematik sehr toll ist und ich auch irgendwie richtig vernarrt in Prag und die Rabbi Loew Geschichte bin, haben mich der unchronologische Kurzgeschichtenaufbau und auch die Protagonisten sehr gestört. Leider gibt es daher nur 2 von 5 Füchschen. 

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