Leo Perutz Wohin rollst du, Äpfelchen ...

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Inhaltsangabe zu „Wohin rollst du, Äpfelchen ...“ von Leo Perutz

Eine groteske Verfolgungsjagd, die einen ehemaligen Offizier kurz nach dem 1. Weltkrieg quer durch Europa führt. »Das Wort ›Genie‹ hat längst durch Missbrauch an Wert und Sinn verloren, sonst hätte ich das Buch als ›einfach genial‹ bezeichnet.« (Ian Fleming, Schöpfer von James Bond, in einem Brief 1931 an Leo Perutz)Wien 1918/19. Der einstige Offizier Georg Vittorin kann die Demütigung nicht vergessen, die er als Kriegsgefangener von dem russischen Lagerkommandanten Seljukow erdulden musste, und beschließt, als Rächer nach Russland zurückzukehren. Eine dramatische Verfolgungsjagd beginnt, die ihn durch die Sowjetunion, nach Konstantinopel, Mailand, Paris und weiter treibt, bis es schließlich zu dem erhofften »Duell ohne Zeugen« kommt.Drei Millionen Leser verfolgten den Erstabdruck dieses Romans, der 1928 in der größten Illustrierten des Kontinents, der ›Berliner Illustrirten Zeitung‹, in Fortsetzungen erschien. ›Wohin rollst du, Äpfelchen …‹ wurde von den Lesern verschlungen, der Titel wurde Ende der zwanziger Jahre zu einem Schlagwort, in dem die Ungewissheit und Zukunftsangst der Menschen ihren Ausdruck fand.

Wundervoll! Kann gar nicht glauben, dass das Perutz schwächster Roman sein soll...

— LillianMcCarthy
LillianMcCarthy

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  • Ganz stark! - Klassik Edition Rezension

    Wohin rollst du, Äpfelchen ...
    LillianMcCarthy

    LillianMcCarthy

    Inhalt: Eine groteske Verfolgungsjagd, die einen ehemaligen Offizier kurz nach dem 1. Weltkrieg quer durch Europa führt. 'Das Wort Genie hat längst durch Missbrauch an Wert und Sinn verloren, sonst hätte ich das Buch als einfach genial bezeichnet.' (Ian Fleming, Schöpfer von James Bond, in einem Brief 1931 an Leo Perutz) Wien 1918/19. Der einstige Offizier Georg Vittorin kann die Demütigung nicht vergessen, die er als Kriegsgefangener von dem russischen Lagerkommandanten Seljukow erdulden musste, und beschließt, als Rächer nach Russland zurückzukehren. Eine dramatische Verfolgungsjagd beginnt, die ihn durch die Sowjetunion, nach Konstantinopel, Mailand, Paris und weiter treibt, bis es schließlich zu dem erhofften 'Duell ohne Zeugen' kommt.  (Quelle: lovelybooks) Vor der Rezension: In Klassik Edition stelle ich euch Rezensionen zu etwas anderen Büchern vor. Bücher, die ich vielleicht im Zuge der Uni gelesen habe, vielleicht auch ein bisschen out-of-comfort privat und die eine Rezension wert sind. Ich spreche von Büchern, die viele unter euch als nervige Schullektüre bezeichnen würden. Mit der Ausnahme, dass die Bücher, die ich hier bespreche teilweise auch weg gehen von dem Lektürekanon. Ich möchte euch mit diesen Rezensionen zeigen, dass Klassiker auch toll sein können und da besondere Bücher auch besondere Rezensionen erfordern, werde ich die Rezensionen der Klassik Edition anders aufbauen als alle anderen. Schreibstil und Co sind bei diesen Büchern nicht wichtig. Der ist eh anders und meistens gewöhnungsbedürftig. Nein, ich möchte Literatur solcher Art kontextualisieren und weg gehen von „Was will der Autor uns damit sagen?“. Und wer weiß, vielleicht kann ich euch ja sogar dazu animieren den einen oder anderen Klassiker zu lesen und zu lieben. Meine Meinung: Leo Perutz. So heißt eines meiner Seminare in diesem Semester und außerdem ein längst vergessener Schriftsteller. Im Zuge dieses Seminars lesen wir ganze drei Bücher von Perutz und Wohin rollst du Äpfelchen? war das erste. Leo Perutz ist ein österreichischer Exilautor. Als solcher wird er immer bezeichnet. Und es stimmt auch, dass Perutz Österreicher ist und er ist Autor. Das lustige ist allerdings, dass er während seines Exils in Tel Aviv gar nichts mehr geschrieben hat sondern tatsächlich nur in der Zeit davor. Aber das nur so nebenbei. Wohin rollst du Äpfelchen? Das ist ein ziemlich komischer Name für ein Buch. Dennoch ist er fest in dem Buch verankert und beim Lesen erfasst man nach und nach die Bedeutung dieser Überschrift. Dieser Roman ist ein Heimkehrerroman, ein Roman über die sogenannte Gespensterzeit in Wien, während der viele Soldaten aus der Kriegsgefangenschaft nach Hause kehrten. So schafft Perutz mit Wohin rollst du Äpfelchen? ein wichtiges Zeitzeugnis, dass die schwere Phase nach dem ersten Weltkrieg beschreibt und auch noch einmal deutlich macht, dass dieser in Russland noch längst nicht vorbei ist. Auch Vittorin war in Kriegsgefangenschaft und kehrt 1918 mit drei weiteren Zimmergenossen zurück nach Österreich. Dort angekommen kommen sie alle wieder in ihrem Alltag an und können die schlimme Zeit nach und nach verarbeiten. Auch Vittorin wird herzlich von seiner Familie und seiner Freundin Franzi wieder aufgenommen. Bald schon ergeben sich für ihn interessante Möglichkeiten. Aber seine Vergangenheit lässt ihn nicht los und er schwört auf Rache. Sein Ziel ist der ehemalige Lagerkommandant Seljukow. Ob das, was Vittorin erlebt ein Trauma ist oder nicht, das lässt sich diskutieren und ist eine interessante Fragestellung im Buch. Aber auch diese nicht ganz so ferne Welt des alten Russlands, die Kriege zwischen Rot und Weiß, zwischen Bolschewiki und Menschewiki ist uns doch eher unbekannt und gibt uns erschreckende und interessante Einblicke in diese Welt. Was dann folgt ist eine Verfolgungsjagd durch ganz Europa, viel Unterhaltung aber auch vieles, was es zu hinterfragen gibt. Vittorin ist ein Antiheld und auch das Ende ist sehr stimmig und rundet die ganze Erzählung überraschend und passend ab. Ich spreche hier so hochgestochen von dem Buch. Doch eigentlich ist es nur Unterhaltungsliteratur und auch Leo Perutz hatte nie etwas anderes im Sinn. Denn genau das war es, was Wiener zu dieser Zeit hören und lesen wollten. Ablenkung, Theater, Kaffeehaus. Und so erfreute sich Perutz damals großer Bekanntheit und wurde leider ebenso schnell wieder vergessen. Ich persönlich finde das sehr schade denn er liefert gleichzeitig Unterhaltung und Zeitzeugnis. Genau die beiden Dinge erfreuen sich heute noch hoher Aktualität und es ist sehr schade, dass ein Autor wie Perutz in Vergessenheit geraten ist.  Ich freue mich schon sehr auf die beiden weiteren Bücher des Autors und bin mir sicher, dass seine anderen Werke auch bald folgen werden. Der Roman war eine wirkliche Überraschung und somit auch irgendwie ein kleines Highlight. Umso erstaunter war ich, als unsere Dozentin uns verriet, dass dieser Roman von Kritikern als Perutz‘ schwächster eingestuft wird. Bewertung: Wie schon häufiger erwähnt, bin ich ja eigentlich gegen das Bewerten von Klassikern. Aber wie immer möchte ich das nun trotzdem tun, da ich euch eine grobe Richtlinie geben will, was ich von dem Buch halte. Wohin rollst du Äpfelchen? bekommt von mir verdiente 5 von 5 Füchschen und ist ein wundervoller Unterhaltungsroman, der noch dazu über die Heimkehrerproblematik informiert. Wenn ihr Lust habt auf Abenteuer und auf eine anspruchsvolle Unterhaltungslektüre solltet ihr unbedingt mal zum Buch greifen.

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  • Zu Unrecht vergessenes Buch

    Wohin rollst du, Äpfelchen ...
    Matzbach

    Matzbach

    16. February 2015 um 14:16

    Perutz' Roman "Wohin rollst du, Äpfelchen" fügt sich ein in die Reihe der Romane, die die Entwurzelung der Frontgeneration des 1.Weltkriegs darstellen. Auch sein Held Georg Vittorin ist Angehöriger der "lost Generation", die sich in der zivilen Gesellschaft nicht mehr eingliedern kann. Um den Preis des Verlustes seiner Familie, seiner Geliebten und seiner Stellung verfolgt er die fixe Idee, sich an einem russischen Offizier zu rächen, der seine Ehre im Kriegsgefangenlager mit Füßen getreten hat. Um sein Ziel zu erreichen, muss Vittorin zurück nach Russland, dort gerät er in die Wirren des Bürgerkriegs zwischen der Sowjetregierung und den Konterrevolutionären. Doch das ist längst nicht das Ende seiner Odysee. Bis zur Konfontation mit seinem Gegner muss Vittorin erkennen, dass er mit seinem Hass nicht nur sich selbst, sondern auch ihm Nahestehende in den Abgrund gerissen hat. Geschrieben ist diese spannende Geschichte in einem Atem beraubenden Tempo, hat man einmal angefangen zu lesen, fällt es schwer, das Buch aus der Hand zu legen.

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  • Rezension zu "Wohin rollst du, Äpfelchen ..." von Leo Perutz

    Wohin rollst du, Äpfelchen ...
    Liisa

    Liisa

    07. May 2007 um 18:22

    Dieser Roman wurde zuerst als Fortsetzungs-Roman in der Berliner Illustrierten abgedruckt und kam bei den damaligen Lesern so gut an, dass der Roman sozusagen zum Stadtgespräch wurde. Erzählt wird die Geschichte eines russischen Kriegsgefangenen, Georg Vittorin, der sich nach seiner Entlassung zusammen mit vier weiteren Kameraden am Lagerkommandanten Seljukow für erlittene Demütigungen rächen will. Während die anderen Kameraden als sie endlich zuhause in Wien sind schnell damit beginnen, sich ein neues Leben aufzubauen, kehrt Georg Vittorin nach Russland zurück und gerät dort auf der Suche nach Seljukow mitten in die revolutionären Kämpfe. Seine Suche führt ihn durch Rußland und halb Europa und schließlich nach Wien zurück, wo er Seljukow schließlich doch findet und die Stunde der Rache gekommen sieht. Das eigentlich interessante aber an dieser Geschichte sind nicht die Abenteuer und Katastrophen, die Vittorin auf dieser Odyssee erlebt, sondern der psychologische und moralische Gehalt dieses Romans, der am Ende eine überraschende Wendung nimmt. Klar ist, dass für die Menschen, die den Roman bei seinem ersten Erscheinen gelesen haben, vieles von dem was beschrieben wird aus eigener Erfahrung kannten oder sogar miterlebt hatten und damit natürlich auch näher am Inhalt waren als wir heutigen Leser es sind. Jedoch die zugrundeliegenden Themen, die moralischen Fragen, die aufgeworfen werden sind im Grunde zeitlos und somit ist der Roman auch für heutige Leser interessant und lesenswert.

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