Zwischen neun und neun

von Leo Perutz 
3,9 Sterne bei25 Bewertungen
Zwischen neun und neun
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A

Für jemanden, derLeo Perutz's phantastischen Realismus ungemein schätzt, ein - vom Ende abgesehen - eher enttäuschendes Werk.

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Anstrengend zu lesen aber es hat trotzdem Spaß gemacht.

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Inhaltsangabe zu "Zwischen neun und neun"

Der Student Stanislaus Demba erfährt eines Abends, dass seine Geliebte Sonja sich wegen eines anderen von ihm trennen will. Der mittellose Mann denkt, sie davon nur abbringen zu können, indem er mit ihr verreist. Um an Geld zu kommen, versucht er, wertvolle Bücher aus der Universitätsbibliothek zu verkaufen. Doch er wird erwischt, und nur durch einen waghalsigen Sprung vermag Demba der Polizei wieder zu entkommen. Mit Handschellen gefesselt hetzt er durch ein irrwitziges Wien der k. u. k. Zeit und scheint sein Glück letztlich am Kartentisch doch noch erzwingen zu können. Leo Perutz schrieb 1917 diesen raffinierten Roman, dessen Motive Alfred Hitchcock, Eric Ambler und andere beeinflussten.

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783552058194
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:240 Seiten
Verlag:Zsolnay, Paul
Erscheinungsdatum:13.03.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Mephistos avatar
    Mephistovor 11 Jahren
    Rezension zu "Zwischen neun und neun" von Leo Perutz

    Ich habe mich anfänglich etwas schwer getan mit dem Humor dieser Geschichte, doch der Witz wird mit zunehmendem Lesen besser.

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    Scarecrows avatar
    Scarecrowvor 12 Jahren
    Rezension zu "Zwischen neun und neun" von Leo Perutz

    Odyssee in Ketten

    Der 1918 geschriebene Roman "Von neun bis neun" des österreichisch-jüdischen Schriftstellers Leo Perutz erzählt die abenteuerliche Geschichte des Studenten Stanislaus Demba; und dies, verwirrenderweise, zunächst aus der Sicht von Personen, die dem Studenten über den Weg laufen. Dieser verhält sich höchst merkwürdig, ist sehr aufbrausend und verbirgt die ganze Zeit irgend etwas unter seinem Mantel; nacheinander hält man ihn für einen Dieb und einen Haschischraucher, er gibt sich als Krüppel aus, und schließlich glaubt seine Angebetete Sonja, die ihn für einen anderen verlassen hat und die er zurückzugewinnen versucht, er sei bewaffnet; nach allerlei weiteren Begegnungen sucht er schließlich Steffi Prokop auf, ein Mädchen, das in ihn verliebt ist, und der er sich anvertraut. Erst jetzt erfährt man mit Sicherheit, was ihm widerfahren ist:
    Er erzählt dem Mädchen davon, dass seine Sonja ihn für den reichen Georg Weiner verlassen hat; in dem Glauben, es ginge ihr nur darum, dass Weiner ihr eine Reise Finanzieren könne, und dass sie zu ihm zurückkehren würde, wenn er selbst Geld hätte, versuchte Demba einen aus der Universitätsbibliothek entwendeten Prachtband zu Geld zu machen. Der Händler schöpfte jedoch Verdacht und rief die Polizei; Demba floh, sich nichts mehr als noch einen halben Tag Freiheit wünschend, durch einen Sprung aus dem Fenster - doch erst nach dem die Polizei ihm bereits Handschellen angelegt hatte.
    Steffi Prokop erklärt bereit, ihm zu helfen und bis zum Abend einen Schlüssel anfertigen zu lassen; währenddessen eilt Demba weiter durch das Wien der k. u. k. Monarchie, um das Geld doch noch zusammenzubekommen und Sonja zurückzugewinnen - und läuft dabei ständig Gefahr entdeckt zu werden...

    Was mich an dem Roman am meisten beeindruckt hat, war die Art, wie sich durch die geschickte Erzählweise des Autors langsam mein Verhältnis zur Figur Stanislaus Demba geändert hat.
    Demba ist an und für sich kein sonderlich sympathischer Mensch - cholerisch, machtgeil, seine Sonja (die ebenfalls nicht gerade von beeindruckendem Charakter ist) will er eigentlich nur zurück, weil sie ihm weggenommen wurde, ehe er fertig mit ihr war. Die durch brandnarben entstellte Steffi Prokop, die ihn aufrichtig liebt, weiß er erst zu schätzen, als es zu spät ist.
    Doch Demba beeindruckt den Leser dennoch - durch seine Beharrlichkeit, durch die Weigerung in den ausweglosesten Situationen aufzugeben. Mit Einfallsreichtum und Dickschädel kämpft er sich von Begegnung zu Begegnung - und wird dabei vom Pech verfolgt.
    Zum Ende hin leidet man dann ganz und gar mit diesem Sturkopf mit; es kann doch nicht fair sein, dass er trotz all seiner Bemühungen scheitern soll?

    Das Ende des Romans wirkt wie ein Hammerschlag - und stellt den Handlungsverlauf komplett auf den Kopf.

    Das Buch ist als Paperback im dtv-Verlag für 8,50€ erhältlich und enthält neben dem Haupttext, der der Erstausgabe von 1918 folgt, ein Nachwort von Hans-Harald Müller.

    Ein flüssig zu lesendes, spannendes, sehr durchdachtes Buch, das mich auf den Bahnfahrten der letzten Tage bestens unterhalten hat. Klare Kaufempfehlung!

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    Alice-33vor 3 Jahren
    Kurzmeinung: Für jemanden, derLeo Perutz's phantastischen Realismus ungemein schätzt, ein - vom Ende abgesehen - eher enttäuschendes Werk.
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    lord-byrons avatar
    lord-byronvor 4 Jahren
    Kurzmeinung: Anstrengend zu lesen aber es hat trotzdem Spaß gemacht.
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    Nilss avatar
    Nils
    Ein LovelyBooks-Nutzer
    Wolkenatlass avatar
    Wolkenatlas
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    franzkafka1
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    enygmavor einem Monat

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    Pressestimmen

    Ein irrwitziger Albtraum, ein verrückter Tag: Ein raffinierter Wien-Roman von Leo Perutz, dem "Meister des Unterhaltungsromans" (Bernhard Fetz, NZZ)

    „Perutz bediente sich für diesen Roman aus der Trickkiste der frühen literarischen Moderne – Perspektivwechsel, Bewusstseinsstrom - und gleichzeitig nutzte er seine intimen Kenntnisse verschiedener Milieus der Stadt Wien, um überaus lebendige Szenen zu formen." Katharina Döbler, rbb kulturradio, 13.10.17

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