Leo Tolstoi

 4,3 Sterne bei 1.899 Bewertungen
Autor von Anna Karenina, Krieg und Frieden und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Leo Tolstoi

Leo Tolstoi, geboren 1828, entstammt einem russischen Adelsgeschlecht. Ab 1851 leistete er seinen Militärdienst als Teil der zaristischen Armee im Kaukasuskrieg. Bereits durch seine danach veröffentlichten Kriegsberichte erlangte er Bekanntheit als Schriftsteller. Seine Hauptwerke »Krieg und Frieden« und »Anna Karenina« entstanden in den 60er- und 70er-Jahren des 19. Jahrhunderts. 1910 starb Tolstoi infolge einer Lungenentzündung.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Die Kosaken (ISBN: 9783742421708)

Die Kosaken

Neu erschienen am 17.09.2021 als Hörbuch bei Der Audio Verlag.

Alle Bücher von Leo Tolstoi

Cover des Buches Anna Karenina (ISBN: 9783730609828)

Anna Karenina

 (1.047)
Erschienen am 26.04.2021
Cover des Buches Krieg und Frieden (ISBN: 9783446235755)

Krieg und Frieden

 (473)
Erschienen am 06.09.2010
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Die Kreutzersonate

 (109)
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Der Tod des Iwan Iljitsch

 (58)
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 (23)
Erschienen am 08.05.2016
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Familienglück

 (21)
Erschienen am 01.10.2014
Cover des Buches Herr und Knecht (ISBN: 9783866477162)

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 (20)
Erschienen am 07.08.2011
Cover des Buches Meistererzählungen (ISBN: 9783257217001)

Meistererzählungen

 (11)
Erschienen am 26.06.2007

Neue Rezensionen zu Leo Tolstoi

Cover des Buches Kreutzersonate (ISBN: 9783328106746)kingofmusics avatar

Rezension zu "Kreutzersonate" von Leo Tolstoi

Auch ein Klassiker darf fragwürdigen Inhalts sein
kingofmusicvor einem Monat

Nun, Leo – was hast Du zu deiner Verteidigung zu sagen? Da schreibst du ein Jahrhundertwerk á la „Anna Karenina“ und veröffentlichst dann Jahre später die diskussionswürdige „Kreutzersonate“???

Nun gut, man muss einem der größten Literaten Russlands auch mal einen kleinen (literarischen) Fauxpas durchgehen lassen. Und ganz so negativ, wie die einleitende Übertreibung suggerieren könnte, ist die „Kreutzersonate“ nun auch wieder nicht *g*. Nicht umsonst gilt sie ja als Klassiker und wurde jetzt in einem fröhlichen Grünton (im Nachhinein wird mir klar, warum Grün als Farbe des Einbands gewählt wurde *g*) in der Reihe „Penguin Edition“ in der Übersetzung von Olga Radetzkaja neu veröffentlicht. Und doch...

Der Ich-Erzähler trifft auf einer Bahnreise quer durch Russland auf einige Frauen und Männer, die sich in einem angeregten Gespräch über Liebe und ihre „Auswirkungen“ unterhalten. Dann fängt Gutsbesitzer Posdnyschew an, seine Geschichte zu erzählen und die geneigte Leserschaft reibt sich verwundert die Augen: was bitteschön passiert hier gerade? Ist es der gleiche Autor, der Jahre zuvor eine der tragischsten Liebesgeschichten der jüngeren Literatur veröffentlicht hat und jetzt einen auf Moralapostel macht?

Tolstoi legt Posdnyschew einige gewagte Thesen über die Versklavung der Frau, Enthaltsamkeit etc. in den Mund, die den geneigten Leser zunächst mit offenen Augen sprachlos werden lässt. Doch im Nachgang bzw. –wort finden sich Erklärungen zu den teilweise fragwürdigen Äußerungen; so hat Tolstoi vor der „Kreutzersonate“ eine Zäsur durchlebt, die ihn in eine recht orthodoxe Richtung „driften“ ließ – davon zeugt auch seine im Nachwort zitierte „Beichte“ von 1882. Ob und was die geneigte Leserschaft von diesen verschriftlichten Thesen hält – nun, dass muss jede*r für sich entscheiden.

Posdnyschew ist ein von krankhafter Eifersucht Besessener, der in allem, was seine Frau und ein befreundeter Musiker unternehmen, Anzeichen der Untreue sieht. Diese Eifersucht steigert sich in ihrem (seinen) Wahn bis zum dramatischen Finale...

Möge der Inhalt der „Kreutzersonate“ moralisch nicht (immer) einwandfrei und darum überaus diskussionswürdig sein – sprachlich ist die Novelle ein Meisterwerk. Die heraufbeschworenen Stimmungen und Bilder, die Tolstoi bravourös formuliert hat, wirken nach und lassen mich (mit etwas Abstand) meine Bewertung von knappen 3,5 auf durchaus verdiente (mit steigender Tendenz) 4 Sterne erhöhen.

©kingofmusic

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Cover des Buches Herr und Knecht (ISBN: 9783866477162)Sandrica89s avatar

Rezension zu "Herr und Knecht" von Leo Tolstoi

Die Menschlichkeit ist doch wichtiger als der Stand
Sandrica89vor einem Monat

Meine erstes Buch von Tolstoi. Ich wollte unbedingt den Schriftsteller kennenlernen, hab jedoch etwas Bammel, da seine Werke doch anspruchsvoll sein sollen. Deswegen bin ich auf diesen Klassiker gestossen und war gespannt, ob der Autor mich abholen konnte.

Der reiche Kaufmann Wassili Andrejitsch Brechunow möchte ein weiteres gutes Geschäft abschliessen und macht sich zusammen mit seinem Knecht Nikita und dessen Schlitten und Pferd auf dem Weg. Allerdings droht bald ein schlimmer Schneesturm, aber er ignoriert es, da noch andere Interessenten das Waldstück abkaufen wollen. Schon bald verirren sie sich und landen in ein Dorf, von wo aus sie nicht mehr weit haben bis zum Zielort. Brechunow lehnt jedoch die Einladungen ab, im Dorf zu übernachten und fährt trotz den Warnungen wieder weiter. Sie verirren sich wieder, doch diesmal scheint keine Rettung zu kommen. Sie sind nun auf sich alleine gestellt und müssen sich selber retten.

Beide Charaktere können unterschiedlicher nicht sein, dennoch achteten sie auf einander, irgendwie. Zu Beginn spürte man, dass der Kaufmann vom höheren Stande kommt als sein Knecht, der eigentlich ein Bauer ist. Die Schwächen der beiden wird zuerst aufgeführt: der Kaufmann denkt nur an den Profit und das Geschäft, während Nikita noch seine Dämonen bekämpft. Brechunow ist leicht egoistisch und arrogant, während Nikita ein sehr freundlicher und zuvorkommener Mensch ist. Als sie sich im Schnee verirrten fühlte man deren Verzweiflung und der Kaufmann tat zuerst etwas selbstloses. Jedoch kamen sie wieder zueinander und diesmal, da es anscheinend keinen Ausweg mehr gibt, existierte der unterschiedliche Stand nicht mehr und Brechunow scheint verstanden zu haben, was im Leben eigentlich am wichtigsten ist. 

Auch wenn es eine Kurgeschichte ist, so hatte es dennoch eine Tiefe und ich fühlte mit den Charakteren mit. Tolstoi hat in diesen 80 Seiten gezeigt, was es bedeutet ein Mensch zu sein. Egal, von welchem Stand man kommt. Seinen Schreibstiel empfand ich nicht als leicht, aber auch nicht als schwer oder schleppend. Für mich hat es ganz gut gepasst und ich hatte die Geschichte innert kurzer Zeit weggelesen. Deswegen ist dieses Buch perfekt, um den Autor Tolstoi kennenzulernen. Ein Klassiker, den man sicherlich mal gelesen haben muss.

Eine kleine Anmerkung noch: ich habe vor ein paar Monaten "Der Schneesturm" von Vladimir Sorokin gelesen. Es hat viele Ähnlichkeiten mit "Herr und Knecht". Wer dieses Buch gelesen hat, dürfte ganz gut mit diesem hier klar kommen. Nur, dass diese Geschichte von Tolstoi Gänsehaut bereitet, während das andere eher obskur ist.

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Cover des Buches Kreutzersonate (ISBN: 9783328106746)Yolandes avatar

Rezension zu "Kreutzersonate" von Leo Tolstoi

Fragwürdig
Yolandevor 2 Monaten

Die Kreutzersonate ist eine Novelle von Leo Tolstoi, die in den Jahren 1887-89 entstand. Zu diesem Zeitpunkt war er schon ein berühmter Schriftsteller, der allerdings eine Sinnkrise durchlebte. Schon seit 1881 hatte er sich intensiv religiösen und moralischen Fragen zugewandt.


In der Novelle schildert Tolstoi die Geschehnisse einer Zugreise. Die Passagiere kommen miteinander ins Gespräch über Liebe und Ehe und während dessen Verlauf offenbart sich der Gutsbesitzer Posdnyschew als Mörder seiner Ehefrau. Die meisten der Mitreisenden wechseln daraufhin empört das Abteil, doch ein Passagier, der Ich-Erzähler, möchte aus Mitleid oder Neugier die ganze Geschichte erfahren.


Zu Beginn ist das Ganze eine unaufhörliche Tirade gegen die herrschende Moral der Gesellschaft, gegen eheliche Untreue und Sexualität an sich. Der Geschichte vorangestellt sind zwei Bibelzitate, die mich schon gleich etwas verstörten. Es gab zu der Zeit eine russische Sekte, die sogenannten „Skopzen“, die völlige sexuelle Enthaltsamkeit propagierte und deswegen sogar die Verstümmlung der Geschlechtsteile, wie Kastration oder Amputation der Brüste, unterstützte. Sie beriefen sich auf ebendiese Textstellen der Bibel.


Dieser Abschnitt hat mich sehr ermüdet und befremdet, weil ich mit den kruden Ansichten des Protagonisten Posdnyschew überhaupt nichts anfangen konnte. Offensichtlich hatte Tolstoi hier versucht, seine eigenen Ansichten im Deckmantel einer Novelle unters Volk zu bringen. Erst als die eigentliche „Handlung“ begann, konnte ich mich ein wenig mit der Geschichte anfreunden. Aber auch hier ufert das Erzählte immer wieder aus und P. stellt sich mehrfach als Opfer der Umstände dar. Er versucht sich zu rechtfertigen und ist doch im Grunde nur ein Mörder, der aus rasender Eifersucht, begründet oder nicht, die physische Stärke gegenüber seiner Frau ausnutzt.


Das Nachwort von Olga Martynova, einer russischen Lyrikerin, Essayistin und Übersetzerin, versucht der Novelle noch einen bedeutenden gesellschaftlichen Stellenwert beizumessen. Eine, in Anbetracht der Berühmtheit des Autors, verständliche Auslegung, der ich aber nicht folgen konnte. Überzeugen konnte mich einzig und allein die manchmal aufblitzende Erzählkunst Tolstois, weswegen ich auch noch zwei Sterne vergebe.



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