Leo Trotzki Europa im Krieg

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Inhaltsangabe zu „Europa im Krieg“ von Leo Trotzki

Trotzki sucht im Bewusstsein der Massen, das durch den Kriegseinbruch aufgewühlt wird, nach den Ansätzen für künftige revolutionäre Umwälzungen. Immer wieder stellt er unter unterschiedlichen Aspekten die Frage nach der Wechselwirkung zwischen den Veränderungen, die mit dem Krieg in alle Lebensbereiche einbrechen, und der Entwicklung des Massenbewusstseins. Dabei fasst er den Krieg nicht nur als den unmittelbaren Waffengang auf, sondern als Prozess, der an die Oberfläche bringt, was bislang in der Gesellschaft verborgen war. Das greift er in seinen Artikeln auf und führt es den Lesern vor Augen. Unter diesem Blickwinkel schreibt Trotzki seine Reportagen: Er will der Wahrheit wieder zum Durchbruch verhelfen. Sobald die Arbeiter ihre eigenen Interessen erkennen und sich durch den Verlauf der Ereignisse von der Vergeblichkeit des Krieges überzeugen, werden sie die ganze Opferbereitschaft und Energie, die anfänglich in den Dienst der Herrschenden gestellt wurde, für ihre eigenen Ziele einsetzen. Dieser Überzeugung entspringt die Synthese von illusionslosem Realismus und visionärer Kraft in Trotzkis Artikeln. Die Schilderungen von Kriegsteilnehmern widerspiegeln die grausame Wirklichkeit der Geschehnisse für das Volk – für Studenten, die plötzlich eingezogen wurden, für arglose Bauern aus der Provinz, für Mütter und Ehefrauen, für alte Leute, für die Soldaten im Schützengraben, für die eroberte und ausgeraubte Zivilbevölkerung, für die massenhaft sterbenden Flüchtlinge. Wer sonst schilderte so ungeschminkt die Leiden und Verbrechen des Krieges gerade in dem Moment, in dem die patriotische Bemäntelung und Lüge die wesentliche Voraussetzung für das allgemeine Gemetzel war? Weltruhm erlangte Erich Maria Remarques Antikriegsroman »Im Westen nichts Neues«, der im Jahr 1929 erschien. Die geringere Verbreitung von Trotzkis Texten ist eher den politischen Umständen, als der literarischen Qualität anzulasten. Der Essay »Aus dem Notizbuch eines Serben« etwa bedurfte eines begnadeten Schriftstellers – aber nicht minder eines Revolutionärs, der inmitten der allgemeinen Benebelung einen klaren Blick und eine nüchterne Einschätzung behielt. Dasselbe gilt für »Der Schützengraben«, eine in ihrer Einfühlsamkeit überwältigende psychologische Studie des Soldatendaseins, das den vollständigen und unheilbaren Bruch mit dem bisherigen Leben herbeiführt.

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