Leon Uris

 4.4 Sterne bei 218 Bewertungen
Autor von Exodus, Haddsch und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Leon Uris

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Exodus

Exodus

 (108)
Erschienen am 01.05.1998
Haddsch

Haddsch

 (20)
Erschienen am 01.01.1998
Mila 18

Mila 18

 (18)
Trinity

Trinity

 (16)
Erschienen am 01.06.2000
Entscheidung in Berlin

Entscheidung in Berlin

 (9)
Erschienen am 01.01.1998
Mitla Pass

Mitla Pass

 (7)
Erschienen am 01.10.1997
Topas : Roman.

Topas : Roman.

 (6)
Erschienen am 01.01.1972
Insel der Freiheit

Insel der Freiheit

 (3)
Erschienen am 04.05.1999

Neue Rezensionen zu Leon Uris

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Schluffs avatar

Rezension zu "Exodus" von Leon Uris

Exodus
Schluffvor 5 Monaten

Leon Uris hätte mit diesem Buch beinahe den Schlüssel für die Lösung aktueller Schwierigkeiten im nahen Osten geliefert. Wobei man nicht vergessen sollte dass diese Schwierigkeiten nicht ortsgebunden sind. Sie befinden sich in den Köpfen der Menschen.
Leider trüben heutzutage viele blödsinnige Nachrichten und Zweckinformationen den Blick auf das Wesentliche eines Sachverhaltes. Deswegen möchte ich dieses lesenswerte Buch weiter empfehlen, ohne Hintergrund ist die Gegenwart nicht verständlich.

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engineerwifes avatar

Rezension zu "Exodus" von Leon Uris

Beeindruckend aber zugleich erdrückend ...
engineerwifevor 2 Jahren

Auf dieses Buch war ich sehr gespannt und zu Anfang hat es sich auch toll gelesen. Je tiefer ich jedoch versuchte in die Geschichte einzutauchen, desto verwirrender fand ich sie. Die vielen Personen, die vielen Zeit- und Themenwechsel und vor allem die vielen Namen, die sich dann auch noch wieder änderten, machten es mir schwer bei der Stange zu bleiben. Ich interessiere mich durchaus für die Geschichte Israels, von der ich viel zu wenig wusste und sicher auch noch weiß. Hier hat mir der Autor auf jeden Fall einiges an Wissen vermittelt, das mir so nicht präsent war. Er war aber auch in meinen Augen sehr voreingenommen den Arabern gegenüber, hier hätte ich mir etwas mehr Neutralität gewünscht. Alles in allem mit seinen 850 Seiten ein wirklich beeindruckendes Werk, das mich persönlich aber irgendwann auf der Strecke gelassen hat …  

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karatekadds avatar

Rezension zu "Exodus" von Leon Uris

Ein Buch, ein Schiff, ein Film
karatekaddvor 4 Jahren

Es ist Jahre her, da sah ich im Fernsehen einen historischen Film mit  Paul Newman in der Hauptrolle. Die Geschichte handelte von einem Schiff, welches mit 300 Juden von Zypern nach Palästina fährt. Die Juden, Männer, Frauen und Kinder kamen aus Internierungslagern aus Zypern. Es ist das Jahr 1946. Nach einem Hungerstreik gestatten die Briten das Auslaufen nach Palästina, in ihr Mandatsgebiet… Das Schiff heißt  EXODUS.

Die Geschichte ist wahr, wenn auch nicht so ganz wie im Roman von Leon Uris erzählt. Diesen fand ich 2007 im Bücherschrank bei Verwandten und begann darin zu lesen.

Es ist die Geschichte der US-Amerikanerin Kitty Freemont, die im Jahr 1946 nach Zypern kommt. Über den Kommandeur der britischen Streitkräfte Brigadier General Sutherland kommt sie mit den Internierungslagern in Berührung, in denen die Briten Juden aus den europäischen Ländern gefangen halten, denn die Einwanderung nach Palästina so mindestens gedrosselt werden.[1] Hier stößt Kitty auf Ari ben Kanaan, einen Sabre[2] und Sohn eines um die Jahrhundertwende eingewanderten ukrainischen Juden namens Rabinowitz…

Kitty wird auf ein Mädchen aufmerksam, welches sich um jüngere Kinder kümmert und auf der Suche nach ihrem Vater ist, der sich in Palästina befinden soll. Karen Clement Hansen wurde als achtjähriges Mädchen nach Dänemark geschickt und überlebte den Krieg dank der Pflegeeltern Hansen. Ein klein wenig älter ist Dov Landau, ein Junge aus dem Warschauer Getto, der im Konzentrationslager Ausschwitz im Sonderkommando arbeitete und dort befreit wurde…

Ari besorgt Lastwagen in der Uniform der „SMJTZ“ (Seiner Majestät jüdische Truppen auf Zypern – ironische Bezeichnung der Agenten der Aliyah Beth) und bringt 300 Kinder auf einen alten Dampfer, der dann EXODUS genannt wird nach der biblischen Geschichte des Auszuges aus Ägypten.[3]

Nach einem Hungerstreik und weltweitem Protest lassen die Briten das Schiff nach Palästina auslaufen. Kitty, die Karen gern adoptieren will, kommen nach GAN DAFNA, einem kibbuzähnlichen Jugendcamp im Huletal, im Norden Israels.[4] Dov schließt sich später den Makkabäern (IRGUN) an, einer jüdischen Terrororganisation, die gegen die Briten kämpft um einen jüdischen Staat in Palästina zu ermöglichen…

Im Huhletal leben die die Araber von Abu Yecha mit den Juden in YAT EL friedlich zusammen, Taha, der Muktar von Abu Yecha ist mit Ari gemeinsam aufgewachsen…

Als die UNO in ihrer Resolution von 1947 für die Teilung Palästinas stimmt, kommt es zu Kämpfen zwischen Arabern und Juden, als Ben Gurion 1948 den Staat Israel proklamiert, zum Krieg…

* * *

Die Geschichte von Leon Uris aus dem Jahr 1958 wurde bereits im Jahr 1960 verfilmt. Seit einigen Jahren war so etwas wie Frieden in Israel, ich glaube, dies hatte bestimmten Einfluss auf die Geschichte, denn so konzentrierte man sich auf den Erfolg eines Staates, der ganz offensichtlich war. Bis auf die Araber in Abu Yecha kommen kaum Muslime vor.

Der Film illustriert den Roman hervorragend, allerdings entspricht er nicht voll der Handlung. So sind im Film auf der EXODUS hunderte von Menschen aller Alterklassen vorhanden, statt Kinder. Im Film endet die Geschichte mit dem Angriff der Araber nach der Auszählung der UNO.

Aber schon die reale Geschichte der EXODUS verläuft anders, denn sie fuhr von Marseilles nach Palästina mit 4515 jüdischen Flüchtlingen und der eigentliche Skandal bestand darin, dass die Briten das Schiff vor der Küste Palästinas aufbrachten, was zu Kämpfen mit einigen Todesopfern führte. Die Briten luden die Flüchtlinge bis auf die Verletzten um und fuhren nach Europa zurück. Einige kamen in Frankreich an Land. Ausgerechnet in Hamburg wurden die Flüchtlinge in Lager gesperrt. Der internationale Protest verursachte, dass nach vier Wochen die britischen Bewacher abzogen.[5]

Aus heutiger Sicht mag der Film allerdings weit überholt sein. Der Konflikt, zwischen Arabern und Juden schwelte wohl schon immer, auch angefacht durch die britische Mandatspolitik nach der Balfour – Deklaration 1917. Der Großmufti von Jerusalem, Mohammed Amin al Husseini hatte zwar Kontakte zum nationalsozialistischem Deutschland, aber der sofort nach der Staatsgründung Israels einsetzende Krieg war nicht alleine durch diesen und durch ehemalige Nazis begonnen wurden, die umliegenden arabischen Länder, vor allem Transjordanien und auch Ägypten wollten die Bildung eines jüdischen Staates verhindern.[6]

* * *

Mehr als der Film vermag der Roman Geschichten zu erzählen. Zum Beispiel die von den Brüdern Rabinowitz, die nach Palästina aus der Ukraine auswandern. Barack und Akiba nennen sie sich später. Ersterer wird für die Jewish Agancy aktiv, der andere andere allerdings tritt in die IRGUN ein und bekämpft dann die Britten mit terroristischen Mitteln.

Die Geschichte der Karen Clement Hansen wird ebenfalls sehr ausführlich erzählt und öffnet den Blick für die Verhältnisse in Dänemark nach der deutschen Besetzung.

Dov Landaus Geschichte im Warschauer Getto und im Konzentrationslager sowie seine Entwicklung zum Offizier in der IDF ist bezeichnend für den Mythos um die Staatsgründung und die Menschen, die den neuen Staat verteidigten.

Die Schwierigkeiten zwischen den Arabern und den Juden, welche ja bereits seit Jahrzehnten das Land urbar machten und Kibbuze und Moschavs gründeten, werden anhand des Verhältnisses von Abu Yecha und Yat El erzählt.[7]

* * *

Der Roman ist einer, welcher seine Aktualität natürlich vor allem wegen des immer weiter schwelenden Konfliktes  zwischen Palästinensern und Israelis nicht verlieren kann. Die Figuren sind auch in ihrer Widersprüchlichkeit sehr interessant und auch liebenswert. Das Brüderpaar Barack und Akiba, Demokrat der eine, Terrorist letztlich der andere. Die nach außen zur Schau gestellte Härte eines Ari Ben Kanaans und sein Einsatz für dieses Land, und die Unschlüssigkeit der Kitty Freemont in ihrer Haltung zu den Juden allgemein und den ihr bekannten im besonderen sind handlungsforttreibend, beide sind hierin auch ein Paar und das nicht nur als Hauptfiguren. Hinzu kommen Karen, die Sanfte, musische und hilfsbereite und der zornige, alle Menschen um ihn rum ablehnende Dov, sie verkörpern die nachfolgende Generation.

* * *

Leon Uris, geboren 1924 in Baltimore, gestorben 2003 in Shelter Island war der Sohn einer jüdischen polnischen Immigrantenfamilie. Er kämpfte im United States Marine Corps im Pazifik. Die Anregungen zu EXODUS erhielt er wohl als Korrespondent in Israel. Uris schrieb mehrere Palästina-Romane. Zum Beispiel:

·         Mila 18, Roman, der die Geschichte des Aufstands im Warschauer Ghetto schildert (1961)

·         QB VII, Gerichtsdrama vor dem Hintergrund des Holocaust (1970)

·         Jerusalem Lied der Lieder (Jerusalem Song Of Songs) Bildband mit Jill Uris (1981)

·         Haddsch (The Haj), Roman, der das Leben in Palästina in der ersten Hälfte des 20 Jh. Beschreibt (1984)

·         Mitla Pass, Roman um den israelischen Sinaifeldzug 1956 (1988)


[1] Siehe SEGEV, TOM: DIE ERSTEN ISRAELIS und ES WAR EINMAL EIN PALÄSTINA

[2] SABRE: In Palästina, in Israel geborener Jude, benannt nach einem einheimischen Kaktus

[3] http://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/ex1.html

[4] http://de.wikipedia.org/wiki/Chulaebene

[5] http://de.wikipedia.org/wiki/Exodus_%28Schiff%29

[6] Siehe auch URIS, Leon: Haddsch, ► DNB / Droemer - Knaur / München 1998 / ISBN: 3-426-61025-6 /  574 S. (Taschenbuch)

[7] Im Film wird Taha, Muktar von Abu Yecha von Nazis ermordet, im Roman stirbt er im Kampf gegen die Verteidiger des neu gegründeten Staates. Leon Uris hat das jüdisch-arabische Verhältnis genauer in seinem Roman HADDSCH erzählt, wenn auch 35 Jahre später. Die Sicht auf diese Zeit in Palästina ist in diesem Roman offensichtlich etwas anders und vor allem kritischer.

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