Leon Uris Haddsch

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Inhaltsangabe zu „Haddsch“ von Leon Uris

Roman. 573 S. (Quelle:'Fester Einband/01.03.1992')

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  • Palästina in der Mitte des 20. Jahrhunderts

    Haddsch

    karatekadd

    07. March 2014 um 19:25

    HADDSCH: Das ist die große Pilgerreise nach Mekka zum Heiligtum des Islam. Jeder, der diese Reise unternimmt, darf sich HADSCHI nennen. Er erfüllt damit eines der Gebote des Islam. Ein anderes lautet …. Im Jahre 1925 unternimmt diese Reise Ibrahim al-Sukari al-Wahhabi, Nachkomme der Beduinen vom Stamme der Wahhabiten und seit 1922 Muchtar (Ortsvorsteher) von Tabah, einem Dorf an einer Straße nach Jerusalem. Die Familie zählt sich zu den sayyids, den direkten Nachfahren des Religionsgründers Mohammed, sie sind Sunniten. Die wichtigsten Personen im Roman sind Hadschi Ibrahim, sein Sohn Ismael, dessen Schwester Nada und der Jude Gideon Asch. Ismael, der über weite Strecken als Erzähler auftritt, ist Ibrahims Lieblingssohn, er hat sich, wie schon Ibrahim selbst gegen seine älteren Brüder durchgesetzt. Ismael lernt englisch und lesen und schreiben, dies hebt ihn unter den palästinensischen Arabern heraus. Der Vater ist den arabischen und religiösen Traditionen untrennbar verbunden mit einer Ausnahme: Er kann sich den erfolgreichen Taten der seit Jahrzehnten in das Landesinnere einwandernden Juden, der Bildung der Kibbuze und vor allem der erfolgreichen Urbarmachung unwirtlicher Landstriche nicht verschließen. Unweit des arabischen Dorfes Tabah entsteht unter der Leitung des Sabre Gideon ASCH ein Kibbuz. Gideon und Ibrahim treffen sich gelegentlich und besprechen die wenigen Gemeinsamkeiten. Aber werden sie wirklich Freunde? Wir erleben beginnend mit dem Jahr 1944 die Geschichte Palästinas. In das Gebiet des heutigen Staates Israel, einschließlich des Gaza-Streifens und des West-Jordan-Landes. wandern immer mehr Juden aus den europäischen Ländern ein, der Beginn des nationalsozialistischen deutschen Regimes verstärkt diese Immigration immer mehr. Es haben schon immer Juden im Lande gelebt aber nun suchen viele weitere, die Ideen des Zionismus aufgreifend und vor dem vernichtenden Terror fliehend, eine endgültige Heimat. Die europäischen Staaten haben im Zuge des ersten Weltkrieges Länder geschaffen wie Syrien, den Libanon und Transjordanien. In mitten dieser arabisch dominierten Welt versuchen die Juden eine Heimat zu schaffen und einen Staat zu gründen. Das Völkerbundmandat zur Verwaltung des Gebietes haben die Engländer. Sie versuchen die massiven Einwanderungen zu verhindern und stellen sich damit gegen die "eigene" Balfour - Deklaration, die 1917 den Juden eine eigene Heimstätte in Palästina gewähren sollte. Als die UN ihren Teilungsplan am 29.11.1947 (Resolution 181) durch Abstimmung bestätigt, gehen die Juden an die Staatsgründung. Doch die arabischen Bevölkerungsteile einschließlich der umliegenden Staaten wie Ägypten, Libanon, Syrien, Saudi-Arabien und Transjordanien stimmen nicht zu. Es kommt zu ersten Kampfhandlungen und mit Proklamation des Staates Israel durch David Ben Gurion am 14.05.1948 erklären diese Staaten Israel den Krieg, welcher etwas mehr als ein Jahr bis zu ersten Waffenstillständen dauern wird. Infolge von diesen kommt der Gaza-Streifen zu Ägypten und das Westjordanland einschließlich Ostjerusalem unter die Verwaltung von Transjordanien. In dieser Zeit und in den Jahren danach hauptsächlich handelt der Roman von Leon Uris. Hadschi Ibrahim, seine Familie und die Familien seines Dorfes müssen ihr Dorf verlassen. Gezwungen und bestochen durch Feinde des Staates Israel. Sie wandern erst in Richtung Jaffa (bei Tel-Aviv) und dann später, nach einem Jahr in den Höhlen bei Qumran am Toten Meer, in ein Flüchtlingslager bei Jericho in der Westbank. Den, Traum, wieder in sein Dorf ziehen zu können, gibt der Hadschi nie auf, er kämpft später sogar auf einer Konferenz in Zürich darum. Aber wird dies gelingen? Gehören diese Palästinenser, als diese sie sich inzwischen bezeichnen, da sie weder als Syrier und Jordanier anerkannt sind, zu den hunderttausend arabischen Palästinensern, die in die nun israelischen Gebiete zurückkehren dürfen? Uris zeichnet in seinem Roman erschreckend aktuelle Bilder der Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Arabern. Als Jamil, ein Sohn des Hadschis ermordet und zum Märtyrer "geweiht" wird, erinnern die Zeilen an Bilder der Intifada: Tausende Palästinenser, die unter dem Schrei "Tod den Juden" die Särge oder Leichen ihrer toten Söhne durch die Straßen von Gaza oder Ramallah tragen. Aber er zeichnet auch ein Bild der uns so fremden Gebräuche und Sitten der arabischen Familien. Hadschi Ibrahim gelingt, obwohl ziemlich vernünftig gegenüber gesellschaftlichen bzw. eher wirtschaftlichen Fortschritts, der Ausbruch aus jahrhundertealten Traditionen nicht. Die Rolle der Frauen und Mädchen, die sich in ihr Geschick drein findenden Söhne und deren Familien, das unangreifbare Patriarchat werden anschaulich beschrieben. Die Kinder Ismael und Nada werden versuchen, dem zu entfliehen bzw. sich zu widersetzen. Der Stolz, die Tradition sind alles, was sie haben neben ein paar alten Schmuckstücken und reichverzierter Kleidung. Der vergleichsweise reiche Hadschi Ibrahim steht einem Haushalt und einem Dorf vor, gegenüber dem uns jeder gerade im Aufbau begriffene Kibbuz der Juden wie eine luxuriöse Oase vorkommt. Als Leser überkam mich gelegentlich das Gefühl, dass Uris entschieden projüdisch schreibt und die alteingesessenen arabischen Palästinenser kulturell und traditionell von vorn herein in einem unguten Licht darstellt. Aber ich glaube auch, dass dem wirklich nicht so ist. Während sein 1958 erschienener Roman EXODUS die jüdischen Einwanderer, deren Geschichte und deren Gründe behandelt, sind es hier die arabischen Menschen, die seit Jahrhunderten in diesen wüstenähnlichen Landstrichen leben. In Ibrahim, Ismael und Nada, deren beider Mutter Hagar, Ibrahims Zweitfrau Ramiza und anderen begegnen uns Menschen, deren Leben wir als Mitteleuropäer überhaupt und über 60 Jahre später sowieso uns orientalisch und rückständig vorkommt: keinerlei Erinnerung an tausendundeine Nacht beim lesen des knapp 600 Seiten dicken Taschenbuches. Ob das religiöse Bild und Denken der armen arabischen Massen wirklich so ist, wie Uris dies schildert, vermag ich nicht zu sagen. Aber vermutlich ist das religiös verbrämte Wunschdenken von den sieben Himmeln unter Allah und der im Feuer schmachtenden Ungläubigen tatsächlich verbreitet und war es damals, als nur ganz wenige Kinder (Ismael) eine Schule besuchen konnten noch mehr. Grundlage für die Ausnutzung dieses Volkes durch Leute wie den Juden hassenden Großmufti von Jerusalem. Ein solcher Roman liest sich nicht leicht. Der geneigte Leser sollte sich mit Nachschlagewerken wappnen (wiki tuts auch) und gelegentlich nachlesen was es zum Beispiel mit der Balfour - Deklaration 1917 und der Londoner Konferenz 1926 auf sich hat. Aber man liest sich auch fest. Von Tabah nach Jaffa, von Jaffa an das Tote Meer, ein Jahr in den Höhlen von Qumran, Jericho, die älteste (?) Stadt der Welt… Es ist schon ein Weg durch die Geschichte in einem so kleinem Land, kleiner als Hessen… Der Konflikt im Nahen Osten scheint bei gelegentlichen Lichtpunkten am vermeintlichen Ende eines Tunnels fast unlösbar. Die Romane Leon Uris zeigen auf anschauliche Art und Weise warum das so sein könnte. Sie wurden vor 50 und mehr Jahren geschrieben und erscheinen immer noch aktuell. Auch wenn arabische Israelis heute natürlich in ganz anderen Verhältnissen leben als damals, 20 Jahr nach E.T. Lawrence (von Arabien). * * * Leon URIS (03.08.1924 - 21.06.2003) war der Sohn einer jüdischen Immigrantenfamilie. Er trat den US Marines bei und kämpfte im ersten Weltkrieg. Später war er Korespondent in Israel und diese Tätigkeit brachte die Anregung zu seinem ersten Roman EXODUS (195. Dieser Roman wurde auch sehr erfolgreich verfilmt. Seine Romane behandeln verschiedene Konflikt- und Kriegsherde in der Welt des 20. Jahrhunderts. Juden, Palästinenser und natürlich Palästina bilden dabei immer wieder die Grundlage der Handlungen. Leon Uris in wikipedia © KaratekaDD

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