Leon Uris Mila 18

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  • Es hätte so schön sein können...

    28 Tage lang
    Queenelyza

    Queenelyza

    Wenn ein Autor, der eigentlich für gewöhnlich lockere, lustige Bücher schreibt, auf einmal ein Buch zum Thema Holocaust herausbringt, kann das in meinen Augen dreierlei bedeuten: Erstens will er eventuell noch rechtzeitig zeigen: "hey, ich kann auch anders als trivial!". Oder er möchte sich an den Erfolg der "Bücherdiebin" anhängen, die ebenso wie "28 Tage lang" ein Buch für Jugendliche ist. Oder aber Möglichkeit 3: es ist ihm ein inneres Bedürfnis, aus familiären Gründen oder einer anderen privaten Motivation. Bei David Safier war es, glauben wir einmal dem Klappentext, die dritte Variante. In diesem Buch steht die sechzehnjährige Mira im Mittelpunkt, sie schmuggelt Lebensmittel, um im Ghetto überleben zu können. Als sie letztendlich von ihrem scheinbar unausweichlichen Ende erfährt, beschließt sie sich, dem Widerstand anzuschließen. Sie erlebt Gefahr, aber auch Kameradschaft, verspürt Gewalt, aber auch Glück und die ersten zärtlichen Gefühle. Das wichtigste ist jedoch, zu überleben, und dafür wächst sie manchmal sogar über sich hinaus und tut Dinge, die sie vorher nie für möglich gehalten hätte... ja, es besteht kein Zweifel, das das Thema Holocaust nach wie vor ein sehr wichtiges ist, und dass es durchaus in jugendgerechter Form aufgearbeitet werden sollte, allerdings - die Sprache von Safier ist einfach, manchmal geradezu simpel und trägt nicht dazu bei, Spannung aufzubauen. Die Formulierungen wirken auf mich oft belang-, sogar lieblos, sodass es schwerfällt, die Figuren lebendig werden zu lassen und ihnen gegenüber Sympathie zu entwickeln. Ich habe fast zwei Drittel des Buches gebraucht, um mit Mira warm zu werden und Interesse an ihrem Schicksal zu entwickeln. Vielleicht empfindet dies ein Jugendlicher anders - oder vielleicht kommt er gar nicht so weit? Gerade bei einem Thema, das uns Deutsche als ein Teil unserer Geschichte begleitet, sollte uns doch ein Buch zumindest ansatzweise berühren, denke ich. Was mir ebenso wenig gefällt, ist, dass ich das Gefühl habe, dass sich Safier bei allen möglichen ähnlich thematisch gelagerten Büchern und Filmen ein wenig zu sehr angelehnt hat. Ständig hatte ich das Gefühl, dieses oder jenes in ganz ähnlicher Form schon einmal gelesen oder gesehen zu haben, was das Lesevergnügen zusätzlich zu dem für mich schwierigen Schreibstil noch etwas mühseliger und uninteressanter machte. Die Idee des Buches ist top, aber die Umsetzung ist, so leid es mir tut, eher schlecht als recht gelungen.

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    • 12
  • Rezension zu "Mila 18" von Leon Uris

    Mila 18
    Huebner

    Huebner

    29. October 2010 um 21:43

    Warschau - wer Warschau noch nie besucht hat, kennt sich nach Leon Uris Roman dort richtig aus. An den großen Bunker in derMila -Straße erinnert heute lediglich ein Erdhügel. Nicht nur jüdische Aufständische versuchen dem Nazi-Regime entgegenzuwirken, sondern auch Andrej Androfski und Gabriela Rak. Dem Leser wird umfangreich der Alltag und der Kampf gegen den überall lauernden Tod geschildert. Tagebucheinträge durchbrechen den Erzählstrang und lockern so die schwere Materie von 790 Seiten auf. Das Tagebuch hat aber weitaus größere Bedeutung als nur Medium für den Selbsterhalt zu sein. "Die erste 'Hauptstadt' unseres 'jüdischen Staates' ist das Haus Mila 18." (S. 625) Der Ort wird zum Verbündeten und zum Hoffnungsträger und so bangt und hofft der Leser bis zuletzt dem entgegen, was Geschichtsbücher über die Räumung des Warschauer Ghetto 1943 und dem damit verbundenen Aufstand verraten. I.Hübner

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