Leon de Winter

 4 Sterne bei 642 Bewertungen
Autor von Malibu, Hoffmans Hunger und weiteren Büchern.
Autorenbild von Leon de Winter (© Bastian Schweitzer / Diogenes Verlag)

Lebenslauf

Der Autor Leon de Winter wurde 1954 in ’s-Hertogenbosch in den Niederlanden geboren. Sein Vater war ein niederländischer Jude. Nach dem Tod des Vaters, noch als Teenager, begann Leon de Winter zu schreiben. Er arbeitet seit 1976 als freier Schriftsteller und Filmemacher in Holland und den USA. Seine Romane erzielen internationale Erfolge und einige wurden auch fürs Kino und Fernsehen verfilmt, wie zum Besipiel "Der Himmel von Hollywood" unter der Regie von Sönke Wortmann.

Neue Bücher

Cover des Buches Stadt der Hunde (ISBN: 9783257248562)

Stadt der Hunde

(62)
Erscheint am 19.08.2026 als Taschenbuch bei Diogenes.

Alle Bücher von Leon de Winter

Cover des Buches Malibu (ISBN: 9783257234343)

Malibu

(79)
Erschienen am 28.05.2004
Cover des Buches Stadt der Hunde (ISBN: 9783257248562)

Stadt der Hunde

(62)
Erscheint am 19.08.2026
Cover des Buches Hoffmans Hunger (ISBN: 9783257610277)

Hoffmans Hunger

(68)
Erschienen am 22.04.2020
Cover des Buches Sokolows Universum (ISBN: 9783257610307)

Sokolows Universum

(56)
Erschienen am 22.04.2020
Cover des Buches SuperTex (ISBN: 9783257610314)

SuperTex

(55)
Erschienen am 22.04.2020
Cover des Buches Das Recht auf Rückkehr (ISBN: 9783257610338)

Das Recht auf Rückkehr

(55)
Erschienen am 22.04.2020
Cover des Buches Leo Kaplan (ISBN: 9783257233179)

Leo Kaplan

(55)
Erschienen am 26.07.2002
Cover des Buches Geronimo (ISBN: 9783257244229)

Geronimo

(35)
Erschienen am 25.10.2017

Neue Rezensionen zu Leon de Winter

Cover des Buches Stadt der Hunde (ISBN: 9783257248562)
M

Rezension zu "Stadt der Hunde" von Leon de Winter

Maniko
Unterhaltsam, aber mit Schwächen

Nach langer Zeit habe ich es wieder mit einem Leon de Winter Buch probiert. Es ist unterhaltsam geschrieben, hat mich  aber nicht so sehr gepackt wie Leo Kaplan oder Hoffmanns Hunger. Trotzdem habe ich es an einem Tag durchgelesen, weil mir der Sprachstil sehr gut gefiel und ich wissen wollte, was es mit dem sprechenden Hund auf sich hat und ob die Operation der saudischen Prinzessin gelingt. Also scheint de Winter (fast) alles richtig gemacht zu haben. Stellenweise wirkt es ein wenig überladen, deshalb ein Stern Abzug. 


Cover des Buches Das Recht auf Rückkehr (ISBN: 9783257610338)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Das Recht auf Rückkehr" von Leon de Winter

Hubertus_Feldmann
Nach wie vor aktuell

Und in manchen Passagen sogar prophetisch. Das Buch ist 2008 in den Niederlanden erschienen und ist das Resultat einer langjährigen Entwicklung. Denn so heißt es in der Danksagung unter anderem: „Robbert Ammerlaan […] verlor nie das Vertrauen in diesen Roman und wartete jahrelang mit Engelsgeduld auf seine Fertigstellung.“ Und die intensive Recherche hat Früchte getragen. Die Romanhandlung umfasst zwanzig Jahre und spielt in den Jahren 2004 bis 2024 (Januar 2025, um genau zu sein). Die fiktionalen Handlungen des Jahres 2024 unterscheiden sich allerdings elementar von der realen Situation des Jahres 2024, auch wenn die Situation der Israelis hier wir dort ähnlichen Mechanismen gehorcht. Selbst Putin hat es – fiktiv und real – bis ins Jahr 2024 geschafft – und wird vermutlich noch ein wenig bleiben …

Das neuerliche Lesen dieses Buches erfolgt insofern mit einer gewissen Erwartungshaltung bezüglich der Nähe stattgefundener Entwicklungen. Zwar ist Israel in dem Roman auf ein Kernland geschrumpft, aber die Mechanismen der Grenzsicherung bewegen sich durchaus in der geschilderten Richtung und die hier geschilderten mentalen Grundhaltungen kommen einem nur zu bekannt vor, wie in dem folgenden Dialog deutlich wird.

„‘Ach, die Presse macht mich wahnsinnig‘, sagte Ikki.

‚Ich lese keine Zeitungen mehr. Ich habe keinen Bock mehr, immer nur zu lesen, dass wir mit den Palästinensern reden müssen.‘

‚Wir müssen aber weiterhin mit ihnen reden, wir können ja wohl kaum allen den Schädel einschlagen‘, sagte Bram.“

Die Handlungen bewegen sich zwischen der Frage, ob zufällige (oder auch von außen initiierte) Ereignisse einen schuldig werden lassen und wie ggf. mit diesen Schuldgefühlen umgegangen werden kann. Hier zerstören sie nicht nur eine funktionierende Ehe, sondern gleich den ganzen Menschen. Wo also hört Zufall auf und fängt Schuld an? Und wie passt dazu der Ausdruck Schicksal? Aber ist nicht alles Leben Zufall und Risiko zugleich. Leben bedeutet immer auch versagen können (weil man nicht aufgepasst hat, weil man eine Situation falsch eingeschätzt hat, weil man …). Hier wird in einem besonders drastischen Fall in einem hoch sensiblen Umfeld dieser Frage nachgegangen. Und oft genug wird es schmerzhaft, aber immer mit der Möglichkeit seine eigene Haltung in diesen Phasen zu überprüfen. Es zeichnet diesen Roman aus, dass man nicht nur mit dem Protagonisten mitfühlen kann, sondern dass man tief in naturwissenschaftliche wie religiöse Fragen hineingezogen wird. Und das Judentum ist wahrlich eine äußerst diffizile Angelegenheit, auch wenn man hier mit einigen grundlegenden Informationen versorgt wird. Diese Informationen geben allerdings Raum für ein gewisses Verständnis, was die eigene Haltung schärfen wird/kann. Und das alles in Romanform verpackt gehört zur hohen Kunst guter Literatur. 

(28.4.2024)

Cover des Buches Malibu (ISBN: 9783257234343)
Hubertus_Feldmanns avatar

Rezension zu "Malibu" von Leon de Winter

Hubertus_Feldmann
Eine Verkettung von Zufällen

Würde man sich die Mühe machen, mit dem derzeitig verfügbaren Wissen das Entstehen von Leben auf dieser Welt zu erklären, so würde man schnell zu der Feststellung gelangen, dass alles eine Folge „glücklicher“ Zufälle war (und ist), die allerdings, in ihrem jeweiligen Kontext betrachtet, bereits gewisse Voraussetzungen notwendig machten. Kurz: Sobald bestimmte Voraussetzungen gegeben sind, können sich einzelne (subatomare) Teile zu einem größeren Ganzen verbinden und ihrerseits wieder neue Chancen zur Verfügung stellen.

Und was hat das alles mit dieser geradezu genial erzählten Geschichte zu tun, in der der Schmerz des Verlustes Dreh- und Angelpunkt ist und den Protagonisten nicht nur zu einem Leidenden, sondern auch zu einem Getriebenen machen, zu einem, der sich förmlich an jeden Strohhalm klammert, um das ungeschehen zu machen, was nicht ungeschehen gemacht werden kann. Auch hier geht es um die (in diesem Fall) unglückliche Verkettung von Umständen/Zufällen, die als Resultat eine Tragödie zur Folge hat. Hier, quasi als Intro für die gesamte Geschichte eindrücklich vorgestellt und beginnend vor 300 Millionen Jahren: „Die Unterseite des Motorblocks war vor sechs Jahren beim Northridge-Erdbeben [17. Januar 1994] – verursacht durch vor aberhundert Millionen Jahren in Bewegung geratenen Erdkrustenplatten – in der Struktur beschädigt worden. Durch Armillos Manöver schrammte der Motorblock nun über den Beton der Bordsteinkante […] Um acht Minuten nach halb eins [am 22.12.2000] verloren die Räder meiner Harley […].“

 

Was sich in der Folge entwickelt, wie die Phasen der Wut (des Hasses), der Trauer, des Schmerzes verarbeitet werden, welche zufälligen (oder auch geplanten) Zusammentreffen eine weitere Verkomplizierung bei gleichzeitigem (Er)lösungsversprechen hervorrufen, wird hier kongenial erzählt, nimmt einen gefangen und führt doch zu keinen einfachen Lösungen; hier gibt es kein Schwert, was den Gordischen Knoten durchtrennen könnte, nur Verwicklungen, die teils erkenntnisfördernd, teils heilend sind – und mit der Aussicht auf Frieden mit den nicht zu ändernden Dingen auf dieser Welt.

(21.5.2024)

Gespräche aus der Community



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AgnesMs avatar
Letzter Beitrag von  AgnesM
"Großer Bruder Zorn" habe ich gelesen und fand es echt gut! :-)

Zusätzliche Informationen

Leon de Winter wurde am 26. Februar 1954 in ’s-Hertogenbosch (Herzogenbusch) (Niederlande) geboren.

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