Leonard Bell

 4,6 Sterne bei 46 Bewertungen

Lebenslauf von Leonard Bell

Leonard Bell ist ein Pseudonym. Der Mensch dahinter ist ein erfolgreicher Drehbuch- und Romanautor. Bells heimliche Leidenschaft gilt den 50er Jahren, die er, da zu spät geboren, nicht miterleben durfte. Aber dank lebenshungriger Eltern ist er im Geist von Elvis Presley, James Dean, Marilyn Monroe und den anderen Größen dieser Zeit aufgewachsen. Leonard Bell lebt in Berlin und in der Märkischen Schweiz.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Leonard Bell

Cover des Buches Der Petticoat-Mörder (ISBN: 9783548063072)

Der Petticoat-Mörder

 (28)
Erschienen am 31.08.2020
Cover des Buches Der weiße Panther (ISBN: 9783548063119)

Der weiße Panther

 (18)
Erschienen am 30.08.2021

Neue Rezensionen zu Leonard Bell

Cover des Buches Der weiße Panther (ISBN: 9783548063119)J

Rezension zu "Der weiße Panther" von Leonard Bell

Eine spannende Geschichtsstunde
Janoshvor 3 Tagen

Die Viermächtestadt Berlin im Jahre 1958: Der junge Kriminalassistent und ehemalige Laternenanzünder – bis es diesen Beruf nicht mehr gab -, Fred Lemke aus dem märkischen Buckow ist ganz gewiss einer der ungewöhnlichsten und sympathischsten Ermittler, der mir in meiner langen Laufbahn als passionierte Krimileserin je begegnet ist! Nicht nur geht er mit großem Engagement und Ernsthaftigkeit seinen zweiten Fall seiner noch sehr frischen Karriere an, sondern es fehlt ihm erfreulicherweise auch jegliche Abgeklärtheit und Emotionslosigkeit, die die meisten seiner Kollegen an den Tag legen. Er kann sich einfühlen in die unterschiedlichsten Menschen, die ihm im Zuge seiner Ermittlungen in dem Mordfall des Barmixers Gottfried begegnen, lässt sich berühren von dem Schicksal der Gebeutelten, denen, die auf der Schattenseite stehen, und kann andererseits auch gehörige Wut verspüren auf die Täter, diejenigen, die Dreck am Stecken haben und, wenn nötig, über Leichen gehen. Obwohl man sich wünschen möchte, dass Fred diese seine Empathiefähigkeit behält, die ihn so unverwechselbar, so menschlich macht und die Menschen dazu bringt, ihm Vertrauen zu schenken, sorgt man sich doch, ob er das durchhalten kann.

Der Fall, mit dem es Fred zu tun hat, ist zwar in wenigen Tagen aufgeklärt, soweit Aufklärung möglich und zulässig ist in dem Milieu und unter den Umständen, in und unter denen sich der Mord, der mit einer sehr ungewöhnlichen Waffe, einer Armbrust nämlich, ausgeführt wurde, zugetragen hat, aber während dieser Tage reibt sich der noch unerfahrene, aber intuitiv immer folgerichtig handelnde Kriminalassistent in Probezeit völlig auf und kommt so gut wie gar nicht zum dringend notwendigen Schlaf. Was treibt ihn an, den heimatlosen, ein bescheidenes und stark reduziertes Leben führenden Fred? Die Antwort kann man bald zwischen den Zeilen lesen: Schuldgefühle wegen eigenem – vermeintlichen! - Versagen in der Vergangenheit und ein übermächtiges Verlangen nach Gerechtigkeit. Den Toten, deren Mörder er eben jener Gerechtigkeit zuführen möchte, gibt er damit ihre Würde, die man ihnen durch ihr gewaltsames Ableben genommen hat, zurück. So sein Credo.

Doch je weiter Freds Wahrheitssuche voranschreitet, auf die er sich gemeinsam mit der ihm zur Seite gestellten Ellen von Stain, eine so schillernde wie undurchsichtige Persönlichkeit und Ermittlerin mit Sonderstatus, was immer das auch bedeuten soll – sowohl Fred als auch der Leser bekommen darauf keine schlüssige Antwort -, begibt, umso komplizierter gestaltet sie sich. Fred und von Stain wird alsbald klar, dass sie sich auf eine gefährliche Sache eingelassen haben, dass der Mord an dem Barmixer eingebettet ist in einen weitaus größeren Kontext, als zu Beginn der Ermittlungen zu vermuten war!

Und hier kommen wir direkt zu der Realität der Viermächtestadt Berlin im Jahre 1958, einer Realität, von der der Normalbürger, der entweder begann, sich an dem beginnenden Wirtschaftswunder zu erfreuen oder aber, wenn er zu den weniger Glücklichen gehörte – und von diesen gibt es hier im Roman eine ganze Menge! - und in heruntergekommenen Wohnungen hauste und ums tägliche Überleben kämpfen musste, keine Ahnung hatte. Das Berlin dieser Zeit, so bekommt man rasch mit, gehörte mitnichten den Berlinern! Die Gesetze wurden von den vier Mächten gemacht, und die drei Westmächte und die Sowjets, die den Ostteil der Stadt nach ihrem Vorbild umgestaltet hatten, waren sich alles andere als grün. Die Geheimdienste hatten hüben wie drüben Hochsaison – und wie gefährlich es werden kann, wenn man ihnen ins Gehege kommt oder gar zu deren Zielscheibe wird, erfahren Fred und von Stain sehr bald.

Mit Geschick, den unvermeidlichen und noch weniger verzichtbaren Beziehungen und vor allem einem eifrigen Schutzengel entkommen sie nicht nur einer brenzligen Situation und nähern sich schließlich der Wahrheit an, die so unglaublich wie unerwartet ist – und dies nicht nur, was den ursprünglich aufzuklärenden Mord anbelangt. Denn da gibt es schließlich auch noch den titelgebenden weißen Panther, hinter dem sich der Nachtclubbesitzer Harry Renner verbirgt, der Arbeitgeber des ermordeten Barmixers Gottfried, ein Mann mit vielen Gesichtern und einer undurchsichtigen Vergangenheit. Eine eindrucksvolle Figur in einem nicht weniger beeindruckenden Krimi, der so authentisch eine Zeit auferstehen lässt, in der Vergangenheit und Gegenwart aufeinanderprallen, um eine neue Zukunft entstehen zu lassen.

Als spannende Geschichtsstunde habe ich meine Besprechung überschrieben – und genau dies ist dieser historische Kriminalroman für mich, die ich dem öden Geschichtsunterricht zu seligen Schulzeiten nie etwas abgewinnen konnte. Der Autor mit dem Pseudonym Leonard Bell jedoch hat mich mitgerissen mit seiner perfekt erzählten, perfekt aufgebauten, mit sehr glaubwürdigen Charakteren besiedelten Geschichte und mich auf seinen 441 Seiten, gelesen in wenigen Tagen, mehr gelehrt über die facettenreiche Nachkriegsgeschichte der geteilten Stadt Berlin als die Schule, in der man angeblich fürs Leben lernt (was ein Schmarrn!), je vermocht hatte. Und obwohl ich mich im allgemeinen mit Serienkrimis nicht anfreunden mag, wäre es mir diesmal und ausnahmsweise eine Freude, gerade Fred Lemke, der eben erst begonnen hat, das Leben und mit ihm das Lebensgefühl, das der Rockn' Roll symbolisiert, für sich zu entdecken, wiederzubegegnen. Die Figur hat Potential, wie auch Lemkes Mitspieler, allesamt spannende Charaktere, ob sympathisch oder genau das Gegenteil oder irgendetwas dazwischen, und so unterschiedlich wie im wahren Leben!

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Cover des Buches Der weiße Panther (ISBN: 9783548063119)K

Rezension zu "Der weiße Panther" von Leonard Bell

Ab ins Berliner Nachtleben ...
kn-quietscheentchenvor 23 Tagen

Eigentlich wollte der Kriminalassistent Fred Lemke nach seinem letzten gelösten Mordfall nicht kurze Zeit später wieder eine Leiche präsentiert bekommen. Aber Berlin schläft nicht. Schon gar nicht in den späten 50er Jahren. Ob in der Eierschale getanzt wird oder in Harry's Ballroom bis zum Morgengrauen gefeiert wird ... da stört auch so ein Mordfall nicht, der sich vor den Türen abspielt. Der Barmixer Gottfried Sargast, der bei Harry Renner, einer der schillerndsten Clubbesitzer zur damaligen Zeit, angestellt ist, wird nach Dienstschluss aus kurzer Distanz mit einer Armbrust getötet. Niemand will etwas gesehen und mitbekommen haben. Aber für das Ermittlerduo Lemke und von Stain ist schnell klar, dass es kein Zufall gewesen sein kann, dass genau dieser Mann getötet wurde. Und je tiefer sie in den Mordfall hinabtauchen, desto mehr Menschen und Organisationen interessieren sich für den Fall. Ein spannender Fall, gespickt mit den Ereignissen aus Ost- und Westberlin der damaligen Zeit. 

Dies ist der 2.Fall für Kriminalassistent Fred Lemke und Sonderermittlerin Ellen von Stain. Wunderbar recherchierter Kriminalroman, dem es an nichts fehlt. Ein Mix zwischen Ermittlungsarbeit und privaten Dingen lassen die Seiten nur so an einem vorbeiziehen. Auch grad die historischen Hintergrundinformationen, was zur damaligen Zeit im getrennten Berlin passiert ist, haben mich als Leser umso neugieriger gemacht bzw. habe ich noch was gelernt, ohne das es irgendwann zu langatmig dargestellt wurde. Im Gegenteil - zwischenzeitlich haben mich die privaten Angelegenheiten der Protagonisten mehr interessiert, als der eigentliche Mordfall :) Ich hoffe so sehr, dass wir in Zukunft noch mehr Mordfälle mit den beiden Hauptfiguren aufklären dürfen. Denn nicht nur Ellen von Stain wird immer sympathischer - auch die Nebenfiguren wie Kommissar Leibnitz, Imbissbesitzerin Riese oder der Hr.Moosbacher sind mir ans Herz gewachsen. 

Wer auf historische Kriminalromane im alten Berlin steht, ist hier genau richtig! Unbedingt lesen!

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Cover des Buches Der weiße Panther (ISBN: 9783548063119)E

Rezension zu "Der weiße Panther" von Leonard Bell

Packender historischer Kriminalroman, der den Zeitgeist der späten 50er Jahre sehr gut transportiert
echvor einem Monat

In diesem packenden historischen Kriminalroman führt uns der Autor Leonard Bell zurück in das Berlin der späten 50er Jahre und präsentiert dabei eine spannende und lange Zeit auch ziemlich undurchschaubare Geschichte, die zudem den damaligen Zeitgeist gut transportiert.


Es handelt sich dabei um den zweiten Band der Reihe um den jungen Kriminalassistenten Fred Lemke und die unkonventionelle Sonderermittlerin Ellen von Stain. Und obwohl dieser Band direkt an das Ende des ersten Bandes anschließt, braucht man hier grundsätzlich keine Vorkenntnisse, um die Geschichte lesen und verstehen zu können Alle hierfür erforderlichen Informationen zu den Protagonisten und ihrer Vorgeschichte werden gut in die laufende Handlung eingebunden, ohne dabei den Lesefluss zu stören. Um die Entwicklung der Protagonisten in Gänze genießen zu können, empfiehlt es sich aber schon, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen. 


Als vor Harrys Ballroom, einem derzeit angesagten Treffpunkt für Stars und Sternchen und dadurch auch ein Magnet für Touristen und Partyhungrige der Stadt, einer der Barkeeper mit einer Armbrust getötet wird, gerät der Besitzer Harry Renner schnell ins Visier der Ermittler. Hat er hier einen unliebsamen Angestellten aus dem Weg geräumt oder galt der Anschlag in Wahrheit ihm ? Je tiefer Fred und Ellen bei ihren Ermittlungen in die Vergangenheit des Opfers und des charismatischen Hauptverdächtigen mit bewegtem Hintergrund eintauchen, umso mysteriöser wird die ganze Geschichte und ruft zudem die Politik und vor allem die Geheimdienste auf den Plan.     


Mit einem packenden Schreibstil und bildhaften Beschreibungen, die das Kopfkino beim Lesen auf Hochtouren laufen lassen, treibt der Autor seine gut aufgebaute Geschichte voran und verknüpft seine fiktive Handlung dabei mit den tatsächlichen Ereignissen und Figuren des Jahres 1958. So begegnet uns im Prolog gleich mal die Schauspielerin Hildegard Knef und liefert so den Startschuss für eine ganze Reihe fein dosierter Anspielungen und Details. Getragen wird die Geschichte aber in erster Linie von seinen gut gezeichneten und vielschichtig angelegten Protagonisten in Haupt- und vermeintlichen Nebenrollen, die immer wieder für Überraschungen gut sind. 


Wer auf  historische und atmosphärisch dichte Kriminalromane steht, wird hier bestens bedient und spannend unterhalten. Auf den nächsten Band der Reihe bin ich schon sehr gespannt.

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Gespräche aus der Community

Berlin 1958, die Entdeckungsreise durch die große Stadt geht weiter... . 

"Der Petticoat Mörder" hat die Krimi-Reihe mit dem Kriminalassistenten Fred Lemke und der geheimnisvollen Sonderermittlerin Ellen von Stain eröffnet, "Der weiße Panther" ist der 2. Band. 25 Bücher gehen an Lesefreudige, die auch gerne eine Rezension schreiben.

Hallo! Das Feedback hier bei lovelybooks zum "Der Petticoat Mörder", dem ersten Band der Krimireihe, war toll. Ich bin sehr gespannt, wie Band zwei von euch bewertet wird. Ein größerer Fall dieses Mal, auch komplexer. Der Kriminalassistent Lemke und die Sonderermittlerin von Stain tappen im "Weißen Panther" deutlich ratloser im Dunkeln, die Herausforderung an die beiden ist größer, und viele im ersten Band aufgeworfenen Fragen rund um die geheimnisvolle Sonderermittlerin Ellen von Stain finden eine Antwort. Aber keine Sorge, "Der weiße Panther" ist ein eigenständiges Buch, man muss den ersten Band nicht gelesen haben. Neben dem Krimifall gibt es auch dieses Mal wieder viel Berlin, die Entdeckungsreise durch die große Stadt im Jahr 1958 geht weiter...

144 BeiträgeVerlosung beendet
K
Letzter Beitrag von  kn-quietscheentchenvor 23 Tagen

Da ich vorab noch schnell den 1.Band verschlungen habe, kommt meine Rezension leider etwas später. Trotzdem bedanke ich mich, dass ich den 2.Band um Fred und Ellen hier lesen durfte und freue mich schon hoffentlich bald den 3.Teil in den Händen halten zu dürfen. Die Reihe macht echt süchtig und man will unbedingt erfahren, wie sich die Protagonisten noch so entwickeln bzw. was für Geheimnisse noch ans Tageslicht kommen.

Meine Rezension habe ich neben Lovelybooks, noch bei Amazon, Thalia, Lesejury und meinem persönlichen Instagram-Account hochgeladen: https://www.lovelybooks.de/autor/Leonard-Bell/Der-weiße-Panther-2799799269-w/rezension/3622200043/

Mit dem "Petticoat Mörder" beginnt eine Krimi-Reihe, die im Berlin 1958 spielt. Eine spannende Zeit, in der die vom Krieg massiv zerstörte Großstadt Berlin und ihre Bewohner zum lebendigen Leben zurückkehrten. Die Zeit der Spione, der Verbrecher und der Vergnügungssüchtigen Rock'n'Roller. Kriminalassistent Fred Lemke, ein Junge vom Land, und sein großstädtisches Pendant Ellen von Stain ermitteln.

Hallo! Leonard Bell ist ein Pseudonym. Alle Bücher, die ich bisher veröffentlicht habe, sind anders als "Der Petticoat Mörder", und Ulstein und ich fanden es besser, die Fred Lemke-Krimireihe (jedes Jahr ein neuer...) auf völlig unbeackerten Boden zu pflanzen. Ich freue mich auf eure Kommentare, Anregungen, Kritiken. Viel Spaß beim Lesen!

191 BeiträgeVerlosung beendet

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