Leonard Gardner

 3.9 Sterne bei 33 Bewertungen
Autor von Fat City, Fat City und weiteren Büchern.

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Leonard GardnerFat City
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Fat City
Fat City
 (31)
Erschienen am 11.04.2017
Leonard GardnerFat City
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Fat City
Fat City
 (2)
Erschienen am 01.06.1997
Leonard GardnerFat City/91197
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Fat City/91197
Fat City/91197
 (0)
Erschienen am 01.10.1986

Neue Rezensionen zu Leonard Gardner

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Rezension zu "Fat City" von Leonard Gardner

Leonard Gardner | FAT CITY
Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr

INHALT: Billy Tully ist erst Ende zwanzig, steht aber schon am Ende seiner Karriere. In jüngeren Jahren war er ein umjubelter Boxer, dem eine rosige Zukunft prophezeit wurde. Doch dann kamen der Suff, die Frauen und der körperliche Verschleiß. Heute ist er nur noch ein Wrack, hält sich mit kraftraubenden Gelegenheitsjobs als Erntehelfer über Wasser und versinkt allabendlich in Selbstmitleid zwischen düsteren Bars und schäbigen Motelzimmern. Als er beim Training dem Box-Neuling Ernie Munger ein paar Tricks beibringen will, kommt Tully übel unter die Räder – und das durch einen blutigen Anfänger! Tully packt der Ehrgeiz; er will es noch einmal wissen. Doch so leicht wie vor zehn Jahren noch ist das Geld nicht mehr zu verdienen – der Ton ist rauher, die Gegner sind härter und die Manager gewiefter. Und auch Ernie Munger stellt sich den Herausfordungen, die der Sport und auch das Leben für ihn bereithalten.

FORM: Leonard Gardner (*1933), dessen Boxer-Millieustudie von 1969 sein bis dato einziger Roman blieb, schreibt in nüchterner, einfacher Sprache, was sehr gut zur allgemeinen Trostlosigkeit passt, die sowohl den Handlungsort als auch die Figuren permanent umweht. Die Geschichte spielt in den 1950ern in Stockton, Kalifornien, einem tristen Kaff nahe San Francisco, das so gar nicht zu dem glamourös klingenden Titel passen mag. FAT CITY, eine Art El Dorado, das Ziel aller Träume, bleibt für die meisten auch Wunsch und Illusion.

Gardners zumeist männliches Personal ist simpel gestrickt, was man besonders gut in den Dialogen erkennt, die sich ständig im Kreis drehen. Alle haben eine ungefähre Ahnung von dem, was sie sagen wollen, und trotzdem quatschen sie aneinander vorbei. Sie sind aggressiv, egoistisch und – aus heutiger Sicht kaum zu ertragen, aber wohl der Zeit geschuldet – furchtbar frauenfeindlich. Aber auch die Damen bekleckern sich nicht mit Ruhm, sind rauh und einfältig.

Zu stilistischer Hochform läuft Gardner in den Boxkämpfen auf, bei denen er dank präziser Wortwahl und zielsicheren Sätzen enorme Spannung aufbaut. Ich selbst bin kein großer Box-Fan – um ehrlich zu sein, habe ich noch nie einen kompletten Kampf gesehen und quittiere jeden Bericht über diesen Sport mit fassungslosem Kopfschütteln –, in diesem Roman jedoch fieberte ich ordentlich mit, was aber eher an den Charakteren und weniger am Sport lag. Es gibt auch eine Verfilmung von 1972 mit Stacey Keach und Jeff Bridges in den Hauptrollen, Gardner selbst schrieb das Drehbuch. Vielleicht bekommt man den ja mal irgendwo zu sehen.

FAZIT: Eine Milieustudie über das Verpassen des american dream; ohne Pathos, völlig unsentimental und sehr authentisch – fünf Sterne.

*** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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Bellis-Perenniss avatar

Rezension zu "Fat City" von Leonard Gardner

Das "El Dorado" bleibt Illusion ...
Bellis-Perennisvor einem Jahr

Dieser Roman gilt als moderner amerikanischer Klassiker, der bereits 1969 erschienen ist und nun in einer neuen Übersetzung vorliegt.

Worum geht’s?

Billy Tully ist ein Boxer, der auf dem Weg nach oben, plötzlich nicht mehr siegt. Daraufhin verlässt ihn seine Frau. Damit beginnt die klassische Abwärtsspirale mit viel Alkohol und Gelegenheitsjobs als Erntehelfer.

"An El Dorado...standen an den warmen Sommerabenden Hunderte von Erntehelfern und Arbeitslosen herum. Sie unterhielten sich, schauten herum, ließen sich von einer Bar in die nächste treiben, in Spielhallen, Imbissbuden, Billardsalons, Schnapsläden und Kinos..." (S. 105)

Noch einmal rafft er sich auf und beginnt wieder zu trainieren. Ein 18-jähriger Nobody, Ernie Munger, setzt ihm zu. Billy erkennt Ernies Talent und zieht ein paar Fäden. („Der Junge ist halt ein Naturtalent, 'ne echte Ausnahmeerescheinung“). Doch die Boxer-Karriere entwickelt sich nicht so wie Billy und Ernie sich das wünschen.

Übrig bleiben ein zerschlagenes Gesicht und zerstörte Hoffnungen. Das „El Dorado“ ist nur ein Symbol für das gute Leben und bleibt wie „Fat City“ eine Illusion.

Meine Meinung:

Deutlich ist Gardeners Herkunft aus Stockton (Kalifornien), dem Schauplatz des Romans, spürbar. Die Depressionen, der Pessimismus der Einwohner scheint aus Stockton, den idealen Hintergrund für das Scheitern zu machen.

Die Sprache ist dem tristen Milieu angepasst und wahrscheinlich nicht jedermanns Sache.

Die Leser erhalten eine Darstellung des anderen Kaliforniens. Abseits von Glitzer und Glamour der Reichen und Schönen ist das Leben in den 1950er Jahren, staubig, schlecht bezahlt und oftmals hart an der Grenze zum Überlebenskampf.

John Huston hat den Roman 1972 mit Jeff Bridges (Ernie) und Stacy Keach (Billy) verfilmt.

Fazit:

Auch wenn dieses Buch nicht unbedingt meinen Geschmack trifft, so kann es als Symbol für das Scheitern gelten.

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Blausterns avatar

Rezension zu "Fat City" von Leonard Gardner

Fat City
Blausternvor einem Jahr

1950er Jahre USA/Kalifornien: Das Leben ist hart. Es gibt kaum gutbezahlte Jobs. Ganz anders beim Boxen. Da winkt noch das große Geld, wenn man erfolgreich ist. Billy Tully ist heute Ende zwanzig und will es noch einmal versuchen. In jüngeren Jahren war er ein Star. Ernie Munger zieht mit ihm. Er ist gerade 18. Gemeinsam versuchen sie es bei Tullys ehemaligem Manager Ruben. Das Geschäft ist hart, die Lebenslage aber ebenfalls, und es herrscht ein rauer Ton in der Szene, die absolut brutal ist. Billy Tully hat schon einiges einstecken müssen in seiner Vergangenheit. Aber nach jeder Niederlage hat er sich stets wieder aufgerappelt. Sie hoffen auf bessere Zeiten, und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Das amerikanische Lebensgefühl jener Zeit kommt hier gut zum Ausdruck. Dem hat sich auch der Schreibstil angepasst, genau treffend und auch einfach zu lesen.

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Gespräche aus der Community

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aufbauverlags avatar

Es gibt immer jemanden, der kämpfen will 


Leonard Gardner hat mit seinem ersten und einzigen Roman gleich einen Klassiker der amerikanischen Literatur geschrieben. FAT CITY ist keine Heldengeschichte, sondern eine Verbeugung vor dem letzten Willen, der erst erwacht, wenn alle Hoffnung unter den Tisch getrunken ist. Eine Liebeserklärung an eine Zeit, in der man von der Hand in den Mund lebte. 
Gregor Hens gelingt es mit seiner Neuübersetzung meisterhaft, dem Californian-Working-Class-Sound, dem trotzigen Humor und der feinen Melancholie eine deutsche Stimme zu geben.

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Über Leonard Gardner
Leonard Gardner ist in Stockton, Kalifornien geboren. Seine Erzählungen erschienen u. a. in The Paris Review, Esquire, Southwest Review. Nach seinem Durchbruch mit FAT CITY 1969 war er langjähriger Drehbuchschreiber in Hollywood. 1972 wurde der Roman mit Jeff Bridges in der Hauptrolle von John Huston verfilmt. Gardner lebt heute in Nordkalifornien. Vor kurzem eröffnete er das Lido-Box-Gym in Stockton.


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Blausterns avatar
Letzter Beitrag von  Blausternvor einem Jahr
Hier ist meine Rezension: https://www.lovelybooks.de/autor/Leonard-Gardner/Fat-City-1360046334-w/rezension/1474189930/ Danke, dass ich das Buch lesen durfte. Ich stell die Rezi auch noch bei amazon rein.
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dreamlady66s avatar
Hallo liebe LovelyBooker!

Irrtümlich bekam ich vom Aufbau Verlag ein Rezensionsexemplar zugeschickt, welches aber nicht "in mein Beuteschema" passt, daher biete ich es hier - im Nachgang zur kürzlichen Buchverlosung - an alle, die damals leer ausgingen, noch originalverpackt an.
Eine zeitnahe Rezenion ist Pflicht.

Gewinnfrage: Was genau reizt Euch an dem Buch?

Freue mich schon die diversen Antworten und hoffe einfach doch auf viele Bewerbungen :)

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