Fat City

von Leonard Gardner 
3,9 Sterne bei31 Bewertungen
Fat City
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Bellis-Perenniss avatar

Eine Geschichte von verlorenen Träumen ..

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Zerplatzte Träume, falsche Entscheidungen, hartes Leben im Kalifornien der 50er. Durchaus ansprechend, aber irgendwie fehlte mir der Biss.

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Inhaltsangabe zu "Fat City"

Es gibt immer jemanden, der kämpfen will
Leonard Gardner hat mit seinem ersten und einzigen Roman gleich einen Klassiker der amerikanischen Literatur geschrieben. FAT CITY ist keine Heldengeschichte, sondern eine Verbeugung vor dem letzten Willen, der erst erwacht, wenn alle Hoffnung unter den Tisch getrunken ist. Eine Liebeserklärung an eine Zeit, in der man von der Hand in den Mund lebte.
Gregor Hens gelingt es mit seiner Neuübersetzung meisterhaft, dem Californian-Working-Class-Sound, dem trotzigen Humor und der feinen Melancholie eine deutsche Stimme zu geben.
»Gardner erzählt so überzeugend, dass wir uns nur an ihre Hoffnung erinnern,
nicht an ihre Niederlagen.« The New York Review of Books
»FAT CITY hat mich mehr bewegt als die gesamte Gegenwartsliteratur der letzten Jahre.« Joan Didion

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783351050399
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:224 Seiten
Verlag:Blumenbar
Erscheinungsdatum:11.04.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor einem Jahr
    Leonard Gardner | FAT CITY

    INHALT: Billy Tully ist erst Ende zwanzig, steht aber schon am Ende seiner Karriere. In jüngeren Jahren war er ein umjubelter Boxer, dem eine rosige Zukunft prophezeit wurde. Doch dann kamen der Suff, die Frauen und der körperliche Verschleiß. Heute ist er nur noch ein Wrack, hält sich mit kraftraubenden Gelegenheitsjobs als Erntehelfer über Wasser und versinkt allabendlich in Selbstmitleid zwischen düsteren Bars und schäbigen Motelzimmern. Als er beim Training dem Box-Neuling Ernie Munger ein paar Tricks beibringen will, kommt Tully übel unter die Räder – und das durch einen blutigen Anfänger! Tully packt der Ehrgeiz; er will es noch einmal wissen. Doch so leicht wie vor zehn Jahren noch ist das Geld nicht mehr zu verdienen – der Ton ist rauher, die Gegner sind härter und die Manager gewiefter. Und auch Ernie Munger stellt sich den Herausfordungen, die der Sport und auch das Leben für ihn bereithalten.

    FORM: Leonard Gardner (*1933), dessen Boxer-Millieustudie von 1969 sein bis dato einziger Roman blieb, schreibt in nüchterner, einfacher Sprache, was sehr gut zur allgemeinen Trostlosigkeit passt, die sowohl den Handlungsort als auch die Figuren permanent umweht. Die Geschichte spielt in den 1950ern in Stockton, Kalifornien, einem tristen Kaff nahe San Francisco, das so gar nicht zu dem glamourös klingenden Titel passen mag. FAT CITY, eine Art El Dorado, das Ziel aller Träume, bleibt für die meisten auch Wunsch und Illusion.

    Gardners zumeist männliches Personal ist simpel gestrickt, was man besonders gut in den Dialogen erkennt, die sich ständig im Kreis drehen. Alle haben eine ungefähre Ahnung von dem, was sie sagen wollen, und trotzdem quatschen sie aneinander vorbei. Sie sind aggressiv, egoistisch und – aus heutiger Sicht kaum zu ertragen, aber wohl der Zeit geschuldet – furchtbar frauenfeindlich. Aber auch die Damen bekleckern sich nicht mit Ruhm, sind rauh und einfältig.

    Zu stilistischer Hochform läuft Gardner in den Boxkämpfen auf, bei denen er dank präziser Wortwahl und zielsicheren Sätzen enorme Spannung aufbaut. Ich selbst bin kein großer Box-Fan – um ehrlich zu sein, habe ich noch nie einen kompletten Kampf gesehen und quittiere jeden Bericht über diesen Sport mit fassungslosem Kopfschütteln –, in diesem Roman jedoch fieberte ich ordentlich mit, was aber eher an den Charakteren und weniger am Sport lag. Es gibt auch eine Verfilmung von 1972 mit Stacey Keach und Jeff Bridges in den Hauptrollen, Gardner selbst schrieb das Drehbuch. Vielleicht bekommt man den ja mal irgendwo zu sehen.

    FAZIT: Eine Milieustudie über das Verpassen des american dream; ohne Pathos, völlig unsentimental und sehr authentisch – fünf Sterne.

    *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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    Bellis-Perenniss avatar
    Bellis-Perennisvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine Geschichte von verlorenen Träumen ..
    Das "El Dorado" bleibt Illusion ...

    Dieser Roman gilt als moderner amerikanischer Klassiker, der bereits 1969 erschienen ist und nun in einer neuen Übersetzung vorliegt.

    Worum geht’s?

    Billy Tully ist ein Boxer, der auf dem Weg nach oben, plötzlich nicht mehr siegt. Daraufhin verlässt ihn seine Frau. Damit beginnt die klassische Abwärtsspirale mit viel Alkohol und Gelegenheitsjobs als Erntehelfer.

    "An El Dorado...standen an den warmen Sommerabenden Hunderte von Erntehelfern und Arbeitslosen herum. Sie unterhielten sich, schauten herum, ließen sich von einer Bar in die nächste treiben, in Spielhallen, Imbissbuden, Billardsalons, Schnapsläden und Kinos..." (S. 105)

    Noch einmal rafft er sich auf und beginnt wieder zu trainieren. Ein 18-jähriger Nobody, Ernie Munger, setzt ihm zu. Billy erkennt Ernies Talent und zieht ein paar Fäden. („Der Junge ist halt ein Naturtalent, 'ne echte Ausnahmeerescheinung“). Doch die Boxer-Karriere entwickelt sich nicht so wie Billy und Ernie sich das wünschen.

    Übrig bleiben ein zerschlagenes Gesicht und zerstörte Hoffnungen. Das „El Dorado“ ist nur ein Symbol für das gute Leben und bleibt wie „Fat City“ eine Illusion.

    Meine Meinung:

    Deutlich ist Gardeners Herkunft aus Stockton (Kalifornien), dem Schauplatz des Romans, spürbar. Die Depressionen, der Pessimismus der Einwohner scheint aus Stockton, den idealen Hintergrund für das Scheitern zu machen.

    Die Sprache ist dem tristen Milieu angepasst und wahrscheinlich nicht jedermanns Sache.

    Die Leser erhalten eine Darstellung des anderen Kaliforniens. Abseits von Glitzer und Glamour der Reichen und Schönen ist das Leben in den 1950er Jahren, staubig, schlecht bezahlt und oftmals hart an der Grenze zum Überlebenskampf.

    John Huston hat den Roman 1972 mit Jeff Bridges (Ernie) und Stacy Keach (Billy) verfilmt.

    Fazit:

    Auch wenn dieses Buch nicht unbedingt meinen Geschmack trifft, so kann es als Symbol für das Scheitern gelten.

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    Blausterns avatar
    Blausternvor einem Jahr
    Fat City

    1950er Jahre USA/Kalifornien: Das Leben ist hart. Es gibt kaum gutbezahlte Jobs. Ganz anders beim Boxen. Da winkt noch das große Geld, wenn man erfolgreich ist. Billy Tully ist heute Ende zwanzig und will es noch einmal versuchen. In jüngeren Jahren war er ein Star. Ernie Munger zieht mit ihm. Er ist gerade 18. Gemeinsam versuchen sie es bei Tullys ehemaligem Manager Ruben. Das Geschäft ist hart, die Lebenslage aber ebenfalls, und es herrscht ein rauer Ton in der Szene, die absolut brutal ist. Billy Tully hat schon einiges einstecken müssen in seiner Vergangenheit. Aber nach jeder Niederlage hat er sich stets wieder aufgerappelt. Sie hoffen auf bessere Zeiten, und die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt. Das amerikanische Lebensgefühl jener Zeit kommt hier gut zum Ausdruck. Dem hat sich auch der Schreibstil angepasst, genau treffend und auch einfach zu lesen.

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    Gulans avatar
    Gulanvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Zerplatzte Träume, falsche Entscheidungen, hartes Leben im Kalifornien der 50er. Durchaus ansprechend, aber irgendwie fehlte mir der Biss.
    Kaliforniens Schattenseiten.

    Er spürte, dass sein Leben endgültig zum Stillstand gekommen war, und dass es nirgends einen Ausweg gab. Er drückt die Hand in den Rücken und richtete sich auf, und er betrachtete mit verschwommenem Blick die tief gebeugten Männer, die Zentimeter für Zentimeter durch die Reihen vorrückten, und er verstand, dass seine weiße Hautfarbe kein Vorteil mehr war. Sein Leben wurde mit all den anderen Existenzen auf einen Haufen geworfen, die Stunde um Stunde in der elenden Erde scharrten und in Knechtschaft verschwendet werden. (S.92)

    Kalifornien in den 1950ern: In einem Box-Gym treffen sich zufällig der junge Ernie Munger und der etwas ältere Billy Tully auf eine Runde Sparring. Tully hat früher selbst geboxt, ist nun raus aus dem Geschäft. Aber nach dieser Runde Sparring animiert Billy Ernie zu einer Karriere im Boxring. Und auch er selbst will es noch einmal wissen.

    Autor Leonard Gardner ist gebürtig aus Stockton, Kalifornien. Er ist erfolgreicher Autor von Drehbüchern und Kurzgeschichten. „Fat City“ erschien 1969 und ist sein erfolgreichster Roman. Er wurde 1972 von John Huston verfilmt. Gardner wird auf dem Klappentext zitiert: „Wenn jemand sagt, er geht jetzt nach „Fat City“, heißt das, er stürzt sich jetzt in das pralle Leben. Der Titel ist natürlich ironisch. „Fat City“ ist das bekloppte Ziel, das niemand je erreichen wird.“ Damit ist die Richtung des Romans vorgegeben.

    Es ist eine ziemlich pessimistische Working-Class-Geschichte, die Gardner erzählt. Billy Tully ist fast dreißig, aber schon ziemlich am Ende. Er war ein drittklassiger Boxer, hat sich aber verheizen lassen. Seine Ehe ist am Ende, er frönt dem Alkohol und reiht sich in die Schlangen der Tagelöhner ein, um über die Runden zu kommen. Tully beginnt eine chancenlosen Beziehung mit der komplizierten Oda. Auf der anderen Seite der Jungspund Ernie Munger. Ein Boxtalent, im Ring selbstbewusst, aber ansonsten noch unerfahren und unsicher. Seine erste Freundin Faye wird schwanger, es wird geheiratet. Kurzum: Ernie droht dieselben Fehler wie Tully zu begehen. Diese Männer machen sich natürlich etwas vor, insgeheim ahnen sie, dass sie es wohl kaum bis nach ganz oben schaffen werden.

    Ein melancholisches Buch über zerplatzte Träume, falsche Entscheidungen, ein hartes Leben. Der Sound ist durchaus stimmig und doch hat es bei mir nicht die ganz große Begeisterung ausgelöst. Es ist vielleicht etwas zu „glatt“ und vorhersehbar erzählt, irgendwie hat mir der letzte Biss, die letzte Konsequenz gefehlt. Trotzdem hat es mir ordentlich gefallen und wer mit dem Genre und Setting etwas anfangen kann, sollte das Buch mal selbst anlesen.

    Kommentare: 5
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    Lesebienchens avatar
    Lesebienchenvor einem Jahr
    "Fat City" von Leonard Gardner

    Wer auf diesen Roman nicht durch den Titel aufmerksam wird, wird    es auf jeden Fall durch das Cover. In knallorange gestaltet, prangt auf dem Buchdeckel ein Boxer in Angriffspose. Ein anbsoluter Hingucker, der auch mich zu diesem Roman geführt hat.

    Der Boxer auf dem Cover hält auch, was er verspricht, denn es geht in diesem Roman genau um diesen Sport. Zwei Protagonisten: Billy Tully, ein Exboxer, der es aber gerne noch einmal probieren möchte, und Ernie Munger, der mit 18 Jahren gerade am Beginn einer möglichen Karriere steht. Die Lebenswege dieser beiden Männer, die im Kalifornien der 50er Jahre versuchen, ihr Glück zu machen, beschreibt und verwebt Gardner miteinander.
    Doch das Kalifornieren dieser beiden Männer ist nicht das, was man sich gemeinhin unter diesem sonnendurchfluteten Surferparadies vorstellt. Im Gegenteil: es ist eine raue Gegend, in der es ums Überleben geht. Und genau diese trostlose, oft melancholische Stmosphäre fängt Gardner perfekt mit seiner lakonischen Sprache ein. Als Leser taucht man daher sehr schnell ein in die Welt beider Protagonisten ein, einer Welt, in der es wenig oder nur schlecht bezahlte Arbeit gibt und in der Alkohol zum Vergessen an der Tagesordnung ist.
    Garnder versteht es perfekt die raue, stets angrifsslustige Atmosphäre dieser Zeit und dieser beiden Männer einzufangen. Dabei erschwert sich  jedoch der Aufbau einer emotinalen Verbindung zu eben diesen Figuren, da der Stil des Romans wenig Raum für Gefühle und eingehende psychologische Einblicke in die Figuren gewährt. Dies ist sicherlich auch so gewollt, da Gardnders Thema das des Überlebens, des Nicht Aufgebens ist, das Lesen des Romans kommt dadurch aber nicht so recht in den Fluss, da die Charaktere dem Leser doch relativ fremd bleiben.
    Doch nichtsdestotrotz ist es eine Leseerfahrung, die ich nicht missen möchte, da es beeidnruckend zu sehen war, wie genau Garnder diese Welt der 50er Jahre einfängt.

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    DasBuchmonsters avatar
    DasBuchmonstervor einem Jahr
    ein schönes Klassiker Remake

    Inhalt: Das Remake des amerikanischen Klassikers neu übersetzt! Ein Roman über Manpower, den freien Willen, die Liebe und das Leben der Arbeiterklasse Kaliforniens. Billy Tully ist der Protagonist, 28 Jahre alt, und anscheinend schon zu alt für den großen Erfolg als Boxer. Macht nichts, solange sein Glas immer schön voll bleibt, hält er die Augen auf nach Talenten oder einem Wiedereinstieg. Melancholisch, schmutzig und befleckt wie das Leben selbst erzählt der Autor von der letzten Sehnsucht, von dem langen, harten und oftmals vergeblichem Weg zum Glück.  Schreibstil: Die Übersetzung ist sehr gut gelungen, das gute alte amerikanische Feeling kommt bereits nach den ersten Seiten auf. In einer einfachen Sprache gehalten und in Kombination mit einem Protagonisten, der nicht gerade eine weiße Weste trägt, jedoch in seinem Scheitern sympathisch ist, war es endlich ein Klassiker, der mich mitreißen konnte.  Protagonisten:  Billy Tully ist so schön befleckt und schlicht in seinem Charakter. Er hat in seinen jungen Jahren einiges erlebt und muss ein ziemlich großes Päckchen tragen, dennoch ist er für seinen Maßstab ein Kämpfer und gibt nicht auf, seinem Glück hinterher zu jagen. Manchmal auf eine versoffene und verschrobene Art und Weise, die ihn nur noch sympathischer macht. Billy ist so ein Typ alla harte Schale, weicher Kern, mit Hoffnungen, die eventuell nicht jedermanns Geschmack treffen, doch im Grunde das Aussagen, was alle möchten. Im Grunde möchte man okay sein, ohne sich große Sorgen zu machen.   Story:  Die Geschichte ist kurz und prägnant. Es geht um Aufstieg und Fall. Um das, was ein Mensch ertragen kann,  und das, was einen jede Hoffnung nehmen kann.   Fazit: Ein überraschend melancholisches Buch in einem faszinierendem Milieu. Der Autor schreibt über so viel mehr als nur den Werdegang eines gescheiterten Boxers. Das Buch ist durch und durch menschlich.  

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    BookHooks avatar
    BookHookvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine melancholische Milieustudie, die nicht durch Spannung, sondern durch einen schnörkellosen Erzählstil & authentische Charaktere besticht
    Träume sind Schäume - eine melancholische Milieustudie

    Meine Meinung:

    Leonard Gardner (* 03.11.1933) ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Drehbuchautor. Sein Debut-Roman „Fat City“ erschien 1969 und wird heute zu den modernen Klassikern der US-amerikanischen Literatur gezählt. 2017 wurde das Buch in einer neuen Übersetzung von Gregor Hens neu aufgelegt.

    Romane und Filme über Boxer sind ein amerikanisches Phänomen. So stupide, brutal und stumpf dieser Sport wirken kann, so gut eignet er sich doch zugleich, die Flüchtigkeit des Augenblicks aufzuzeigen und über genutzte und viel mehr vertane Chancen zu sinnieren. Autor Leonard Gardner schickt in seinem Roman Billy Tully auf die Jagd nach dem Amerikanischen Traum, der sich – auch mangels Alternativen – als Boxer einen großen Namen machen will. Doch bereits vor seinem 30. Geburtstag steht Tully vor dem Scherbenhaufen seines Lebens, das er in billigen Motel-Zimmern verbringt, mit Aushilfsjobs finanziert und im Alkohol ertränkt.

    Dieser Roman ist eine Milieustudie und ein Spiegel seiner Zeit in einem Amerika der 50´er Jahre, in denen viele Menschen einem Traum nachjagen, den sie doch nie erreichen werden. Mit einem schnörkellosen, stellenweise düsteren Schreibstil begleitet der Autor seinen Protagonisten und lässt seine Leser an diesem tristen und melancholischen Leben teilhaben. Hierbei erlebt man, wie flüchtig Momente sein und wie dicht Höhen und Tiefen beieinander liegen können.

    FAZIT:
    Eine melancholische Milieustudie, die nicht durch Spannung, sondern durch einen schnörkellosen Erzählstil und authentische Charaktere besticht.

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    Gelindes avatar
    Gelindevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine „Milieu-Studie“, die mich aber emotional nicht erreicht hat.
    Fat City

    Fat City, von Leonard Gardner
    Aus dem Amerikanischen von Gregor Hens

    Cover:
    Auffällige Farbe mit klaren Kontrasten, raffiniert gemacht das innere aufklappbare Faltblatt.

    Inhalt:
    Zwei Männer begegnen sich. Einer am Beginn einer möglichen Boxerkarriere, der anderen hat diese anscheinend zu früh beendet.
    Beide träumen von einer Profi-Karriere.
    Ist hier Platz für eine Liebe, für eine Familie und Kinder?
    Wie sieht der Absturz aus, wenn man mit einer Flasche Whiskey bei den Pennern in der Gosse landet?

    Meine Meinung:
    Durch ein Missverständnis habe ich dieses Buch zugeschickt bekommen, deswegen habe ich es jetzt gelesen.

    Dies ist so gar nicht meine Welt. Die harte, brutale ja „schäbige“ Umgangssprache schreckt mich eher ab. Auch ist Boxen etwas das ich überhaupt nicht verstehen kann und auch nie verstehen werde, deshalb fehlt mir einfach der Bezug und das Verständnis zu den Protagonisten.
    Hier wird eine harte und brutale Welt auf der harten Seite des Lebens und des Boxens ungeschönt, brutal und schonungslos beschrieben, einer Welt der ich überhaupt nichts abgewinnen kann.
    Auch außerhalb des Boxens ist dies eine harte Welt, an der Grenze des Existenzminimums. Es wird von der Hand in den Mund gelebt. Es geht ums Überleben (gesellschaftlicher Absturz), Sex und Alkohol, für mich sieht es so aus als ob es keine Perspektive gibt.
    Das Ganze hat mich auch emotional überhaupt nicht angesprochen, es klingt für mich wie ein Bericht, ich fühle mich nicht in oder mit der Geschichte.
    Auch wenn man seinen Horizont immer mal wieder erweitern sollte, möchte ich eigentlich ungern in meiner Freizeit davon lesen.

    Autor:
    Leonard Gardner ist in Kaliforniern geboren. 1972 wurde der Roman mit Jeff Bridges in der Hauptrolle von John Huston verfilmt.

    Übersetzer:
    Gregor Hens, geb. 1965 in Köln, lehrte zwei Jahrzehnte lang an verschiedenen amerikanischen Universitäten. Seit 2013 lebet er al freier Autor in Berlin.

    Mein Fazit:
    Auf jedenfall nicht mein Buch, aber nicht weil es schlecht geschrieben ist, sonder weil dies auf jedenfall nicht meine Welt ist, ich sie überhaupt nicht verstehen kann und sie mich auch abstößt.
    Es ist schwer für mich das Buch positiv oder neutral zu beurteilen, wenn ich die Handlung und die Charaktere rundum nicht verstehe und ablehne.
    Eine „Milieu-Studie“, die mich aber emotional nicht erreicht hat.
    Also von mir knappe und ganz wohlwollende 3 Sterne.

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    mona_lisas_laechelns avatar
    mona_lisas_laechelnvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Eine ehrliche und authentische Schilderung der Boxerszene im Kalifornien der 1950er Jahre.
    Ehrlich und authentsich

    Im Kalifornien der 1950er Jahre verspricht der Boxkampf mit Ruhm und Gewinn einen Ausweg aus dem tristen Alltag als Tagelöhner. Im Fokus stehen der junge Boxer Ernie, Tully, der seine Boxkarriere vorzeitig beendet und seine besten Jahre hinter sich hat sowie ihr Manager Ruben. Aus den Augen der drei Hauptfiguren kann der Leser die damalige Boxerszene miterleben und in die Welt der Akteure eintauchen. Dem Autor gelingt es dabei gekonnt, Einblicke in die Verhältnisse der damaligen Zeit zu gewähren und die Situation seiner Charaktere ehrlich und authentisch zu schildern. Die Charaktere und ihre Situation werden dabei nicht beschönigt, sie sind keine Helden und finden sich gefangen im Kampf mit sich selbst. Sie sehnen sich nach einem Ausweg aus ihrem harten Lebensalltag, der sich ihnen durch die Boxkämpfe präsentiert. Der Schreibstil ist dabei einfach gehalten und passt sich an die Alltagssprache der Figuren an, vor allem die Übersetzung erscheint gelungen und es gelingt, den amerikanischen Slang, (natürlich nur soweit möglich) ein Stück weit ins Deutsche zu übertragen. Das Buch hat keinen typischen Unterhaltungswert, überzeugt aber gerade durch seine Konzeption und Darstellung der damaligen Lebenssituation und den inneren Kämpfen der Boxer. Es wird meiner Meinung nach zurecht als Klassiker der amerikanischen Literatur gefeiert und ist für alle Klassiker-Fans definitiv eine Lektüre wert.

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    VroniMarss avatar
    VroniMarsvor einem Jahr
    Zwei Boxerleben ohne Glanz und Gloria

    Der Roman "Fat City" von Leonard Gardner stellt das Leben zweier Männer dar, die durch das Boxen ihren ärmlichen Verhältnissen entkommen wollen. Während der eine schon seine besten Tage hinter sich hat und es nochmal wissen will, steht der andere noch am Anfang seiner Karriere. 


    Ich verstehe das Werk als Milieustudie der regionalen Boxerszene in den 50er Jahren. Dabei hat die Wirklichkeit wenig mit heroischen Kämpfen zu tun. Vielmehr ist es eine grausame Welt. Das Buch fängt gekonnt die Stimmung zu dieser Zeit ein, genauso wie die Charaktere der Hauptprotagonisten. 


    Die sprachliche Gestaltung ist präzise und treffend, teilweise mit einem spitzen Unterton. Manche der Szenen fand ich sehr eindringlich und packend. Der Autor deutet vieles aber nur an und lässt somit viel Interpretationsspielraum. 


    Insgesamt hat mich das Buch angesprochen, aber nicht ganz gefesselt. Für mich ist es nicht ganz rund. 



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    Gespräche aus der Community zum Buch

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    aufbauverlags avatar

    Es gibt immer jemanden, der kämpfen will 


    Leonard Gardner hat mit seinem ersten und einzigen Roman gleich einen Klassiker der amerikanischen Literatur geschrieben. FAT CITY ist keine Heldengeschichte, sondern eine Verbeugung vor dem letzten Willen, der erst erwacht, wenn alle Hoffnung unter den Tisch getrunken ist. Eine Liebeserklärung an eine Zeit, in der man von der Hand in den Mund lebte. 
    Gregor Hens gelingt es mit seiner Neuübersetzung meisterhaft, dem Californian-Working-Class-Sound, dem trotzigen Humor und der feinen Melancholie eine deutsche Stimme zu geben.

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    Über Leonard Gardner
    Leonard Gardner ist in Stockton, Kalifornien geboren. Seine Erzählungen erschienen u. a. in The Paris Review, Esquire, Southwest Review. Nach seinem Durchbruch mit FAT CITY 1969 war er langjähriger Drehbuchschreiber in Hollywood. 1972 wurde der Roman mit Jeff Bridges in der Hauptrolle von John Huston verfilmt. Gardner lebt heute in Nordkalifornien. Vor kurzem eröffnete er das Lido-Box-Gym in Stockton.


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    Blausterns avatar
    Letzter Beitrag von  Blausternvor einem Jahr
    Hier ist meine Rezension: https://www.lovelybooks.de/autor/Leonard-Gardner/Fat-City-1360046334-w/rezension/1474189930/ Danke, dass ich das Buch lesen durfte. Ich stell die Rezi auch noch bei amazon rein.
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    dreamlady66s avatar
    Hallo liebe LovelyBooker!

    Irrtümlich bekam ich vom Aufbau Verlag ein Rezensionsexemplar zugeschickt, welches aber nicht "in mein Beuteschema" passt, daher biete ich es hier - im Nachgang zur kürzlichen Buchverlosung - an alle, die damals leer ausgingen, noch originalverpackt an.
    Eine zeitnahe Rezenion ist Pflicht.

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    Freue mich schon die diversen Antworten und hoffe einfach doch auf viele Bewerbungen :)

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