Leonardo Manco Driver for the Dead

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Inhaltsangabe zu „Driver for the Dead“ von Leonardo Manco

Alabaster Graves ist Fahrer –- er ist Fahrer für die Toten. Während seiner 20-jährigen beruflichen Tätigkeit in Bestattungsinstituten, Leichenschauhäusern und Instituten für Rechtsmedizin überall im Süden der USA hat er Hunderte von Leichen zu ihren letzten Ruhestätten chauffiert, wobei manche dieser Fahrten selbst alles andere als 'ruhig' verliefen. Graves ist nämlich kein normaler Leichenwagenfahrer, er ist Spezialist für die etwas 'ungewöhnlicheren' Aufträge. 'Ungewöhnlich' heißt oft auch 'gefährlich', und das bedeutet mehr Geld. Darunter fällt zum Beispiel der Transport der sterblichen Überreste des Voodoo-Priesters Mose Freeman. Mit Freemans temperamentvoller Enkeltochter als Beifahrerin muss Alabaster zunächst die Strecke von Shreveport nach New Orleans zurücklegen, um den Leichnam abzuholen. Doch Alabaster weiß nicht, dass er von einem Leichenräuber mit Namen Fallow verfolgt wird; ein Nekromant, der seine Kräfte aus den Körpern Verstorbener generiert… Für Fallow wäre die Leiche von Mose Freeman der ultimative Fang.

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  • Rezension zu "Driver for the Dead" von Leonardo Manco

    Driver for the Dead
    Mueli77

    Mueli77

    04. September 2012 um 19:51

    Alabaster Graves ist ein Fahrer. Doch Alabaster Graves ist kein normaler Fahrer. Er ist ein Fahrer für die Toten, der Fahrer eines Leichenwagens. Aber Alabasters Job geht noch ein bisschen weiter, denn er ist ein Fahrer für die besonderen Fälle. Im Auftrag des Beerdigungsinstitutes Delacroix in New Orleans, Louisiana fährt Alabaster Geister, Dämonen, Vampire, Werwölfe und vieles mehr um sie sicher zu ihrer letzten Ruhestätte zu begleiten. So ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass er für die Überführung des Heilers Moses Freeman angefordert wird. Der Job scheint lukrativ und anfangs auch ziemlich simpel zu sein. Selbst die Tatsache, dass Moses’ Enkeltochter ihn bei der Überführung begleiten soll, ist noch kein wirkliches Problem. Und das, obwohl Alabaster mit den Lebenden nicht so wirklich klarkommt. Das eigentliche Problem taucht erst auf, als ein untoter Nekromant Jagd auf die Körperteile begabter Medien macht. Darunter auch auf das Herz von Moses Freeman … Was erwartet man von einem Comic der in New Orleans spielt und von einem Leichenwagenfahrer handelt? Hoodoo? Hexen? Sklaven? Sümpfe? Magie? Untote? Alles was man so an Südstaatenklischees erwarten würde, also? Und was bekommt man als Käufer von Driver for the Dead? Genau das. Eingebettet in einer faszinierenden und manchmal unglaublichen Geschichte mit einfach atemberaubenden Bildern. Doch gehen wir es langsam an. Wenn man den Band durchblättert, fällt einem als Erstes die düstere Gestaltung auf. Nicht nur die Bilder an sich, sondern auch die Panels, welche schwarz umrandet sind. Dadurch gewinnen Licht- und Leuchteffekte innerhalb der Panels noch mehr an Relevanz. Dann die Bilder. Keine Tusche sondern gleich kolorierte Bleistiftzeichnungen. Dadurch verschwimmen die Kontraste ein wenig, was wiederum der Geschichte unglaublich gut tut. Die Figuren wirken sehr vertraut, was wohl auch daran liegt, dass sie prominenten Schauspielern ähnlich sehen. Moses Freeman sieht aus wie eine Mischung aus Sidney Poitier und Morgan Freeman. Alabaster Graves sieht ein wenig aus wie Keanu Reeves in Constantine nur cooler. Fast schon wie eine Mischung aus Keanu Reeves und Thomas Jane. Moses’ Enkeltochter Marissa hat ein wenig Ähnlichkeit mit Alicia Keys. Und das sind nicht die einzigen Beispiele. Es ist fast schon so, als hätten Autor und Zeichner für diese Geschichte schon Hintergedanken gehabt, was eine mögliche Verfilmung betrifft. Quentin Tarantino, Dan Aykroyd immer wieder tauchen bekannte Gesichter auf. Das hat natürlich den Vorteil es keine wirkliche Gewöhnung an die Figuren bedarf, da sie einem fast schon bekannt vorkommen. Auch die Gestik und Mimik ist an besagte Originale angelehnt. Doch dies ist nicht die einzige Sache die einem das „Einleben“ erleichtert. Die Geschichte ist flüssig und dynamisch geschrieben, ohne dabei gehetzt zu wirken. Alles baut wunderbar aufeinander auf und ergänzt sich gegenseitig. Schon nach wenigen Seiten versinkt man in einer fantastischen und teilweise fast schon tragischen Geschichte, die einen einfach nicht mehr loslässt, bevor man die letzte Seite passiert hat. Der Autor, John Heffernan, hat also meines Erachtens nach alles richtig gemacht, um mich als Leser in den Bann zu ziehen. Emotionale und einfühlsame Figuren, ein interessantes und faszinierendes Setting und das alles in einer mitreisenden Geschichte. Nicht unbeachtet lassen, sollte man hierbei auch die Arbeit des Zeichners Leonardo Manco. Denn mit seinen Bildern erweitert er die Spannung um eine zusätzliche Dimension, denn der ganze Band wirkt schon fast dreidimensional. Ich hatte immer wieder das Gefühl, in die Bilder hineingezogen zu werden. Alles schien so greifbar und real. Dies ist eine wirklich beachtliche Leistung, denn wenn ich ganz ehrlich bin, habe ich das bisher bei keinem anderen Comic so empfunden. Ich denke aber das dies auch an den bereits erwähnten Bleistiftzeichnungen liegt, welche sofort koloriert wurden, ohne dass sie vorher ein Tuscher die Linien nachgezogen hat. Dadurch gewinnen die Bilder eine unglaubliche Tiefe und Realität, die sich nur sehr schwer beschreiben lässt. Doch es gibt leider auch Negatives. Denn alles was Heffernan und Manco hier so grandios aufbauen, wird im letzten Viertel des Bandes fast wieder zerstört. Die Story wirkt plötzlich gehetzt, was eventuell auch an der Geschichte an sich liegt. Denn genauso wie Alabaster Graves nur noch wenig Zeit hat seine Aufgabe zu erledigen, so scheint auch der Autor unter Zeitdruck gestanden zu haben, oder aber es ist genau das was Heffernan mit diesem Kniff beim Leser erreichen will. Die letzten Seiten lassen dem Leser nämlich keine Verschnaufpause mehr. Sehr viele Ereignisse und Informationen prasseln hierbei auf den Leser ein. Ich persönlich empfand dies eher unangenehm als spannungsfördernd. FAZIT: Splitter präsentiert mit diesem Hardcover eine sehr gute Story, die jedoch meines Erachtens nach am Ende leicht verliert. Dennoch sind sowohl die Geschichte als auch die Zeichnungen weit über dem, was der amerikanische Mainstreammarkt zu bieten hat. Was den Band aber ebenfalls aufwertet, sind die wunderschönen Extras. Neben einer Galerie mit Coverentwürfen und Produktionsdesigns gibt es ein ausführliches Interview mit John Heffernan und Leonardo Manco sowie eine persönliche Musikplaylist, in der Leonardo Manco die 26 besten Songs auflistet, welche man beim Lesen von Driver for the Dead hören sollte. Insgesamt erwarten den Leser von Driver for the Dead eine spannende Geschichte, wunderbare Zeichnungen und einiges an aufwertenden Extras in einem sehr schön gestalteten Hardcover mit Schutzumschlag. Dieser Band ist eine ganz klare Kauf- und Leseempfehlung von mir.

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