Leonardo Sciascia

 3.7 Sterne bei 26 Bewertungen
Autor von Tag der Eule, Tote auf Bestellung und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Leonardo Sciascia

Leonardo Sciascia, geboren 1921 in Racalmuto/Sizilien, gestorben 1989 in Palermo, arbeitete nach seinem Studium der Literatur bis 1957 als Volksschullehrer. Sciascias vielfach preisgekrönte Romane wurdem zum Teil mit großem Erfolg verfilmt. Bei Zsolnay sind bisher erschienen: Schwarz auf schwarz (1988), Man schläft bei offenen Türen (1989), Der Ritter und der Tod. Ein einfacher Fall (1990), Das Gesetz des Schweigens (1998).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Leonardo Sciascia

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Cover des Buches Tag der Eule9783803141750

Tag der Eule

 (13)
Erschienen am 12.12.2014
Cover des Buches Der Ritter und der Tod.Ein einfacher Fall9783803127631

Der Ritter und der Tod.Ein einfacher Fall

 (1)
Erschienen am 23.09.2016
Cover des Buches Das weinfarbene Meer9783803113191

Das weinfarbene Meer

 (1)
Erschienen am 17.06.2016
Cover des Buches Der Zusammenhang9783803141767

Der Zusammenhang

 (1)
Erschienen am 12.12.2014
Cover des Buches Jedem das Seine9783803141743

Jedem das Seine

 (1)
Erschienen am 12.12.2014
Cover des Buches Mein Sizilien9783803111524

Mein Sizilien

 (1)
Erschienen am 18.08.2009
Cover des Buches Salz, Messer und Brot9783552052109

Salz, Messer und Brot

 (0)
Erschienen am 16.09.2002
Cover des Buches Das Gesetz des Schweigens9783552059368

Das Gesetz des Schweigens

 (0)
Erschienen am 17.12.2018

Neue Rezensionen zu Leonardo Sciascia

Neu

Rezension zu "Jedem das Seine" von Leonardo Sciascia

Wenn aus Drohbriefen ernst wird
aus-erlesenvor einem Jahr

Der 23. August 1964 hätte ein großer Feiertag für den Apotheker Manno und Doktor Roscio werden können. Bei der Jagd hatten sie elf Kaninchen, sechs Rebhühner und drei Hasen erlegt. Zu dumm nur, dass auch die beiden Schützen erlegt wurden. Von Weidmanns Dank keine Spur. Jetzt kommt so manchem die Geschichte von vor ein paar Tagen gar nicht mehr so unerheblich vor. Der Apotheker Manno bekam einen Drohbrief. Für das, was er getan hat, müsse er nun sterben. So was kommt immer mal vor, ein Scherz, so tat es der Apotheker ab. Schon der Postbote ahnte etwas von dem, was an diesem 23. August 1964 geschehen sollte.
Da die beiden Opfer – außerdem ist ein weiteres Opfer ist außerdem zu beklagen: ein Jagdhund des Apothekers – angesehene Personen des öffentlichen Lebens in dem kleinen sizilianischen Ort sind, und beide aus noch angeseheneren Familien stammen, rückt sofort die Polizei an. Doppelte Mannschaftsstärke, es darf auf keinen Fall irgendein Detail übersehen werden. Doch Maresciallo noch Carabinieri werden fündig. Überhaupt ist der gesamte Ort ziemlich schweigsam. Das kommt dem Lehrer Laurana seltsam ungewöhnlich vor. Er macht sich höchstpersönlich auf die Suche nach den Mördern – es müssen mindestens zwei gewesen sein. Denn wer begibt sich selbst in Gefahr, wenn er zwei versierte und mit geladener, zum Schuss bereiter Waffen tragende Jäger ermorden will? Ihm, dem Lehrer wird, schnell klar, dass hinter der ehrenwerten Fassade der beiden Jagdfreunde ein ordentlicher Haufen voller Hinterlist und Zwietracht liegt. Doch wie ermitteln ohne dabei Staub aufzuwirbeln?
Laurana zieht es in die Ferne. Zu den Verwandten, nicht seinen, sondern denen der Opfer. Auch die Zeitungsausschnitte, mit denen der Drohbrief verfasst wurde, sind für ihn von Belang. Als er wieder in den Ort, an den Ort des Verbrechens zurückkehrt, blickt er klarer in den Abgrund. Zu dumm nur, dass auch andere dieses Klarersehen erkennen… War alles nur ein Missverständnis oder doch ein klug ersonnener perfider Plan?
Leonardo Sciascia lässt die Puppen tanzen! Sie umgarnen den Leser mit ihrem Liebreiz und verschleiern ihm die Sicht. Nur der Geschichtslehrer lässt sich von den Ablenkungen nicht den Kopf verdrehen. Hier und da blitzen kleine wohl platzierte Hinweise auf. Das Offensichtliche lauert hinter elegant schwebenden Schleiern, die erst nach und nach sich liften, um das Ungewisse, doch Unvermeidliche ins Rampenlicht treten lassen. Mit fatalen Folgen!

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Rezension zu "Der Ritter und der Tod.Ein einfacher Fall" von Leonardo Sciascia

Eine symbolisch-satirische Erzählung
JulesBarroisvor 4 Jahren

Der Ritter und der Tod. Ein einfacher Fall - Leonardo Sciascia (Autor), Peter O. Chotjewitz (Übersetzer), 128 Seiten, 9,90 €, ISBN 978-3-8031-2763-1

 Eine italienische Geschichte: die Geschichte einer stillen Macht, drückend, bedrohlich, tödlich. Dieses Monster ist schwierig zu bekämpfen. Man braucht eine große Frustrationstoleranz und breite Schultern. Und die hat unsere Hauptfigur, ein Polizeikommissar, der uns nur vorgestellt wird mit dem Namen Vize, das sowohl Stellverstreter bedeutet, als die Andeutung von Sucht, Laster (vizio) enthält.

Der Vize untersucht den Mord an dem prominenten Anwalt Sandoz, einem Freund des einflussreichen Cesare Aurispa, Präsident der Industrievereinigung. Je länger die Untersuchung dauert umso überzeugter ist der Vize von der Schuld des Aurispa. Aber die Mauer der Selbstzufriedenheit ist undurchdringlich, und es scheint unmöglich, ihn zu überführen. Bis ein tragisches Ende den Fall abschließt.

Unser Protagonist wird von einer unheilbaren Krankheit verzehrt, er arbeitet aber trotz der körperlichen Schmerzen und verliert weder seinen Humor, noch seine Sensibilität und seine Intelligenz.

Der Vize hat die Reproduktion eines berühmten Stiches von Albrecht Dürer in seinem Büro hängen, Ritter, Tod und Teufel. Und das scheint mir eine Synthese des verborgenen Sinns dieser Geschichte zu sein. Vize ist wie der von Dürer porträtiert Ritter: zäh und mutig, ohne zu zögern geht er weiter seinen Weg, obwohl er das Böse (den Teufel) und auch das Ende (den Tod) kennt. die Größe des End-Adressierung (Tod) und Böse (der Teufel).

Auch in der kurzen Geschichte „Ein einfacher Fall“ stellt sich heraus, dass er eher kompliziert ist. Mord oder Selbstmord? Daraus entwickelt Sciascia eine breit gefächerte Handlung, in der sowohl die sizilianischen Behörden als auch der Mythos der sizilianischen Familie entzaubert werden.

Sciascia spielt mit den klassischen Zutaten eines Krimis: Mord, Opfer, Untersuchung, Hinweise, Zeugen, Verdächtige, Mörder und schließlich die Wendung. Mir scheint es aber besonders wichtig hier auf den psychologischen Unterton zu achten, den der Autor mit ungeheuren erzählerischen Fähigkeiten, in einer Sprache mit feiner Ironie und doppelter Bedeutung, von interpretierbaren Dialogen filigran durchbrochen, in Vollendung präsentiert, unterbrochen durch unterschiedliche Betrachtungen über die Menschen in einer modernen Gesellschaft

Sciascia Themen, wie in vielen seiner Veröffentlichungen, ist die Macht und ihre kriminellen Seiten, die Ungeschicklichkeit oder Korruption der Strafverfolgung, politische und geheime Finanzverflechtungen, die zivile und moralische Krise Italiens.

Lesen Sie dieses Buch, nicht nur wegen seiner klaren und brillanten Formulierungen, wegen seiner literarischen Qualitäten. Sondern auch und vor allem wegen seines prophetischen Charakters.

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Wagenbach Verlages

https://www.wagenbach.de/buecher/demnaechst-erscheinen/titel/1055--der-ritter-und-der-tod-ein-einfacher-fall.html

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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Rezension zu "Das weinfarbene Meer" von Leonardo Sciascia

Sizilien, misstrauisch gegen die Welt und gegen sich selbst
JulesBarroisvor 4 Jahren

Das weinfarbene Meer: Erzählungen - Leonardo Sciascia (Autor), Sigrid Vagt (Übersetzerin), 168 Seiten, Wagenbach, K (17. Juni 2016), 18 €, ISBN-13: 978-3803113191

 

"Das weinfarbene Meer" ist die zweite Sammlung von Kurzgeschichten, in denen Leonardo Sciascia sein Sizilien erzählt.

Dreizehn Kurzgeschichten aus und über Sizilien, geschrieben zwischen 1959 und 1972, die jeweils von einem anderen Charakter beherrscht sind. Sciascia scheut weder Ironie, die oft bitter ist, noch die Anklage.

Sciascia, ausgestattet mit einer subtilen Ironie, liefert eine kontinuierliche introspektive Analyse und eine sorgfältige Reflexion der Kräfte, die unsere Erde regieren. Oft sind sie krank oder korrupt. Oft auch nur mit einem offensichtlichen Gleichmut durchdrungen, mit dem sie auf Ereignisse und Veränderungen reagieren. Oft verstecken sie sich hinter dem Schweigen der Resignation. In der Erziehung gibt es keine Regeln, keine pädagogischen Gewohnheiten, aber es gibt den Glauben, dass es kein Problem im Leben gebe, dass nicht durch Zuneigung zu lösen sei.

Die Geschichten im Einzelnen. Umkehrbarkeit, eine Geschichte aus dem 19. Jahrhundert, in der es um Heirat, Liebe und der Rivalität zweier Ort geht. Die weite Reise – eine Geschichte über eine Gruppe von Verzweifelten, die alles verkauft haben, was sie hatten, gegen das trügerische Versprechen einer Schiffspassage nach Amerika. Das weinfarbene Meer – ein Ingenieur aus Vicenza, welterfahren, fährt mit dem Zug nach Gela in Sizilien in einem Abteil mit einer fünfköpfigen sizilianischen Familie. Die Prüfung – Ein Schweizer reist mit Auto und Fahrer in Sizilien übers Land um in Zusammenarbeit mit den Pfarrern Mädchen als Fabrikarbeiterinnen auszuwählen. Giufà – Eine märchenhafte Figur namens Giufà trödelt durch die Straßen, alterslos wie alle Trottel und richtet ein Unheil nach dem anderen an. Die Entfernung – Michele Trico, Kommunist findet seine Frau Filomena in der Kirche. Dort soll die Statue der hl. Filomena entfernt werden. Philologie – Zwei Mafioso diskutieren über die Bedeutung des Wortes Mafia. Gesellschaftsspiel – Eine Frau empfängt einen Unbekannten. Ihr ist er jedoch bekannt. Und eine spannende Unterhaltung entwickelt sich.  Eine Gewissensfrage – Einmal im Monat fährt der Anwalt Vaccagnino von Rom nach Maddà in Sizilien. Doch diesmal ist vieles anders. Apokryphen zum Fall Crowley – Notizen zu einer Untersuchung in der Mussolinizeit. Western auf sizilianisch - Zwischen Palermo und Trapani bricht ein Krieg zwischen den beiden lokalen Mafiabanden aus. Prozess wegen Gewaltverbrechen – Die Geschichte zweier Morde. Eufrosina – So etwas wie ein Muttermord. Um was ging es? Eigennutz oder Ehre?

13 Geschichten also, ironische, gewalttätige, zärtliche und spöttische Geschichten, in denen Leonardo Sciascia erstaunliche menschliche Wahrheiten zu Tage fördert.

Leonardo Sciascia erklärt alles, ohne zu erklären. Er erzählt. Und er führt seine Leser, insbesondere seine sizilianischen Landsleute zu bitteren Erkenntnissen und vielleicht zur Akzeptanz der Realität.

Lesen Sie diese Geschichtensammlung und lassen Sie sich mitreißen von dieser genialen Erzählkunst. Genießen Sie ... diese großen Geschichten und gute Lektüre.

 

Hier geht es direkt zum Buch auf der Seite des Klaus Wagenbach Verlages

https://www.wagenbach.de/buecher/titel/1041-das-weinfarbene-meer.html

Fragen Sie in Ihrer örtlichen Buchhandlung nach diesem Buch. Wenn Sie in meiner Gegend „Landkreis Merzig-Wadern“ leben, dann wenden Sie sich an die Rote Zora: http://www.rotezora.de

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