Leonhard Frank Die Jünger Jesu

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Inhaltsangabe zu „Die Jünger Jesu“ von Leonhard Frank

„Die Jünger Jesu“ sind eine Jugendbande, die im zerstörten
Würzburg im Keller einer Klosterkirche ihren geheimen
Treffpunkt hat. Sie nehmen von den Reichen – ein
Pfund Kaffee, ein paar Schuhe – und lassen das Diebesgut
heimlich den Bedürftigsten in der Stadt zukommen.
In parallelen Handlungssträngen erzählt Leonhard Frank
vom untergründig schwelenden Neonazismus im Nachkriegsdeutschland,
von der tragischen Liebe zwischen
einem deutschen Mädchen und einem amerikanischen
Soldaten und vom Schicksal der jüdischen Heimkehrerin
Ruth.
Leonhard Frank schreibt in seiner Autobiographie
„Links wo das Herz ist“:

„Michael (das ist L. Frank) sagte sich, als Schauplatz dieses
Romans, dessen Vorgänge und handelnde Personen
ausnahmslos frei erdacht werden mussten, könnte er jede
deutsche Stadt wählen. Er wählte das zerstörte Würzburg
als Schauplatz, weil er zu seiner Heimatstadt die stärkste
Gefühlsbeziehung hatte.“ (Quelle:'Fester Einband/26.06.2013')

Drei Handlungsstränge verschmelzen miteinander im Nachkriegs-Würzburg. Einfühlsam und eindrücklich geschrieben! Etwas für Sozialromantiker!

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  • Rezension zu "Die Jünger Jesu" von Leonhard Frank

    Die Jünger Jesu

    Die_Eule

    11. August 2011 um 21:37

    Die Rezension meines Vorgängers ist komplett richtig - nur hat sich bei mir beim Durchlesen die Befürchtung eingestellt, er könnte mit dieser Bewertung nicht ganz so viele Menschen dazu animieren, das Buch zu lesen, wie es ihm eigentlich zustehen würde. Deswegen eine kleine Erweiterung. Prinzipiell kann ich Nachkriegsliteratur nicht ausstehen. Dennoch: Würde man mich fragen, welche 10 Bücher ich auf eine einsame Insel mitnehmen würde - dieses Buch wäre mit Sicherheit darunter. Weil eine Inhaltsangabe ja bereits unten steht und ihr jetzt wisst, DASS Mr. Frank mich begeistert hat, beschränke ich mich einfach darauf, WOMIT er mich begeistert hat: 1) Der Stil: Leonhard Frank wird für gewöhnlich der neuen Sachlichkeit zurechnet. Wo andere, ähnlich schreibende Autoren aber durch diesen typischen Stil fade wirken können, wirkte "Die Jünger Jesu" auf mich derart, dass man es nur mit Hemingways Eisberg-Theorie beschreiben kann: Müsste ich den Stil mit einem Wort beschreiben, wäre das: Lakonik. Mit äußerst wenigen, gezielten Pinselstrichen zeichnet Frank lebendigst-mögliche Charaktere, jede Situation umreißt er knapp und treffsicher, ohne dabei wirklich auf die den Situationen inhärente Dramatik einzugehen (und es ist ein tiefdramatisches Werk). Aber gerade durch dieses lakonische Übergehen wird das Buch wirkmächtig: Nicht der Erzähler ist betroffen und nicht die Figuren: Der Leser ist es, der erst die Situation in ihrer vollen Bedeutung, in ihrem tiefen Ernst erfassen muss und auch erfasst. Und 2) Der Reichtum des Buches. Damit meine ich mehrere Dinge. Zunächst: Wie mein Vor-Rezensent bereits bemerkte, die Geschichte spielt in der Nachkriegszeit, die Protagonisten sind eine Art Nachkriegs-Robin Hoods. Diese Nachkriegs-Robin Hoods werden aber erst deswegen "notwendig", weil tatsächlich allüberall die Armut herrscht; die Menschen haben nichts mehr: Nichts zu Essen, keine Kleidung, keine Hoffnung, nichts. Und recht eigentlich sind nicht die Ereignisse rund um die Jünger Jesu Thema, sondern die Armut; und in der Eindringlichkeit der Schilderung dieses Mangels liegt der Reichtum des Buches: Denn im Lesen wird auf einmal der Leser wieder sehend und es wird ihm offenbar, wie wunderbar und wichtig doch das alles ist, was wir heute für selbstverständlich nehmen. Und dann: Der Geschichten-Reichtum. Leonhard Frank entfaltet nämlich in diesem vergleichsweise dünnen Buch (ca. 180 Seiten in meiner Einzel-, 200 Seiten in meiner Gesamtausgabe) das Panorama einer ganzen Epoche am Paradigma einiger weniger Figuren um den Zirkel der Jünger Jesu - dieser Frau helfen sie aus mit Kaffee, jener ist der Vater des einen Jungen, der andere dessen Diskussionspartner, dieser hier ist Offizier der amerikanischen Besatzer und jene seine Geliebte - und all diese und viele mehr erstehen im Lesen zum neuen Leben und lassen den Leser teilhaben an ihrer Lebenswirklichkeit. 3) Gerade diese Kombination aus Knappheit und Fülle, aus Kürze und Komplexität machen aus den "Jüngern Jesu" eine unheimlich kurzweilige Lektüre, die man gar nicht aus der Hand legen will. Entweder also wird das Buch dem Leser einen wundervollen Lese-Tag bescheren oder eine ganze Nacht rauben (und deswegen empfehle ich, es des Morgens zu beginnen :-) ). 4) Zuletzt: Ich studiere Deutsch auf Lehramt, und so langsam gewöhne ich mir an, potentielle Schullektüren auch auf ihren pädagogischen Wert hin zu lesen. Mindestens einmal Nachkriegsliteratur steht auf dem Lehrplan (dem bayerischen zu meiner Schulzeit zumindest), und gerade wegen den obigen Eigenschaften kann ich mir beim besten Willen kein besseres Buch für dieses Themengebiet vorstellen. Lesen!

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  • Rezension zu "Die Jünger Jesu" von Leonhard Frank

    Die Jünger Jesu

    HomersEvil

    29. April 2009 um 22:43

    Leonhard Franks Roman führt den Leser unmittelbar in das, durch den 2. Weltkrieg, zerstörte Würzburg. Ein Jahr nach Kriegsende steht die Stadt unter amerikanischer Besatzung und die Bewohner kämpfen um das alltägliche Überleben im übrig gebliebenen Chaos. Im Roman werden drei eng miteinander verwobene Handlungslinien verfolgt. Zum einen erzählt Frank von den Abenteuern einer Jugendbande – den Jüngern Jesu, die sich zum Ziel gesetzt hat, von den Reichen und Wohlhabenden zu stehlen, um es den Ärmsten der Armen ihrer Stadt zukommen zu lassen. Zum anderen werden die Geschichten zweier ehemaliger Freundinnen, Johanna und Ruth, die durch den Krieg getrennt wurden und sich nun nach langer Zeit wieder sehen, erzählt. Johanna die, nachdem sie Haus und Familie verloren hat, nun in ärmlichsten Verhältnissen lebt, verliebt sich in einen amerikanischen Soldaten. Ruth hingegen ist Jüdin, ihre Eltern wurden von Nazis ermordet, sie selbst kam als siebzehnjährige in ein Bordell für deutsche Soldaten in Warschau. Schließlich kehrt Ruth als zerstörtes und jeglichem menschlichem Gefühl beraubtes Individuum in ihre Heimat zurück. . Leonhard Frank schrieb diesen Roman 1947 im amerikanischen Exil. Obwohl er nicht selbst vor Ort war, schildert Frank doch auf eine sehr anschauliche und eindringliche Weise die Not und Sorge, als auch die Versuche der Menschen, sich mit der neuen Situation im Deutschland der Nachkriegszeit zu arrangieren. In seinem Werk kommt auch die Kritik am vorhersehbaren und schließlich auch auf breiter bürgerlicher Front geduldeten Nationalismus in keiner Weise zu kurz.

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