Leonhard Koppelmann

 4,6 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf

Leonhard Koppelmann, geboren 1970 in Aachen, führte 1996 zum ersten Mal bei einem eigenen Hörspiel Regie. Seitdem arbeitet er als freier Hörspielautor und als Theater- und Hörspielregisseur. So sind inzwischen unter seiner Regie über 200 Hörspiele entstanden, z. B. »Maria, ihm schmeckt’s nicht« sowie »Drachensaat« von Jan Weiler, »Homo Faber« von Max Frisch, »Baudolino« von Umberto Eco, »Der unbekannte Kosmos des Alexander von Humboldt« und – hochgelobt – »Wassermusik« von T. C. Boyle sowie »Doktor Faustus« von Thomas Mann, die alle im Hörverlag erschienen sind. In seinen Inszenierungen stehen vor allem die Schauspieler und Schauspielerinnen im Mittelpunkt, mit ihnen arbeitet er intensiv die individuellen Qualitäten der verschiedenen Autoren und Autorinnen aus. So entstehen äußerst vielfältige und höchst verschiedenartige Produktionen unter seiner Regie.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Leonhard Koppelmann

Neue Rezensionen zu Leonhard Koppelmann

Tolles Rätselbuch zur Hörspielserie

Meine Meinung:

Als Fan der modernen Hörspielreihe war ich besonders gespannt auf das Rätselbuch „Das Lächeln im Spiegel“ – und wurde nicht enttäuscht.

Die Story ist spannend aufgebaut und führt durch einen Fall, in dem mehrere Charaktere auftauchen, die allesamt verdächtig wirken. Genau das macht den Reiz aus: Man weiß nie, wem man trauen kann, und fühlt sich ganz wie Sherlock und Watson mitten in der Ermittlung.

Die Rätsel sind angenehm ausbalanciert: nicht zu leicht, sodass man wirklich mitdenken muss, aber auch nicht frustrierend schwer. Dadurch bleibt die Motivation bis zum Schluss hoch – perfekt für gemütliche Abende oder auch mal in kleiner Runde mit Freunden.

Besonders hervorzuheben sind die Illustrationen, die die Atmosphäre wunderbar einfangen und das Buch nicht nur inhaltlich, sondern auch optisch zu einem Erlebnis machen.

Ein echtes Highlight sind die Hörspielelemente: Über Audiodateien mit den Originalsprechern der Serie bekommt man zusätzliche Hinweise und vertieft noch stärker das Gefühl, Teil der Sherlock-&-Watson-Welt zu sein. Diese Kombination aus Buch und Hörspiel ist außergewöhnlich gelungen.


Das Fazit:

Ein kreatives Rätselbuch, das die spannende Atmosphäre der Hörspielreihe perfekt ergänzt. Für Fans von Sherlock Holmes, für Rätselfreunde und alle, die interaktive Geschichten lieben, ist „Das Lächeln im Spiegel“ eine klare Empfehlung.

Die zwei Leben des Massenmörders...

DIE ZWEI LEBEN DES MASSENMÖRDERS...

Investigative Recherche, die enthüllt, Geschichtsjournalismus, der den Schrecken der Vergangenheit in die Gegenwart holt: Der Journalist Peter F. Müller hat sich auf die Spuren des brutalen Nazi-Schergen und umtriebigen Nachkriegskarrieristen Klaus Barbie begeben, der als »Schlächter von Lyon« in die Geschichtsbücher einging. In bisher unveröffentlichten O-Ton-Aufnahmen plaudert der Massenmörder unbeschwert über seine Gräueltaten und seine erstaunliche Karriere nach der NS-Zeit. Auf faszinierende und beklemmende Weise gibt das Doku-Drama Auskunft über eines der dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte.

Klaus Barbie war mir auch vor dieser Dokumentation ein Begriff. Natürlich. Der 'Schlächter von Lyon', einer der meistgesuchten NS-Kriegsverbrecher, der, wie so viele andere auch, über die Rattenlinie nach Südamerika entkam. Punkt. Tatsächlich endete mein Wissen da.

Nun, nach Anhören der Dokumentation, ist mir deutlich, dass sich ein Mensch kaum ändert, nur weil er sich plötzlich einer komplett veränderten Realität gegenübersieht. Der Mensch Klaus Barbie nach der Flucht bleibt machtbesessen, skrupellos, uneinsichtig. Und weil es Geheimdiensten, Landesregierungen, Politikern und einflussreichen Geschäftsleuten gut in den Kram passte, erhielt Barbie auch stets die notwendige Protektion.

Der US-amerikanische CIC beispielsweise - der Vorläufer des CSI - nutzte Barbies Wissen und seine Verbindungen nur zu gern, und als es für ihn in Deutschland tatsächlich zu heikel wurde und Frankreich auf seiner Inhaftierung und Auslieferung bestand aufgrund der von ihm verübten unfassbaren Kriegsverbrechen, sorgte eben dieser CIC mit Unterstützung des Vatikan dafür, dass Barbie nach Südamerika entkam.

Über Peru ging es nach Bolivien, wo er die Militärs in dem von ihm perfektionierten Waterboarding und anderen Foltermethoden unterrichtete, lebhafte Verbindungen zum BND unterhielt, v.a. in Angelegenheiten von Waffenlieferungen, und maßgeblich an der Verfolgung und Ermordung des Rebellenführers Che Guevara beteiligt war.


"Alles nur, weil man SS-Mann war."


Obwohl Barbie, der ab 1951 unter dem Namen Klaus Altmann in Bolivien lebte, bereits Anfang der 70er Jahre enttarnt wurde, wurde er erst nach einem Regierungswechsel in Bolivien 1983 festgenommen. Helmut Kohl verhinderte eine Auslieferung an Deutschland, um so kurz vor den Wahlen die Schulddebatte von Kriegsverbrechern nicht wieder aufkommen zu lassen. Stattdessen beantragte schließlich Frankreich die Auslieferung Barbies, wo er vor Gericht gestellt und 1987 schließlich zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. 1991 starb er mit fast 78 Jahren im Gefängnis von Lyon.

Diese Dokumentation ist sehr lebendig und authentisch gestaltet, wobei Auszüge aus den Memoiren Klaus Barbies zitiert werden, die er im Gefängnis von Lyon schrieb (allerdings unter Auslassung diverser 'Details' aus seinem Leben in Bolivien, z.B. hinsichtlich seiner hervorragenden Kontakte zu und Geschäften mit den Drogenbaronen). Originalton-Aufnahmen von Klaus Barbie fließen hier ebenso ein wie die Versuche einzelner engagierter Personen, diesen Kriegsverbrecher endlich dingfest zu machen. Den Behauptungen und Bewertungen Klaus Barbies werden in nüchternem Ton die objektiven Tatsachen gegenübergestellt, die zu seinen persönlichen Ansichten nur zu oft eklatant im Widerspruch stehen.

Ein Unbelehrbarer also? Ganz bestimmt. Fast noch erschreckender allerdings finde ich das Netz aus Politik, Geldmacht und Geheimdiensten, die solchem Verhalten noch den Boden bereiten und dies auch noch honorieren. Und es wäre wohl blauäugig anzunehmen, dass dies heutzutage anders ist. Der ein oder andere bekannte Staatspräsident mag hierfür als Beweis genügen... Dies aber nur mal so am Rande.

Alles in allem jedenfalls eine empfehlenswerte Dokumentation!


© Parden

Cover des Buches Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen (ISBN: 9783862316663)
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Rezension zu "Klaus Barbie. Begegnung mit dem Bösen" von Leonhard Koppelmann

Pongokater
Die Mörder waren mitten unter uns

Die allermeisten Mörder sind nicht mehr unter uns. Aber erst jetzt werden die allerletzten überlebenden Mörder aus dem Kreis der NS-Täter als Mörder bestraft. Wie sehr die USA, der Vatikan und die Adenauer-Regierung in den Schutz mancher Mörder verstrickt waren, zeigt diese Hördokumentation über den Schlächter von Lyon, Klaus Barbie. Barbie hört man hier im Original und nachgesprochen sowie umrahmt von Kommentaren. Mit großer Sensibilität zeigen die Macher der Doku die Abgründe eines Unverbesserlichen.

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