Leonid Zypkin

 3.9 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor von Ein Sommer in Baden-Baden, Ein Sommer in Baden-Baden und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Leonid Zypkin

Leonid Tsypkin wurde 1926 als Sohn russisch-jüdischer Eltern in Minsk geboren. Nur knapp überlebte er den stalinistischen Schrecken der dreissiger Jahre und die deutschen Angriffe auf die Sowjetunion im Zweiten Weltkrieg. Er studierte Medizin und arbeitete als Pathologe in Moskau. Sein literarisches Werk, das zu seinen Lebzeiten unveröffentlicht blieb, umfasst neben Ein Sommer in Baden- Baden kürzere Erzählungen, Lyrik sowie die autobiographischen Novellen Die Brücke über den Neroch (demnächst als Hörbuch) und Norartakir. Zypkin starb 1982 kurz bevor sein Roman, der in seiner Heimat nicht erscheinen konnte, in den USA veröffentlicht wurde.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Leonid Zypkin

Cover des Buches Ein Sommer in Baden-Baden (ISBN: 9783351034610)

Ein Sommer in Baden-Baden

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Erschienen am 10.03.2020
Cover des Buches Ein Sommer in Baden-Baden (ISBN: 9783833305139)

Ein Sommer in Baden-Baden

 (7)
Erschienen am 23.11.2007
Cover des Buches Die Brücke über den Fluss (ISBN: 9783351034603)

Die Brücke über den Fluss

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Erschienen am 10.03.2020
Cover des Buches Ein Sommer in Baden Baden (ISBN: 9783905808186)

Ein Sommer in Baden Baden

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Erschienen am 01.09.2009
Cover des Buches Ein Sommer in Baden-Baden (ISBN: 9783906935430)

Ein Sommer in Baden-Baden

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Erschienen am 01.07.2020
Cover des Buches Ein Sommer in Baden-Baden (ISBN: 9783906935423)

Ein Sommer in Baden-Baden

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Erschienen am 01.07.2020

Neue Rezensionen zu Leonid Zypkin

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Rezension zu "Ein Sommer in Baden-Baden" von Leonid Zypkin

Eine verwunderte Verbeugung von Dostojewski
Pongokatervor 3 Monaten

Anders als der Titel sagt, handelt der Roman nicht nur von Dostojewskis Zeit in Baden-Baden. Er handelt überhaupt nicht nur von Dostojewski, sondern auch vom Erzähler/Autor und seinem Leben im Repressionssystem der Sowjetunion sowie seinen Forschungen zu Dostojewski. Über Dostojewski erfährt man vor allem seine wahnhaften Züge, nicht nur beim Glücksspiel, sondern auch in der Beziehung zu seiner Frau und generell zu den Menschen. Überhaupt wird im Laufe des Romans immer deutlicher, dass der Autor sich selber über seine eigene Dostojewski-Faszination wundert, zumal er Jude  und Dostojewskis nachgewiesener Antisemit ist. Geschildet wird all das in endlos langen Sätzen, die oft bruchlos von Dostojewskis Baden-Badener Zeit zu anderen Lebensphasen und schließlich zum Leben des Erzählers wechseln. Keine leichte, aber eine lohnende Lektüre.

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Rezension zu "Ein Sommer in Baden-Baden" von Leonid Zypkin

Das Ehepaar Dostojewski zwischen Hingabe, Geldnot und Spielsucht
Buecherwurm1973vor 3 Monaten

Der ICH-Erzähler, ich nehme es ist der der Autor, wandelt auf den Spuren von Dostojewski und fährt mit dem Zug nach Leningrad. Seine Lektüre ist das Tagebuch von Anna Grigorjewna, die zweite Ehefrau von Fjodor Dostojewski. Er fantasiert, wie wohl die Reise vom Ehepaar Dostojewski nach Baden-Baden abgelaufen sein könnte. Der verschuldete Schriftsteller erhofft sich, in Baden-Baden das Geld für die Begleichung seiner Rückstände im Kasino erspielen zu können. Dabei skizziert er eine Ehe zwischen Hingabe (wunderschöne Umschreibung vom Sex), dem Leidensdruck wegen Geldnöten und der Spielsucht von Dostojewski. 


Allerdings ist das Buch nicht einfach zu lesen.  Leonid Zypkin schreibt in ellenlangen, verschachtelten Sätzen. Absätze schien er nicht zu kennen. Das ermüdete mich relativ schnell. Das heisst, ich habe niemals so lange gelesen wie üblich. Nahtlos wechselt er zwischen seinen Träumen und der Reisebeschreibung. Das erfordert insofern Geduld, in dem man eventuell einige Sätze vorher nochmals lesen muss, um den Übergang zu erwischen. 


Leonid Zypkin arbeitete als Pathologe. Seinen Doktortitel verlor er allerdings, nach dem sein Sohn in die USA ausgewandert ist. Ihm selber wurde nie ein Ausreisevisum genehmigt. Dieser Roman entstand Ende der 70er Jahre. Für diesen Roman hat intensive Recherche betrieben. Susan Sontag findet den Roman Anfang der Neunziger in einer Ramschkiste eines Londoner Buchladens und das sie den Roman "zu den schönsten, anregendsten und originellsten literarischen Werken des vergangenen Jahrhunderts zählen würde."

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Rezension zu "Ein Sommer in Baden-Baden" von Leonid Zypkin

Literatur der Extra Klasse
friederickesblogvor 6 Monaten

Die Geschichte:

Es beginnt mit der Entdeckung des Romans Leonid Zypkin, der 1926 in Minsk geboren wurde und als Mediziner arbeitete. Er hatte alle schrecklichen Zeiten in Russland, in denen es seine Art Bücher nicht geben durfte und den Krieg überlebt, und war, nachdem sein Sohn mit seiner Frau Russland verlassen hatte, Schikanen ausgesetzt. Zypkin schrieb immer in seiner Freizeit. Sein einziger Roman wurde dann nach Amerika geschmuggelt und dort wenige Tage vor seinem Tod in einer Zeitung veröffentlicht. 

 

Meine Meinung:

Dieses Buch ist ein literarisches Highlight, etwas ganz Besonderes. Das Vorwort von Susan Sontag erklärt, wie es zu diesem Buch kam. Anfänglich war ich etwas irritiert und dachte, es ist wohl ein kompliziertes Buch. Aber mitnichten. Ich wurde in dieses Schätzchen hineingezogen von der ersten bis zur letzten Seite.

Die Geschichte beginnt mit einer Zugreise von Moskau nach Leningrad, in der die Erzählung zwischen realen und fiktiven Geschehnissen hin und her wechselt. Seine Reisebegleitung war das Tagebuch von Anna Grigorjewna, der Frau von Fjodor Dostojewski, die mit ihrem Mann zusammen 1856 in die Sommerfrische nach Baden-Baden reiste, um sich den Gläubigern zu entziehen. Zypkin erweiterte seine Geschichte rund um das Leben des Ehepaares und vermittelt uns alle Schauplätze sehr lebhaft, auch wenn sie von ihm nicht immer ganz korrekt wiedergegeben wurden.

Zunächst glaubte ich während des Lesens, dass die Vermischung der eigenen Reise von Zypkin auf der ersten Ebene, mit der Geschichte der zweiten Ebene, dargeboten durch einen Erzähler, rund um das Leben seines literarischen Idols Dostojewskis und seine Frau Anna, verwirrend sein könnte. Waren die Perspektivwechsel doch sehr fließend. Aber nein, es war das reinste Vergnügen, in diese Sprache hineinzuleiten und an der Reise teilzunehmen. Gewöhnungsbedürftig waren anfangs allerdings die ellenlangen Bandwurmsätze, die im E-Book gut und gern 1-2 Seiten lang sein konnten, aber dennoch die Geschichte lebendig werden ließen. 

So oft schon, habe ich vor der Gedenktafel, Bäderstraße 2 in Baden-Baden gestanden, indem Fjodor Dostojewski gewohnt und geschrieben hat und auch seiner Spielsucht nachgegangen ist. Ich kannte aus einem Stadtführer das Leben des Ehepaares in der Kurstadt, und es war mir, als würde ich einen alten Bekannten wieder treffen. Es ist kein Sommerroman und kein Roman, den man nur mal so weg lesen kann. Es braucht Ruhe und Zeit, um den Genuss erfühlen zu können. 

Ein Buch, das Lust auf mehr macht und in jedes Bücherregal gehört. 

Heidelinde von „friederickes bücherblog“

 

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