Leonie Biallas

 4.1 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von "Komm, Frau, raboti", Die Puppenfrau und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Leonie Biallas

Leonie Biallas 1930 in Breslau geboren, zwei Kinder und verheiratet, zwei Enkelinnen. Lebt in Hürth bei Köln seit 1971.

Alle Bücher von Leonie Biallas

"Komm, Frau, raboti"

"Komm, Frau, raboti"

 (3)
Erschienen am 22.09.2010
Die Puppenfrau

Die Puppenfrau

 (2)
Erschienen am 14.10.2009
"Komm, Frau, raboti!": Ich war Kriegsbeute

"Komm, Frau, raboti!": Ich war Kriegsbeute

 (1)
Erschienen am 03.10.2011
Und immer wieder Quakenbrück

Und immer wieder Quakenbrück

 (0)
Erschienen am 11.11.2014

Neue Rezensionen zu Leonie Biallas

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Rezension zu "Die Puppenfrau" von Leonie Biallas

Ohne bleibende Erinnerung
Rebel_Heartvor 3 Jahren

Kathrin wächst trotz der Kriegszeit als verwöhntes Kind auf, kann sich, trotz der Umstände, wirklich nicht darüber beschweren, dass sie eine schwere Kindheit hatte. Kurz vor ihrem Abitur lernt sie einen Marineoffizier kennen, welcher ihr Ehemann wird.
Seine Eifersucht macht ihr jedoch bald das Leben schwer. Während ihrer ganzen gemeinsamen Jahre ihrer Ehe gibt sie sich fast vollständig auf und stimmt schließlich sogar noch zu, als er ihr an seinem Sterbebett den Schwur abnimmt, nie wieder einem anderen Mann zu gehören.
Aber kann Kathrin ist das überhaupt? Immerhin ist sie erst 47 und hat noch einen Großteil ihres Lebens vor sich.
Schon bald stellt sie fest, dass die Einhaltung ihres Schwur einfaches ist getan, was im Grunde nicht nur ihr Leben auf den Kopf steht.
Ich muss durchaus sagen, dass ich mit dem Schreibstil der Autorin wirklich gut zurecht gekommen bin. Was mir.. sagen wir ein wenig schwerer gefallen ist, war die ganze Sichtweise der Gesichte. Bis zu dem Moment an dem Der Ehemann Kathrins auf dem Sterbebett um diesen Schwur bittet, konnte ich ihre Handlungsweisen eigentlich sogar irgendwie nachvollziehen.
Sie liebt ihren Mann und dennoch machen ihre Eifersuchtsszenen ihr nicht nur einmal das Leben zur Hölle.
Dadurch, dass sie keine eigenen Kinder bekommen können, erwägen sie die Möglichkeit der Adoption, was ihr Leben zwar ändert, aber dennoch nicht die Eifersucht wieder ausschalten kann, erst recht nicht, als Kathrin den Wunsch ändert, wieder arbeiten gehen zu wollen.
Bei seinem Tod nimmt sie ihm diesen Schwur ab und steht dennoch vor den Scherben ihres Lebens? Kann
sie wirklich einsam und alleine leben? Kann sie wirklich weiterleben, als wäre ihr Mann noch immer present?

Kathrin war für mich eine Persönlichkeit, welche erst nach dem Tod ihres Mannes eine wahre Persönlichkeitsentwicklung durchmacht. Ich möchte nicht zu sehr darauf eingehen, aber mir persönlich hatte diese Wandlung nicht gefallen und teilweise kam sie auch echt viel zu plötzlich.
Ich konnte danach manche ihrer Handlungsweisen einfach nicht mehr nachvollziehen und auch, wenn sie endlich lernt, ihr Leben zu Leben, das zu tun, worauf sie Lust hat, war es mir an manchen Stellen einfach ein bisschen.. naja, zu übertrieben plötzlich.

Alles in allem, war es trotz, dass mir der 2. Teil nicht ganz so gut gesagt hat, ein Buch, welches man gut für zwischendurch lesen kann, welches aber zumindest bei mir selbst - und das ist wieder mal meine persönliche Meinung - keine bleibende Erinnerung hinterlassen hat.

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Rezension zu "Die Puppenfrau" von Leonie Biallas

Rezension zu "Die Puppenfrau" von Leonie Biallas
Sophia!vor 7 Jahren

Die Schrecken des Krieges, eine große Liebe und ein bitterer Verlust ...
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„Er streichelt meine Hand. Zart und liebevoll. Er küsst sie mit fieberheißen Lippen und schaut mich eindringlich an. (...) „Erfülle mir den Wunsch, den letzten. Schwöre, dass du keinem anderen Mann gehören wirst, bis an dein Ende.“"
Mit diesen Worten beginnt Leonie Biallas spannende Erzählung, die die wahren Lebensgeschichte einer mutigen, außergewöhnlichen Frau wiedergibt.
Kathrin stammt aus einer wohlhabenden Familie und verbringt dennoch keine unbeschwerte, sorgenfreie Jugend. Denn inmitten des Krieges wird sie Zeugin unvorstellbarer Zerstörung und erlebt ständig ungeahnte Ausnahmesituationen, wie etwa die zahlreichen Nächte in speziellen Luftschutzkellern. Obwohl sie in der deutschen Hauptstadt lebt, bleibt ihre Familie glücklicherweise vom Krieg und auch vom Chaos danach relativ unberührt. In dieser Zeit lernt die junge Frau, ihren zukünftigen Mann Johannes kennen, der viel älter ist als Kathrin und aus erster Ehe sogar schon eine Tochter hat. Nie mehr wollte er einer Frau vertrauen, da er in seiner Beziehung zu sehr verletzt wurde. Eine Tatsache, mit der Kathrin in späteren Jahren sehr zu kämpfen haben wird. Aber Johannes ist von dem jungen Mädchen derart begeistert, dass er seine Prinzipien schnell vergisst und eine Partnerschaft mit ihr eingeht. Kathrin ihrerseits ist ebenfalls begeistert von dem jungen Mann, sodass eine Hochzeit relativ bald beschlossene Sache ist. Nun steht Kathrins Leben eine drastische Änderung bevor.
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Sie zieht von der Großstadt in ein idyllisches, bayrisches Dorf zu Johannes Eltern und muss nun Arbeiten verrichten, die sie bisher nicht kannte. Zusätzlich kommt der Besitzanspruch ihres Mannes ans Licht, der es ihr unmöglich macht, mit anderen Männern zu tanzen, Nachbarn zu treffen oder aber auch ohne ihn mit einer Freundin einen Nachmittag zu verbringen. Kathrin, die ihren Mann bedingungslos liebt, fügt sich seinen Wünschen vollkommen. Niemals gibt es einen Streit in ihrer Beziehung, weswegen die beiden von allen Außenstehenden bewundert werden. Johannes ist aber auch ständig darum bemüht, alle Wünsche seiner Püppi, wie er Kathrin liebevoll nennt, zu erfüllen. Nachdem den beiden keine Kinder geschenkt wurden, fällt der Entschluss zur Adoption. Zudem erlaubt es Johannes nach einiger Zeit, dass seine Frau arbeiten darf und erfüllt ihr somit einen weiteren Wunsch. Kathrin lernt mit den Eigenheiten ihres Mannes umzugehen und gibt sich ihm völlig hin. Sie führt ein geregeltes Leben und denkt nicht viel über ihre eigene Existenz nach, bis zu dem Tag, als Johannes plötzlich stirbt und sie durch den Verlust vor der völligen Verzweiflung und Selbstaufgabe steht.
Wird sie nun das Versprechen an ihren sterbenden Mann halten und ein Leben in totaler Einsamkeit leben können? Oder kommt es vielmehr zu einer ungeahnten Wende?
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Leonie Biallas beschreibt sehr eindrucksvoll das Leben ihrer Protagonistin und spielt dabei mit verschiedenen Erzählperspektiven. Der Text ist angenehm lesbar und gegliedert in ein Leben vor und nach diesem Versprechen am Sterbebett. Hochinteressant ist die Persönlichkeitsentwicklung der jungen Frau, deren Leben lange Zeit ausschließlich auf ihren Mann ausgerichtet war. So kann der Leser insbesondere im zweiten Teil des Buches verfolgen, welche Änderungen sich in Kathrins Charakter ergeben und wie sie letztlich aber auch durch den Einfluss ihres Mannes persönlich wachsen konnte.
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Fazit: Ein interessanter Text, der den gesellschaftlichen, sozialen, historischen und psychoanalytischen Bereich eines Lebens auf eindrucksvolle Weise beleuchtet.

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Rezension zu ""Komm, Frau, raboti"" von Leonie Biallas

Rezension zu ""Komm, Frau, raboti"" von Leonie Biallas
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Klappentext:
1945 - Leonie ist vierzehn Jahre alt, als sie mit ihrer Mutter und
ihrem jüngeren Bruder im Januar 1945 aus Breslau flüchten muss. Weit kommt sie nicht, denn die Rote Armee hat die Stadt in einem weitläufigen Ring umzingelt. Die Flüchtlinge müssen wieder umkehren und geraten schon Anfang Februar in die Hände der Russen.
Es folgen Vergewaltigung, Verschleppung und Zwangsarbeit.
Der drohenden Deportation nach Russland entgeht Leonie nur durch eine abenteuerliche Flucht mit Hilfe eines russischen Soldaten.
In der fast völlig zerstörten Stadt bestimmt der Kampf um das tägliche Brot das Leben, bis die Familie im März 1946 vertrieben wird.

Meine Meinung:
Diese Erzählung ist aufgrund ihrer Realität sehr bewegend. Die Autorin Leonie Biallas erzählt größtenteils aus ihren eignen Erinnerungen über den Krieg und die Zeit danach. Dabei berichtet sie zwar mit viel Feingefühl, dennoch nimmt sie kein Blatt vor dem Mund und beschreibt die grausame Wahrheit. Die Geschichte ist gut recherchiert und nimmt dank ihrer detaillierten Beschreibung den Leser mit in die grausame Vergangenheit. Leonie Biallas berichtet über ihre Angst, ihre Familie, die Verluste die sie erlitten haben und die Gewalt, der sie sich aussetzen mussten. Vergewaltigung, Flucht und Hass sind hier die Haupthandlung. Sehr real wird über den ständigen Hunger berichtet, die Scham, die trotz all der schlimmen Umstände noch bleibt.
Der Leser spürt die Wut und die Verzweiflung. So war es trotz der geringen Seitenzahl kein Buch für mich, das ich in einem Rutsch durchlesen wollte und konnte. Im Gegenteil, ich brauchte immer wieder mal Pausen, um durchzuatmen, die Erzählung sacken zu lassen. Dies lag aber an der Handlung selbst und nicht am Schreibstil.
Der Schreibstil ist sehr einfach, und auch wenn man glaubt, aufgrund der geringen Seitenzahl sei die Geschichte flach, so irrt man sich. Leonie Biallas Roman enthält sehr viele Informationen, die die Handlung stichfest machen.
Das Cover ist passend gewählt und zeigt ein Foto von einer Frau aus dieser Zeit. Vielleicht die Autorin selbst? Ich vermute es bin mir aber nicht sicher.

Fazit:
Ein sehr bewegender Roman, der aufgrund seiner Handlung für mich keine leichte Kost war.

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