Glennkill

von Leonie Swann 
3,7 Sterne bei3,600 Bewertungen
Glennkill
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Neue Kurzmeinungen

Positiv (2142):
ChristineRs avatar

Ich bin gerade in Irland und kann mich noch gut an den Roman erinnern, der zu meinen Lieblingsbüchern zählt - nicht nur wegen der Schafe!

Kritisch (546):
teretiis avatar

Naja ganz witzig mit den Schafen aber irgendwann zieht sich alles wie Kaugummi.

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Inhaltsangabe zu "Glennkill"

Schafe, und wie sie die Welt sehen: „Glennkill“ ist warmherzig und witzig, spannend und ironisch, tiefsinnig und voller Überraschungen!
Eines Morgens liegt der Schäfer George Glenn leblos im irischen Gras, ein Spaten ragt aus seiner Brust. Die Schafe von George sind entsetzt: Wer kann den alten Schäfer umgebracht haben? Und warum? Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, beginnt sich für den Fall zu interessieren. Glücklicherweise hat George den Schafen vorgelesen, und so trifft sie das kriminalistische Problem nicht ganz unvorbereitet. Trotz vieler Missverständnisse kommen sie der Menschenwelt mit ihrer Schafslogik nach und nach auf die Schliche und verfolgen unerbittlich die Spur des Täters. Zwischen Weide und Dorfkirche, Steilklippen und Schäferwagen warten ungeahnte Abenteuer auf Miss Maple und ihre Herde – bis es ihnen tatsächlich gelingt, Licht ins Dunkel zu bringen und den rätselhaften Tod ihres Schäfers aufzuklären …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783442478088
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:384 Seiten
Verlag:Goldmann
Erscheinungsdatum:30.04.2012
Das aktuelle Hörbuch ist am 28.08.2006 bei Random House Audio erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    0_Lavender_0s avatar
    0_Lavender_0vor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Schafe als Kommissare - originell und witzig irgendwie
    Schaf Miss Maple auf Spuren des Täters

    Der Schäfer George wird getötet, ein kluges Schaf (Miss Maple) versucht sich als Detektiv. Ein unterhaltender Roman, einfach zu lesen, als Urlaubslektüre reizvoll.

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    Annejas avatar
    Annejavor 8 Monaten
    Kurzmeinung: witzige Idee, mit etwas anderen Ermittlern ... mir leider etwas zu verwirrend
    Wenn Schafe ermitteln

    Ich liebe Krimis und habe schon dutzende gelesen, aber noch nie hatte ich einen, in dem Schafe den Fall lösen. 

    Richtig, wir reden hier von den unschuldigen, wolligen Gras-futternden Tieren, die nachts über unsere Zäune springen und dafür sorgen das wir einschlafen. 

    Schräg oder? 

    Ob mich das Buch überzeugen konnte, erfahrt ihr dann jetzt.

    Das Hilfreichste im Buch ist wohl die Namensliste am Anfang, welche auch die besondere Fähigkeit von demjenigen bekannt gibt. Ohne diese Liste wäre ich verdammt aufgeschmissen gewesen, da man die Schafe ansonsten sehr schnell vertauscht.

    Der Einstieg ins Buch ist aufregend da man nicht weiß was einem erwartet. Schließlich liest man nicht jeden Tag einen Krimi wo Schafe ermitteln. 

    Die Geschichte beginnt kurz nachdem Mord des Schäfers welchen die Schafe nun bemerken. Dies ist interessant gestaltet, da Schafe andere Sinne nutzen wie wir Menschen.

    Die Suche nachdem Mörder ist dann eine unterhaltsame Angelegenheit, die uns die Eigenarten von Schafen erklärt. Allerdings ist das Handeln der Tiere sehr weit hergeholt und nicht ganz ernst zu nehmen. Trotzdem machte es Spaß zu erlesen, wie sie denken und warum sie so sind wie sie sind.

    Wie schon oben benannt, wäre ich ohne die Namensliste sehr aufgeschmissen gewesen, da wir nicht nur einen oder zwei Schafen folgen, sondern einer ganzen Herde. Zwar geben die Namen teilweise Hinweise darauf was die besondere Eigenschaft des ein oder anderen ist, aber leider nicht immer, so das es schnell mal zu Verwirrungen kommen kann.

    Diese Verwirrungen sorgten auch dafür das ich an einigen Stellen tatsächlich große Probleme hatte der Geschichte zu folgen. Nicht nur die Namen sondern auch der stetige Wechsel zwischen dem Ermitteln und der Nahrungsaufnahme, sorgten dafür das die langsam aufgebaute Spannung schnell wieder verloren ging.

    Schreibtechnisch fand ich das Buch ok, aber doch zu irritierend. Gerade das Ende entließ mich mit vielen Fragezeichen und das obwohl der Fall gelöst wurde.

    Ein kleines Highlight ist das im Buch versteckte Daumenkino.

    Bei den Charakteren handelte es sich natürlich größtenteils um Schafe welche so ulkige Namen trugen wie Mopple the Whale, Miss Maple oder Sir Ritchfield. Es machte sehr viel Spaß ihren Gedankengängen zu folgen obwohl diese sehr oft bei der Nahrungsaufnahme hängenblieben. 

    Die Menschen im Buch sind Bewohner eines kleinen Ortes namens Glennkill und sehr verschroben. Man merkt von Zeit zu Zeit das in diesem Dorf das Vertrauen und Glückseligkeit abhanden gekommen sind und man nun nur darauf achtet, über den anderen her zu ziehen. Man gönnte dem anderen kein Glück mehr. 

    Die Geschichte um den Schäfer George wird nach und nach aufgetrottelt und gibt dem ganzen noch ein wenig Pepp. George selbst war ein guter Mensch, bei dem sogar ich gerne ein Schaf gewesen wäre. 

    Das Cover würde ich als "putzig" bezeichnen, da eigentlich nix darauf den Eindruck erweckt das wir es hier mit einem Krimi zutun haben. Selbst das dargestellte Schaf wirkt so unschuldig.

    Ein wenig mehr wie ein Krimi hätte das Cover schon aussehen können und wenn nur ein Blutfleck mit einem Spaten abgebildet worden wäre. 

    Gerade dadurch ist es sehr unscheinbar und würde mir in der Krimiabteilung nur auffallen weil ein süßes Schaf abgebildet ist.

    Etwas verwirrend auch aber auf jeden Fall unterhaltsam.
    Ein wenig mehr Krimi hätte es auch sein dürfen.

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    hyva_kirjas avatar
    hyva_kirjavor einem Jahr
    Unbedingt lesen!

    "Glennkill" ist ein tolles Buch mit einer phantasievollen und spannenden Geschichte, die bis zur letzten Seite fesselt. Das Buch ist sehr schön zu lesen, denn es ist in einer sehr bildhaften Sprache geschrieben. Die Schafe von Glennkill mit ihren liebenswerten Charakteren sind mir schon nach wenigen Seiten ans Herz gewachsen. Der Leser erfährt die "Menschenwelt" in diesem Buch aus einer ganz neuen Perspektive, die ich sehr inspirierend finde. Neben Spannung hat das Buch auch einiges zum Schmunzeln zu bieten, eine überraschende Kombination, die dieses Buch so wundervoll macht. Auf jeden Fall lesen!

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    LaCivettas avatar
    LaCivettavor 2 Jahren
    Unterhaltsames Lesevergnügen

    Eines Morgens liegt der irische Schäfer George Glenn tot auf seiner Weide. Wie es scheint, wurde er mit einem Spaten erstochen. Seine Schafsherde ist fassungslos. Wer könnte so etwas tun? Schnell wird ihnen klar, dass sie den Tod an ihrem Schäfer aufklären wollen.
    Sie beginnen unter den Menschen in dem kleinen Dörfchen Glenkill
    zu ermitteln. Keine leichte Aufgabe, denn irgendwie verhalten sich
    diese alle verdächtig....

    Hier steht die kriminelle Handlung nicht so sehr im Vordergrund. Vielmehr besticht die Geschichte durch ihre einzigartigen, wolligen Charaktere und deren scharfsichtigem Blick auf die Menschheit.

    Erzählt  aus Sicht der Schafe, ziehen diese ihre ganz eigenen Rückschlüsse aus den Gesprächen und dem Verhalten der Dorfbewohner. Leben auch die Menschen in einer Herde und haben einen Leitwidder? Könnte dieser der Mörder sein? Oder hatte jeder ein eigenes Interesse den Schäfer aus dem Weg zu schaffen? Immer mehr Bewohner machen sich des Mordes verdächtig. Doch die Klärung des Falls erfolgt erst zum Schluss und so bleibt die Spannung erhalten.

    Der flüssige und humorvolle Schreibstil hat das Lesen zum Vergnügen gemacht. Handlungsstänge werden immer wieder stimmig und schlüssig zusammengeführt.
    Die symphatischen Vierbeiner muss man einfach ins Herz schließen. Sie sind so lebensnah charakterisiert, das man glauben könnte, tatsächlich einen Einblick in die Gedankenwelt von Schafen zu erhalten. Aber auch die Zeichnungen der menschlichen Figuren sind der Autorin trefflich gelungen.

    Fazit: Eine originelle, unterhaltsame und spannende Kriminalgeschichte, mit einzigartigen und warmherzigen Hauptcharakteren.
    Sicher kein "typischer" Krimi für den eingefleischten Krimi-Fan.




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    Buchgespensts avatar
    Buchgespenstvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Ich habe deutlich mehr erwartet!
    Schafe auf der Spur

    Dass irgendwas am Schäfer George Glenn nicht stimmt, das können sogar seine Schafe sehen. Die Schaufel in seiner Brust, war schließlich vorher noch nicht da. Doch wer könnte ein Interesse daran gehabt haben den Schäfer zu töten. Die Herde beginnt zu ermitteln. Allen voran Miss Maple, das klügste Schaf.

    Das Buch hielt ganz und gar nicht was ich mir von ihm versprochen habe. Erwartet habe ich einen witzigen, unterhaltsamen Tierkrimi mit niedlichen und kuriosen Passagen. Nach 50 Seiten wäre ich schon mit einem brauchbaren Kriminalfall zufrieden gewesen. Oder mit einer sympathischen Figur. Ich habe mich an den paar süßen Passagen entlang gehangelt, die das Buch zu bieten hatte. Man konnte sie an einer Hand abzählen. Wirklich schade! Die Geschichte hatte Potential.

    Ich werde es mit dem zweiten Band noch mal versuchen. Vielleicht ist der besser. Manchmal entwickeln sich die Geschichten ja.

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    ManuHerolds avatar
    ManuHeroldvor 2 Jahren
    Kurzmeinung: Miss Marple im Schafspelz ... tierische Detektive
    Kein Schaf ist allein

    Oh das war doch echt zäh das Buch. Tatortermittlung in der Schafherde. Miss Marple ohne Hut und fährt keinen Zug nach Paddington. Obwohl ich mir oft gewünscht hätte, die Schafe wandern endlich aus. Das Buch hatte eine gute Prise Humor, ich habe mich aber schwer getan, bin schwer vorankommen ... Aber es ist kein schlechtes Buch, ist nur nicht mein Ding.

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    Lalapejas avatar
    Lalapejavor 2 Jahren
    [Buchmeinung] „Glennkill“ von Leonie Swann

    Inhalt

    (Klappentext von der Verlagsseite)

    Eines Morgens liegt der Schäfer George Glenn leblos im irischen Gras, ein Spaten ragt aus seiner Brust. Die Schafe von George sind entsetzt: Wer kann den alten Schäfer umgebracht haben? Und warum? Miss Maple, das klügste Schaf der Herde, beginnt sich für den Fall zu interessieren. Glücklicherweise hat George den Schafen vorgelesen, und so trifft sie das kriminalistische Problem nicht ganz unvorbereitet. Trotz vieler Missverständnisse kommen sie der Menschenwelt mit ihrer Schafslogik nach und nach auf die Schliche und verfolgen unerbittlich die Spur des Täters. Zwischen Weide und Dorfkirche, Steilklippen und Schäferwagen warten ungeahnte Abenteuer auf Miss Maple und ihre Herde – bis es ihnen tatsächlich gelingt, Licht ins Dunkel zu bringen und den rätselhaften Tod ihres Schäfers aufzuklären …

    Meinung

    Das wird jetzt eher eine Kurzmeinung zum Buch werden. „Glennkill“ habe ich im vergangenen Sommer mal begonnen zu lesen. Ich fand die Vorstellung, dass die Schafe vom verstorbenen Schäfer George Glenn ermitteln und den Mord aufdecken wollen, ganz niedlich. Und der Krimi fängt auch ganz toll an. Leider hat er ziemliche Längen. Deshalb habe ich das Buch pausiert und im Juli 2016 wieder „ausgegraben“.


    Ich habe nebenbei auch das ungekürzte Hörbuch, gesprochen von Andrea Sawatzki, gehört. Sie spricht das wirklich gaaanz toll, verleiht jedem Schaf eine eigene Stimme – da war ich echt hin und weg! Wenn mir das Buch also mal zu langwierig wurde, habe ich das Hörbuch weiter gehört und dennoch nichts verpasst.🙂

    Die Schafe sind echt genial. Da kann ich nichts gegen sagen. Die sind alle süß, haben ihre Eigenarten und allein die Namen finde ich schon grandios! Mopple the Whale zum Beispeil. Oder Miss Maple, das klügste Schaf von Glennkill. Die Schafe beobachten das Geschehen in Glennkill nach dem Tod ihres Schäfers, analysieren die Menschen und versuchen aus dem Ganzen schlau zu werden. Was nicht immer gelingt. Da gibt es dieses „Ding“ und dann wird auch mal Gott verdächtigt. Die Schafdialoge sind echt witzig. Nur leider hat die Geschichte im Mittelteil zähe Längen, die Ermittlungsarbeit geht schwer voran, es wird abgeschweift. Die vielen kurzen Sätzen wirken mitunter abgehackt und stören den Lesefluss.

    Das Ende konnte mich jedoch überzeugen. Leonie Swann führt alle Handlungsstränge logisch zusammen und überrascht den Leser nochmal richtig.

    Fazit

    Insgesamt habe ich jedoch mehr von „Glennkill“ versprochen. Was vielleicht auch daran liegt, dass jeder zu mir sagte: „Lies das, das ist echt niedlich.“ Ja, es ist niedlich, aber leider kein richtiger Krimi. Den Nachfolger „Garou. Ein Schafthriller“ habe ich auch im Regal. Aber ich weiß ehrlich gesagt noch nicht, ob ich ihn lesen möchte…

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    WildRoses avatar
    WildRosevor 2 Jahren
    Ein Krimi aus Schafsperspektive

    Schäfer George Glenn liegt tot auf der Weide, ein Spaten ragt aus seinem Körper. Die Schafe sind diejenigen, die ihn zuerst entdecken, und sie sind zutiefst verunsichert. Wer kümmert sich nun um sie? Nach und nach erwacht unter den Schafen jedoch nicht nur ein Interesse an solch praktischen Fragen, sondern auch an dem Rätsel, wer George umgebracht hat, denn: Spaten bringen nicht wie von Zauberhand Menschen um. Zum Glück sind Georges Schafe mit einigen Talenten gesegnet, wie man sie unter Durchschnittsschafen sicherlich nicht so schnell findet: Da ist zum Beispiel Gedächtnisschaf Mopple, der sich wichtige Informationen für immer einprägen kann, die kluge Schafslady Miss Maple, deren dedektivischer Spürsinn immer wieder zu neuen Erkenntnissen führt, und der schwarze Othello, der auch das Leben jenseits der Weide kennengelernt hat...

    Ein Krimi aus der Perspektive einer Schafsherde zu schreiben ist auf jeden Fall eine originelle Idee, die Leonie Swann auch mit viel Charme umgesetzt hat. Allerdings ist es doch etwas eigenwillig, ein ganzes Buch fast ausschließlich aus der Sicht wolliger Wiederkäuer zu lesen, zumal die Schafe in Swanns Roman doch eine oftmals recht verdrehte Denkweise haben, was von Zeit zu Zeit den Lesefluss erschwerte.

    Hinzu kommt, dass die Schafe selbst in dem Buch eine viel zentralere Rolle einnehmen als die Ermittlungen rund um den Mord; wer also einen "richtigen" Krimi erwartet, ist mit "Glennkill" nicht unbedingt gut beraten.

    Allerdings ist es auch erfrischend, einmal etwas völlig anderes zu lesen und das Buch hat durchaus einige sehr berührende, spannende oder auch schlicht lustige Momente zu bieten. Darum vergebe ich drei Sterne.

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    MikkaGs avatar
    MikkaGvor 2 Jahren
    Othello weidete kühn vorbei.


    Handlung: 

    Die Schafe von George Glenn sind eine bunt zusammengewürfelte Herde ganz normaler und doch außergewöhnlicher Schafe, wie zum Beispiel Miss Maple, das vielleicht klügste Schaf der Welt, Mopple the Whale, der verfressene Widder mit dem perfekten Gedächtnis, oder Zora, die es liebt, todesmutig auf der Klippe zu sitzen und die Kräuter des Abgrunds zu fressen. 

    Auch wenn sie nicht immer alles verstehen, lieben sie es, wenn Schäfer George ihnen vorliest. (Dumm ist nur, dass er den Krimi weggeworfen hat, bevor sie erfahren haben, wer der Mörder ist.) Doch eines Tages ist Schluss mit dem Vorlesen, denn George liegt tot auf der Wiese, mit einem Spaten in der Brust... Dieses Verbrechen können seine Schafe nicht ungesühnt lassen! Er war vielleicht nicht der beste Schäfer der Welt, aber er war IHR Schäfer! Und so machen sie sich auf, den Mord aufzuklären, mit ihrem begrenzten Wissen darüber, wie Menschen funktionieren.

    Meine Meinung:

    Die erste Frage, die ich mir bei einer Buchbesprechung immer stelle, ist diese: ist die Geschichte originell und einfallsreich? Sprich, bringt der Autor oder die Autorin etwas Neues, was man so noch nie gelesen hat? Nur selten fiel mir die Beantwortung dieser Frage so leicht wie bei diesem Buch, und die Antwort lautet: Himmel, ja!!! Ich habe lange nichts so Erstaunliches mehr gelesen.

    Es ist nicht nur die herrlich absurde Grundidee, dass diese Herde wolliger Möchtegern-Detektive fröhlich blökend losziehen, um ihrem Schäfer Gerechtigkeit zu verschaffen - die Geschichte setzt mit jedem Kapitel immer mal wieder einen drauf. Dabei fand ich unglaublich gut gelungen und glaubhaft, wie Leonie Swann ihren Lesern die Gefühlswelt, die Ansichten, sogar die Mythen und Aberglauben ihrer Schafe nahebringt. Denn natürlich sehen Schafe die Welt nicht so wie wir Menschen! Das ist oft zum Schreien komisch, hat aber auch Momente, die nachdenklich machen oder bestürzen, wenn zum Beispiel ein Schaf zum ersten Mal im Leben begreift, dass ein Metzger Schafe tötet, damit Menschen sie essen können... 

    Die Autorin stellt Vorstellungen, die Menschen über Tiere haben, manchmal auch auf den Kopf:

    Zitat:
    »Menschen haben keine Seele. Keine Seele, kein Geist. So einfach ist das.« »Wie kannst du so etwas sagen«, protestierte Moppel. »Wir wissen doch gar nicht, ob Menschen auch eine Seele haben. Es ist vielleicht nicht wahrscheinlich, aber möglich ist es.«

    Ich habe die gesamte Herde schon nach kurzer Zeit fest ins Herz geschlossen, mit all ihren Stärken und Schwächen. Jedes Schaf ist ein liebenswertes Unikat, und ich war fast ein bisschen traurig, dass ich keine Miss Maple und keinen Mopple in meinem Garten grasen habe...

    Der Schreibstil hat mich ebenfalls voll überzeugt, denn er beherrscht viele Facetten. Nur weil es ein witziges Buch ist, heißt das nicht, dass es nicht manchmal auch ein dramatisches, trauriges oder philosophisches Buch sein kann, und Leonie Swann variiert Tonfall und Atmosphäre entsprechend.

    Zitat:
    »Wollt ihr denn gar nicht wissen, woran er gestorben ist?«
    Sir Ritchfield sah sie erstaunt an. »Er ist an dem Spaten gestorben. Du hättest das auch nicht überlebt, so ein schweres Eisending mitten durch den Leib. Kein Wunder, dass er tot ist.« Ritchfield schauderte ein bisschen. »Und woher der Spaten?«
    »Jemand hat ihn hineingesteckt.« Für Sir Ritchfield war die Sache damit erledigt (...). 

    Besonders der Humor war genau mein Geschmack: oft trocken, oft zum laut Losprusten, manchmal böse, aber in meinen Augen nie platt. Aber ich vermute, dass der Humor der Dreh- und Angelpunkt des Ganzen ist! Wer mit dem Humor nicht warm wird, für den ist das Buch wahrscheinlich nichts, aber das lässt sich ja durch Lesen der Leseprobe schnell feststellen.

    Der eigentliche Kriminalfall ist auf absonderliche Weise spannend. Denn die Schafe haben wirklich keine Ahnung, wie Menschen denken, und ziehen deswegen oft die völlig falschen Schlüsse! Dennoch kann sich der Leser so nach und nach zusammenreimen, was passiert ist, und dennoch kommen die Schafe mit ihren Ermittlungen immer irgendwie weiter. Das muss eine Autorin auch erstmal schaf(f)en: auf tausend falschen Wegen zum Ziel.

    Fazit:
    Ein Haufen Schafe zieht los, den Mord an ihrem Schäfer aufzuklären, und sie entdecken dabei Erstaunliches über die Menschen, die offensichtlich noch dümmer und merkwürdiger sind, als sie immer schon gewusst haben. Das Buch hat mich wunderbar unterhalten, ich habe oft gelacht - und dennoch hat es mich auch manchmal gerührt und zum Nachdenken angeregt.

    Das Buch stand lange Zeit ungelesen in meinem Regal - und das würden die Schafe von Glennkill sicher als weiteren Beweis für die Dummheit der Menschen sehen.

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    Lina94s avatar
    Lina94vor 2 Jahren
    Schafskrimi

    Tierkrimis sind im Allgemeinen schon eine Besonderheit unter den Krimis, aber unter den ganzen Katzen und Hunden stellen Schafe eine noch größere Rarität dar.

    Schäfer George wird tot aufgefunden. Unter den Bewohnern hält sich die Trauer in Grenzen. Schnell wird klar, wer wirklich unter seinem Tod leidet: seine Schafe. Einen besseren Schäfer als George kann es nicht geben und so können sie den Mord nicht auf sich ruhen lassen. So fangen sie an, selber zu ermitteln. Von Vorteil ist es dabei, dass George ihnen stets vorgelesen hat und sie dadurch erste Einblicke in die Welt der Menschen erhalten haben.

    Die liebevolle Beziehung der Schafe zu ihrem Schäfer und umgekehrt hat mir sehr gefallen. Toll fand ich es auch, dass jedes Schaf einen eigenen Namen und passende Eigenschaften hat. Zu Beginn des Buches findet man eine Übersicht über die einzelnen Schafe und so fällt es leicht, immer wieder nachzuschauen, falls man ein besonderes Merkmal eines der Schafe vergessen hat.

    Das Buch ist überaus humorvoll geschrieben. Es kann kaum etwas Lustigeres geben, als die Welt aus der Sicht von Schafen zu sehen. Dass diese aufgrund geringen Wissens und eingeschränkter Menschenkenntnis falsche Schlüsse ziehen, bringt einen viele Male zum Lachen. Gerade das stellte für mich aber auch ein Problem dar.

    Einige realitätsferne Verbindungen und Schlussfolgerungen machten es manchmal schwierig, dem Geschehen und den Gedanken der Schafe zu folgen. Daher saß ich sehr lange an dem Buch und musste einige Stellen wiederholt lesen, weil ich zu schnell den Faden verlor.

    Für den teils schwierigen Schreibstil muss ich daher einen Stern abziehen. Dass Thema, Cover und die sonstige Umsetzung haben mir aber sehr gut gefallen. Für Tierkrimi-Freunde zu empfehlen, auch wenn man vielleicht etwas länger an diesem Buch sitzt.

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