Vorweg: Geschmäcker sind verschieden. Und ich kann absolut verstehen, dass das Buch manch andere im Gegensatz zu mir sehr begeistert hat. Mich hat es leider nicht erreichen können. Meinem Geschmack hat es nicht entsprochen und daher habe ich mir insbesondere mit der Länge des Buches sehr schwer getan. In meinen Augen hätte man nämlich 200 Seiten auch bestimmt kürzen können. Irgendwie ist viel passiert und gleichzeitig sehr wenig, sodass ich das Gefühl habe, diese Art der Erzählweise ist einfach nicht meins.
In "The Bright Sword" verfolgen wir Collum, der ein Ritter der Tafelrunde werden möchte. Er kommt von einer kleinen Insel bei Britannien, musste als Mündel viel einstecken, und hat kurzerhand die Rüstung seines Herrn einkassiert und ist losgezogen. Als er in Camelot ankommt, ist da nichts so, wie er es erwartet hat. Es ist nur noch die B-Mannschaft der Tafelrunde übrig und der berühmte König Artus ist tot. Und irgendwie plätschert in meinen Augen daraufhin alles nur so hin.
Ja, das ist wohl die korrekte Bezeichnung, wie ich es empfand: Plätschern. Dann ist Collum im Raum der Tafelrunde. Und statt hochkant rausgeworfen zu werden, weil ein Fremder einfach mal da rein stiefelt, wird er mitgenommen, um einen Thronfolger zu suchen. Dabei gibt es allerhand Abenteuer, ohne dass tiefergehend erklärt wird, wie alles zusammenhängt. Sie stolpern halt in das. Und dann in das. Und dann in das. Und ins nächste Etwas. Dabei hat es mich nie wirklich gepackt, weil alles nur so plätschert. Dabei war dann auch vieles mir irgendwie zu heroisch, zu christlich.
Was mir aber gut gefallen hat, waren die Unterbrechungen durch Kapitel zu den einzelnen Rittern. So erhielt man immer die "Entstehungsgeschichte" wie Ritter X eben zum Ritter wurde. Dabei waren die Charaktere sehr divers gestaltet, was mir sehr gut gefallen hat. Zudem fand ich es sehr passend in das zeitliche Setting eingeflochten. (Auch wenn der Autor in seiner Danksagung einräumt, manche zeitlichen Begebenheiten nicht so genau genommen zu haben. Diese künstlicherische Freiheit empfand ich aber als richtig gut umgesetzt und vor allem als sinnvoll eingearbeitet. In diesem Aspekt mochte ich das Buch gern.)
700 Seiten Plätschern hat mich aber nicht überzeugen können. Ich habe mit Collum nicht mitgefiebert, fand das Ende irgendwie komisch, und war daher ziemlich unzufrieden nach dem Lesen.


















