Lew Tolstoi Anna Karenina

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Inhaltsangabe zu „Anna Karenina“ von Lew Tolstoi

Anna Karenina ist eine wundervolle junge Frau. Sie scheint alles zu besitzen, was glücklich macht. Dann tritt der glanzvolle Offizier Graf Wronskij in ihr Leben, und sie opfert alles: den Mann, den Sohn, sogar die Achtung der Gesellschaft, in der sie lebt. Doch ihre bedingungslose Liebe scheitert und führt zu Eifersucht, Hass und Verzweiflung. Die Tragödie einer Frau wird bei Tolstoi zum unerbittlichen Porträt der adligen Gesellschaft im Russland des 19. Jahrhunderts. Rosemarie Tietze, die ihre Übersetzungen immer wieder "zu einem Kunstwerk eigenen Ranges" (Begründung zum Voß-Preis) macht, hat dem Meisterwerk eine moderne Gestalt gegeben und es mit Nachwort und Kommentaren versehen.

"Anna Karenina" ist ein Wälzer, aber ein Wälzer, der es (nicht zuletzt wegen Kitty und Ljewin) verdient, gelesen zu werden <3

— wortkulisse
wortkulisse

Habe Mühe mit solchen Themen. Ich fand Ljewins Geschichte sogar interessanter zu lesen als von der berühmten Anna. Geschmackssache halt.

— ada86
ada86

Noch nie habe ich Gefühle so gut nachempfinden können.. toller Schreibstil, zurecht ein Klassiker!

— libreevet
libreevet

Wirklich toll! Aber hat seine Längen, also liest sich mehr wie ein Epos.

— sophiekatrin
sophiekatrin

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  • Anna Karenina - Leo Tolstoi

    Anna Karenina
    wortkulisse

    wortkulisse

    22. July 2017 um 14:29

    „Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich.“ ist wohl einer der bekanntesten Sätze der Literaturgeschichte. Ich hatte immer ein wenig Angst den Klassiker „Anna Karenina“ von Leo Tolstoi, dieses große Werk der Weltliteratur, zu lesen und so lag es jahrelang auf meine Stapel ungelesener Bücher. Ein großer Fehler! „Anna Karenina“ ist nämlich nicht nur voller großartiger Charaktere und tiefer Gefühle, sondern auch voller Geschichte und Konventionen der russischen Gesellschaft im 19. Jahrhundert.Anna Arkadjewna Karenina begibt sich auf die Reise nach Moskau, um die Ehe zwischen ihrem Bruder Stepan Arkadjewitsch Oblonskij (Stiwa) und seiner Ehefrau Darja Alexandrowna Oblonskaja (Dolly) zu retten. Dolly hatte herausgefunden, dass ihr Ehemann sie mit der ehemaligen Gouvernanten betrog, und daraufhin den Plan gefasst, sich scheiden zu lassen. Während der Zugfahrt sitzt Anna gemeinsam mit der Gräfin Wronskaja in einem Abteil und unterhält sich mit ihr. Auf dem Bahnsteig wartet ihr Bruder Stiwa gemeinsam mit Graf Alexej Kirillowitsch Wronskij, der seine Mutter abholen möchte. Anna und Wronskij begegnen sich nur kurz, verlieben sich aber sofort ineinander. Anna gelingt es schließlich, die Ehe zwischen Stiwa und Dolly zu retten. Doch da sich Stiwa nicht ändert, ist Dolly weiterhin unglücklich.ALS ER SICH UMSCHAUTE, WANDTE SIE SICH AUCH GERADE UM. DIE LEUCHTENDEN, GRAUEN AUGEN, DIE WEGEN DER DICHTEN WIMPERN DUNKEL WIRKTEN, RICHTETEN SICH FREUNDLICH UND AUFMERKSAM AUF SEIN GESICHT, ALS OB SIE IHN ERKENNE, WANDTEN SICH DANN ABER SOFORT DER VORÜBERSTRÖMENDEN MENGE ZU, WIE WENN SIE DORT JEMANDEN SUCHTEN.Während ihres Besuches bei den Oblonskijs begleitet Anna Jekatarina Alexandrowna Schtscherbazkaja (Kitty), die jüngere Schwester Dollys, auf einen Ball. Kitty hofft inständig, dass Wronskij um ihre Hand anhalten wird, und lehnte einen Antrag von Konstantin Dmitrijewitsch Lewin ab. Lewin, der Kitty liebt, ist nur deshalb von seinem Landgut in die Stadt gekommen und kehrt nun bitter enttäuscht zurück. Wronskij hingegen hofft darauf, eine Gelegenheit zu finden, Anna seine leidenschaftlichen Gefühle zu gestehen, ungeachtet ihrer Ehe mit Alexej Alexandrowitsch Karenin, einem einflussreichen Beamten, und ihrem Sohn Serjoscha. Diese Gefühle bleiben Kitty nicht verborgen und verletzen sie tief. Nachdem sie ihren Liebeskummer überwunden hat, nähert sie sich Lewin wieder an. Währenddessen beginnen Anna und Wronskij eine Affäre, die vor Karenin nicht verheimlicht werden kann. Während Anna hin- und hergerissen zwischen der Liebe zu Wronskij und der Liebe zu ihrem Sohn ist, will Karenin seine Ehre retten.„NUR DIESE BEIDEN MENSCHEN LIEBE ICH, UND EINER SCHLIESST DEN ANDERN AUS. ICH KANN SIE NICHT VEREINIGEN UND DAS ALLEIN BRAUCH ICH. ABER WENN DAS UNMÖGLICH IST, DANN IST MIR ALLES GLEICH. ALLES, ALLES GLEICH! IRGENDWIE WIRD ES JA EIN ENDE NEHMEN, UND DARUM KANN UND WILL ICH NICHT DARÜBER REDEN. ALSO TADLE UND VERDAMME MICH DESWEGEN NICHT. DU MIT DEINER REINHEIT KANNST NICHT ALLES VERSTEHEN, WORUNTER ICH LEIDE.“Leo Tolstoi erzählt somit drei Familien- und Liebesgeschichten parallel: Im Mittelpunkt steht die Dreiecksbeziehung zwischen Anna Karenina, ihrem Ehemann Alexej Karenin und Alexej Wronskij. Die Liebe zwischen Anna und Wronskij ruiniert Annas Ehe mit Karenin und stößt in der Gesellschaft auf Missbilligung der schlimmsten Art. Wenn wir in unserer heutigen Zeit das Gefühl haben, unter großem gesellschaftlichen Druck zu stehen, dann ist das nichts im Vergleich zu dem, was Anna Karenina in der russischen Gesellschaft des 19. Jahrhunderts erlebt. Sobald ihre Beziehung zu Wronskij der Öffentlichkeit bekannt wird, wird sie zur Ausgestoßenen und damit von der Gnade ihres Ehemannes und der Liebe Wronskijs abhängig. Einen starken Kontrast zu dieser leidenschaftlichen Affäre, bildet die grundständige und vernünftige Beziehung zwischen Kitty und Lewin. Diese beiden Beziehungen werden durch die unglückliche Ehe zwischen Stiwa und Dolly miteinander verbunden. Dabei ergänzen sich die einzelnen Handlungsstränge auf gekonnte Weise: Die Tragik in der Beziehung zwischen Anna Karenina, Wronskij und Karenin, die sich fortwährend zuspitzt, wird durch die vergleichsweise harmonische Beziehung zwischen Kitty und Lewin immer wieder aufgelockert.„ABER KENNE ICH DENN IHRE GEDANKEN, IHRE WÜNSCHE, IHRE GEFÜHLE?“ FLÜSTERTE IHM PLÖTZLICH EINE INNERE STIMM ZU. DAS LÄCHELN VERSCHWAND VON SEINEM GESICHT, UND ER WURDE NACHDENKLICH. UND PLÖTZLICH ÜBERKAM IHN EIN SONDERBARES GEFÜHL. ANGST UND ZWEIFEL ERGRIFFEN IHN, ZWEIFEL AN ALLEM.Der Roman handelt aber nicht nur von Liebe, Ehebruch und Familienleben, sondern auch von Abhängigkeit, gesellschaftlichen Konventionen und dem Sinn des Lebens. Beim Lesen erfährt man außerdem so allerhand über Politik und Wirtschaft. Tolstois Ausführung sind dabei sehr detailliert und eng mit dem Leben der Protagonisten und Protagonistinnen verbunden. Durch Anna erfahren wir, wie groß der gesellschaftliche Druck ist, der insbesondere auf den Mitgliedern der Adelskreise in Moskau und St. Petersburg liegt. Lewin und die Art wie er sein Verhältnis zwischen sich als Gutsbesitzer und Landwirt und den Bauern gestaltet, greifen zentrale Fragen der Bauernbefreiung von 1861 auf. Einen Blick auf die russische Staatskommission erhalten wir durch Karenin und durch die Probleme, die mit einem Scheidungsverfahren verbunden sind, erfährt man auch einiges über die rechtliche Lage.„ALLES, NUR KEINE SCHEIDUNG!“ SAGTE DARJA ALEXANDROWNA.„WAS HEISST ALLES?“„NEIN, DAS IST ENTSETZLICH! SIE WIRD NIEMANDES GATTIN SEIN, SIE WIRD ZUGRUNDE GEHEN!“„Anna Karenina“ ist einer der bedeutendsten Romane des europäischen Realismus und wird als das beste Werk Tolstois angesehen. Ein großer Ruf, der aber nicht abschrecken muss. Die Handlung des Romans ist komplex, keine Frage, aber noch lang nicht so undurchdringlich, wie es gern dargestellt wird. Der Roman ist trotz seiner Dicke – und obwohl ich die Handlung bereits vorher kannte – spannend und nicht zuletzt wegen seiner Figuren mitreißend. Tolstoi erschafft in seinem Roman Menschen, die in ihren Empfindungen und ihren Gedanken bis ins Detail ausgereift und unglaublich authentisch sind. Er versteht sich darauf, jedem Charakter, der in den Fokus der Handlung tritt, eine eigene Sprache und damit auch eine eigene Stimmung zu geben. Ebenso authentisch wie die Figuren sind auch die Beziehungen zwischen ihnen. Insbesondere die zaghafte Annäherung zwischen Kitty und Lewin habe ich geliebt!Leo Tolstoi gelingt es mit viel Verstand und einer guten Prise Humor, das Leben in den Adelskreisen des 19. Jahrhunderts einzufangen und mit authentischen Figuren, tiefgründigen philosophischen Gedanken und fesselnden Beziehungen wiederzugeben. Interessiert man sich zusätzlich für die russische Gesellschaft und ihre Gepflogenheiten zu dieser Zeit, ist der Roman ein wahrer Hochgenuss voller Informationen, die lebhaft anhand der Protagonisten und Protagonistinnen vermittelt werden. Leo Tolstois Roman „Anna Karenina“ ist ein Wälzer, aber ein Wälzer, der es verdient, gelesen zu werden.Weitere Rezensionen von mir findest du auf Wortkulisse.net

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  • Geschmackssache halt

    Anna Karenina
    ada86

    ada86

    11. June 2017 um 02:18

    Habe Mühe mit solchen Themen. Ich fand Ljewins Geschichte sogar interessanter zu lesen als von der berühmten Anna. Geschmackssache halt.

  • Hörspiel-Rezension - Überzeugendes Hörspiel

    Anna Karenina
    Blacksally

    Blacksally

    08. March 2017 um 17:39

    Dies ist mein erstes Hörspiel, das ich gehört habe und ich fand diese Art von Hörbuch sehr angenehm, die verschiedenen Personen hatten verschiedene Sprecher, weshalb man alle gut auseinander halten konnte und so den Überblick behalten konnte.Das Cover des Hörbuches gefällt mir sehr gut. Es passt zu diesem Klassiker und weißt ihn auch als einen solchen aus. Die eher dunkleren Farben passen gut zu dieser traurigen Geschichte.Ich denke zur Geschichte an sich brauche ich garnicht mehr allzu viel zu sagen, da der Klappentext das große und ganze schon vorweg nimmt. Das Hörspiel ist im Bezug auf das Buch (ca 1000 Seiten, je nach Übersetzung) stark gekürzt. Ich denke, da Tolstoj im Buch so umschweifend alles erzählt wäre das in einem Hörspiel auch nicht möglich gewesen das alles mit einzubinden. Ich fand die Stimmen der Sprecher allesamt sehr ansprechend, der Erzähler stach ein wenig heraus, mit seiner ruhigen und angenehmen Stimme, die mir sehr gut gefallen hat. Auch die weibliche Sprecherin konnte überzeugen. Alles in allem musste man sich trotzdem etwas mehr auf das Hörspiel konzentrieren, da die Russischen Namen doch meist sehr gleich klingen, das fand ich im Hörspiel aber viel einfacher als im Buch.Für mich war es ein gelungenes Hörspiel, das die Geschichte der Anna Karenina gut wiedergegeben hat.Der Autor:Lew Nikolajewitsch Tolstoj, 1828-1910, ist einer der bedeutendsten Romanciers der Weltliteratur. Mit den großen, epischen Gesellschaftsromanen Anna Karenina und Krieg und Frieden gehört sein Werk neben Dostojewskijs zu den bekanntesten des Realismus der russischen Literatur des 19. Jahrhunderts. Neben weiteren Romanen gehören zu Tolstojs OEvre zahlreiche Erzählungen, Essays, Kritiken und autobiografische Schriften.Die Sprecher:Bodo PrimusNach seiner Schauspielausbildung an der Folkwangschule Essen spielte Bodo Primus an verschiedenen deutschen Theatern, so z.B. in Münster, Essen, Köln und am Düsseldorfer Schauspielhaus. Seit 1962 arbeitet er freiberuflich für Rundfunk und Fernsehen - v.a. an Hörspielen, Rezitationen, Features und TV-Dokumentationen.Für die Produktion "Briefwechsel" liest er die Briefe von Paul Celan an seine Frau Gisèle Celan-Lestrange.Walter Andreas SchwarzWalter Andreas Schwarz, geboren 1913, begann seine Laufbahn als Schauspieler in Wien, wo er Germanistik, Französisch, Englisch und Musikwissenschaften studierte. Bereits mit neun Jahren stand er das erste Mal auf der Bühne. Später spielte er in Wien, Berlin, Hamburg Frankfurt am Main, Bonn und Mannheim. Internationales Ansehen erwarb der vielseitige Schwarz als künstlerischer Sprecher bei Hörspielproduktionen – u. a. in Leo Tolstojs "Anna Karenina" und Heinrich Manns "Der Untertan" –, aber auch als Musiker. So gewann er mit seinem Chanson "Im Wartesaal zum großen Glück" 1956 den Ersten Deutschen Chanson-Preis. Er war außerdem als Übersetzer und Bearbeiter von Theaterstücken tätig. Walter Andreas Schwarz starb am 1992 im Alter von 78 Jahren in Heidelberg.Ludwig Cremer (Regisseur)Ludwig Cremer wurde am 4. Juli 1909 in Duisburg geboren. Nach einer Hörfunkausbildung bei BBC in London war er als Hörspielleiter beim NWDR in Hamburg tätig. Für den WDR inszenierte er große Hörstücke, wie "Draußen vor der Tür" von Wolfgang Borchert, "Biedermann und die Brandstifter" von Max Frisch und Heinrich Manns "Der Untertan" aus dem Jahr 1971, der mit dem Karl-Sczuka-Preis ausgezeichnet wurde. In den 60er und 70er Jahren war Ludwig Cremer einer der meistbeschäftigten Fernsehregisseure, der u. a. mit "Die chinesische Mauer" von Max Frisch die dramaturgische Geschichte des Fernsehens geprägt hat. 1982 starb er nach langer Krankheit im Alter von 73 Jahren.Fazit:Ein interessantes Hörspiel, das die Geschichte sehr gut wiedergegeben hat.

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  • zu langatmig

    Anna Karenina
    MrsJana13

    MrsJana13

    24. October 2016 um 12:02

    Leider konnte mich dieses Buch nicht überzeugen. Die Geschichte und auch die Charaktere sind zwar interessant aber mir persönlich kommt die Geschichte zu langsam voran. Da ich meine Zeit nicht weiter damit vergeuden möchte, habe ich dieses Buch abgebrochen. Vielleicht versuche ich es zu einem späteren Zeitpunkt erneut.

  • Klassiker mit Längen, die aber im Gesamtpaket durchaus Sinn machen!

    Anna Karenina
    kingofmusic

    kingofmusic

    Liebe Anna, du kennst mich nicht - ein Zustand, der sich auch nie ändern würde, selbst wenn wir in ein und derselben Zeit leben würden oder gelebt hätten. Du bist und bleibst jedoch "nur" eine Romanfigur deines Schöpfers Lew Tolstoi. Trotzdem wage ich zu behaupten, dass ich dich "kenne". Immerhin hast du mich ein halbes Jahr lang von meinem Nachttisch aus jeden Abend angeschaut und angelächelt und ich habe mit dir zusammen gelacht, geweint, getanzt, gewütet...Ich habe beobachtet, wie du mit dem Grafen Wronski angebandelt hast, war später bei der Geburt eurer gemeinsamen Tochter dabei, war mit euch in Italien, hab dir die Daumen gedrückt, dass du es schaffst, deinen Sohn Serjoscha (aus deiner Ehe mit Alexej Karenin) mit auf deine Seite zu ziehen, habe dich zum Schluss für deine sinnlose Boshaftigkeit und Eifersucht gegenüber Wronski gehasst und war betrübt, als du keinen anderen Ausweg mehr gesehen und dir das Leben genommen hast. Auf der anderen Seite durfte ich viele andere Personen deiner Familie und Freunde kennenlernen; am meisten jedoch Kitty und Lewin, deren Leben ich genauso intensiv beobachten konnte wie deins. Auch mit ihnen habe ich gehofft, gebangt, gelacht - die ganze Palette an Gefühlen und Emotionen. Selten vor und nach deiner Schöpfung ist es einem Autor gelungen, so ein vielschichtiges, emotionales Epos zu schreiben wie es Lew Tolstoi mit deiner Geschichte getan hat. Er hat mir sämtliche Schichten der russischen Bevölkerung gezeigt - vom kleinen Landarbeiter bis in die höchsten Regierungs- und Adelskreise, hat dabei augenzwinkernd, jedoch nie wirklich boshaft den Zeigefinger erhoben und mich (den Leser) auf Fehler "im System" hingewiesen. Es fällt mir schwer, dir noch weiter zu berichten, was du in mir ausgelöst hast. Du kannst dir jedoch sicher sein, dass ich dich von nun an auf ewig in meinem Herzen trage und wir uns garantiert noch einmal begegnen werden - nur um dann neue Facetten von dir oder den anderen kennenzulernen, Meinungen zu revidieren und trotzdem am Ende wieder genauso begeistert dazusitzen und zu sagen "Anna - schön, dass es dich gibt!" In inniger Verbundenheit Jochen

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    • 17
  • Alle glücklichen Familien ähneln einander-jede unglückliche aber ist auf ihre eigene Art unglücklich

    Anna Karenina
    SandraWer

    SandraWer

    Die ganze Geschichte dreht sich um 2 Liebeespaare, Anna Karenina mit Wronskij ist eines davon, das andere Konstantin Dmitrijewitsch Ljewin und seine spätere Gemahlin Kitty. Das Buch beginnt damit, dass Annas Schwägerin von Annas Bruder betrogen wird. Es ist für sie ein schlimmer Schicksalsschlag, doch letztendlich verzeiht sie ihm, so wie es wohl die meisten Verheirateten im Russland des späten 19. Jahrhunderts getan hätten. Es hätte wohl verheerende und unvorhersehbare Folgen gehabt, wenn sie anders gehandelt hätte. So denkt man zumindest, wenn man den weiteren Verlauf des Buches kennt. Anna Karenina, die verheiratet ist, begegnet Wronskij und es entwickelt sich sofort eine enorme Leidenschaft zwischen ihnen. Wronskij beginnt immer häufiger Annas Nähe zu suchen und so entwickelt sich eine heimliche Affäre daraus. Bis zu dem Zeitpunkt als Anna schwanger wird. Anna gesteht ihrem Mann von ihrer Liebschaft, aber entscheidet sich dennoch bei ihm zu bleiben. Es sind gesellschaftliche und finanzielle Zwänge, die sie dazu veranlassen, ihn nicht zu verlassen. Es wird alles sehr schwerfällig und die Distanz zwischen Anna und ihrem Mann unerträglich. Deshalb ist es immer wieder etwas auflockernd, wenn im Buch ein Schwenk passiert auf die Geschichte Kittys und Ljewins, die nach anfänglichen Problemen doch zueinander finden und man könnte fast sagen eine Traumbeziehung führen. Zumindest im Gegensatz zu der Geschichte von Anna. "Da erkannte er zum erstenmal klar, was er noch nicht gewußt, als er sie nach der Trauung aus der Kirche geführt hatte. Er erkannte, daß sie ihm nicht nur nahe stehe, sondern daß er jetzt nicht einmal mehr wisse, wo sie aufhöre und wo er anfange. Er empfand dies an jenem quälenden Gefühl der Zweiheit, welches er in dieser Minute hatte. Im ersten Augenblick war er verletzt, ebenso schnell aber wurde er auch inne, daß er von ihr nicht verletzt werden könne, daß sie ja er selbst sei." Ljewin, der ein Denkertyp ist, beschäftigt sich viel mit der Frage der Bauernbefreung und stellt in Folge darauf seine gesamte Landwirtschaft um, um seine Bauern am Gewinn zu beteiligen. Seine Suche nach einem christlichen Glauben ist eine weitere der vielen Nebenhandlungen, die in das Buch einfließen,, die aber nicht immer ganz so leicht zu lesen sind. Zurück zu Anna: Am Ende des ersten Teils des Buches verlässt Anna ihren Mann um ein Leben mit Wronskij zu führen. Jedoch schon bald beginnen Probleme zwischen den beiden aufzukommen. Anna ist unglücklich. Nicht zuletzt deshalb, weil sie für ihre neue Liebe ihren Sohn zurücklassen musste, den sie über alles liebte. Anna hat ein unerfülltes Leben und wie es scheint auch keinerlei Beschäftigung. Sie wird immer unausgeglichener und verbeißt sich in Gefühle der Eifersucht, Wronskij gegenüber. "Obwohl sie sich überzeugt hatte, daß die Abkühlung eintrete, war es ihr dennoch nicht möglich zu handeln, irgendwie ihre Beziehungen zu ihm zu verändern. Nur allein so wie früher, allein mit Liebe und Anhänglichkeit konnte sie ihn halten. Nur ebenso, wie früher durch Arbeit am Tage und Morphium des Nachts, konnte sie die furchtbaren Gedanken darüber ersticken, was werden sollte, wenn er sie zu lieben einmal aufhören würde." Ihr Misstrauen ist meiner Meinung nach nicht zuletzt der Grund für das Erkalten von Wronskijs Gefühlen. Anna sieht keinen Ausweg mehr und setzt dem Ganzen ein Ende. Es besteht eine Dopplung der zwei Handlungsstränge. Im einen wird eine Familie aufgebaut, im anderen wird eine Familie zerstört. Solche Gegensätze kommen öfter im Buch vor, so auch der Tod und das Entstehen von Leben. Tolstoi ist ein Genie in der Erschaffung differenzierter, sehr unterschiedlicher Charaktere, die er sehr genau zeichnet. Man hat wirklich das Gefühl auf sehr unterschiedliche Persönlichkeiten zu treffen. Selbst Sprache und Satzbau ändern sich von Person zu Person. Nicht jedem Autor gelingt es diese Vielschichtigkeit und Einzigartigkeit so schön darzustellen. Im Buch findet man zudem eine historische Darstellung Russlands im späten 19. Jahrhundert vorwiegend in gehobener Gesellschaft. Wichtige Themen, die Diskutiert wurden finden ihren Platz, sowie gesellschaftliche Konventionen, die einen wichtigen Stellenwert einnahmen. Das Umfeld wird auch sehr gut beschrieben. So hat man ein anderés Geühl am Land als in der Stadt. Selbst die Unterschiede zeischen Moskau und St. Petersburg werden deutlisch. Landschaftsbeschreibungen werden eingesetzt, um einen Ortswechsel zu verdeutlichen. So kriegt man auch als Leser, das Gefühl an jenem Ort zu sein. Ein wahres Meisterwerk, jedoch nicht ganz einfach zu bewältigen

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    • 3
  • Leserunde zu "Anna Karenina" von Leo N. Tolstoi

    Anna Karenina
    NiWa

    NiWa

    Willkommen zur aktuellen Leserunde der Gruppe Klassiker Leserunden.  Wir wollen ein bisschen Leben in die altehrwürdige Literaturwelt bringen. Daher haben wir beschlossen, einige Klassiker gemeinsam zu lesen. Wichtig: Bei dieser Leserunde lesen wir unsere eigenen Bücher, es werden keine Exemplare verlost! Für November & Dezember haben wir uns „An(n)a Karenina“ von Leo N. Tolstoi vorgenommen. Klappentext: Anna Karenina scheint alles zu besitzen, was glücklich macht. Doch als der leidenschaftliche Offizier Graf Wronskij in ihr Leben tritt, gerät ihre Welt aus den Fugen. Sie muss ihrer bedingungslosen Liebe folgen – bis zum bitteren Ende. Tolstois berühmtes Werk gilt als sein künstlerisch vollkommenstes, mit Charakterbildern von unerreichter Feinheit, zugleich ist es ein unerbittliches Porträt der russischen Gesellschaft. Rosemarie Tietzes hochgelobte Neuübersetzung setzt neue Maßstäbe und lässt das eindrucksvolle Werk in neuem Glanz erstrahlen. Die Leserunde beginnt diesmal am 10. November und die Klassiker-Leserunden-Gruppe freut sich über jeden, der mit uns „Anna Karenina“ lesen will.:-) Wichtig ist, dass es auch von diesem Klassiker verschiedene Ausgaben gibt. Sollten hier markante Unterschiede auffallen, gebt bitte in der Rubrik Meine Ausgabe Bescheid, damit wir die Einteilung dementsprechend anpassen können. Soweit man sich in der Leserunde orientieren kann, ist natürlich jede Version in Ordnung. Wir freuen uns über zahlreiche TeilnehmerInnen! • Bitte schreibt eure Beiträge in die bestehenden Kategorien, damit die Leserunde übersichtlich bleibt. • Bitte denkt auch daran, den Spoiler-Haken zu setzen! Zur Einteilung der Leseabschnitte ------------------------------------------------ „Anna Karenina“ ist in 8 Teile gegliedert und danach wurde die Leserunde eingeteilt: Teil 1 | Kapitel 1-17 Teil 1 | Kapitel 18-34 Teil 2 | Kapitel 1-17 Teil 2 | Kapitel 18-35 Teil 3 | Kapitel 1-16 Teil 3 | Kapitel 17-32 Teil 4 | Kapitel 1-12 Teil 4 | Kapitel 13-23 Teil 5 | Kapitel 1-16 Teil 5 | Kapitel 17-33 Teil 6 | Kapitel 1-16 Teil 6 | Kapitel 17-32 Teil 7 | Kapitel 1-16 Teil 7 | Kapitel 17-31 Teil 8

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    • 457
  • Dicker Wälzer, der es wert ist gelesen zu werden

    Anna Karenina
    Ambermoon

    Ambermoon

    Anna Karenina ist neben Effi Briest und Madame Bovary die wohl berühmteste Ehebrecherin der Weltliteratur. Glücklos mit einem hohen Beamten verheiratet, verfällt die bezaubernde, kluge und sanftmütige Anna dem jungen Offizier Graf Wronski in unwiderstehlicher Liebe. Eine leidenschaftliche Affäre, die sie weder vor ihrem Mann noch vor der Gesellschaft verheimlicht, nimmt ihren Lauf. Anna Karenina ist bereit, dieser Liebe alles zu opfern … (Klappentext)                                 -------------------------------------------------------------Es ist schwierig eine Rezension zu verfassen, die diesem Klassiker gerecht wird, aber ich werde es nach bestem Wissen und Gewissen versuchen. Dieser Roman verläuft in zwei Handlungssträngen, die nebeneinander herlaufen, aber auch gekonnt miteinander verflochten werden.Der erste erzählt von Anna, die sich in der oberen Gesellschaftsschicht bewegt, glücklich verheiratet ist und ein ruhiges, besonnenes Leben führt und ein einnehmendes Wesen hat..bis, ja bis sie auf den Offizier Graf Wronski trifft, sich unsterblich in ihn verliebt und die Dinge ihren Lauf nehmen. Diese Handlung beinhaltet Betrug, Eifersucht, Drama und Depression, welche von Tolstoi in psychologischer Feinstarbeit beschrieben und aufgezeigt wird. Hier erhält der Leser vor allem Einblicke in die damalige russische Oberschicht.Der zweite Handlungsstrang erzählt von Lewin. Hierbei kommt zwar auch die Liebe vor, dieser ist aber meiner Meinung nach viel tiefsinniger als der von Anna und steht auch im vollkommenen Kontrast zu ihrer Tragödie.Lewin verabscheut die städtische Hektik mitsamt seiner Gesellschaft, deren Intrigen und Korruption und er zeigt dies auch offen. Ein kleiner Revoluzzer sozusagen. Er ist ein sehr nachdenklicher Mensch, der lieber auf seinem Gut auf dem Land lebt und das unverdorbene, unkomplizierte und einfache Leben bei seinen Bauern liebt.Hier erhält der Leser Einblicke in das Leben der Bauern und deren Ansichten. Russland befindet sich da gerade im Umbruch, da zur damaligen Zeit gerade die Leibeigenschaft der Bauern aufgehoben wurde.Dies sind die beiden Hauptcharaktäre, welche auch die größte Wandlung durchmachen. Nebenbei gibt es auch viele, ja seehr viele Nebencharaktere (die russischen Namen kamen mir nicht nur einmal durcheinander), deren Persönlichkeit Tolstoi gekonnt herausgearbeitet hat und an den Leser bringt. Man begegnet dem kühlen Politiker und Geschäftsmann, einigen Lebemännern vom Feinsten, einer davon betrügt seine Frau im großen Stil, ihr das weder verheimlicht noch ein schlechtes Gewissen hat, Philosophen, etc. Trotzdem ist bei Tolstoi niemand nur gut oder böse, nichts ist nur schwarz oder weiß. Er schafft es, dass sich der Leser in jeden dieser Personen hineinversetzen kann und auch ein gewisses Verständnis für denjenigen aufbringt.In diesem Roman wird die politische und philosophische Thematik direkt angesprochen, Dinge die damals die großen, wie kleinen Leute beschäftigt haben (und auch heute noch tun) - der Sinn des Lebens, Liberalismus, Kapitalismus, Religion, soziale Ungerechtigkeit,...Vor allem im Handlungsstrang Lewins werden diese Themen aufgegriffen. Daher ziehen sich manche Stellen in diesem Bereich etwas. Wenn man sich da jedoch durchbeißt, erhält man als Leser interessante Einblicke in das Leben der damaligen russischen Verhältnisse und auch in die Gedankenwelt Tolstois, der in Lewin viel biographisches einfließen ließ.Er selbst verachtete soziale Ungerechtigkeit, war von der Gleichheit der Menschen überzeugt, egal welcher Gesellschaft sie angehörten. Wenn man Lewin kennenlernt, lernt man auch Tolsoi kennen, der für die damalige Zeit ein bereits sehr modernes Denken an den Tag legte.Fazit:Auch wenn dieser Roman einige Längen aufweist, möchte ich diese nicht missen. Manchmal denke ich mir, ohne Ausschweifungen und Längen, ohne philosophischer und politischer Gedankengänge, ist ein Klassiker kein Klassiker.Und Tolstoi schafft es trotzdem mich zu fesseln. Er zeichnet die Persönlichkeiten seiner Charaktere wie kein anderer, die Landschaftsbeschreibungen sind überwältigend und die Einblicke in das russische 19. Jahrhundert interessant und informativ.Ich kann mich hier den Worten Thomas Mann's nur anschließen, der "Anna Karenina" als den größten Gesellschaftsroman der Weltliteratur bezeichnete.Dies ist ein anspruchsvoller Klassiker, der wie kein anderer aufzeigt, dass jeder Mensch auf der Suche nach etwas Höherem, nach dem Sinn des Lebens und der Liebe ist - damals wie heute.Es lohnt sich auf jeden Fall sich die Zeit und Muse zu nehmen, sich über diesen Wälzer zu trauen.

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    • 6
  • Eine gelungene Menschenstudie

    Anna Karenina
    gst

    gst

    „Schließlich wurde ihre Aufmerksamkeit abgelenkt von dem Schneetreiben gegen das linke Fenster und von den vielen Flocken, die an der Scheibe hängen blieben, von dem warm eingemummten und einseitig mit Schnee bedeckten Schaffner, der im Gang vorüber ging, und von den Meinungen, die im Abteil über den draußen herrschenden Schneesturm geäußert wurden. Aber es blieb immer das Gleiche: das Geklapper des Wagens, der Schnee am Fenster, der gleiche schnelle Wechsel zwischen Hitze, Kälte und wiederum Hitze im Abteil.“ So lernen wir Anna Karenina kennen – im Buch und im Film. Wobei ich gestehen muss, dass der Film bei weitem nicht die Vielfalt des Buches erreichen kann! Während Anna ihre unglückliche Schwägerin Dolly überredet, ihrem untreuen Ehemann zu verzeihen, verliebt sie sich selbst außerehelich. Ein Drama beginnt und macht aus der ehemals freundlichen Frau und Mutter einen zerbrochenen Menschen … Obwohl Anna Karenina titelgebend war, ist sie nicht die einzige Person, die Tolstoi in seinem umfangreichen Roman beleuchtet. Auch andere Zeitgenossen hat er akribisch genau charakterisiert. Es gelingt ihm, die unterschiedlichsten Gedankengänge seiner Figuren zu verfolgen und durch seine Naturbeschreibungen lässt er Bilder im Kopf seiner Leser entstehen, die jedem Film überlegen sind. Sein Roman strotzt nur so von Glück und Unglück, von Freude und Leid, von Gesundheit und Krankheit, vom Lebensbeginn und vom Lebensende. Und obwohl das Buch vor über einhundert Jahren erschien, kann man sehr genau sehen, dass der Mensch an sich gleich geblieben ist. Vielleicht haben sich diverse Lebensumstände verändert, wird den Frauen mehr Selbstständigkeit zugestanden, ist der Unterschied zwischen den einzelnen Gesellschaftsschichten geringer geworden – aber die Sorgen und Nöte sind noch immer fast gleich: wie finde ich eine Stellung, mit der ich die Familie ernähren kann? Wird mein Kind gesund zur Welt kommen? Ist mein Partner treu? Tut Müßiggang gut? Was ist der Sinn des Lebens? Wer dieses Buch liest, bekommt den Eindruck, dass Tolstoi die Menschen sehr genau studiert hat. Manchmal übertreibt er die Beobachtungen etwas und so entstehen – zumindest für unseren heutigen Geschmack – auch einige Längen. Doch wenn man die abzieht, lohnt sich die Lektüre auch heute noch! 

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    • 8
  • Glück, Unglück, Ehe, Moral...

    Anna Karenina
    Miamou

    Miamou

    Anna Karenina scheint alles zu besitzen, was glücklich macht. Doch als der leidenschaftliche Offizier Graf Wronskij in ihr Leben tritt, gerät ihre Welt aus den Fugen. Sie muss ihrer bedingungslosen Liebe folgen – bis zum bitteren Ende. ******************************************************* Eine Rezension zu „Anna Karenina“ zu schreiben, die diesem Buch gerecht wird, ist sehr schwierig. Vor allen Dingen auch deswegen, weil Tolstoi in seinem Werk eine Vielzahl an Themen, Charakteren und Gedankenströmungen einfließen lässt, die nur sehr schwer in einigen Zeilen zu erfassen sind. Ich kann also schon vorab allen empfehlen, die sich Verfilmungen zu „Anna Karenina“ angesehen haben, auch das Buch zu lesen, da es einfach auch ermöglicht so unendliche viele Zusammenhänge zu erfassen und man erst dann so richtig den gesamten Stoff eines Films verstehen kann. Der Roman handelt von fünf miteinander verwandten und verschwägerten Familien. Die Familie Oblonski, die Familie Karenin, die Familie Ljewin, die Familie Wronski und die Familie Schtscherbatzki. Anhand dieser Familienkonstellationen ist es Tolstoi gelungen einen sehr breiten Einblick in die russische Gesellschaft zu geben. Als Leser begegnet man mit Wronski einen Vertreter des Militärs, der bei Tolstoi ganz eindeutig die These vertritt, dass nur Freude und Lust und weniger Schmerz für das Leben wertvoll sei. Diese Meinung Wronskis kann man wirklich das gesamte Buch über schön beobachten, da er selbst nach dem Verlust Annas versucht, den Schmerz so gut als möglich zu verdrängen. Karenin dagegen steht für die höhere Gesellschaft, speziell als Politiker. Er wirkt in vielen Fällen sehr gefühlskalt, hat dann aber auch gleich wieder zutiefst menschliche Züge, in denen er aber nicht sehr konstant ist. So sieht er es beispielweise in einem Moment als gut an, wenn er sich von Anna scheiden lässt um diese furchtbare Situation aufzulösen, will ihr aber gleichzeitig ihren Sohn wegnehmen. Oblonski, oder Stiwa, ist eindeutig der Lebemann in dem Werk. Er findet nichts Schlimmes daran, seine Frau zu betrügen und kümmert sich äußerst wenig darum, dass seinen Kindern eine gute Erziehung zukommt. Er sieht die Ehe als „überholte Einrichtung“ und handelt die ganze Zeit über auch so. Er ist nur auf Reisen und verschleudert sein Geld. Einen starken Kontrast zu ihm bietet Konstantin Ljewin, der für mich die reflektierteste Figur im gesamten Roman war. Er denkt viel über sich selbst und über das Leben nach und wünscht sich eigentlich nur die richtige Frau, mit der er eine Familie gründen kann. Zudem ist er der klassische Landmensch, der mit den Großstadtmenschen nur wenig zu tun haben will, weil sie seiner Meinung nach seine Moral auf eine harte Probe stellen. Auch Frauenbilder zeigt Tolstoi zu genüge und auch in einem breiten Spektrum auf. Lange bevor dem Leser Anna begegnet trifft er auf die beiden liebenswürdigen Schtscherbatzki – Töchter Dolly und Kitty. Dolly ist mit Stiwa verheiratet und hält trotz der Untreue ihres Gatten an ihrer Ehe fest. Sie ist eine sehr schlichte Frau, die dabei aber sehr authentisch wirkt. Zudem ist sie immer um das Wohl der Menschen, die sie um sich hat sehr besorgt und legt auf für ihre Schwester Kitty mal ein gutes Wort ein. Kitty selbst ist in ihrer Jugend von dem hübschen Graf Wronski geblendet, als der sich aber dann in Anna verguckt und sie verschmäht zurücklässt, entdeckt diese die Liebe zu Ljewin, den sie schlussendlich dann auch heiratet und mit ihm wirklich eine wunderschöne Ehe führt, die die Harmonie sucht, aber nicht immer harmonisch ist. Hervorheben möchte ich auch noch die Gräfin Betsy, die in ihren Charaktereigenschaften das weibliche Pendant zu Wronski bildet und auch die Gräfin Warwara, die zunächst noch zu Anna steht, solange sie sich auf dem Land aufhalten, sobald sie aber in der Stadt sind, lässt sie Anna fallen, um ihren Ansehen nicht zu schaden. Und dann ist da natürlich noch Anna selbst die zu Beginn eine sehr selbstbewusste junge Frau ist und die mit Weiterlesen der Lektüre einen immer unglücklicheren und innerlich zerrütteten Eindruck macht. Schlussendlich verliert sie alles, was ihr lieb und teuer ist und sieht keinen Ausweg mehr. Besonders interessant war für mich die Szene, wo sie, nachdem sie mit Wronski geschlafen hat zu ihm sagt, dass ihm bewusst sein muss, dass sie außer ihm nun niemand mehr hat. Und tatsächlich passiert genau das und erlebt seinen Höhepunkt als Anna in die Oper geht und zum Gespött der gesamten Moskauer Gesellschaft wird. Was weiters wirklich eine Besonderheit in diesem Buch darstellt waren die vielen verschiedenen, zutiefst menschlichen Situationen. Das Verlieben, das Heiraten, das Kinder – Kriegen und auch das Sterben. Weiters aber auch Eifersucht, Trennung und Schmerz. Tolstoi hat wirklich alles ausgefasst und auch so erzählt, dass man meint man steht daneben und fühlt mit jeder einzelnen Figur mit. Dabei ist er aber weit weg von jeglicher Schwarz – Weiß – Malerei, sodass Tolstoi von seinem Leser nicht nur Sympathie und Mitleid gegenüber den Figuren abverlangt, sondern ihm auch erlaubt, auf sie mal richtig wütend zu sein oder sich auch vor ihnen und ihren Gedanken auch mal zu ekeln. Was dem Autor weiters wirklich toll gelungen ist, sind seine Landschafts – und Naturbeschreibungen. Besonders jene in den ländlichen Regionen, wo man auch mal bei einer Ernte dabei ist und den Geruch des frischgemähten Heus direkt in der Nase hat. Aber auch in der Stadt gibt es den einen oder anderen Schauplatz, den man sich nicht entgehen lassen will, wie beispielsweise gleich zu Beginn den Eislaufplatz, wo Kitty und Ljewin sich nach längerer Zeit wiedersehen. Tolstoi hat eine gewaltige Themenvielfalt in das Buch aufgenommen. Man erfährt so einiges über die Bauernbefreiung in Russland und welche Probleme sie mit sich brachte. Auch dem Scheidungsrecht war ein großer Platz eingeräumt, damit einhergehend das Thema von Ehe und Ehebruch auch die Frage nach der Moral und des persönlichen Glücks. Weiters über Politik, die versuchte das große Land Russland zusammenzuhalten. Das Leben der adligen Schicht im Gegensatz zu den „einfachen“ Menschen, die sich am Land befinden. Und schlussendlich auch die Frage der Religion und welchen Einfluss sie auf das Leben haben kann. Zugegeben weist, wie nahezu jeder Klassiker, auch dieser seine Längen auf, wobei ich deswegen aber keinen Stern abziehen will. Ich war sehr überrascht vom Schreibstil des Autors (wobei ich auch denke, dass die Übersetzung einfach wirklich toll geglückt ist). Ich hätte mit einer durchaus schwereren Sprache und einem extrem komplizierten Satzbau gerechnet. Aber alle diese Vorurteile haben sich sehr schnell in Nichts aufgelöst, weswegen ich wirklich nur jeden ermutigen kann, das Buch zu lesen, auch wenn es sehr, sehr umfangreich ist. Es lohnt sich wirklich!

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    • 12
  • Auflehnung gegen gesellschaftliche Konventionen

    Anna Karenina
    FinchensBücherecke

    FinchensBücherecke

    13. January 2016 um 15:30

    Titel: Anna Karenina Autor: Leo N. Tolstoi Seitenzahl: 991 Verlag: Anaconda „Alles ist aus! Ich habe auf der Welt niemand mehr als dich. Vergiß das nicht!“ Inhalt Im 19. Jahrhundert hatte man sich als Angehöriger einer bestimmten Gesellschaftsschicht an bestimmte Regeln zu halten. Als Mitglied der feinen Gesellschaft tolerierte man, dass ein Mann sich eine Geliebte hielt. Aber maßte sich eine Frau an, sich einen Geliebten zu nehmen, kam dies einer Todsünde gleich. Die Frau wurde aufs Abstellgleis gestellt und als Ehebrecherin denunziert. Dieses Schicksal musste auch die Romanheldin von Leo Tolstoi erfahren. Anna Karenina, die in einer lieblosen Ehe gefangen ist, möchte ausbrechen und endlich leben. Deswegen ist die Begegnung mit dem Grafen Wronski während eines Balles in Moskau ein wahrer Lichtblick. Doch anfangs versucht sie – aus Liebe zu ihrem Sohn – noch zu widerstehen. Da sie nicht die Kraft hat, ihre Gefühle auszublenden, lässt sie sich ganz auf ihn ein. Dies führt zu ihrem gesellschaftlichen Abstieg. In dieser Lage kann sie nur noch die Liebe zu Wronski ihr Eigen nennen, was für ihr Seelenheil verhängnisvolle Folgen hat. Am Ende fällt sie eine fatale Entscheidung: den Freitod. Gesellschaftskritik Tolstoi zeigt nicht nur glänzend die Gefühlswelt der verschiedenen Akteure auf, sondern nutzt sein Epos auch um die höhere, russische Gesellschaft des 19. Jahrhunderts unter die Lupe zu nehmen. So beschreibt er mit dem zweiten Handlungsstrang – aus der Sicht des Gutsbesitzers Lewin – die Situation der einfacheren Bevölkerung. Diese muss sich mit einem Leben im Elend und Leibeigenschaft zufrieden geben. So gibt Tolstoi am Ende die „bessere“ Gesellschaft der Lächerlichkeit Preis und erhebt die sog. „einfacheren“ Menschen auf eine höhere Stufe als sie in Wirklichkeit stehen. Meine Meinung Ich finde „Anna Karenina“ ist ein sehr unterhaltsamer Roman mit fesselnder Handlung, auch wenn es ein ganz schöner Wälzer ist. Tolstoi versteht es mit viel Charme und ironischem Witz der besseren Gesellschaft des zaristischen Russlands einen Spiegel vorzuhalten. Dabei hat er stets die Prämisse, dass niemand per se bewusst gut oder böse ist, sondern die Umstände das Handeln der Figuren lenkt. Es liefert darüber hinaus Denkanstöße über die gegebenen Konventionen und lässt uns teilhaben an einer vergangenen Zeit. Ich gebe dem Buch daher 5 Sterne.

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  • Ein wahres Meisterwerk der Literatur!

    Anna Karenina
    Betsy

    Betsy

    "Alle glücklichen Familien sind einander ähnlich; aber jede unglückliche Familie ist auf ihre besondere Art unglücklich." Anna Karenina, wohl das populärste Meisterwerk des Autors Tolstoi, das zu Recht ein Klassiker ist, besticht durch dessen Einfühlungsvermögen in alle seine Figuren egal ob nun Haupt- oder Nebendarsteller in dieser so verflochtenen Geschichte mit diesen unglaublich vielen, besonders zu damaligen Zeit, oftmals auch heiklen Themen. Grob erzählt geht es um die Geschichte von mehreren Familien (Oblonskijs, Schtscherbazkijs, Ljweins und Karenins), die alle mehr oder weniger durch Verwandschaft, Freundschaft oder Liebe miteinander verbunden sind und alle so ihre eigenen Probleme haben. Die namensgebende Anna Karenina ,die obwohl verheiratet, eine Affäre mit dem Grafen Wronskij beginnt ist quasi der Auslöser für das weitere Geschehen um sie herum, obwohl sie nicht mehr Raum in dieser Geschichte einnimmt als die anderen, und erzählt wie schwer es damals war für eine Frau zwischen Liebe und ihren guten Ruf in der Gesellschaft zu bestehen. Wer bisher nur eine Verfilmung zu diesem Roman gesehen hat, der hat keine Ahnung wie vielschichtig diese Geschichte wirklich ist, denn ein Film kann das ganze Gedankengut der einzelnen Personen bei weitem nicht so gut einfangen, wie es Tolstoi hier im Buch schildert und ich ziehe hier definitiv den Hut vor diesem großartigen Autor. Gerade weil das Buch schon so alt ist, ist es für mich umso erstaunlicher gewesen, wie gekonnt Tostoi sich in die weibliche und männliche Psyche hineinfühlt und auch vor Themen wie das Stillen und der Geburt nicht zurückschreckt. Er lässt seine Figuren sehr oft über bestimmte Themen diskutieren wie zB die Bauern und ihre Arbeitsmoral, die Religion, Politik, Wirtschaft, Kunst, Bildung, das teure Stadtleben uvm., zwar führt das teilweise auch zu einigen Längen, weil einfach dann auch schon zu viel schwadroniert wird, aber trotz allem lässt er alle Seiten zu Wort kommen und zeigt sehr schön, wie man trotz manch hitziger Debatte nachher wieder über unverfänglichere Themen spricht und sich nichts nachträgt. Großes Thema ist hier natürlich die Gesellschaft, damals mit ihren doch sehr scheinheiligen Gebaren. Hier wird genauso hinter dem Rücken geredet und gelästert wie man es heute auch kennt. Die Unterschiede zwischen Mann und Frau werden deutlich anhand der Themen der Affären und Scheidung. Was Tolstoi besonders gut gelingt, ist die Gefühle seiner Figuren zu vermitteln. Man fiebert mit, spürt die Freude, das Glück, die Eifersucht, die Verzweiflung, die Scham, die Liebe, die Ungeduld und auch die Trauer, man hofft auf ein gutes Ende für alle und weiß doch, dass dies nicht möglich ist. Er zeigt einfach alle Aspekte des menschlichen Lebens die mal mehr und mal weniger schön sind. Das Ende war dann leider so ganz anders als von mir erwartet und obwohl es letztendlich einen guten Schluss findet, indem hier nochmal die Frage nach dem Sinn des Lebens aufgegriffen wird bzw. die Frage nach Gott und dem Glauben versus der Wissenschaft geklärt wird, hätte ich gerne noch mehr abschließende Einblicke in andere Figuren, die mich durch diese Geschichte begleitet haben gehabt, um auch mit diesen abschließen zu können. Besonders Anna wird hier im letzten Abschnitt für mich fast schon zu sehr unter den Teppich gekehrt, obwohl diese doch hier die Namensgeberin des Buches ist. Ich fand es fast schon schade, dass das Buch letzendlich irgendwann enden musste, nachdem man die Leute hier auf einem langen Weg mitbegleitet hat und sie dann einfach loslassen musste. Fazit: Ein wirklich grandioser Roman! Auch wenn man sich teilweise doch durchquälen muss und besonders die oftmals wirklich langen Sätze mit gefühlten hundert Beistrichen einiges an Konzentration erfordern, um in diesen oftmals sehr komplexen Gedankengängen nicht den Faden zu verlieren, versteht es Tolstoi wirklich wunderbar, dass der Leser sich in alle Personen wirklich gut hineinversetzen kann. Seine Figuren sind realitätsnah und man fühlt wirklich für alle mehr oder weniger mit, auch wenn sie in den Augen anderer vielleicht etwas falsches tun. Er macht es schwer hier wirklich mit dem Finger auf eine Figur zu zeigen und zu sagen, diese sei von Grund auf schlecht. Tolstoi beleuchtet hier soviele Themen seiner Zeit und sorgt damit auch für ein besseres Verständnis dieser, wobei man hier als Frau doch teilweise über manche Ungerechtigkeit nur den Kopf schütteln kann. Definitiv ein Werk, dass man mit Zeit und Muße gelesen haben sollte, man wird es letztendlich nicht bereuen durchgehalten zu haben!

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    • 3
  • Spiegel der russischen Adelsgesellschaft

    Anna Karenina
    Valilu

    Valilu

    23. September 2015 um 21:21

    In seinem Roman Anna Karenina beschreibt Lew Tolstoi die Gefühlswelt seiner Protagonisten ebenso anschaulich wie die gesellschaftlichen Verhältnisse der damaligen Zeit. Der Roman gliedert sich hierzu in mehrere Handlungsstränge, die zwar miteinander verwoben sind, jedoch jeweils unterschiedliche Lebensentwürfe und damit verbundene familiäre Probleme in den Mittelpunkt stellen. Der Roman lebt ohne Zweifel von seinen lebhaften Beschreibungen, mit deren Hilfe die Figuren ebenso wie ihre Umwelt eindrücklich vor Augen geführt werden. Die Darstellungen der persönlichen Empfindungen sind dabei besonders bildhaft dargestellt. "Er begriff, dass sie ihm nicht nur nahe stand, sondern dass er nicht mehr wusste, wo sie aufhörte und er anfing." Tolstoi versteht es, mit der Sprache zu spielen und Bilder zu erschaffen, die hängen bleiben: "Auch das schwarze Kleid mit den üppigen Spitzen war an ihr nicht sichtbar; es war nur ein Rahmen, und sichtbar war allein sie, Anna, schlicht, natürlich, elegant und zugleich fröhlich und lebhaft." Schon aufgrund seines beachtlichen Umfangs verlangt der Roman nach mehreren Leseetappen und einem gewissen Maß an Durchhaltevermögen - zumal die Handlung über einen Großteil des Buches ziemlich unspektakulär vor sich hin plätschert. Allerdings ist es auch an eher unauffälligen Stellen immer wieder die Sprache Tolstois, die Spaß macht und zum Weiterlesen motiviert. Tolstoi schafft Szenen, in die man sich problemlos hineinversetzen kann und bei denen man gelegentlich denkt, dass man dieses Gefühl ganz genau kennt, man es aber nicht besser hätte in Worte fassen können. "Den ganzen Tag kam es ihr so vor, als ob sie mit Schauspielern, die besser waren als sie, Theater spiele und als ob ihr schlechtes Spiel alles verderbe." Manchmal schwermütig, manchmal humorvoll gibt Tolstoi dabei einen spannenden Einblick in die russische Seele und das Rollenverständnis zur damaligen Zeit: "So sehr Stepan Arkadjitsch sich auch bemühte, ein treusorgender Vater zu sein, entfiel im doch andauernd, dass er Frau und Kinder hatte." Mir hat der Roman um Anna, Lewin, Kitty, Wronski, Stepan, Dolly und all die anderen insgesamt sehr gut gefallen, sodass ich die letzten 3 Wochen gerne für die Lektüre aufgebracht habe. Denjenigen, die überlegen das Buch vorzeitig abzubrechen, würde ich raten, zumindest noch das letzte Kapitel mitzunehmen. Einige der abschließenden Gedanken Lewins und insbesondere der letzte Satz haben mich für jede Durststrecke im Roman entschädigt.

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  • Eine Dame von Welt

    Anna Karenina
    Janine2610

    Janine2610

    Der Klappentext: Anna Karenina ist eine wundervolle junge Frau. Sie scheint alles zu besitzen, was glücklich macht, lebt aber seit Jahren in einer unerfüllten, monotonen Ehe. Als der glanzvolle Offizier Graf Wronski in ihr Leben tritt, begegnet sie in ihm ihrer großen Liebe. Dafür ist sie bereit, alles zu opfern. Doch ihre Leidenschaft wird auf eine harte Probe gestellt, und das erträumte Leben mit dem Geliebten rückt in immer weitere Ferne. Die Tragödie einer Frau zwischen gesellschaftlichem Ansehen und glühender Leidenschaft zeichnet ein unerbittliches Gesellschaftsporträt und zugleich ein Charakterbild von unerreichter psychologischer Feinheit. Der Roman zählt neben Effi Briest und Madame Bovary zu den großen Schicksalsromanen der Weltliteratur. Meine Meinung: Die Handlung dieses 1227 Seiten umfassenden Wälzers findet in Russland des 19. Jahrhunderts statt. Gesellschaftliches Ansehen, Konventionen, Liebe, Betrug, Familie, Ehe und der Sinn des Lebens sind die Hauptthemen, die dieser Roman behandelt. Genauer geht es, wie der Titel schon sagt, unter anderem auch um Anna Karenina. Eine faszinierende Frau mit Ausstrahlung, die bewundert und geachtet wird, eine Dame von Welt. Ihr Ansehen muss sie aber schon sehr bald einbüßen, denn als verheiratete Frau verliebt sie sich in den Grafen Alexej Wronski, und das wird von der Gesellschaft natürlich nicht gebilligt. Nun hat Anna Karenina ein erschwertes Leben, geplagt wird sie von Sorgen, Ängsten und ihrer teilweise unbegründeten Eifersucht. Für mich als Leserin war es erfreulicherweise total spannend Anna Kareninas Entwicklung mitzuverfolgen, die sowohl von Hochs, glücklichen Momenten, aber von ebenso vielen Tiefs geprägt war. Hochinteressant fand ich auch Vergleiche von damals und heute, das gesellschaftliche und persönliche Denken betreffend, zu ziehen. Denn die Unterschiede waren größtenteils gar nicht so klein, wie gedacht. Neben Anna Karenina gab es klarerweise noch ein paar andere Charaktere, die ich liebgewonnen habe, und die diesen Roman ebenfalls zu einem Genuss gemacht haben. Ganz besonders erwähnen möchte ich hier Lewin und Kitty, ein wirklich herzerwärmendes Paar, von dem ich so gerne gelesen habe. Nicht ganz so gut gefallen haben mir ein paar wenige Kapitel, in denen viel über Politik, Wahlen, Gesellschaft und Landwirtschaft die Rede war. An dieser Stelle muss ich zugeben, dass ich Langeweile empfunden habe und phasenweise auch abgeschweift bin. Ansonsten bin ich restlos begeistert von diesem großen Stück Weltliteratur. Für mich hat es sich gelohnt. Das Buch war gute Unterhaltung, aber auch lehrreich, deswegen möchte ich es hiermit uneingeschränkt weiterempfehlen.

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    • 12
    BrittaRoeder

    BrittaRoeder

    14. March 2015 um 16:18
  • Anna Karenina

    Anna Karenina
    Fleur91

    Fleur91

    27. February 2015 um 11:08

    In diesem dicken Schmöker geht es um die Geschichte von Anna Karenina und Alexej Wronski, für den sie ihren Mann verlässt, und um die Liebes- und Lebensgeschichte von Kitty und Lewin. Die Verwandten kommen aber auch nicht zu kurz und auch über deren Leben erfährt man einiges. Im Grunde nicht leicht zusammenzufassen. Es geht um Ehebruch, Liebe, Eifersucht, Moral, Ehe, aber auch um gesellschaftliche Themen und Landwirtschaft. Ich habe ganze 5 Wochen an diesem Buch gelesen und eigentlich spricht das nicht sehr für das Buch. Ich fange mal mit den wichtigsten Personen an. Nachdem Anna Karenina im Buch zum ersten Mal auftauchte, hatte ich ein bestimmtes Bild von ihr im Kopf, das aber recht schnell wieder zerstört wurde. Leider, wie ich sagen muss.. Denn ich konnte mit dieser Frau absolut nichts anfangen. Im Grunde hat mich ihr Schicksal nicht wirklich interessiert und warum sie sich in Wronski verliebt hat, habe ich nie verstanden. Gegen Ende hätte ich diese Frau auch gern mal an den Schultern gepackt und ordentlich durchgeschüttelt. Alexej Wronski, Annas Liebhaber, mochte ich von Anfang an nicht. Deren Schicksal war mir im Grunde also egal, aber dennoch wollte ich wissen, wie es weitergeht. Und das war wohl der einzige Grund, warum ich dieses Buch überhaupt zu Ende gelesen habe. Die Geschichte von Kitty und Lewin nimmt auch viel Platz in diesem Buch ein und es wird immer zwischen diesen beiden "Hauptgeschichten" hin und her gewechselt. Was mich am meisten gestört hat, war das ewige "drumherum". Es wird also durchaus auch mal zwei Kapitel lang beschrieben, wie ein Rasen gemäht wird. Anfangs hab ich noch tapfer durchgehalten, aber auf ca. den letzten 300 Seiten habe ich das Buch nur noch quer gelesen. In dem Buch gibt es allgemein sehr viele Namen und Personen, die man sich merken muss, aber der Autor führt auch immer mal Personen ein, die ein paar Kapitel lang präsent sind, die dann allerdings nicht mehr erwähnt werden. Solche Stellen haben mich meist gelangweilt und waren in meinen Augen nur dazu da, die Seitenzahl zu erhöhen. Was Tolstoi aber auf jeden Fall kann, ist Gedanken und Empfindungen in Worte zu fassen. Ihm ist es so gekonnt gelungen, manche Empfindungen zu beschreiben, dass ich oft nur staunend die betreffenden Zeilen gelesen habe. Ich habe mich mit dem Schreibstil aber doch schwer getan. Die Sätze sind teilweise sehr lang und verschachtelt, so dass ich nur sehr langsam vorangekommen bin. Alles in allem würde ich schon sagen, dass dieser Klassiker lesenswert ist, aber man braucht auf jeden Fall Ausdauer dafür. Das Buch ist auf jeden Fall für jeden geeignet, der sich auch für die adlige russische Gesellschaft im 19. Jahrhundert interessiert.

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