Lewis Dartnell Das Handbuch für den Neustart der Welt

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Inhaltsangabe zu „Das Handbuch für den Neustart der Welt“ von Lewis Dartnell

Was wissen wir eigentlich wirklich über die grundlegenden Kulturtechniken unserer hochentwickelten Zivilisation? Wir sind von Technologie umgeben, die wir kaum verstehen – geschweige denn nachbauen könnten. Im Falle einer globalen Katastrophe: Wer wüsste schon, wie man Nahrungsmittel haltbar macht, Strom erzeugt, Getreide anbaut oder so alltägliche Dinge wie Glas, Papier und Seife herstellt? Wer wäre in der Lage, einen einfachen Motor, ein Funkgerät oder ein Mikroskop zusammenzubasteln? Könnten wir unsere Welt von Grund auf neu errichten? Welche Kenntnisse sind unbedingt nötig für einen Neuanfang? Für alle, die es wissen wollen, kommt hier ein Weltuntergang, der Spaß macht: Lewis Dartnell liefert die Blaupause für den Start einer neuen Zivilisation – indem er beschreibt, was unsere gegenwärtige Zivilisation und Technik in ihrem Grunde und auch ganz konkret ausmacht. Ein Buch, das den Entdecker, Tüftler und Macher in uns weckt.

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  • Was danach wichtig wird

    Das Handbuch für den Neustart der Welt
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    16. September 2014 um 13:01

    Was danach wichtig wird Vielfache Bedrohungen der Welt, wie sie ist, stehen im Raum. Seien es die deutlich zunehmenden Zweifler an der Zukunft der Wirtschaftssysteme („Der Crash ist die Lösung“ mitsamt manchen, die einen Rückfall in vormittelalterliche Verhältnisse prognostizieren, sei es ein möglicher aufflammender Krieg von Blöcken, sei es die Durchbrechung der Artenschranke oder der Quarantäne Vorkehrungen eines unberechenbaren Virus (Ebola zeigt die Verwundbarkeit der Menschheit in dieser Hinsicht gerade auf) oder sei es ein Zwischenfall von außen (Meteoriteneinschlag), die Welt ist ökologisch, ökonomisch und kulturell gefährdeter, als man gemeinhin sich vor Augen führt. Was es auch immer sein könnte (Dartnell nennt einige Szenarien ausführlich), was passiert, wie kann man sich verhalten, was sind die Überlebensstrategien in einer dann weitgehend zerstörten Welt? Angesichts einer Entwicklung, die es dem Individuum schwer machen wird, einfach so umzuschalten. „Die Menschen in den Industriestaaten haben keinen Bezug mehr zu zivilisatorischen Prozessen, die ihre Existenz sichern“. Wie werden Nahrungsmittel, einfache Unterkünfte, funktionale Kleidung, Arzneimittel, Werkstoffe oder Chemikalien hergestellt? „Unsere Überlebensfähigkeiten sind so stark verkümmern, das ein Großteil der Menschheit sich nicht aus eigener Kraft behaupten könnte“. Und so sehr man auch die möglichen Katastrophen anzweifeln könnte oder möchte, die Dartnell als mögliche Ursachen benennt, mit dieser Beobachtung trifft er ins Schwarze. Im Falle des Falles würde ein Neustart auf eine übergroße Hilflosigkeit gerade in den technisch hoch entwickelten Bereichen der Weltbevölkerung treffen und ein Vertrauen darauf, dass dann umgehend „alte Instinkte“ für ein Überleben sorgen würden, steht doch auf fraglichem Boden. Nach der „Gnadenfrist“ eines Neustarts (Plünderung noch vorhandener Materialien) stünde somit ein Neulernen grundlegender Fertigkeiten an. Schritt für Schritt bietet Dartnell ernsthaft und wesentlich in diesem Buch die notwendigen Kenntnisse, die es dann brauchen würde. Landwirtschaft, Ernährung und Kleidung, Substanzen, Materialien, Medizin, die Bewahrung oder Herstellung eines Kollektivs, Transport, Kommunikation, Chemie. Ruhig, sachlich und breit legt Dartnell das Wissen der Menschheit um diese existentiellen Prozesse in ihrer jeweiligen Basis dar. Auf die Darstellung hochentwickelter und komplexer Strukturen verzichtet er hierbei zum größten Teil, sondern führt jeden existenziellen Lebensbereich mit einem Grundwissen bis zu dem Punkt, an dem eine Verknüpfung verschiedener Grundprozesse zur Steigerung der Effizienz für größere Kollektive (dann wieder) notwendig werden. So erschließt ich im Lauf der Lektüre, dass dieses Buch nicht einfach zum flüssigen Lesen geeignet ist, sondern eher ein „Handbuch zum Überleben des Kollektivs“ darstellt, in dem Wissen Schritt für Schritt bewahrt wird. Wie z.B. eine Landwirtschaft beginnt, welche Pflanzen es gibt, welche sich eignen, wie diese angebaut werden zunächst ganz einfach und späterhin dann differenzierter (Vierfelderwirtschaft, Effizienzstrategien etc.), bis hin zur Elektrolyse und anderer „Chemie für Fortgeschrittene“. Grundlegende Themen für den Aufbau und Bestand jeder Zivilisation, die zunächst iihr Überleben sichern muss, von vorne an. Bis hin am Ende zu der „bedeutendsten Erfindung“, der Erläuterung der „wissenschaftlichen Methode“, oder, einfacher gesagt: Wie findet man eigentlich selber etwas heraus? Sorgfältig, fachgerecht, sachbezogen und fundiert bietet dieses Huch ein „Kompendium des Überlebens und Neubeginnens“, das nicht als kleine „Survival-Anleitung“ für Naturburschen daherkommt, sondern tatsächlich alle grundlegenden Erkenntnisse für ein Bestehen aus eigenen Kräften in zunächst kleinen Kollektiven bereit hält. Wenn auch, wie Dartnell zugesteht, lückenhaft und von einigen „positiven Voraussetzungen“ ausgehend. Aber wie man ein Feld anlegt, das weiß man nach der Lektüre des Buches durchaus (und wie es dann weitergehen könnte). Selbst wenn eine Apokalypse solchen Ausmaßes nie hereinbrechen sollte, schon als reine Lektüre ist das Buch hoch informativ und bietet dem Leser Einblicke in Prozesse, die in der Breite (außen bei den entsprechenden Fachleuten ihrer Gebiete) kaum noch wirklich bekannt sind.

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