Lewis Robinson Der andere Bruder

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Inhaltsangabe zu „Der andere Bruder“ von Lewis Robinson

Ein Winter in Maine - und eine Familie, die um Nähe kämpft

Das Studium abgebrochen und in der großen Stadt gescheitert: Viel kann Bennie, Anfang 20, nicht vorweisen. Mit seinem älteren Bruder Littlefield, mit dem ihn eigentlich kaum etwas verbindet, lebt er nun wieder im gemeinsamen alten Elternhaus in Maine und schlägt sich durchs Leben. Doch die ohnehin schon angespannte Beziehung zwischen Bennie und seinem undurchsichtigen Bruder verschlechtert sich, als eines Tages ein Bekannter spurlos verschwindet und Littlefield in Verdacht gerät, etwas damit zu tun zu haben. Überzeugt von der Unschuld seines Bruders, will Bennie den Verschwundenen suchen. Doch was er herausfindet, bringt die Geschwister immer weiter auseinander …

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  • Der andere Bruder von Robinson Lewis.

    Der andere Bruder

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    31. March 2013 um 00:34

    Die Brüder Bennie und Littlefield, eigentlich William, leben auf einer Insel im Bundesstaat Maine. Dort halten sie das Familienanwesen eher schlecht als recht in Schuss und lassen sich in ihrer Freizeit nur zu gerne auf Paintball-Duelle mit den örtlichen Seeigeltauchern ein. Doch es ist genau so ein Paintball-Duell, welches an einem verschneiten Abend zwei Opfer fordert. Bennie stürzt in einen Steinbruch und kommt nur knapp mit dem Leben davon. Harmlos jedoch im Vergleich zum spurlosen Verschwinden eines der Spieler der gegnerischen Mannschaft. Die Polizei ist bald an dem Fall dran und verdächtigt nun ausgerechnet Bennies Bruder Littlefield… Düster gleich den Wäldern von Maine ist dieser Roman über zwei Brüder, die sich unähnlicher nicht sein könnten. Bennie, den eine große Sehnsucht danach antreibt seinen Bruder zu verstehen und Littlefield, der dem Leser bis zuletzt ähnlich fremd bleibt, wie er sich seinem Bruder über die Länge des Buchs hinweg entfremdet. Ein Krimi, der keiner sein will, sich windet, in seinen roten Faden einrollt, dann aber fast selbst erdrosselt. So dass man bis zu letzt schwankt zwischen Spannung und Verbitterung, ähnlich der Charaktere, die dieses Buch bevölkern. Robinson legt dabei eine Finesse in seine Prosa, die man als Lehrbuch benutzen könnte. Jedes Kapitel, jeder Abschnitt, jeder Satz sitzt als wäre er immer schon da gewesen und nicht erdacht durch einen, der sich für Stunden vor seinen Computer Bildschirm gekettet hat. Als hatte Robinson sein Notizbuch mit auf eine Reise genommen, durch die raue Natur von Amerikas Norden, es aufgeschlagen, in den Wind gehalten und so die Seiten befüllt mit Moos und Schnee und bis aufs letzte geschliffener Prosa. Nachdem dies gesagt ist, muss ich leider wieder abschleifen, wegnehmen von meiner Begeisterung, die Sprungkraft des Lobes ein wenig dämpfen. Denn obwohl technisch perfekt, fehlt diesem Roman das Herz. Die Geschichte, welche so viel an Potenzial in sich trägt ist verkopft. Szenen laufen ins Leere und besonders die weiblichen Charaktere sind oft mehr Klischee als aufrichtige Darstellung. Die Figuren wollen so viel, wollen überleben, wollen sich lieben und auch ich will sie lieben, doch ich kann nicht, denn sie bleiben mir fern. Ich biss mich durch Robinsons Prosa, als würde ich Wasser treten, meine Füße im Sand einsinken, während meine Kopfstimme zusammen mit den Figuren gegen die Schneewehen kämpfte. All die Begeisterung für diesen Text, welche ich mir mühsam aus dem Schädel schälte, war vergebens, blieb nicht haften, auf den vereisten Flächen, die Robinson mir beschrieb. Oft ging es mir wie seinen Figuren, die gehen, laufen, rennen wollen, doch nicht können, gefangen sind in ihrem Schweigen, dem meterhohen Schnee, der sich von oben in ihre Gipsbeine ergießt und dieses Jucken erzeugt, dass auch ich als Leser habe, wenn ich bemerke, dass sich der Autor so viel hat einfallen lassen um mich zu verzaubern, davon aber leider nichts zu mir durchdringt. Ein düsteres, aber zuversichtliches Buch, das manchem Leser zu verkopft sein wird, um es genießen zu können, einschließlich mir.

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