Lagos macht hier keine Gefangenen. Schon nach wenigen Seiten hatte ich das Gefühl, mitten in dieser lauten, schwülen und ziemlich gnadenlosen Stadt zu stehen. Leye Adenle wirft einen ohne großes Vorgeplänkel ins Geschehen und zieht das Tempo ordentlich an.
Guy stolpert als britischer Journalist von einem Problem ins nächste und wirkt dabei manchmal herrlich überfordert. Der eigentliche Star ist für mich aber Amaka. Selbstbewusst, geheimnisvoll und mit einer Präsenz, bei der man sofort merkt: Diese Frau sollte man besser nicht unterschätzen.
Was mir besonders gefallen hat, ist die Atmosphäre. Korruption, Macht, Geld und Gewalt liegen ständig in der Luft. Lagos wird dabei nicht bloß zur Kulisse, sondern fühlt sich fast wie eine eigene Figur an. Teilweise musste ich beim Lesen kurz sortieren, wer gerade mit wem welches schmutzige Geschäft betreibt. Da wird ordentlich Personal aufgefahren.
Trotzdem bleibt der Thriller spannend, direkt und angenehm kompromisslos. Kein gemütlicher Krimi für nebenbei, sondern eine Geschichte mit Dreck unter den Fingernägeln. Am Ende war mein Gedanke ziemlich eindeutig: Von Amaka würde ich gern noch mehr lesen.








