Li Jingze Unterwegs

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Inhaltsangabe zu „Unterwegs“ von Li Jingze

China ist unterwegs, im Umbruch und Aufbruch. Gängige Gewissheiten sind erschüttert, Konventionen lösen sich auf. Diese kaum fassbare Dynamik fangen die vorliegenden Geschichten ein. Ihre zehn Autoren leben in China und sind doch zugleich Bewohner einer globalisierten Welt. Diese Dynamik macht die Geschichten auch für westliche Leser so spannend und zugleich so zugänglich. Weitgehend verschont vom Trauma der Mao-Zeit, schreiben die jungen Autoren auf der Höhe der Zeit: unaufgeregt, unterhaltsam und ironisch, ohne erhobenen Zeigefinger und ohne falsche Nostalgie, aber auch ohne Verklärung der Goldgräberstimmung, die wir im Westen so gern mit dem heutigen China assoziieren. Auf ihre ganz individuelle Art halten sie China den Spiegel vor.

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  • Rezension zu "Unterwegs" von Li Jingze

    Unterwegs
    dzaushang

    dzaushang

    22. May 2010 um 09:30

    Mit geschätzten 1,4 Milliarden Menschen ist die 中华人民共和国, die Volksrepublik China, heute das bevölkerungsreichste Land der Welt und der flächengrößte Staat in Ostasien. Viele seiner Regionen gehören zu den am dichtesten besiedelten auf der Erde. Insbesondere in den letzten Jahrzehnten hat China, angefangen von der Kulturrevolution bis hin zu seiner heutigen wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklung eine Vielzahl an „Sprüngen“ und Experimenten über sich ergehen lassen. Der chinesische Schriftsteller Bi Feiyu fasste diese Erfahrungen einmal in einem Gespräch mit Peter Stamm so zusammen: „Was bei uns in China in den letzten fünfzig Jahren passiert ist, das passiert bei euch in der Schweiz nicht einmal in fünfhundert Jahren. Ich fühle mich, als hätte ich schon mehrere Leben hinter mir.“ Die Herausgeber von „Unterwegs“, der Literaturkritiker Li Jingze und die Leiterin des Buchinformationszentrums Peking der Frankfurter Buchmesse, Jing Bartz machten sich auf die literarische Spurensuche nach diesen vielfältigen Eindrücken und Entwicklungen im modernen China. Herausgekommen ist dabei eine Sammlung von zehn Erzählungen, alle geschrieben zwischen 2002 und 2008, von jungen Autoren. Es sind dies Erzählungen vom beständigen Wandel, vom beständigen Unterwegs-Sein, sei es als Wanderarbeiter auf einer der vielen tausend Baustellen, als Liebhaber auf dem Weg zur Geliebten oder als Beamter auf der Flucht wegen Korruption. Alle Erzählungen spiegeln ein äußerst modernes Bild von China, der Leser fühlt sich nah dran am aktuellen Geschehen im Land, an den Sorgen und Nöten, den Wünschen und Träumen der ganz normalen Menschen von heute. Darin liegt ganz eindeutig die Stärke dieses Sammelbandes. Die Auswahl kommt dabei erfrischend leicht und locker rüber, zum Teil voller Witz und Humor. Anklage oder Hadern mit dem Schicksal findet man nicht. Die Menschen meistern ihr Leben in ihrem spezifischen Umfeld so gut es ihnen eben gelingt, so gut es eben gesellschaftliches Chaos und Umbruch zulassen. Und davon ist in jeder der Erzählungen viel zu spüren. „Unterwegs“ ist ein Sammelband der die unterschiedlichen Lebenserfahrungen und Wahrheiten der Menschen heute bruchstückhaft aufzeigt. Das Bild des Lesers von China und seinen Menschen ist ein ganzes Stück gewachsen und vielfältiger geworden. Ein China, mit einer Milliarde gleichgeschalteter Chinesen, das gibt es nicht. China ist so vielfältig und bunt wie es die Menschen dort sind, so lautet die Hauptbotschaft der Sammlung. Legt man das Buch am Ende zur Seite, wünscht man sich auf der Stelle mehr davon zu erfahren. Dem Leser bleibt nur die Hoffnung, dass der junge Dix-Verlag zusammen mit den Herausgebern neugierig und weiter unterwegs bleibt. Denn zehn Erfahrungen unter einer Milliarde von Menschen, das kann doch nicht das letzte Wort gewesen sein.

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