Lia Norden

 3.7 Sterne bei 18 Bewertungen

Alle Bücher von Lia Norden

Die Schatten eines Sommers

Die Schatten eines Sommers

 (13)
Erschienen am 02.05.2013
Vier Wahrheiten und ein Todesfall

Vier Wahrheiten und ein Todesfall

 (5)
Erschienen am 01.03.2011

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joshi_82s avatar

Rezension zu "Die Schatten eines Sommers" von Lia Norden

Die Schatten eines Sommers
joshi_82vor 5 Jahren


"Die Schatten eines Sommers" ist ein Buch, wie man es nicht jeden Tag zu lesen bekommt, was schon alleine daran liegt, dass drei Autorinnen jeweils einer der Protagonistinnen ihre Stimme leihen und jede für sich in der Ich-Perspektive erzählen darf. Das hat mir hier unheimlich gut gefallen, hat man so doch einen perfekten Einblick in die Ereignisse und das Gefühlsleben dieser drei ehemaligen Freundinnen. Abgerundet wird die Geschichte mit Rückblicken in die Vergangenheit, denn der Grund für den Tod von Dorit, der vierten im Bunde, hängt mit einem Sommer zusammen, in dem die vier beinah unzertrennlich waren. Um welches Ereignis es sich handelt, erfährt der Leser erst nach und nach, was es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen. Was genau ist passiert, warum haben die Freundinnen sich aus den Augen verloren und möchten eigentlich gar nicht in ihr altes Heimatdorf zurück? Diese Fragen beantworten die Autorinnen gekonnt Stück für Stück, wobei jede von ihnen gleichermaßen zu Wort kommt. Diese drei passen schreibstil-technisch so gut zusammen, dass es perfekt passt und doch jede der Protagonistinnen eine ganz eigene Weise zu erzählen hat. Der Wechsel der Perspektiven macht das Ganze noch spannender, denn oft wird die Erzählung jeweils an einer Stelle unterbrochen, an der gerade etwas wichtiges passiert, so dass man einfach weiterlesen muss. Zwar gibt es hier auch ruhige Momente, die die Spannung aber keinesfalls schmälern, denn so erfährt der Leser, wie die Beziehung zwischen diesen drei so unterschiedlichen Freundinnen tatsächlich ist. Das gibt den Charakteren die nötige Tiefe und lässt die Geschichte nochmal in einem anderen Licht erscheinen. 
Fazit:
"Die Schatten eines Sommers" ist ein recht ungewöhnlicher Krimi, schon alleine weil drei Autorinnen hier zusammenarbeiten. Das macht jedoch den Reiz aus, verleiht doch jede "ihrer" Protagonistin ihre ganz eigene Stimme. Durch viele Rückblicke und den jeweiligen Erzählungen aus der Ich-Perspektive kann man die Protagonistinnen wunderbar kennenlernen und die Geschichte aus den verschiedenen Blickwinkeln betrachten. 

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Manja82s avatar

Rezension zu "Die Schatten eines Sommers" von Lia Norden

Die Vergangenheit ruht nicht
Manja82vor 6 Jahren

Kurzbeschreibung:
Lügen und Geheimnisse:
Es ist ein ungewöhnlich heißer Sommer. Fast so heiß wie damals, als Dorit, Hanna, Fabienne und Marie noch Teenager und unzertrennlich waren. Bis zu dem Tag, der alles änderte.
25 Jahre später verarbeitet Hanna die Ereignisse von damals zu einem Roman. Das Buch wird ein Bestseller. Kurz darauf wird Dorit tot aus einem See geborgen. Selbstmord? Bei ihrer Beerdigung begegnen sich die Freundinnen von einst wieder. Auf jeder von ihnen lastet Schuld, und immer drängender wird die Frage, ob Dorit sich wirklich selbst das Leben nahm.
(Quelle: rororo)

Meine Meinung:
Während ihrer Jugend waren die Teenager Dorit, Hanna, Fabienne und Marie unzertrennlich. In dem einen Sommer haben sie viel Zeit am Lupiner See verbracht.
25 Jahre später treffen sich 3 der 4 Frauen wieder, auf der Beerdigung von Dorit. Sie ist ertrunken, obwohl sie eine gute Schwimmerin war. So stellt sich doch die Frage, war es wirklich Selbstmord?
Kurz vor Dorits Unfall hat Hannah ein Buch über die Erlebnisse dieses Sommers von vor 25 Jahren herausgebracht und es wurde rasch zum Bestseller. Jetzt stellen sich natürlich Fragen ob vielleicht das Buch mit Schuld hat.
Auf der Beerdigung werden Erinnerungen an damals wach, denn viele Geschehnisse belasten die Frauen noch immer.
Es wird schnell klar, die Vergangenheit ruht immer noch nicht …

Der Roman „Die Schatten eines Sommers“ wurde von Lia Norden geschrieben.
Hinter diesem Pseudonym verbergen sich die Autorinnen Cornelia Franz, Sylvia Heinlein und Katja Reider. Drei mir bisher unbekannte Autorinnen, umso gespannter war ich auf dieses Buch.

Die 3 Protagonistinnen Fabienne, Hannah und Marie sind alle sehr gut gezeichnet und könnten unterschiedlicher wirklich nicht sein.
Hannah ist eher die Anführerin, selbstbewusst und schön. Sie hat ein Buch über die Erlebnisse vor 25 Jahren herausgebracht.
Fabienne ist die intelligenteste der 3 und Marie wirkt eher unsicher und selbstkritisch.
Es scheint so als ob die Frauen nicht wirklich gereift sind seit dem Sommer vor 25 Jahren. Sie benehmen sich teilweise immer noch kindisch, als wären sie noch immer Teenager.
Einzig die vierte im Bunde, die nun tote Dorit scheint erwachsen geworden zu sein. Über sie erfährt der Leser allerdings nur etwas aus den Erinnerungen der anderen drei.

Der Schreibstil des Autorinnentrios ist locker und sehr angenehm zu lesen. Man fliegt quasi durch die Seiten und merkt es nicht wirklich.
Geschildert wird das Geschehen abwechselnd aus den Sichtweisen von Hannah, Marie und Fabienne. Sie erzählen ihren Part dann jeweils in der Ich-Perspektive.
Die Handlung selber ist spannend und fesselt den Leser ans Buch. Was damals wirklich passiert ist kommt er nach und nach ans Licht. Immer wieder gibt es Erinnerungen an die Zeit vor dem Unfall von Dorits Mutter und man erkennt langsam was mit ihr passiert ist.

Das Ende des Romans hat mich ziemlich überrascht. Im Nachhinein allerdings ist mir klar geworden das es während der Handlung immer wieder kleine Andeutungen gibt, die aufs Ende hinweisen.

Fazit:
„Die Schatten eines Sommers“ von Lia Norden ist eine interessante Geschichte über 3 Frauen, die mit ihrer Vergangenheit zu kämpfen haben.
Die spannende Handlung und der lockere Schreibstil sorgen für unterhaltsame Lesestunden.


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Girdies avatar

Rezension zu "Die Schatten eines Sommers" von Lia Norden

Nur wir wissen, was wir damals getan haben ...
Girdievor 6 Jahren

Im Rowohlt Verlag ist der Roman „Die Schatten eines Sommers“ von Lia Norden als Taschenbuch erschienen und umfasst 251 Seiten. Hinter dem Pseudonym „Lia Norden“ verbergen sich drei Autorinnen aus Hamburg. Daher interessierte es mich, ob es möglich ist in dieser Kombination einen Roman zu schreiben der ein „rundes“ Ganzes ergibt und ich muss sagen, dass es aus meiner Sicht sehr gut gelungen ist. Nach über 25 Jahren treffen sich Hanna, Fabienne und Marie zum ersten Mal wieder auf der Beerdigung von Dorit. Für einen Sommer waren die vier damals beste Freundinnen, bis Dorits Mutter ein schlimmes Unglück passierte. Was einst passiert ist wird erst so nach und nach deutlich. Aber jede der drei noch lebenden Frauen scheint seither eine Last mit durch ihr Leben zu tragen. Kleine Bemerkungen in ihrer Umgebung und kurze Erinnerungsblitze lenken ihre Gedanken immer wieder auf die Zeit vor den Unfall. Basierend auf diesen Erlebnissen hat Hanna, die inzwischen Schriftstellerin ist, ein Buch geschrieben. Natürlich hat sie die Tatsachen entsprechend verfälscht, doch am Ende bringt sich die vom Charakter her Dorit sehr ähnliche Person in ihrem Buch um. War diese Darstellung im Roman Mitschuld am Tod ihrer früheren Freundin?

Auf dem Titel wirkt eine Wasserfläche als Spiegel für die Silhouette einer Frau, die barfuß auf einem Steg steht und ins Wasser blickt. Es könnte eine Momentaufnahme von Dorit vor ihrem Tod sein, doch nahezu bis zum Schluss fiebert der Leser auf die Antwort darauf, ob sie Selbstmord begangen hat. Schattenhaft sind die Farben des Covers gehalten. Von den Schatten der Vergangenheit werden die drei Protagonistinnen eingeholt. Schuld oder Unschuld steht für den Leser im Vordergrund. Die Erzählsicht wechselt ständig zwischen den einzelnen Frauen, die jeweils aus der Ich-Perspektive ihre gegenwärtigen Situation und ihre Gefühlseindrücke schildern, aber im Vergleich dazu auch Rückblick halten. Denn alle hatten damals schon eigene Persönlichkeit und sind nun darauf gespannt, ob die anderen sich inzwischen geändert haben. Jede der Autorinnen hat die Rolle einer der Freundinnen übernommen. Die Ereignisse werden aber nicht etwa dreimal aus unterschiedlichen Sichten dargestellt, sondern ergänzen sich und fließen ineinander über, so dass die Spannung nicht verlorengeht und sich ein harmonisches Ganzes ergibt. Das Ende hält für den Leser dann noch eine Überraschung bereit.

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