Liana Millu

 4.6 Sterne bei 22 Bewertungen
Autor von Der Rauch über Birkenau, Die Brücke von Schwerin und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Liana Millu

Der Rauch über Birkenau

Der Rauch über Birkenau

 (21)
Erschienen am 24.02.2012
Smoke over Birkenau

Smoke over Birkenau

 (0)
Erschienen am 18.02.1998

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Rezension zu "Der Rauch über Birkenau" von Liana Millu

Bewegende Schicksale
MeinLesezeichenBlogvor 3 Jahren

Inhalt
Das Buch teilt sich auf in 6 Kapitel. In jedem Kapitel steht das Schicksal einer Frau, einer Leidensgenossin von Liana Millu im Vordergrund. Doch im Hintergrund befinden sich noch viele weitere Personen, deren Leben und Leiden mit jeder dieser Frauen verbunden sind und sie beeinflussen, allen voran Liana Millu. Die Autorin schreibt aus der Ich-Perspektive und bringt so auch ihre persönliche Sicht auf die Geschehnisse mit ein. Das erste der sechs Kapitel erzählt von Lily, von der Liebe und der Eifersucht im Lager, sowie vom Tod. Auch die Geschichte von Maria, einer Schwangeren, erzählt von Mutterliebe, Hoffnung und Tod. Bruna ist Mutter von ganzem Herzen und versucht auch im Lager den Kontakt zu ihrem Sohn Pipin zu halten. Zanuchkas Geschichte erzählt von der verlorenen Liebe, von Flucht und von Hoffnung. Die Geschichte der Schwestern, Lotti und Gustine, handelt von Prostitution und der zwischenmenschlichen Beziehung von zwei Schwestern, die an dem harten Lagerleben zerbricht. Die letzte Geschichte erzählt von Lises Schicksal, ihrer Zerrissenheit zwischen Überleben und Treue, dem Überlebenskampf und der Zweck-liebe im Lager. Die Hauptthemen, die einem während der Lektüre immer wieder begegnen sind Liebe und zwischenmenschliche Beziehungen oder das, was von ihnen übrig geblieben ist; der Überlebenswille, die Hoffnung auf eine bessere Zukunft und der allgegenwärtige Tod. Letzterer begegnet uns schon im Titel: Il fumo di Birkenau (Der Rauch über Birkenau). Eine klare Anspielung auf die Krematorien und darauf, dass es sich beim Lager Auschwitz-Birkenau um ein Vernichtungslager handelte. Auch die harten und körperlichen Arbeiten und Bestrafungen, die die Frauen bewältigen müssen und erleiden, spielen stets eine wichtige Rolle.

Bewertung
Liana Millu ermöglicht dem Leser einen harten aber ehrlichen Einblick in das Lagerleben und in die Dynamiken, die dort herrschen. Sie eröffnet dem Leser die Abgründe, die sich in einem Menschen bilden können, wenn er alltäglich mit Leid, Tod und einem bedingungslosen Überlebenskampf konfrontiert wird. Sie beschönigt nicht(s). Die Autorin und ihre Geschichte haben mich zutiefst berührt, denn als Frau fühle ich mich mit der Autorin und den Protagonistinnen verbunden. Berührt haben mich die Geschichten allesamt, doch die Erzählung von Maria, von Bruna und ihrem Sohn Pinin und von den zwei Schwestern, Lotti und Gustine, haben mich im Inneren erschüttert. Vor allem die Geschichte von Bruna und ihrem Sohn, haben mich zu Tränen gerührt. Auch Lotti und Gustine haben einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Vielleicht weil ich auch eine Schwester habe und möglicherweise auch deshalb weil man sich immer fragt: was wäre wenn? Doch diese Frage ist mir in jeder Geschichte begegnet. Ich bin erleichtert, dass ich mir solche Fragen nur im Konjunktiv stellen muss. Daher ist es wichtig, dass über die Schrecken des Nationalsozialismus gesprochen, geschrieben, berichtet und gelernt wird, damit sie nie mehr fruchtbaren Boden finden können. Doch dieses Buch spricht nicht nur von diesen Schrecken, Schwächen und den negativen Seiten der Zivilisation, sondern es setzt ein Zeichen und zeigt auch, dass Frauen stark und mutig sind und wie stark der Zusammenhalt unter solchen Umständen auch sein kann und davon, dass die Hoffnung auf ein Leben nach Auschwitz-Birkenau unerschütterlich bleibt. Ich habe das Buch auf Italienisch gelesen und kann daher nicht sagen, wie gut die deutsche Übersetzung gelungen ist.

Ich kann die Lektüre dieses Buches nur empfehlen und lege sie allen ans Herz; egal ob Mann oder Frau, alt oder jung. Ich habe sie während der Weihnachtszeit gelesen. Diese Zeit gilt als Zeit der Besinnung und des Friedens, eine Zeit in der man sich Zeit für die Familie nehmen soll. Durch die Lektüre dieses Buches habe ich noch einmal gelernt, wie glücklich ich mich schätzen kann, dass ich gesund bin, eine Familie habe, die gesund ist und dass ich vor allem frei bin und in Freiheit leben kann. Diese glücklichen Lebensumstände blieben den Frauen in Liana Millus Buch verwehrt. Ich bin der Autorin dankbar, dass sie mich daran erinnert hat, wie gut es uns heute eigentlich geht.

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Biankas_Buecherkistes avatar

Rezension zu "Der Rauch über Birkenau" von Liana Millu

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Biankas_Buecherkistevor 4 Jahren


Mit Der Rauch über Birkenau ist ein neues Buch in meine Regale eingezogen, welches sich schön liest. Im Buch werden sechs Schicksale und deren Gefühle geschildert. Man erfährt hautnah die Empfindungen der Frauen. Ja, Frauen sind die Hauptprotagonisten in der Story. Im Frauenlager bzw. im Frauenabschnitt von Birkenau sind viele Schicksale, die unter die Haut gehen. 

1947 wurde der Band geschrieben und ist seitdem in viele Sprache übersetzt wurden, und das erfolgreich. Als Protagonistinnen sind unter anderen Lili, Maria und Bruna dabei, jede davon hat ein eigenes Schicksal, welches allerdings bei allen Frauen gleich endet…

Das Buch ist schockierend, aber deshalb auch lesenswert. DIe Gefühle komen echt rüber, man erfährt die Beweggründe, weswegen die Frauen ihren Weg gehen. Geschichte bekommt eine neue Bedetung. Nur eine Frage bleibt immer dabei bestehen: Wo sind die Deutschen? Die Ungeheuer in dieser Zeit… Sie stehen als HIntermänner in der Story und kommen doch nicht zur Geltung…

Die Geschichte und deren Schicksale sind lesenswert. Wer Interesse zu solch einen Thema hat, sollte sich das nicht entgehen lassen…

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lipophils avatar

Rezension zu "Der Rauch über Birkenau" von Liana Millu

Rezension zu "Der Rauch über Birkenau" von Liana Millu
lipophilvor 7 Jahren

Liana Millu berichtet vom (Über-)Leben im Lager Birkenau. Sie erzählt nicht von sich selbst als Hauptfigur, sondern berichtet von den Erlebnissen mit anderen Häftlingen. Da ist die Mutter, die im Lager ihren Sohn wiederfindet und die sich mit ihm - nachdem er in die Quarantänebaracke verlegt wurde und damit sein Todesurteil schon feststeht - in gemeinsamer Umarmung in den elektrischen Zaun stürzt. Da ist die junge Frau, die ihre Schwangerschaft im Lager zu verheimlichen sucht und die doch nach der Geburt gemeinsam mit dem Kind stirbt. Da sind die beiden Schwestern, von denen eine im Lagerpuff zu überleben versucht und ihrer Schwester durch Geschenke helfen möchte, während diese über ihre Schwester so entsetzt ist, dass sie - schwer krank - alle Geschenke von sich weist und lieber stirbt.
Das Buch erzählt noch mehr Geschichten aus dem Lager. Dabei wird einem schnell klar, dass man die moralischen Grundsätze des "normalen Lebens" nicht auf das Lager übertragen kann und darf. Das Buch ist ganz sicherlich nicht sensationslüstern oder absichtlich brutal geschrieben, der sachliche Bericht reicht absolut aus, dankbar zu sein, es selbst nicht miterlebt zu haben.
Ich kann das Buch nur weiterempfehlen!

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