Liane Dirks

 4.1 Sterne bei 29 Bewertungen
Autor von Die liebe Angst, Vier Arten meinen Vater zu beerdigen und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Liane Dirks

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Vier Arten meinen Vater zu beerdigen

Vier Arten meinen Vater zu beerdigen

 (7)
Erschienen am 25.03.2004
Krystyna

Krystyna

 (3)
Erschienen am 24.08.2006
Narren des Glücks

Narren des Glücks

 (2)
Erschienen am 19.08.2004
Falsche Himmel

Falsche Himmel

 (1)
Erschienen am 24.08.2006
Das Buch vom goldenen Herbst

Das Buch vom goldenen Herbst

 (1)
Erschienen am 01.06.2011
Wohin das Herz dich trägt. Liebe

Wohin das Herz dich trägt. Liebe

 (1)
Erschienen am 01.09.2012
Das Buch vom silbernen Januar

Das Buch vom silbernen Januar

 (1)
Erschienen am 15.09.2007

Neue Rezensionen zu Liane Dirks

Neu
B

Rezension zu "Sich ins Leben schreiben: Der Weg zur Selbstentfaltung" von Liane Dirks

Das eigene Leben schreibend entdecken
B-Dudenvor 3 Jahren

Menschen, die tiefe Einschnitte in ihrem Leben erfahren haben, und erlebt haben, dass man das Leben nicht kontrollieren kann, gehen oft verwandelt aus dieser Erfahrung hervor. Die eigene Geschichte zu 

erzählen – und eventuell mit anderen zu teilen - kann dabei helfen, Belastendes zu verarbeiten, Erlebnisse in einem anderen Licht zu sehen, innerlich zu wachsen und einen neuen Lebensentwurf aktiv zu gestalten.

Liane Dirks - Gesprächstherapeutin, Mediations- und Tai Chi-Lehrerin – entwickelte aufgrund eigener einschneidender Erfahrungen einen Zugang zum kreativen Schreiben, mit dem sie ihren Lesern einen Weg bietet, sich selbst ganz neu zu entdecken. Ihr Buch ist ein Arbeits- und Entwicklungsbuch, eine Anleitung zum „creative writing“ und ein sehr persönlicher Erfahrungsbericht. Ein Buch, das Mut macht, die eigenen Gefühle zu erforschen, den eigenen Ausdruck zu finden und, neugierig und vielleicht ein bisschen ängstlich, zu beobachten, was die eigenen Texte zu erzählen haben.

Mit jedem Kapitel widmet sich Dirks einem Schritt auf dem Entwicklungsweg des Schreibenden. Vom Anfangen, über das Entwickeln von Mut und Vertrauen, über Wehmut, Lust und Energie bis hin zum Ankommen, beschreibt sie den Prozess der Entwicklung im Schreiben. Mit eigenen Lebenseinblicken und Beispielen anderer illustriert, lädt sie den Leser schliesslich am Ende jedes Kapitels dazu ein, seine eigenen Texte zu schreiben, seine eigenen Erfahrungen zu machen, indem sie einen Impuls bietet, einen Anker für die individuelle Kreativität.

Die Autorin spricht dabei auch Widerstände an, die auftauchen können, Hindernisse, die sich in den Weg stellen. Der Leser kann sich verstanden fühlen und unterstützt, denn Liane Dirks erzählt ehrlich über ihre eigenen, manchmal sehr schwierigen Erfahrungen. Es wird sehr deutlich gemacht, dass der Weg des Schreibens kein einfacher ist, sondern eine intensive Auseinandersetzung mit sich selbst, mit den eigenen Gefühlen und Erfahrungen voraussetzt.

Leser, die eine sachliche Anleitung zum kreativen Schreiben erwarten, könnten von dem Buch enttäuscht sein, da die Geschichten, die zum Thema der Übung hinführen immer wieder abzuschweifen scheinen. Wer jedoch den Prozess der Entfaltung schätzt, sich selbst in dem Prozess des Schreibens wiederentdecken möchte, kann von den gesammelten, sehr persönlichen Erfahrungen der Autorin nur profitieren.

   

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Wortklaubers avatar

Rezension zu "Vier Arten meinen Vater zu beerdigen" von Liane Dirks

So farbig wie bedrückend
Wortklaubervor 3 Jahren

Günther, die titelgebende Figur, die es am Ende des Buches zu beerdigen gilt, wird 1922 als zweiter Sohn von Louise geboren, einer Hamburger Geschäftsfrau, deren Kosmetiksalon Anziehungspunkt für die Begüterten und Schönen ist, in dem man sich über Kunst und Kultur austauscht. Der Junge wird protestantisch getauft und, da die Mutter sich ihrer jüdischen Wurzeln besinnt, beschnitten; vom Mohel jedoch so halbherzig durchgeführt, dass man es vor Günthers Musterung als behandelte Phimose darstellen kann. Günther wächst zu einem Jungen heran, der gern Geschichten erfindet, wie der von den Lemmingen, pelzigen, rattenartigen Tieren, die sich ins Wasser stürzen, um sich zu ertränken. Günther lernt, sich durchzubeißen. Günther wird zum Spielzeug seines Vaters, Günther wird Page im Hotel Vier Jahreszeiten, bringt Robert Ley, dem Leiter der deutschen Arbeitsfront, Kondome in die Suite, Günther wird Koch, Günther wird Soldat, begegnet Ley ein zweites Mal, Günther entgeht einem Tod an der Front, Günther wird Displaced Person. Er gründet eine Familie und vergeht sich an den Töchtern, wird verurteilt, als er sich an einem Nachbarskind vergreift, lässt sich scheiden, geht nach Barbados, ins Paradies.

Von dort erreicht die jüngste Tochter Alma ein Brief. Der Vater sei krank, sie solle kommen. Als sie in Barbados von Bord geht, ist der Vater tot. Was bleibt, ist ihn zu beerdigen. Nicht nur im wahrsten Sinne des Wortes, sondern sich von ihm zu befreien. Die vierte Art, sich von einem Toten zu trennen, ist, so heißt es auf der Insel, die Geschichte des Verstorbenen zu erzählen.

In der Hörversion liest die Autorin Liane Dirks ihren Roman selbst. Vermutlich lassen die weitaus meisten Schriftsteller, besser: deren Verlage, lesen, bedienen sich professioneller Sprecher. Bei Liane Dirks funktioniert es. Man kann sich höchstens fragen, warum es eine weibliche Stimme ist, die die Geschichte dieses Günthers erzählt, kann es doch beinahe passieren, dass man auf gut zwei Dritteln des Romans vergisst, dass der eine weibliche Ich-Erzählerin hat: Alma.

Der Roman fächert, dicht erzählt, vor dem Hintergrund des Zeitgeschehens ein Leben auf, das überreich ist an Ereignissen. So farbig wie bedrückend ist diese Biographie, monströs dieser Mann in seiner Rücksichtslosigkeit, bedrückend auch in der Nüchternheit, die der Sätze selbst, wie auch der Art des Vorlesens. Aus dem Jungen, der zum Opfer seines Vaters wird, wird der Täter, der sich an Kindern vergeht. Gleichzeitig ist jener Günther aber auch ein Mann, der durchaus gefallen, umschmeicheln kann, der Männer wie Frauen für sich einnimmt, auf sexueller wie romantischer Ebene, ein Getriebener ist das, einer, der den eigenen Trieb über alles stellt, der begehrt, nimmt, verführt und vernichtet.

Bedrückend ist auch, dass dieser Günther im Roman denselben Nachnamen wie die Autorin hat. Über sexuellen Missbrauch hat Liane Dirks schon in ihrem ersten, in den Achtzigerjahren erschienenen Roman „Die liebe Angst“ geschrieben. „Vier Arten, meinen Vater zu beerdigen“, 2002 erschienen, ist aber kein Erfahrungsbericht, sondern eine gelungene, äußerst lesenswerte Umsetzung eigener Erfahrung in Literatur.

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M

Rezension zu "Sich ins Leben schreiben: Der Weg zur Selbstentfaltung" von Liane Dirks

Kreativer Zugang zur eigenen Person
michael_lehmann-papevor 3 Jahren

Kreativer Zugang zur eigenen Person

Die Ausdrucksformen von Menschen sind verschieden, je nach dem drückt der eine sich in sich stimmig redend aus, während eine andere dem Hören Vorrang einräumt, mancher geht auf in Tönen, der Musik, aktiv oder passiv, oder gestaltet den Ausdruck seiner selbst und das Erfassen der Welt in noch anderer Form.

„Schreibend aber kann man auch Kontakt zu sich selbst aufnehmen, mehr noch, man kann sich schreibend selbst entdecken“.

So schildert Liana Dirks den Zugang zu sich selbst, den Sie mit diesem gut lesbaren und in sich stimmig strukturierten Buch dem Leser nahe bringt.

Wobei es natürlich weniger um eine Form des Kurses zum kreativen Schreiben im Buch geht, Eher in die Richtung deutet eine Angewohnheit, die durchaus noch Verbreitung hat, vielfach aber doch im Vergleich zu vorhergehenden Generationen ins Hintertreffen gerät. Das Verfassen eines Tagebuches. Auch dies war ja über Generationen hinweg ein Instrument der Reflexion, der Verarbeitung von Lebenseindrücken, der Erkundung der eigenen Person.

Wobei dieses Beispiel als Hinweis nicht weit genug reicht, denn Dirks gestaltet aus dem Schreiben eine tiefer reichende Methode, mit dem Ziel, zumindest „Co-Autor“ des eigenen Lebens zu werden. Um aber Ziele für sich formulieren zu können (und diese dann auch anzugehen) bedarf es der Kenntnis über die eigene Person, des Aufbaus von Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten und einen eigenen Weg und, natürlich eine Konkretisierung nächster Schritte des eigenen Wegs.

Hierbei kommt Dirks zu Gute, dass sie im Blick auf diese „schreibende Entfaltung“ des eigenen Ich´s aus den eigenen Erfahrungen von Wendungen und auch tiefgreifenden Veränderungen im eigenen Leben zurückgreifen kann, wie auch vielfache Lebensbeispiele aus ihren Seminaren mit ins Buch einfließen lassen kann.

So verbindet sie einerseits die (geübte) Praxis der „Einkehr“, Kontemplation und Meditation mit der daran anschließenden und daraus entstehenden Bobachtung, dass innere Erkenntnisse wenig bewirken, wenn sie nicht eine „gelebte Umsetzung“ erfahren. Für beides, für diese innere Erforschung der eigenen Person und für die dann „ins Leben umsetzende“ Bewegung bietet Dirks das Schreiben in bestimmter methodischer Form dem Leser als Instrument an.

„Sich in Worte fassen“ und (damit) „sich ins Leben schreiben“, das ist, worum es als „organischer Prozess“ im Buch geht.

Die Freude zu entdecken, die Lust zu spüren und mit diesen Energien umzugehen, die Angst in ihren „besseren Seiten“ annehmen zu lernen, der Wehmut nicht aus dem Weg zu gehen, immer wieder Zeit und Raum ganz für sich und mit sich zu nehmen, auf diesem Weg (schreibend) Widerstand, Beistand und Lebendigsein ausmachen zu lernen und Umgang mit diesen Elementen zu pflegen („Vom richtigen Ja und Nein sagen“ und damit mehr und mehr die eigenen Wünsche zu entdecken und vom „Wunsch zur Wirklichkeit““ zu gelangen, all dies drückt die Autorin empathisch und überaus verständlich aus.

Wie das praktisch ginge, auch damit lässt sie den Leser nicht alleine, nach jedem Kapitel finden sich Hinweise für ein Arbeiten mit den Inhalten, ein eigenes schreibendes erkunden.

Eine ganz andre, auf den ersten Blick ungewohnte Form der Verbindung mit dem eigenen Selbst und „dem großen Rest“, aber durchaus wert, zu erproben, tiefgreifend und, je weiter man in der Lektüre fortschreitet, desto leichter geht es dem Leser dann auch „von der Hand“, einen eigenen, schreibenden Prozess zu eröffnen.

Eine anregende Lektüre.

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